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Schöpfung und Erhaltung

Die Kantate "Es wartet alles auf dich" (BWV 187) im Horizont der Theologie des 18. Jahrhunderts

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 37 Seiten

Theologie - Systematische Theologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bachs theologie- und frömmigkeitsgeschichtlicher Kontext

3. Lutherische Schöpfungstheologie am Beginn des 18. Jahrhunderts
3.1. Schöpfung und Erhaltung in Luthers Katechismen
3.2. Schöpfung und Erhaltung in der lutherischen Orthodoxie

4. Die Meininger „Sonntags= und Fest=Andachten“

5. Aufbau und liturgischer Kontext der Kantate

6. Der Text der Kantate vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Bibelausle- gung
6.1. Satz 1: Chor
6.2. Satz 2: Rezitativ
6.3. Satz 3: Arie
6.4. Satz 4: Rezitativ
6.5. Satz 5: Arie
6.6. Satz 6: Rezitativ
6.7. Satz 7: Choral

7. Schöpfung und Erhaltung in der gegenwärtigen Theologie

8. Fazit

A. Literaturverzeichnis

B. Der Text der Kantate „Es wartet alles auf dich“ (BWV 187) nach dem Urtext der Neuen Bach-Ausgabe

C. Die Meininger „Sonntags= Und Fest=Andachten“ im Druck von 1719

1. Einleitung

Dass sich Johann Sebastian Bachs geistliches Vokalwerk auch am Beginn des 21. Jahr- hunderts ungebrochener Beliebtheit erfreut, zeigen die Veranstaltungsprogramme vieler Kirchengemeinden ebenso wie die zahlreichen Plakate, die für Aufführungen Bachscher Musik in verschiedenen Konzertsälen werben. Während sich die Hörerinnen und Hö- rer noch heute von Bachs Musik innerlich berühren lassen, kann man jedoch allgemein in Bezug auf die vertonten Texte eine gewisse Befremdung feststellen. Diese Distanz zu den Texten ist dabei eine andere als in der Zeit der Bach-Renaissance des 19. Jahr- hunderts, wo die Ablehnung dieser Texte inhaltlich und ästhetisch begründet wurde, wie etwa in dem bekannten Urteil Carl Friedrich Zelters in einem Brief an Goethe aus dem Jahr 1829 von den „ganz verruchten Deutschen Kirchentexten“ Bachs.1 Demgegen- über lässt sich in der Gegenwart eher Verlegenheit und Unverständnis gegenüber Bachs geistlichen Texten feststellen, was sich allgemein zunächst auf die fehlende Kenntnis des zeitgeschichtlichen und besonders des historisch-religiösen Kontexts dieser Texte zurückführen lässt.2

Diese Arbeit versteht sich als eine Untersuchung im Rahmen der theologischen Bach- forschung, wie sie seit rund 60 Jahren von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen betrieben wird. Diese Herangehensweise an Bachs Werk, die keine einheitlich-verbindliche Methodik hat, ist dadurch von anderen unterschieden, dass sie „über ein theologisches ‚Vorverständnis‘, über den Rekurs auf eine wie auch im- mer geartete ‚Theologie‘ läuft“.3 Die Begründungen für diese Herangehensweise sind da- bei zahlreich und reichen von der einfachen Feststellung, dass Bach unzweifelhaft eine bedeutende Gestalt der Kirchengeschichte ist, bis hin zum Nachdenken über die Bedeu- tung Bachs für die Kirchen verschiedener Konfession in der Gegenwart. Theologische Bachforschung hat von daher die Aufgabe, den historischen Kontext - insbesondere in seiner religiösen Dimension - zu erhellen, ist aber gleichzeitig auch als „‚praktische‘

Verstehenshilfe“ für die heute Bach Aufführenden und ihre Hörerschaft zu verstehen.4 Eng mit dieser Aufgabe verbunden ist daher die Frage, inwiefern die von Bach vertonten geistlichen Texte Verkündigungscharakter besitzen und inwiefern dieser auch noch heute zur Geltung kommen kann.

Die bekannte Eintragung Bachs in seiner Calov-Bibel zu 2Chr 5,13 stellt die Kirchen- musik gleichsam auf eine Ebene mit der Gegenwart Gottes in Wortverkündigung und Sakrament nach CA 7: „NB. Bey einer andächtigen Musique ist allezeit Gott mit seiner Gnaden=Gegenwart.“5 Bach übernahm also auch nach seinem eigenen Selbstverständnis in gewisser Weise die Rolle des Verkündigers und muss als solcher verstanden werden.

Gegenstand dieser theologischen Untersuchung6 ist die Kantate „Es wartet alles auf dich“ (BWV 187). Was allgemein für Bachs Kantaten gilt, ist dabei auch hier zu berück- sichtigen: Bach dichtete die verwendeten Kantatentexte nicht selbst, suchte sie aber sehr sorgfältig aus. Wo die Textvorlagen bekannt sind, lässt sich zudem feststellen, dass Bach - oder eine andere beauftragte Person - gelegentlich in die vorgegebenen Texte korrigierend eingriff, und zwar häufig so, dass sich die geänderte Formulierung stärker als der vorgegebene Wortlaut an biblische Aussagen in Luthers Übersetzung anlehnen.7 Weiterhin ist bei den ausgewählten Texten zu bedenken, dass die Kantatentexte sich im Rahmen dessen bewegen mussten, was die verantwortlichen Pastoren Leipzigs theo- logisch als wünschenswert oder zumindest hinnehmbar empfanden.8 Schließlich stellt sich auch die Frage nach dem Textdichter der Kantate, da dieser nicht namentlich über- liefert ist. Dieser Frage soll später in einem eigenen Abschnitt nachgegangen werden.9

Vier Sätze der Kantate wurden später in parodierter Form in die Messe in g-Moll (BWV 235) aufgenommen. Für diese Messe, die zur Gruppe der sog. Kyrie-Gloria- Messen gehört, nahm Bach vermutlich in der Kantate 187 den Ausgangspunkt der Umarbeitung und fügte Sätze anderer Kantaten darin ein.10 Diese Umarbeitung und das Verhältnis zwischen den Sätzen der Kantate und denen der Messe können jedoch in dieser Arbeit nicht näher untersucht werden, da hierfür - neben einem detailliertem Vergleich beider Werke - auch grundsätzliche Reflexionen über das Verhältnis von Or- dinarium und Proprium im lutherischen Gottesdienst am Beginn des 18. Jahrhunderts angestellt werden müssten.

2. Bachs theologie- und frömmigkeitsgeschichtlicher Kontext

Allgemein lässt sich Bach der lutherischen Spät-Orthodoxie zurechnen. Erkennbar ist dies beispielsweise an Bachs Festhalten an der Perikopenordnung, die im Pietismus dagegen stark kritisiert wurde, oder an seiner Aufnahme altlutherischer Choräle, wo- hingegen im Pietismus stärker neuem Liedgut der Vorzug gegeben wurde.11 Gegen die heute verbreitete Vorstellung von der lutherischen Orthodoxie als einer Theologie, die von dogmatischer Starre und Streitsucht geprägt sei, ist es wichtig hervorzuheben, dass sie - im Anschluss an die Wittenberger Reformation - die Schriftauslegung als zentra- le Aufgabe der Theologie verstand. Auch wenn führende Vertreter des Pietismus der orthodoxen Theologie Lebensferne vorwarfen, so zeigt dennoch etwa die weite Verbrei- tung der Schriften Johann Arndts auch unter orthodoxen Theologen ein Grundanliegen dieser Theologie: dass der christliche Glaube persönlich angeeignet werden muss und sich in gelebter praxis pietatis sittlich bewähren soll.12

Die geistliche Dichtung, die Bach vertonte, orientiert sich an den hermeneutischen Prinzipien der zeitgenössischen Schriftauslegung im Luthertum, die es deshalb bei der theologischen Untersuchung von Kantatentexten Bachs zu berücksichtigen gilt. Diese Schriftauslegung lehnt sich eng an die Wittenberger Reformation an und wurde in der Folgezeit weiter systematisch-theologisch reflektiert.

Wie dies am Beispiel der Schriftauslegung Abraham Calovs sichtbar wird, ist für die Schriftauslegung der lutherischen Orthodoxie der Grundsatz leitend, dass die Schrift ein in sich geschlossenes Ganzes ist, „eine Sinn-Einheit, die in Jesus Christus ihren ‚vor- züglichsten Skopus‘ hat“.13 So nimmt sie den Ansatz Luthers auf, für den entscheidend ist, dass die Heilige Schrift „ihr eigener Ausleger“ ist (sui ipsius interpres).14 Damit ist jedoch mehr gemeint als die sog. Konkordanzmethode, wonach eine Schriftstelle durch eine andere auszulegen und in Übereinstimmung mit ihr zu bringen wäre. Vielmehr ist damit ein grundsätzlicher Vorrang der Schrift vor den Auslegerinnen und Auslegern si- chergestellt, so dass damit gesagt wird: der „Text bringt sich selbst zu Gehör“.15 Weiter ausgeführt und inhaltlich gefüllt wird dieser Ansatz von Luther später in seiner Ausein- andersetzung mit Erasmus. Luther macht hier deutlich, dass die entscheidende Botschaft der Schrift - die Offenbarung des dreieinigen Gottes in Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi - klar und unverhüllt offenliegt. Jesus Christus ist für Luther das Zentrum der Schrift:

Nimm Christus aus den Schriften - was triffst du weiter in ihnen an? Was in den Schriften enthalten ist, ist demnach alles öffentlich bekannt gemacht, wenn auch manche Stellen bis jetzt wegen unbekannter Worte unverständlich sind. [. . . ] Wenn die Worte an einer Stelle unverständlich sind, sind sie an einer anderen klar.16

Entlang dieser von Luther vorgegebenen Linien wird in der lutherischen Orthodoxie die Lehre von den Eigenschaften (affectiones) der Heiligen Schrift weiter ausgeformt. Dazu gehört für Calov u.a. die perfectio, die besagt, dass die Schrift „alles enthält, was für den Glauben und das Leben im Hinblick auf das Heil zu wissen notwendig ist“ (vgl. 2Tim 3,15f.).17 Ebenso gehört dazu die perspicuitas der Schrift, d.h. die Schrift ist „in allem, was im Hinblick auf das Heil zu wissen notwendig ist, aus sich heraus hinreichend klar“.18

Damit wird am Beispiel Calovs deutlich, dass dieser sich in seiner Bibelauslegung wie die Wittenberger Reformatoren am Heil des Menschen in Christus orientiert, weshalb man diese Gesamtkonzeption als christologisch oder genauer noch als soteriologisch bezeichnen kann.19

Das umfassendste Referenzwerk in Bezug auf Bachs Kantatentexte, das dieser Tradi- tion der Schriftauslegung folgt, ist die fünfbändige Biblische Erklärung von Johann Olea- rius (1611-1684).20 Dieses Werk kann „gleichsam als versammelte bibeltheologische Ge- lehrsamkeit des 17. Jahrhunderts im Mitteldeutschen Raum“ verstanden werden21 und befand sich auch - vermutlich in Teilen - in Bachs Besitz, wie Bachs Nachlassverzeich- nis erweist.22 Es wird deshalb in der unten folgenden Auslegung des Kantatentextes ausführlich herangezogen.

3. Lutherische Schöpfungstheologie am Beginn des 18. Jahrhunderts

Wie bereits das alttestamentliche Bibelwort aus dem Psalm 104 am Beginn der Kan- tate zeigt und die weitere Auslegung des Kantatentextes noch genauer erweisen wird, handelt es sich um Schöpfungstheologie, die hier zur Sprache kommt. In dem folgenden Abschnitt soll deshalb zunächst die Schöpfungstheologie Martin Luthers überblicksartig dargestellt werden, daran anschließend die weitere Lehrentwicklung in der lutherischen Orthodoxie.

3.1. Schöpfung und Erhaltung in Luthers Katechismen

Luthers Schöpfungstheologie war zu seinen Lebzeiten - im Gegensatz zu anderen The- men wie der Rechtfertigung oder dem Abendmahl - kein Feld von tiefgehendem theo- logischem Streit. Es findet sich daher keine Schrift Luthers, die dieses Thema eigens behandelt. Dennoch spielt das Thema Schöpfung in Luthers Theologie eine wichtige Rolle und zieht sich quer durch alle Genres der überlieferten Werke, von theologi- schen Traktaten über Predigten bis hin zu den Tischreden. Im Rahmen dieser Arbeit, in der Luthers Schöpfungstheologie nicht als der zentrale Gegenstand, sondern nur als Hintergrund des Kantatentextes in den Blick genommen wird, erscheint deshalb eine Schwerpunktsetzung auf Luthers Katechismen aus zwei Gründen als sinnvoll: Erstens sind die relevanten Abschnitte der beiden Katechismen des Jahres 1529 gleichsam eine Art Zusammenfassung von Luthers Schöpfungstheologie;23 zweitens kommt den Kate- chismen in wirkungsgeschichtlicher Hinsicht eine sehr hohe Bedeutung zu, da sie auch zur Zeit Bachs (und darüber hinaus) ein wesentlicher Bestandteil des Schulcurriculums in lutherischen Territorien waren.24

Wie in der Erklärung der anderen beiden Glaubensartikel im Kleinen Katechismus auch, ist für den ersten bezeichnend, dass Luther die Antwort auf die Frage „Was ist das?“ mit „Ich gläube, daß. . . “ einleitet.25 Mit dieser Formulierung in der ersten Person Singular, die im Folgenden leitend ist, hebt Luther hervor, dass der Glaube an Gott den Schöpfer Glaube ist, d.h. personale Relation eines Menschen zu Gott.26

Im Folgenden legt Luther das Bekenntnis zu Gott dem Schöpfer konsequent vom Standpunkt des Glaubenden aus, indem an erster Stelle das eigene von Gott Geschaffen- sein in den Blick kommt. Am deutlichsten wird dies im Großen Katechismus, wo Luther darstellt, der Glaube an Gott den Schöpfer bedeutet: „Das meine und gläube ich, daß ich Gottes Geschepfe bin“.27 Erst danach stehen die übrigen Mitgeschöpfe („. . . sampt allen Kreaturn“).28 Gegen den Vorwurf - besonders seit der ökologischen Krise des 20. Jahr- hunderts -, Luthers Schöpfungslehre sei zu anthropozentrisch, ist Luthers GlaubensVerständnis zu berücksichtigen, das die Voraussetzung für das Glaubens-Bekenntnis ist. Luther stellt sich hier nicht auf einen anthropozentrischen Standpunkt, wohl aber urteilt er „anthropoperspektivisch und existentiell“:29 nach Luther vollzieht sich menschliches Nachdenken über Gott den Schöpfer und dessen Schöpfung immer als ein Nachdenken von Menschen. „Die existentielle Betrachtungsweise ist unvermeidlich, wo der Glaube als Glaubensvollzug, als ‚fides qua creditur‘, gelebt wird.“30 Im Rahmen dieser existentiellen Betrachtungsweise nimmt Luther deshalb den Ausgang seiner Auslegung des Schöpfercredos bei der Erfahrung der eigenen Geschöpflichkeit.

Charakteristisch für Luthers Schöpfungstheologie ist weiterhin der enge Zusammen- hang von Schöpfung und Erhaltung. Deutlich wird dies bereits in der Formulierung „. . . gegeben hat und noch erhält“.31 Der Aspekt der Erhaltung wird noch deutlicher herausgestellt in dem folgenden Abschnitt, wo alles, was zum Leben des Menschen notwendig ist, als von Gott herstammend bezeichnet wird und um den Aspekt von Schutz und Bewahrung ergänzt wird. Luthers Interesse richtet sich hier nicht auf die ursprüngliche Schöpfung (sog. creatio originans), sondern auf die Schöpfung, wie sie sich täglich im Werden, Vergehen und Neuentstehen vom Menschen beobachten lässt (creatio continua). Auch wenn Luther die begriffliche Unterscheidung nicht wegfallen lässt, wird dennoch deutlich, dass er beides als untrennbare Einheit versteht, die sich an der menschlichen Existenz erfahren lässt.32

Obwohl die Rechtfertigungsbotschaft in der Auslegung des ersten Artikels nicht ex- plizit angesprochen ist, zeigen sich dennoch deutliche Hinweise darauf: Gott tut „das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit ohn alle mein Verdienst und Wirdigkeit“.33 Oswald Bayer hat darauf hingewiesen, dass das Wort „Verdienst“ der Auseinandersetzung um die Rechtfertigungslehre entstammt, während das Wort „Wür- digkeit“ in den Zusammenhang des Streits um die Sakramentenlehre gehört.34 Indem Luther diese Terminologie hier einführt, wird deutlich, dass nicht nur im Gericht jegliches menschliches Zutun ausgeschlossen ist, sondern Luther hebt auch hervor, dass schon das Leben des Menschen und die Erhaltung seines Lebens und seiner Umwelt „ungeschuldet, umsonst“ ist.35 Der Mensch soll sich deshalb in die Haltung von Lob und Dank gegenüber Gott einüben, ihm dienen und gehorsam sein.36

3.2. Schöpfung und Erhaltung in der lutherischen Orthodoxie

In den sich entwickelnden Lehrsystemen der lutherischen Orthodoxie treten Schöp- fung und Erhaltung auseinander, die Erhaltung findet ihren Platz in der Lehre von der Vorsehung (providentia). So definiert Leonhard Hutter in seinem Compendium Locorum Theologicorum die Schöpfung (creatio) als das Werk, das die „ganze Dreifaltigkeit . . . im Zeitraum von sechs Tagen . . . aus dem nichts erschuf“.37 Die Erhaltung der Geschöp- fe kommt dagegen in der später folgenden Definition der Vorsehung zum Tragen: „Die Vorsehung Gottes ist eine so beschaffene Tätigkeit, durch welche Gott . . . auch die Din- ge, die er erschaffen hat, erhält und bewahrt“.38 Deutlich ist die Unterscheidung auch später bei Johann Friedrich König ausgesprochen: „Auf das erste Werk der göttlichen Macht, die Schöpfung, folgt das zweite, die Vorsehung.“39 Die Verwendung des Begriffs creatio für die andauernde Neuschaffung und Erhaltung durch Gott nennt König dage- gen den „uneigentlichen“ Gebrauch (improprie).40

[...]


1 Martin Petzoldt: Theologische Aspekte der Leipziger Kantaten Bachs, in: Christoph Wolff (Hrsg.): Die Welt der Bach-Kantaten. Band 3: Johann Sebastian Bachs Leipziger Kirchenkantaten, Stuttgart 1999, 127-141, hier 127.

2 Vgl. Elke Axmacher: Bachs Kantatentexte in auslegungsgeschichtlicher Sicht, in: Martin Petzoldt (Hrsg.): Bach als Ausleger der Bibel. Theologische und musikwissenschaftliche Studien zum Werk Johann Sebastian Bachs, Göttingen 1985, 15-32, hier 15.

3 Meinrad Walter: Musik - Sprache des Glaubens. Zum geistlichen Vokalwerk Johann Sebastian Bachs, Frankfurt am Main 1994, 14.

4 Walter: Musik - Sprache des Glaubens (wie Anm. 3), 19.

5 Renate Steiger: Gnadengegenwart: Johann Sebastian Bach im Kontext lutherischer Orthodoxie und Frömmigkeit (Doctrina et pietas. Zwischen Reformation und Aufklärung. Texte und Untersuchungen Abteilung II: Varia, Band 2), Stuttgart-Bad Cannstatt 2002, 150. Die Frage, ob hier „Gnaden Gegenwart“ oder das Kompositum „Gnaden=Gegenwart“ zu lesen ist, muss hier offen bleiben. Vgl. ebd., 243 und 246 Anm. 24.

6 Die musikwissenschaftlichen Aspekte, die die Kantate betreffen, werden hier nur ganz am Ran- de berücksichtigt. Hierfür ist aus der Sekundärliteratur besonders auf Martin Petzoldt: Bach- Kommentar: Theologisch-musikwissenschaftliche Kommentierung der geistlichen Vokalwerke Johann Sebastian Bachs. Band 1: Die geistlichen Kantaten des 1. bis 27. Trinitatis-Sonntages, Bd. 14 (Schriftenreihe der Internationalen Bachakademie Stuttgart), Stuttgart22005, 166-170 und HansJoachim Schulze: Die Bach-Kantaten. Einführungen zu sämtlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs, Leipzig 2006, 342-346 hinzuweisen.

7 Anschaulich belegbar ist dies am Beispiel der Arie 3 der Kantate 77. Vgl. dazu Petzoldt: Theologische Aspekte (wie Anm. 1), 132-134.

8 Konrad Küster: Die Vokalmusik, in: ders. (Hrsg.): Bach-Handbuch, Kassel u.a. 1999, 95-534, hier 190.9 S.u. Abschnitt 4, Seite 14.

10 Küster: Die Vokalmusik (wie Anm. 8), 492.

11 Johannes Wallmann: Art. „Orthodoxie. II. Christentum 2. Historisch a) Lutherische Orthodoxie“, in: RGG4 6 (2003), 696-702, hier 701.

12 Thomas Kaufmann: Grundlagen der Konfessionalisierung in den deutschen Territorien: Luthertum, in: Thomas Kaufmann/Raymund Kottje (Hrsg.): Ökumenische Kirchengeschichte. Band 2: Vom Hochmittelalter bis zur frühen Neuzeit, Darmstadt 2008, 384-395, hier 391-393.

13 Volker Jung: Das Ganze der Heiligen Schrift. Hermeneutik und Schriftauslegung bei Abraham Calov (CThM.ST 18), Stuttgart 1999, 310.

14 WA 7, 97,23 (Assertio omnium articulorum).

15 Oswald Bayer: Martin Luthers Theologie. Eine Vergegenwärtigung, Tübingen32007, 62; Hervorhe- bung geändert.

16 WA 18, 607,29-34 (De servo arbitrio).

17 Abraham Calov: Systema locorum theologicorum, Bd. I, Wittenberg 1655, 465; zitiert nach Jung: Das Ganze der Heiligen Schrift (wie Anm. 13), 286.

18 Calov: Systema I, 80; zitiert nach ebd., 286.

19 Jung: Das Ganze der Heiligen Schrift (wie Anm. 13), 311.

20 Johannes Olearius: Biblische Erklärung: Darinnen/ nechst dem allgemeinen Haupt-Schlüssel Der gantzen heiligen Schrifft I. Bey einem ieden Buch 1. Die Benahmung, 2. Die Summarische Verfas- sung, . . . zu finden Und zu Gottes Ehre durch tägliche Ubung der waren Gottseligkeit ersprießlich anzuwenden, 5 Bde., Leipzig 1678-1681.

21 Martin Petzoldt: Bachs geistliche Kantaten und ihre Texte, in: MuK 78.6 (2008), 392-398, hier 393. Hier ist irrtümlich als Kurztitel „Biblische Betrachtung“ angegeben, gemeint sein dürfte dennoch auch hier die „Biblische Erklärung“. Vgl. die Wiedergabe des Titelblatts in ders.: Theologische Aspekte (wie Anm. 1), 131.

22 Da das Nachlassverzeichnis ausdrücklich nur drei Bände erwähnt, stimmt Johannes Wallmann in sei- ner Untersuchung gegen Robin A. Leaver früheren Forschern zu, die annahmen, Bach habe nur die drei Bände zum Alten Testament besessen (Johannes Wallmann: Johann Sebastian Bach und die „Geistlichen Bücher“ seiner Bibliothek. Anmerkungen und Gedanken zu Robin A. Leavers kritischer Bibliographie „Bachs Theologische Bibliothek“, in: ders. (Hrsg.): Theologie und Frömmigkeit im Zeit- alter des Barock. Gesammelte Aufsätze, Tübingen 1995, 124-145, 132f.).

23 Vgl. Christian Link: Schöpfung. Band 1: Schöpfungstheologie in reformatorischer Tradition (HST 7.1), Gütersloh 1991, 28.

24 Martin Petzoldt: „Ut probus & doctus reddar“. Zum Anteil der Theologie bei der Schulausbildung Johann Sebastian Bachs in Eisenach, Ohrdruf und Lüneburg, in: Bach-Jahrbuch 71 (1985), 7-42, 18f.25 BSLK 510,32f.

26 Gunda Schneider-Flume: Grundkurs Dogmatik. Nachdenken über Gottes Geschichte, Göttingen 2004, 305.

27 BSLK 648,12f.28 BSLK 510,34.

29 Michael Beintker: Das Schöpfercredo in Luthers Kleinem Katechismus. Theologische Erwägungen zum Ansatz seiner Auslegung, in: ders. (Hrsg.): Rechtfertigung in der neuzeitlichen Lebenswelt, Tü- bingen 1998, 110-126, hier 120.

30 Ebd., 120.

31 BSLK 510,36.

32 Link: Schöpfung, Band 1 (wie Anm. 23), 34f.33 BSLK 511,3-8.

34 Bayer: Martin Luthers Theologie (wie Anm. 15), 87.

35 Bayer: Martin Luthers Theologie (wie Anm. 15), 88.

36 BSLK 511,6-8.

37 Leonhart Hütter: Compendium locorum theologicorum ex scripturis sacris et libro concordiae. La- teinisch - deutsch - englisch. Kritisch hrsg. von Johann Anselm Steiger (Doctrina et pietas, Abt. 2, Varia 3), Stuttgart-Bad Cannstatt 2006, 108,11-13.

38 Ebd., 140,18-142,1.

39 Königs Theologia positiva acroamatica zitiere ich hier und im Folgenden aus Johann Friedrich Kö- nig: Theologia positiva acroamatica (Rostock 1664). Herausgegeben und übersetzt von A. Stegmann, Tübingen 2006, 95 (§246).

40 Ebd., 78 (§159f.).

Details

Seiten
37
Jahr
2010
ISBN (Buch)
9783640740444
Dateigröße
2.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v160237
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Theologische Fakultät
Note
1,3
Schlagworte
Schöpfung Erhaltung Kantate Horizont Theologie Jahrhunderts

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Titel: Schöpfung und Erhaltung