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Der logische Empirismus nach A.J. Ayer

Kernaussagen und Kritik

Seminararbeit 2010 11 Seiten

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen des logischen Empirismus
2.1 Ayers „Kritik der Ethik und Theologie“

3. Kritik an Ayer
3.1 Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der logische Empirismus oder auch der logische Positivismus nach Alfred Jules Ayer ist eine Theorie die dem Nonkognitivismus zuzuordnen ist. Ayers Interpretation steht direkt neben der von Rudolf Carnap sowie Hans Reichenbach und stimmt weitestgehend mit deren Theorien überein. Ayers Theorie ist eine emotivistische, somit kann sie auch als „Der Emotivismus des logischen Positivismus ul bezeichnet werden.

Hauptanliegen dieser Theorie ist es eine rational begründete Normenethik zu kritisieren. In Ayers grundlegendem Werk „Language, Truth and Logic“, welches ich im Rahmen dieser Hausarbeit in einer deutschen Übersetzung verwenden werde, begründet er seine Theorie und attackiert auf sprachphilosophischer Ebene die normative Moraltheorie und in erster Linie ihre metaphysischen Ansätze. Insbesondere im sechsten Kapitel welches sich ausschließlich der Kritik widmet und damit auch für diese Arbeit von zentraler Bedeutung ist.

Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich zunächst einen kurzen Einblick in den logischen Empirismus geben, sowohl in die begriffliche Definition und die inhaltlichen Kernaussagen. Dazu dient mir neben Ayers Buch die Arbeit „Logischer Positivismus - Wiener und Berliner Kreis“. Timm Lampert beschäftigt sich innerhalb seiner Arbeit nicht mit Ayers Theorie, jedoch bietet sie hervorragende Ansätze um zu verstehen woher die Ideen Ayers stammen.

Im Anschluss daran widme ich mich Ayers „Kritik der Ethik und Theologie“. Grade anhand Ayers Kritik an der Ethik bzw. der normativen Moralethik und ihrem metaphysischen Sprachgebrauch verdeutlicht sich seine Theorie inhaltlich und offenbart ebenso ihre Schwächen. Obwohl dies nur eine kurze Zusammenfassung darstellt, soll sie in dem Leser vermitteln können welche Kernaussagen Ayer in seinem Werk macht. Auf dieser Basis soll im Anschluss Kritik an Ayers Standpunkt dargestellt werden, dazu dient mir das Werk von Wulf Kellerwessel „Normenbegründung in der Analytischen Ethik“. Kellerwessel intendiert mit seinem Buch, insbesondere dem Kapitel, das sich Ayers Theorie widmet zwar nicht ausschließlich Kritik, jedoch behandelt er das Thema im Aufbau sehr ähnlich, was dieser Hausarbeit und ihrem Untersuchungsgegenstand sehr entgegen kommt.

Zum Schluss dieser Arbeit möchte ich noch ein persönliches Fazit ziehen, welches sich jenseits der Standpunkte von Autoren bewegen soll und schließlich meine Perspektive auf Ayers Theorie anbietet.[1]. Grundlagen des logischen Empirismus

Um die diskutierten Kritiken Ayers nachzuvollziehen ist es unabdingbar zunächst die Grundlagen der Theorie zu verstehen. Ayer ist nicht der einzige Urheber des logischen Empirismus, sondern ein Vertreter dieser Richtung.

Bevor jedoch weiter darauf eingegangen werden kann, ist es wichtig den Unterschied bzw. die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Begriffen „logischer Positivismus“ und „logischer Empirismus“ klar zu machen. Der Positivismus ist eine Philosophische Richtung die vom gegebenen ausgeht:

„Als “gegeben ” werden zumeist die unmittelbaren Erlebnisse (z.B. Vorstellungen, Willensakte, Sinnesdaten) oder noch enger die Sinnesdaten allein betrachtet. Verwandt mit dem Positivismus ist der Empirismus, d.i. die Auffassung, alle Erkenntnis beruhe auf Erfahrung. Entsprechend wird anstelle des “logischen Positivismus” auch vom “logischen Empirismus” gesprochen. Der Positivismus lehnt metaphysische, über die Erfahrung hinausgehende, Erörterungen ab, da diese Fragen zu beantworten versuchen, deren Antwort sich nicht durch die Erfahrung kontrollieren lässt. Die Bezeichnung “Positivismus ” wird auf den französischen Philosophen Auguste Comte (1798-1857) zurückgeführt“.[2] Die Wurzeln des logischen Positivismus finden sich beim „Wiener Kreis“, welcher ein Zirkel von Wissenschaftlern war der sich zwischen 1907 und 1936, in unterschiedlicher Konstellation und bewegter Geschichte, „mit der philosophischen, aber metaphysikfreien Grundlegung der modernen Wissenschaft befasste“[3] Grundlegend für diese Theorie ist das Verifikationsprinzip:

„Es ist zu unterscheiden zwischen dem Verifikationsprinzip als einem Prinzip, das den Sinn eines Satz bestimmt, und als einem Prinzip, das als Sinnkriterium dient, durch das entschieden werden kann, ob ein Satz sinnvoll ist. Im ersteren Sinne besagt das Verifikationsprinzip, dass der Sinn eines Satzes in der Methode seiner Verifikation besteht: Den Sinn eines Satzes zu bestimmen, heisst demnach, anzugeben, wie der Satz zu verifizieren ist. Im Sinne eines Sinnkriteriums besagt das Verifikationsprinzip, dass ein Satz sinnvoll ist, wenn er verifizierbar ist, und dass er nicht sinnvoll ist, wenn er nicht verifizierbar ist. Ein Satz ist verifizierbar, wenn es ein Verfahren (eine Methode) gibt, seine Wahrheit festzustellen. In beiden Fassungen wurde im Rahmen des logischen Positivismus das Verifikationsprinzip auf mündliche Äußerungen von Ludwig Wittgenstein (1889 - 1951) zurückgeführt. “[4]

[...]


[1] Wulf Kellerwessel, „Normenbegründung in der Analytischen Ethik“, Seite 65

[2] Timm Lampert, „Logischer Positivismus - Wiener und Berliner Kreis“, http://philosci40.unibe.ch/lehre/klassiker/sitzung1/logpos.pdf , S. 1-2

[3] Ebenda, S. 3

[4] Ebenda, S. 2-3

Details

Seiten
11
Jahr
2010
ISBN (Buch)
9783640734481
Dateigröße
409 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v160292
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Philosophie
Note
1,7
Schlagworte
Ayer Philosophie Metaethik Kritik Logischer Positivismus Logischer Empirismus

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Titel: Der logische Empirismus nach A.J. Ayer