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Handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit dem Gedicht „Der Frühling“ von Mascha Kaléko

Unterrichtsentwurf 2010 19 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Reflexionen zur Lerngruppe

2 Nennung der zu fördernden und zu erreichenden Kompetenzen

3 Überlegungen zum Inhalt und zur Sache

4 Didaktische Analyse

5 Methodische Analyse

6 Anhang

1 Reflexionen zur Lerngruppe

Die ist eine einzügige Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, die im Schuljahr 2009/10 von ca. 190 Schülern besucht wird. Die Klasse 5 besteht aus 25 Schülern, 15 Jungen und 10 Mädchen. Die Schüler sind zwischen 10 und 13 Jahre alt. 8 Schüler der Klasse haben einen Migrationshintergrund, der sich zum Teil auch auf ihre Leistungen auswirkt. Der soziale Umgang in dieser Klasse ist teilweise von Aggressionen und Konflikten geprägt. Die Schüler kommen aus fünf verschiedenen Grundschulen, so dass sich immer noch viele gruppendynamische Prozesse abspielen und sich noch keine richtige Klassengemeinschaft gebildet hat. Deshalb achtete ich bei der Gruppeneinteilung darauf, dass möglichst keine Konflikte entstehen, bzw. überlegte mir, wer besser allein arbeitet. Einige Schüler in dieser Klasse lassen sich recht gut zur Mitarbeit motivieren, vielen fällt es aber schwer sich zu konzentrieren und sich an die Gesprächsregeln zu halten sowie leise zu arbeiten.

Die Schüler kennen verschiedene Sozialformen. Da es aber bei Partner- und Gruppenarbeit oft zu Konflikten kommt, entschied ich mich dazu, nicht alle in Gruppen arbeiten zu lassen und nur kleine Gruppen mit jeweils drei Schülern zu bilden. Mit der Methode Lernen an Stationen sind die Schüler vertraut. Ebenso wurde während des Schuljahrs immer wieder auf verschiedene Weise handlungs- und produktionsorientiert mit Gedichten gearbeitet. Die Schüler sind es auch gewohnt ihre Ergebnisse zu präsentieren und sich gegenseitig dafür ein Feedback zu geben.

Die Prüfungsstunde ist die 11. Stunde der Unterrichtseinheit „Handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit Gedichten“. Die Schüler lernten zunächst verschiedene handlungs- und produktionsorientierte Verfahren kennen, so dass sie herausfinden konnten, welche Verfahren ihnen am ehesten liegen. Dies konnten sie anschließend an Stationen zu dem Gedicht „Die Gäste der Buche“ testen. In der Prüfungsstunde werden sie schließlich diese Verfahren noch einmal an einem Gedicht anwenden. Damit die Schüler gedanklich auf den Frühling eingestimmt sind und die Schüler, die ein Parallelgedicht schreiben, über ausreichend Wortmaterial verfügen, wurde in der Deutschstunde vor der vorliegenden Unterrichtsstunde ein Schreibgespräch zum Thema Frühling durchgeführt. In den nächsten Deutschstunden werden die Stationen noch fortgeführt und weitere Ergebnisse präsentiert. Hier wird auch noch ein Vergleich mit dem Originalgedicht und ein interpretierendes und analysierendes Gespräch über das Gedicht stattfinden.

2 Nennung der zu fördernden und zu erreichenden Kompetenzen

Bereich: Sprechen

Miteinander arbeiten und präsentieren

Die Schülerinnen und Schüler können

- „einfache Arbeitsaufgaben verstehen und ausführen.
- Arbeitsergebnisse angemessen präsentieren [...].“1

Bereich: Schreiben

Texte planen und erstellen

Die Schülerinnen und Schüler können

- „eigene Gefühle und Gedanken im freien Schreiben und in persönlichen Texten schriftlich ausdrücken.“2

Bereich: Lesen/Umgang mit Texten und Medien

Texte verstehen

Die Schülerinnen und Schüler können

- „Arbeitsanweisungen lesen und verstehen.“3

Texte und Medien nutzen

Die Schülerinnen und Schüler können

- „Texte auf verschiedene Art - auch handlungsorientiert - umsetzen: Texte vertonen,

Bilder zu Texten.“4

Literatur als Gesprächspartner

Die Schülerinnen und Schüler können

- „Literatur als etwas erfahren, das Gedanken, Gefühle und Erfahrungen von anderen enthält und so hilft, eigene Empfindungen wahrzunehmen und (sich) mitzuteilen.“5

Im Hinblick auf die zu fördernden Kompetenzen aus dem Bildungsplan sollen folgende Stundenziele erreicht werden:

Die Schüler

- setzen sich an Stationen handlungs- und produktionsorientiert mit dem Gedicht „Der Frühling“ von Mascha Kaléko auseinander.
- entwickeln eigene Ideen, um einzelne Aspekte des Gedichtes so zu gestalten, wie es ihrer Vorstellung entspricht.

3 Überlegungen zum Inhalt und zur Sache

Die Autorin des Gedichtes Mascha Kaléko (1907-1975) wurde im damaligen ÖsterreichUngarn (heute Polen) geboren, verbrachte aber die meiste Zeit ihrer Kindheit und Jugend in Deutschland, unter anderem in Berlin. Dort kam sie auch mit anderen Künstlern dieser Zeit, wie z.B. Erich Kästner und Joachim Ringelnatz, in Kontakt. 1929 veröffentlichte sie ihre ersten Gedichte. Ihr Leben war geprägt von Heimatlosigkeit, denn nachdem sie aus Angst vor Pogromen mit ihrer Familie nach Deutschland geflohen war, ging sie 1938 ins Exil nach New York und zog später nach Israel. Die daraus resultierende Sehnsucht nach der Heimat spiegelt sich auch immer wieder in ihren Gedichten wieder, die einerseits von einer gewissen Melancholie und andererseits aber auch von gewisser Ironie und Witz geprägt sind. Gleichzeitig ist auch eine gewisse Einfachheit in ihren Gedichten zu erkennen. Sie berichten oft von Alltagserfahrungen, die jeder nachvollziehen kann.6

Dies trifft auch auf das Gedicht „Der Frühling“ zu. Kaléko erklärt hier, mit welchen Boten der Frühling zu uns kommt. Dies macht sie in sehr anschaulichen Bildern. Sie nennt eine Pflanze (Veilchen) und drei Tiere (Käfer, Biene, Schwalbe). Diese bringt sie dem Leser durch ihre Eigenschaften näher. Die Käfer und die Bienen werden mit ihrem Aussehen beschrieben, die Schwalben durch den Ton, den sie von sich geben, und die Veilchen durch ihren Duft. Der Frühling wird in diesem Gedicht also mit drei Sinnen wahrgenommen: sehen, riechen, hören. Interessant sind auch die beiden letzten Verse. Hier wird deutlich, wie überraschend der Frühling manchmal kommt. Damit spricht Mascha Kaléko wie so oft die Alltagserfahrungen der Menschen an. Vermutlich hatte jeder schon ähnliche Empfindungen, wie sie Kaléko in diesem Gedicht beschreibt. Die beiden letzten Verse stechen auch deshalb hervor, da sich hier das Reimschema ändert. Während in den ersten vier Versen ein Kreuzreim verwendet wurde, handelt es sich bei den beiden letzten Versen um einen Paarreim.

[...]


1 Bildungsplan 2004, S. 58.

2 ebd, S. 58.

3 ebd, S. 59.

4 ebd, S. 60.

5 ebd, S. 60.

6 vgl. www.kaleko.ch und www.wikipedia.de.

Details

Seiten
19
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640750801
ISBN (Buch)
9783640751464
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v160383
Schlagworte
Handlungs- Umgang Gedicht Frühling“ Mascha Kaléko HPL

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