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Dinosaurier in Baden-Württemberg

Von Efraasia bis zu Sellosaurus

Fachbuch 2010 57 Seiten

Biologie - Evolution

Leseprobe

Ernst Probst

Dinosaurier in Baden-Württemberg

Von Efraasia bis zu Sellosaurus

Meinen Enkelkindern Max, Paula und Jana gewidmet

Vorwort

Dinosaurier in Baden-Württemberg werden in dem gleichnamigen Taschenbuch des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst vorgestellt. Bei jeder Dinosaurier-Gattung erfährt man, worauf deren wissenschaftlicher Name beruht. Es folgen Angaben über die Größe, das zeitliche und geographische Vorkommen, die systematische Stellung und über die wissenschaftliche Erstbeschreibung. „Dinosaurier in Baden-Württemberg“ beschreibt acht Gattungen der „schrecklichen Echsen“ aus Baden-Württemberg:Efraasia, Gresslyosaurus, Halticosaurus, Liliensternus, Ohmdenosaurus, Plateosaurus, Procompsognathus, Sellosaurus.

Ernst Probst hat sich durch zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher einen Namen gemacht. Bekannte Werke aus seiner Feder sind: „Deutschland in der Urzeit“, „Rekorde der Urzeit“, „Dinosaurier in Deutschland“ (letzterer Titel zusammen mit Raymund Windolf),

„Dinosaurier von A bis K“, „Dinosaurier von L bis Z“, „Archaeopteryx. Die Urvögel aus Bayern“, „Der Ur-Rhein“, „Der Rhein-Elefant“, „Deutschland im Eiszeitalter“, „Der Mosbacher Löwe“ „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“, „Löwenfunde in Deutschland, Österreich und der Schweiz“, „Der Höhlenbär“, „Monstern auf der Spur“, „Nessie“, „Affenmenschen“ und „Seeungeheuer“.

Efraasia

Name: benannt nach dem Paläontologen Eberhard Fraas

Größe: etwa 6 Meter lang

Vorkommen: Obere Triaszeit

Funde: Baden-Württemberg

Systematik: Saurischia, Sauropodomorpha

Erstbeschreibung: Huene 1908

Der Vor-EchsenfüßerEfraasiaist ein früher Dinosaurier aus der Oberen Triaszeit vor etwa 210 Millionen Jahren. Die erste wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1908 durch den Tübinger Paläontologen Friedrich von Huene (1875–1969). Mit dem GattungsnamenEfraasiaehrte er den Stuttgarter Paläontologen Eberhard Fraas (1862–1915). Erwachsene Tiere vonEfraasiaerreichten eine Länge bis zu sechs Metern. Geringere Längenmaße in der Literatur beruhen auf Funden von Jungtieren.Efraasiaähnelte seinem ZeitgenossenThecodontosaurus(Wurzelzahn-Echse), war aber größer als dieser rund 2,50 Meter lange Dinosaurier. Wie andere frühe Vor-Echsenfüßer (Prosauropoda) ging er – je nach Bedarf – auf zwei oder vier Beinen. Fossile Funde vonEfraasiawurden seit ihrer ersten Entdeckung oft falsch interpretiert. Zuerst brachte man Teile des Körperskeletts mit Kieferknochen einer anderen Art in Verbindung. Jene fälschlicherweise zusammengestückelte Gattung nannte manTeratosaurusund betrachtete sie als frühen Theropoden. Später erkannte man diesen Fehler und ordnete die Teile des Körperskeletts den Prosauropoden zu und die Kieferknochen der GattungTeratosaurus. Letzteren rechnet man heute zu den Rauisuchia, einer Gruppe der Archosaurier aus der Triaszeit. Als man erkannte, dassEfraasiaein Vor-Echsenfüßer ist, betrachtete Eberhard Fraas diese Gattung als Synonym vonThecodontosaurus. Später hielt man die Funde für Jungtiere vonSellosaurus. Erst seit wenigen Jahren ist klar, dass es sich beiEfraasiaum eine eigene frühe Gattung der Prosauropoden handelt.

Gresslyosaurus

Name: Gressly-Echse

Größe: bis zu 10 Meter lang

Vorkommen: Obere Triaszeit

Funde: Baden-Württemberg, Schweiz

Systematik: Saurischia, Sauropodomorpha, Prosauropoda, Plateosauridae

Erstbeschreibung: Rüthimeyer 1857

Der zu den Vor-Echsenfüßern gehörende DinosaurierGresslyosaurusaus der Oberen Triaszeit ist – nach Ansicht vieler Paläontologen – vielleicht mit der GattungPlateosaurus, dem „Schwäbischen Lindwurm“ oder „Deutschen Lindwurm“, identisch, die er an Größe etwas übertraf. Funde vonGresslyosauruskennt man aus Niederschönthal bei Füllinsdorf im Kanton Basel und bei Hallau im Kanton Schaffhausen (Schweiz) sowie aus Degerloch bei Stuttgart (Deutschland). Das Degerlocher Skelett ohne Kopf kam 1847 zum Vorschein. Die Fundstelle Niederschönthal wurde um 1850 von dem schweizerischen Geologen Amanz Gressly (1814–1865) entdeckt. Der schweizerische Zoologe und Anatom Ludwig Rüthimeyer (1825–1895) hat 1857Gresslyosauruserstmals wissenschaftlich beschrieben. Der GattungsnameGresslyosaurusbezieht sich auf den Geologen Amanz Gressly. Bei Hallau istGresslyosaurusseit 1915 nachgewiesen.

Halticosaurus

Name: Flinke Echse

Größe: etwa 5,50 Meter lang

Vorkommen: Obere Triaszeit

Funde: Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt

Systematik: Saurischia, Theropoda, Coelophysoidea

Erstbeschreibung: Huene 1908

Der Raub-DinosaurierHalticosauruslebte in der Oberen Triaszeit vor etwa 208 Millionen Jahren in Deutschland. Fossile Reste dieses Tieres hat man zusammen mit dem „Deutschen Lindwurm“Plateosaurusin Halberstadt (Sachsen-Anhalt) entdeckt. Ein weiterer Fundort ist der Stromberg in Baden-Württemberg. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1908 durch den Tübinger Paläontologen Friedrich von Huene (1875–1969), der den ArtnamenHalticosaurus longotarsusprägte. Dieses schlanke und leicht gebaute Tier gehörte vermutlich zu den Hohlknochen-Dinosauriern (Coelurosaurier).Halticosaurushatte einen großen Kopf, fünf Finger an den Händen und relativ kurze Hinterbeine. Manche Experten glauben,Halticosaurussei mit dem Raub-DinosaurierLiliensternusidentisch, der ebenfalls aus Deutschland nachgewiesen ist.

Funde vonHalticosaurusin Deutschland laut „Dinosaurier in Deutschland“ (1993)

von Ernst Probst und Raymund Windolf:

Württemberg: Stromberg

Sachsen-Anhalt: Halberstadt

Liliensternus

Name: nach dem Arzt Rühle von Lilienstern

Größe: etwa 7 Meter lang und 3 Meter hoch

Vorkommen: Obere Triaszeit

Funde: Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Systematik: Saurischia, Theropoda,

Neotheropoda, Coelophysoidea

Erstbeschreibung: Welles 1984

Der Raub-DinosaurierLiliensternuslebte in der Oberen Triaszeit vor etwa 215 bis 200 Millionen Jahren in Deutschland.Liliensternuswurde 1984 durch den amerikanischen Paläontologen Samuel Paul Welles (1907–1997) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Als einzige Art dieser Gattung ist bisherLiliensternus liliensternibekannt. Mit dem ArtnamenLiliensternus liliensterniehrte Welles den deutschen Arzt Dr. Rühle von Lilienstern (1882–1946, Foto) aus Bedheim bei Hildburghausen (Thüringen). Lilienstern sammelte in seiner Freizeit fossile Pflanzen, Tierfährten und Saurierreste aus der Triaszeit von Thüringen und beschrieb sie meist selbst. Am 1. August 1934 eröffnete er in den Nebengebäuden seines Schlosses in Bedheim ein paläontologisches Museum, in dem er die kurz zuvor entdeckten Dinosaurier-Funde vom Gleichberg bei Römhild zeigte. Dieses Museum wurde 1969 aufgelöst. Die Funde befinden sich heute im Naturkundemuseum der Humboldt-Universität zu Berlin. Der Raub-DinosaurierLiliensternuswog zu Lebzeiten schätzungsweise 130 bis 150 Kilogramm. Er hatte einen großen Kopf, fünf Finger an den Händen und relativ kurze Hinterbeine.Liliensternuswurde früher alsHalticosaurus(„Flinke Echse“) bezeichnet. Der Raub-DinosaurierHalticosauruswurde zusammen mitPlateosaurusin Halberstadt entdeckt und 1908 von dem Tübinger Paläontologen Friedrich von Huene (1875–1969) erstmals wissenschaftlich beschrieben.

Funde vonLiliensternusin Deutschlandlaut „Dinosaurier in Deutschland“ (1993)

von Ernst Probst und Raymund Windolf:

Württemberg: Trossingen (Zahn)

Sachsen-Anhalt: Halberstadt

Thüringen: Großer Gleichberg südlich Hildburghausen

Ohmdenosaurus

Name: Echse aus Ohmden

Größe: etwa 3 bis 4 Meter lang

Vorkommen: Untere Jurazeit

Funde: Baden-Württemberg

Systematik: Saurischia,

[...]

Details

Seiten
57
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640744138
ISBN (Buch)
9783640744350
Dateigröße
3.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v160647
Note
Schlagworte
Dinosaurier Baden-Württemberg Voln Efraasia Sellosaurus

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Titel: Dinosaurier in Baden-Württemberg