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Backpacker im Web 2.0

Reiseblogs und die Auswirkung auf die Reiseentscheidung von Backpackern

Bachelorarbeit 2010 95 Seiten

Touristik / Tourismus

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Eidesstattliche Erklärung

III. Abbildungsverzeichnis

IV. Abkürzungsverzeichnis

V. Anmerkung der Autorin

I. EINLEITUNG
1. Ausgangslage und Relevanz der Thematik
2. Problemstellung
3. Zielsetzung und forschungsleitende Frage
4. Hypothesen
5. Aufbau der Arbeit

II. THEORIE
1. Reiseentscheidung
1.1. Einführung
a. Allgemeines zur Reiseentscheidung
b. Charakteristika der Reiseentscheidung
c. Informationsprozess & -quellen
1.2. Reiseentscheidungsprozess
a. Allgemeines zum Reiseentscheidungsprozess
b. Informationen als Inputvariable der Reiseentscheidung
c. Einflussfaktoren der Reiseentscheidung
d. Modelle des Reiseentscheidungsprozesses
i. The Mathison & Wall Travel-Buying Behaviour Model
ii. Reiseentscheidung nach dem S-O-R-Modell
iii. Schmöll-Modell des Reiseentscheidungsprozesses
e. Phasen des Reiseentscheidungsprozesses
f. Der Reiseentscheidungsprozess von Backpackern
2. Informations- und Kommunikationstechnologien
2.1. Grundlagen der IKTs
2.2. Entwicklung neuer IKTs
2.3. Web
a. Vom Web. 1.0 zum Web
b. Grundlagen des Web
2.4. IKTs im Tourismus
a. Allgemeines
b. Das Potenzial von IKTs im Tourismus
3. Weblogs
3.1. Was sind Weblogs?
a. Allgemeines
b. Definition & Abgrenzung
c. Verschiedene Arten von Weblogs
d. Inhalt und Aufbau von Weblogs
3.2. Der Blog als Kommunikationsmittel
3.3. Weblogs im Tourismus
a. Allgemeines
b. Reiseblogs
c. Weblogs und Backpacker - Tourismus
d. Das Potential von Weblogs als Informationsquelle für Reiseentscheidungen
e. Zusammenhang zwischen Backpackern und Bloggern
f. Weblogs im Zusammenhang mit der Reiseentscheidung
4. Backpacking Tourismus
4.1. Allgemeines
4.2. Begriffsbestimmungen
4.3. Entwicklung der Backpackerbewegung
4.4. Identität der Backpacker
a. Charakterisierung
b. Merkmale eines Backpackers
c. Demografische Abgrenzung
i. Alter
ii. Nationalität
iii. Einkommen und (Reise-)ausgaben
iv. Bevorzugte Destinationen
4.5. Bedeutung des Backpackertourismus heute
5. Zusammenfassung der Theorie

III. EMPIRIE
1. Einführung in die empirische Studie
2. Forschungsfrage und Hypothesen
3. Methode
3.1. Wahl
3.2. Kritische Stellungnahme zur Methodik der Untersuchung
a. Vorteile der Online-Befragung
b. Nachteile der computerunterstützten Befragung
4. Erhebungsdesign
5. Datenanalyse
5.1. Auswertung der Umfrage
a. Abschnitt 1 - Persönliche Informationen
b. Abschnitt 2 - Web
c. Abschnitt 3 - Reisen
d. Abschnitt 4 - Rucksackreisen / Backpacking
e. Abschnitt 5 - Reiseentscheidung
f. Abschnitt 6 - Reiseblogs / Weblogs von Travellern
5.2. Zusammenfassung und Interpretation der Untersuchungsergebnisse
6. Hypothesenbeantwortung
6.1. Hypothese 1:
6.2. Hypothese 2:
6.3. Hypothese 3:
7. Kriterienkatalog

IV. SCHLUSSBETRACHTUNG
1. Zusammenfassung
2. Kritische Würdigung
3. Ausblick

V. Literaturverzeichnis:

VI. Anhang
1. Online-Umfrage
a. Abschnitt 1 - Persönliche Informationen
b. Abschnitt 2 - Web 2.0
c. Abschnitt 3 - Reisen
d. Abschnitt 4 - Backpacking
e. Abschnitt 5 - Reiseentscheidung
f. Abschnitt 6 - Reiseblogs

III. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Einflussfaktoren der Reiseentscheidung

Abb. 2: The Mathison and Wall Travel-Buying Behaviour Model

Abb. 3: Reiseentscheidung nach dem S-O-R-Modell

Abb. 4: Schmöll-Modell des Reiseentscheidungsprozesses

Abb. 5: Phasen des Reiseentscheidungsprozesses

Abb. 6: Informationsquellen für Reisende

Abb. 7: Altersverteilung innerhalb der Backpackerbewegung

Abb. 8: Tagesausgaben von Backpackern

Abb. 9: Altersverteilung der Umfrageteilnehmer

Abb. 10: Geschlechterverteilung der Umfrageteilnehmer

Abb. 11: Berufsbilder der Umfrageteilnehmer

Abb. 12: Einschätzung des Web 2.0 Potentials

Abb. 13: Web 2.0 Nutzung im Alltag der Umfrageteilnehmer

Abb. 14: Web 2.0 Nutzung bei der Urlaubsplanung

Abb. 15: Reisen als Teil des Lebens der Umfrageteilnehmer

Abb. 16: Reisehäufigkeit der Teilnehmer

Abb. 17: Reisedauer der Umfrageteilnehmer

Abb. 18: Bevorzugter Urlaubstyp

Abb. 19: Backpackererfahrung der Teilnehmer

Abb. 20: Häufigkeit der Rucksackreisen

Abb. 21: Gründe gegen Backpacking-Touren

Abb. 22: Einflussfaktoren der Reiseentscheidung

Abb. 23: Werden Reiseblogs gelesen?

Abb. 24: Gründe, warum Teilnehmer keine Blogs lesen

Abb. 25: Warum lesen Teilnehmer Blogs?

Abb. 26: Anzahl der Blogverfasser

Abb. 27: Hindernisse für potentielle Blogger

Abb. 28: Motivatoren für Blogger

Abb. 29: Blogs als Einflussfaktor

Abb. 30: Blogs und die Reiseentscheidung

Abb. 31: Hypothese

Abb. 32: Hypothese

Abb. 33: Hypothese

IV. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

I. Eidesstattliche Erklärung

„Ich erkläre hiermit an Eides Statt, dass ich die vorliegende Bachelorarbeit

selbständig angefertigt habe. Die aus fremden Quellen direkt oder indirekt

übernommenen Gedanken sind als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit wurde bisher weder in gleicher noch in ähnlicher Form einer anderen Prüfungsbehörde vorgelegt und auch noch nicht veröffentlicht.“

V. Anmerkung der Autorin

Die Forschungsfrage, sowie der Titel dieser wissenschaftlichen Arbeit wurden geringfügig abgeändert, so wie die Hypothesen angepasst, da bei der quantitativen Studie nicht evaluiert werden konnte, ob die gelesenen Reiseblogs von Backpackern oder „herkömmlichen“ Touristen verfasst wurden. Somit wird der Einfluss von Reiseblogs (mögen sie von Backpackern oder anderen Touristen stammen) auf die Reiseentscheidung von Backpackern untersucht. Ebenso konnte aufgrund des Umfanges der empirischen Untersuchung nicht alle Themenpunkte der Disposition (bis ins Detail) behandelt werden.

I. EINLEITUNG

1. Ausgangslage und Relevanz der Thematik

Der Tourismus ist eine boomende Industrie und der weltweit größte Arbeitgeber und Wirtschaftszweig. Gleichzeitig ist das Internet das am schnellsten wachsende Medium dieser Zeit. Die Entwicklung dieser beiden Komponenten geht Hand in Hand und beeinflusst einander maßgeblich. So leben der Tourismus und die Informations- und Kommunikationstechnologien in einer Art Symbiose, denn in kaum einer anderen Branche ist die Dynamik zweier Komponenten so groß. (vgl. Egger, 2005, S. 615)

Blogs sind fester Bestandteil des Web 2.0 und fungieren als Ebene zum interaktiven Informationsaustausch. Somit ist der Internetuser nicht mehr länger lediglich Informationsadressat, sondern auch aktiver Mitgestalter des Webs. (vgl. Hensel, 2008, S. 34)

Im zweiten Quartal 2010 verzeichnete Google 22 200 000 Hits beim Suchbegriff

“Weblogs” und 64 900 000 Hits beim Suchbegriff „blogs in tourism“ (vgl.

http://www.google.com. Auszug am: 25.05.2010)

Diese Zahl lässt erkennen wie bedeutend Web 2.0 für den heutigen Tourismus ist und wie sehr der Einfluss der Weblogs auf unsere Gesellschaft übergreift.

Die sich rasend schnelle Ausbreitung von neuen Informations- & Kommunikationstechnologien transformiert den Tourismus von einer arbeitsintensiven zu einer informationsintensiven Industrie. Kommunikations- und Informationsaustausch über verschiedene Web 2.0 Tools ist daher unabdingbar geworden und deshalb umso mehr unerlässlich für das Marketing der Tourismusindustrie. (vgl. Buhalis, 2003, S. 76)

2. Problemstellung

In der heutigen Zeit, die von rasendem Fortschritt geprägt ist, fokussiert sich der Tourismus mehr denn je auf die neuen Informations-und Kommunikationstechnologien. Da sich der Tourismus durch eine hohe Informationsintensität auszeichnet, steht der Konsument einer ständig wachsenden Vielfalt an Informationen gegenüber, die zum einen immer leichter zugänglich wird, andererseits aber auch den Filterungsprozess erschwert. So entstehen für die Unternehmer wie für die Reisenden nicht nur neue Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und -verarbeitung, sondern auch zu bewältigende Herausforderungen. (vgl. Baggio / Corigliano, 2004, S. 341 - 352)

Touristen sind, getrieben von ihrer Suche nach Abenteuer und neuen Erfahrungen in allen Ländern der Welt zu finden. Dies gilt im Besonderen für die sogenannten Backpacker. (vgl. Richards / Wilson, 2004, S. 4) Da die Informationssuche bei der Reiseentscheidung eine bedeutende Rolle spielt, gewinnen die IKTs immer mehr an Bedeutung. (vgl. Buhalis, 2003, S. 81)

Der ständige Fortschritt führt zu einer Virtualisierung der heutigen Welt und verändert somit das Entscheidungsverhalten der Touristen maßgeblich, was den Tourismus vor eine neue Herausforderung stellt. (vgl. Egger, 2007, S. 433 - 447)

3. Zielsetzung und forschungsleitende Frage

Ziel dieser Arbeit ist es anhand von theoretischen Grundlagen zu analysieren, inwiefern Weblogs mit dem Tourismus und hier insbesondere mit dem Rucksacktourismus interagieren.

In dieser Arbeit soll der Einfluss von Reiseblogs im Bezug auf den Reiseentscheidungsprozess von Backpackern diskutiert und mithilfe einer quantitativen Befragung erarbeitet werden.

Als Endprodukt dieser Arbeit soll ein Katalog an Kriterien erarbeitet werden, der all jene Kriterien zusammenfasst, die für einen Reiseblog entscheidend sind um die Reiseentscheidung von Backpackern zu beeinflussen.

Dies soll dabei helfen folgende Fragestellung konkret zu beantworten:

„Inwiefern beeinflussen Reiseblogs

die Reiseentscheidung von Backpackern?“

4. Hypothesen

Die folgenden Hypothesen sollen einen Leitfaden zur Beantwortung der Forschungsfrage darstellen:

Hypothese 1:

Weblogs beeinflussen den Reiseentscheidungsprozess von Backpackern maßgeblich.

Hypothese 2:

Jene Backpacker, die dem Web 2.0 sehr hohes bis hohes Potential einräumen, sind der Ansicht, dass Weblogs das Potential besitzen um die Reiseentscheidung zu beeinflussen.

Hypothese 3:

Backpacker achten bei einem Weblog vermehrt auf Text und Inhalt anstatt auf Bilder, und machen dies zu ihrem Entscheidungskriterium.

5. Aufbau der Arbeit

Zu Beginn dieser Arbeit soll dem Leser die behandelte Thematik anhand einer Einleitung näher gebracht werden und ebenso wird auf die Problemstellung sowie auf die Zielsetzung der Arbeit eingegangen.

Im zweiten Teil wird näher auf den Reiseentscheidungsprozess allgemein und später dezidiert auf den der Rucksacktouristen eingegangen.

Der darauffolgende Teil beschäftigt sich mit den Informations- und Kommunikationstechnologien und anhand von theoretischen Grundlagen wird dieser Bereich charakterisiert und die Relevanz des Themas Web 2.0 erläutert.

Im vierten Teil der Arbeit wird auf die Thematik der Weblogs im Allgemeinen und im Bezug auf die Relevanz für den Tourismus eingegangen.

Danach folgt die Vertiefung mit dem Thema Rucksacktourismus. Hierbei wird mit einer Erklärung des zentralen Begriffes und der Beschreibung der relevanten Bezugsgruppe in die Thematik eingeführt. Anschließend werden wichtige Facetten des Backpacking Tourismus beleuchtet.

Im nächsten Teil wird die Autorin versuchen diese Teilbereiche zusammenzuführen und herauszufinden, welche Auswirkungen Reiseblogs auf die Reiseentscheidung von Backpackern haben.

Im letzten Teil dieser Arbeit werden die Ergebnisse zusammengefasst, die zu Beginn gebildeten Hypothesen beantwortet und abschließend reflektiert die Autorin das Thema kritisch und gibt einen Ausblick.

II. THEORIE

1. Reiseentscheidung

1.1. Einführung

a. Allgemeines zur Reiseentscheidung

Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben. Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

Mit dem Begriff Reiseentscheidung ist die Entscheidung bzw. das Bündel von Teilentscheidungen gemeint, die jemand trifft, bevor er eine Reise antritt. Im Kontext dieser Arbeit wird allerdings nur von Urlaubsreiseentscheidungen die Rede sein; Geschäftsreiseentscheidungen werden nicht berücksichtigt.

Als Determinanten der Reiseentscheidung sind gesellschaftliche

Rahmenbedingungen (soziale Zugehörigkeit, Einkommenslage, Konjunkturlagen), die Reiseerfahrung des Travellers, Image und Attraktivität der zur Auswahl stehenden Destinationen, soziale Normen und darüberhinaus die Verfügbarkeit von Informationen zu nennen.

b. Charakteristika der Reiseentscheidung

Die Reiseentscheidung lässt sich im Kontext dieser Arbeit durch folgende Eigenschaften kennzeichnen:

- Als Basis der Reiseentscheidungen und des gesamten Prozesses dienen Informationen und deren Verarbeitung. Die gegebenen Informationen und dessen Verarbeitung, die im Zuge des Prozesses stattfindet, beeinflussen die Entwicklung des Prozesses maßgeblich.
- Reiseentscheidungen gehen stets mit Alternativen einher.
- Reiseentscheidungen weisen Prozesseigenschaften auf, denn die Wahl für die „beste Alternative“, unter den zur Verfügung stehenden, stellt das Ergebnis des Reiseentscheidungsprozesses dar.
- Reiseentscheidungen sind stets an bestimmte Ziele, die vom Entscheidungsträger durch das Fällen jener Entscheidung erreicht werden möchten, gebunden.
- Reiseentscheidungen bringen auch einen gewissen Lernprozess mit sich, da durch jeden einzelnen Reiseentscheidungsprozess Informationen aufgenommen und gespeichert werden, die bei den darauffolgenden Reiseentscheidungen hilfreich sein können. (vgl. Pikkemaat, 2002, S. 106 f)

Somit lässt sich die Situation der Reiseentscheidung als, durch die oben genannten Komponenten, hochkomplexe Problemsituation beschreiben, die im System Tourismus zu finden ist. Komplexe Problemsituationen wie die Reiseentscheidung charakterisieren sich durch viele unterschiedliche Elemente, eine starke Vernetztheit und verschiedene Ausprägungsmöglichkeiten der Elemente. (vgl. Malik, 2006, S. 202ff)

c. Informationsprozess & -quellen

Das touristische Informationsverhalten und die Informationsbeschaffung von Touristen stehen schon viele Jahre im Interesse der Tourismusforscher. (vgl. Jeng & Fesenmaier, 2002, S. 15 ff)

Es existiert eine Vielzahl an Informationsquellen, die die Reiseentscheidung beeinflussen können. Nicht jeder Tourist verbringt gleich viel Zeit mit der Informationsbeschaffung vor Reiseantritt, jedoch nimmt diese meist einen großen Teil der Vorreisephase in Anspruch. (vgl. Sigala / Mich / Murphy, 2007, S. 154)

Die Suche nach Reiseinformationen hat sich aber in den letzten Jahren aufgrund der dominanten Rolle des Internets in der heutigen Gesellschaft grundlegend geändert. Das Internet bietet den Touristen einige bemerkenswerte Vorteile bei der Suche nach Reiseinformationen. Allerdings dürfen hierbei die Nachteile nicht außer Acht gelassen werden. Aufgrund der unzähligen Menge an Informationen, auf die der Tourist bei der Online Informationssuche stößt, kann es leicht zu einer Informationsüberlastung kommen. Darüberhinaus finden sich im World Wide Web nicht nur relevante Informationen für den Suchenden, so dass man vermehrt auf irrelevante Informationen stößt, die für die Reisenden nicht von Bedeutung sind. (vgl.Pan & Fesenmaier, 2006, S. 809 ff)

1.2. Reiseentscheidungsprozess

a. Allgemeines zum Reiseentscheidungsprozess

Der Informationsbeschaffungsprozess vor Reiseantritt lässt sich in interne und externe Suche unterteilen. Zu allererste versucht der Mensch durch das Langzeitgedächtnis gespeicherte Informationen abzurufen, die für die Reiseentscheidung relevant sein könnten. Liefert die interne Suche unzureichende Informationen, wenden sich die Menschen an externe Quellen für die Informationsbeschaffung, wie zum Beispiel Reiseveranstalter, Reiseführer, Werbung oder auch nicht kommerzielle Quellen wie Freunde, Bekannte und Familie, die von persönlichen Erlebnissen berichten können. (vgl. Pan / Fesenmaier, 2006,S. 815f)

b. Informationen als Inputvariable der Reiseentscheidung

Die Beschaffung und Verarbeitung von Informationen ist der Grundstein jeder Entscheidung. Der Informationsfluss in der heutigen Gesellschaft erfordert eine immer bessere und schnellere Aufbereitung jener Informationen, denn die Fülle und

Intensität an Informationen nimmt ungeahnt Ausmaße an.

Die Informationsüberflutung, die zur heutigen Zeit stattfindet ist auf die sich ständig erweiternde, globale Kommunikation, die Zunahme von Wissen, Informationen sowie Daten und ebenso auf die Weiterentwicklung der Kommunikations- und Informationstechnologien zurückzuführen. (Pikkemaat, 2002, S. 92)

c. Einflussfaktoren der Reiseentscheidung

Die Basis beeinflussender Faktoren der Reiseentscheidung stellt eine Kombination aus Wünschen, Bedürfnissen, zur Verfügung stehender Zeit und Mittel, Reiseangebot, Destinationsimage und Erwartungen aufgrund von gegebenen Erfahrungen und Informationen dar. Der Entscheidungsprozess hängt maßgeblich vom jeweiligen Entscheidungsträger und dessen Persönlichkeit ab, da jener persönliche Ängste, Optimismus, Entscheidungsfähigkeit und Enthusiasmus in den Prozess einbringt. (vgl. Pikkemaat, 2002, S. 111)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Einflussfaktoren der Reiseentscheidung

Eigene Darstellung, Daten entnommen aus Braun, O.L. / Lohmann, M., 1989, o.S.

Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

d. Modelle des Reiseentscheidungsprozesses

Im Vorhinein kann bereits erwähnt werden, dass bis heute keine Theorie existiert, die diesen Prozess erklären können. (vgl. Braun, o.J., S. 1) Viele Modelle, die sich in der Vergangenheit mit dem Reiseentscheidungsprozess befasst haben, versuchten lediglich den Entscheidungsprozess für die jeweilige Destination zu erforschen. Reisen stellt jedoch weit mehr dar als von einem Ort zum anderen zu reisen. Der Reiseentscheidungsprozess ist ein sehr komplexes und vielschichtiges Konstrukt, das mit vielen Einzelentscheidungen verbunden ist, die über einen gewissen Zeitraum von Tagen, Wochen oder gar Monaten hinweg getroffen werden müssen. (vgl. Decrop, 1999, S. 4)

Eine Vielzahl jener Modelle, die auf diesem Bereich erarbeitet wurden, sind bereits mehrere Jahre, manche sogar über 15 Jahre alt und berücksichtigen demnach andere Komponenten und ebenso müssen Veränderungen auf dem Markt- und Kundensegment in Betracht gezogen werden. (vgl. Swarbrooke / Horner, 1999, S. 78) Aufgrund der Vielzahl an Modellen kann in dieser Arbeit nur auf die für die Autorin drei wesentlichsten Modelle eingegangen werden.

i. The Mathison & Wall Travel-Buying Behaviour Model

Das Modell nach Mathison und Wall wird anhand von fünf Phasen beim Erwerb einer Reise beschrieben. Dieses Modell ist zeitlich orientiert und als Basis dafür gelten vier Faktoren der Reiseentscheidung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Four factors involved in purchase decision

- Tourist profile
- Travel awareness
- Destination resources and characteristics
- Trip features

Abb. 2:The Mathison and Wall Travel-Buying Behaviour Model

Eigene Darstellung, Daten entnommen aus Swarbrooke / Horner, 1999, S. 77

ii. Reiseentscheidung nach dem S-O-R-Modell

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Reiseentscheidung nach dem S-O-R-Modell Quelle: Bieger, 2004, S. 103

Im Vergleich zum Phasenmodell ist das S-O-R-Modell, welches ein verhaltensorientiertes Modell darstellt, auf die Entstehung der Entscheidung fokussiert. S steht für Stimuli, O für Organismus und R für Reaktion.

(vgl. Bieger, 2004, S. 104) Das S-O-R-Modell kommt ursprünglich aus der Verhaltensforschung und wurde von Bieger für den touristischen Gebrauch am treffendsten adaptiert.

iii. Schmöll-Modell des Reiseentscheidungsprozesses

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Schmöll-Modell des Reiseentscheidungsprozesses

Eigene Darstellung, Daten entnommen aus Swarbrooke / Horner, 1999, S. 76

Das dritte Modell von Schmöll (1977) betont vier Faktoren, die den Reisenden von innen und außen in seiner Entscheidung beeinflussen. Als besonders wichtig bei dieser Darstellung ist die persönliche Wahrnehmung des Kunden auf die Reiseentscheidung. (vgl. Steinbauer, 2006, S. 43)

e. Phasen des Reiseentscheidungsprozesses

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Phasen des Reiseentscheidungsprozesses Quelle: Egger, 2007, S. 439

Alle Phasen des Reiseentscheidungsprozesses sind mit Informationen und deren Beschaffung verbunden. Alles beginnt mit der Anregungsphase, in der Motivationsfaktoren identifiziert werden, die Anreize für das Verreisen geben. In jener Phase werden die zur Verfügung stehenden Reiseoptionen mit den Bedürfnissen des Reisenden abgeglichen. Hier findet die erste Vorselektion statt bevor der Übergang zur Informationsphase stattfindet, in der der Kunde versucht zu den vorselektierten Attributen der Reiseoption möglichst qualitative Informationen zu sammeln.

Bei jener Informationssuche versucht der potentielle Gast Unsicherheit zu reduzieren, indem er Informationen über die Qualitätsmerkmale und Eigenschaften sucht und miteinander vergleicht. Zum Einsatz kommen hier IKT-Tools wie Suchmaschinen, Destinationswebsites oder Websites der Leistungsträger, Web 2.0 Portale, Online Reisemittler, oder ähnliches. (vgl. Egger, 2007, S. 439ff)

Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf.

Oscar Wilde (1856 - 1900)

Die Frage, wo Internetuser Ihre Reiseinformationen beziehen, beantwortet ACNielsen’s „Global Purchase Influencers Report“ (2006) und liefert hierzu interessante Ergebnisse. Er gibt an, dass das Internet unter den Reiseinformationsquellen global auf Platz 1 rangiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Informationsquellen für Reisende

Quelle: ACNielsen’s Global Purchase Influencers Report, 2006, S. 6

Die Informationsphase kann je nach Urlaubstyp und Reiseteilnehmern mehr oder weniger intensiv ausfallen. Da der Reisende bei seiner Suche nach Informationen auf möglichst vertrauenswürdige Informationen angewiesen ist und jenen mehr vertraut als den herkömmlichen der Reiseanbieter, gewinnen Plattformen mit „user-generated content“ immer mehr an Bedeutung. Deshalb führt Egger (2007) hierzu aus, dass die hohe Emotionalität, die im Tourismus gegeben ist, sich deshalb sehr für eine multimedial aufbereitete Produkt- und Leistungsdarstellung eignet.

Die neuen Technologien, die sich qualitativ immer weiter entwickeln, lassen so auch entsprechend hochwertige und emotionsgeladene Informationsübermittlung wie Audio und Video zu, die den Kunden leichter überzeugen sollen. (vgl. Egger, 2007, S. 424ff)

Die Entscheidungsphase ist die Übergangsphase zwischen der Informations- und Buchungsphase bzw. dem Buchungsabbruch, - sofern dies der Fall sein sollte. Die Wahl des entsprechenden Buchungskanals und des eigentlichen Produkts in dieser Prozessphase hängt von vielen verschiedenen Faktoren wie soziodemografischen, psychografischen oder aber auch Lifestyle-Faktoren ab. Der eigentliche Prozess wird von einer Kombination aus Kaufabsicht, Präferenzen, sowie Emotionen und Involvement getragen.

Die Vorreisephase ist die Übergangsphase zwischen Buchung und Reiseantritt, in der der Kunde erneut das Internet als Informationsquelle nutzt um weitere Detailinformationen für die genauere Planung zu bekommen und um sich ein Bild von der Destination zu machen. Auch während der Reisephase, in der das touristische Produkt bzw. Dienstleistung in Anspruch genommen wird, kommt das Internet als Medium immer wieder zum Einsatz, sei es für das Verfassen eines Blogs, um mit Daheimgebliebenen Kontakt zu halten oder weitere Informationen für die Reise zu recherchieren. In der Nachreisephase werden die Erlebnisse vom Kunden emotional verarbeitet und dies geschieht unter anderem ebenso durch IKT- gestützte Anwendungen oder Web 2.0 Services wie Google Earth, YouTube, Weblogs, Ratings (vgl. Egger, 2007, S. 424ff) in Communites oder ähnliches.

Was ist Reisen?

Ein Ortswechsel? Keineswegs!

Beim Reisen wechselt man seine Meinungen und Vorurteile.

Anatole France (1844-1924)

[...]

Details

Seiten
95
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640744152
ISBN (Buch)
9783640744367
Dateigröße
8.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v160729
Institution / Hochschule
Management Center Innsbruck Internationale Fachhochschulgesellschaft mbH
Note
gut
Schlagworte
Tourismus Backpacker Backpacking Rucksackreisen Web 2.0 Social Media Informations- und Kommunikationstechnologien IKTs Reiseentscheidung Reiseentscheidungsprozess Kaufentscheidung Weblogs Blogs Blog

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