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Der dreifache Tod von Gauleiter Simon

Gustav der Schreckliche

Wissenschaftlicher Aufsatz 2010 8 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Vom arbeitslosen Professor zum NSDAP-Ortsgruppenführer

„Luxemburg heim ins Reich holen“

1944: Simon verlässt fluchtartig Luxemburg

Anstatt vor Gericht gestellt dreimal gestorben!

Einleitung

In Luxemburg war Gustav Simon von 1940 bis 1944 Chef der Zivilverwaltung von Hitlers Gnaden. Er hat in diesen so bitteren Jahren der Nazi-Okkupation höchst abscheuliche Verbrechen getan. Ich verstehe umso mehr die älteren Bürger Luxemburgs, die in ihrer Mehrzahl der Auffassung sind, dass der so blutrünstige NSDAP-Gauleiter Simon keine besondere Erwähnung verdient. Selbst wenn Ort und Umstand seines Todes nie richtig geklärt werden konnten!

Aus historischer Sicht ist es dennoch notwendig auf die Gräueltaten eines Gustav Simons hinzuweisen. Und dabei auf die Umstände seines Dahinscheidens - ohne sich vor einem ordentlichen Gericht zu verantworten - einzugehen.

War es Selbstmord, wurde er auf der Auslieferung von Deutschland nach Luxemburg umgebracht oder gar auf der Reise nach Luxemburg auf der Flucht erschossen? Eine Antwort auf diese Fragen zu finden ist nach 60 Jahren recht schwer! Die konservativ-sozialistische Regierung Luxemburgs, mit Justizminister Victor Bodson, hat es nämlich nach 1945 auf klägliche Weise unterlassen, eindeutiges Licht in diese „Affäre zu bringen“!!!

Vom arbeitslosen Professor zum NSDAP-Obergruppenführer

Die Eltern von Gustav Simon, höchst wahrscheinlich von jüdischer Abstammung, kommen aus dem Hunsrück. Er selbst wird am 2. August 1900 in Malstatt-Burbach (bei Saarbrücken) geboren. Er ist zuerst Volksschullehrer. Später erhält er an der Universität in Frankfurt am Main das Diplom eines Professors für Wirtschaftslehre. In der N.S.K.K. (National-Sozialistischer Kraftfahrkorps) ist er Obergruppenführer (General). Seit 1931 Abgeordnete im Reichstag und Gauleiter des neu geschaffenen „Gau Koblenz-Trier“.

„Luxemburg heim ins Reich holen“!

Die ganz „große“ Stunde von Simon kommt am 2. August 1940 als Reichsführer Adolf Hitler ihn zum Chef der Zivilverwaltung in Luxemburg ernennt. In dieser Funktion untersteht er unmittelbar Hitler und hat in eigener Verantwortung in Abstimmung mit den „Reichszentralbehörden“ in Berlin die Eingliederung der Luxemburger Verwaltung ins Deutsche Reich und insbesondere die Einführung des Reichsrechts zu verwirklichen.

Die von den Luxemburger Nationalarchiven nach 1974 unter dem Titel „Von der Zauberflöte zum Standgericht“ verwirklichte Ausstellung von Plakaten, aus den dunklen Jahren von 1940 bis 1944, dokumentiert bestens das so grausame Vorgehen und Verbrechen von Gustav Simon am Luxemburger Volk. Er verdient darum auch gerechterweise den Namen „Gustav der Schreckliche“!

1944: Simon verlässt fluchtartig Luxemburg

Bevor die amerikanischen Soldaten am 10. September 1944 Luxemburg vom Nazi-Joch befreien, setzt sich Gustav Simon tags zuvor nach Deutschland ab.

Nach Kriegsende erwarten die Luxemburger die Auslieferung von Simon nach Luxemburg. „Steht einmal der Gauleiter vor Gericht, so wird die endgültige Wahrheit über die Kollaboration von gewissen Kreisen mit Nazi-Deutschland ans Tageslicht kommen“, ist die seelengute Hoffnung gar vieler Luxemburger.

Anstatt vor Gericht gestellt dreimal gestorben!

Doch bevor es zu einer Anklage kommt, ist Gustav Simon tot! Und mit dessen Tode ist auch die Hoffnung „gestorben“ auf kompromittierende Aussagen in einer öffentlichen Gerichtsverhandlung.

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Details

Seiten
8
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640769230
ISBN (Buch)
9783656483281
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161282
Note
Schlagworte
Grausam war sein Wirken Dreifach sein Tod

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Titel: Der dreifache Tod von Gauleiter Simon