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Die Unaufrichtigkeit (mauvaise fois) als Zugang zu Sartres Ethik

Bachelorarbeit 2008 36 Seiten

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
I. Sein und Bewusstsein
A. Ontologische Vorüberlegung
a. Bewusstsein
B. Seinsbezüge
C. Das Glauben
D. Phänomenologische Ursprünge
II. Das Nichts
A. Die Lüge
B. Die Reflexion
C. Anerkennungsdialektik
D. Hegel und der Widerspruch der moralischen Haltung
E. Die Dialektik der Unaufrichtigkeit
Zusammenfassung
III. Die Unaufrichtigkeit als Sünde?
VI. Die Authentizität (authenticité)
A. Santonis Argument
B. Konversion
a. Heidegger
b. Biografischer Kontext

Schluss

Literaturverzeichnis

„Von hier an beginnt der eigentliche Sartre. Alles Bisherige,

dieser Eleatismus und seine subtile Aufsplitterung durch den

modernen Begriff der Reflexion und des Bewußtseins, hat mich

damals fasziniert. Aber der eigentliche Sartre ist, wie sein

Lebenswerk zeigt, natürlich der, der dort anhebt, wo es sich

nicht mehr um das Für-sich-sein handelt, sondern um

das Für-andere-sein.[1]

1. Einleitung

Diese Worte stammen von Hans- Georg Gadamer, welcher, wie immer pointiert, die Sache auf den Punkt gebracht hat. Sartre ist im Wesentlichen ein praktischer Philosoph. Seine theoretischen Schriften stehen im Dienste um die Bemühung einer praktischen Philosophie der Freiheit.

Natürlich hat jede Ethik den Bezug zum Anderen, sei es auch ein negativer Bezug , aufzuzeigen. Doch dieses ist ein theoretisches Unterfangen, denn der Andere ist in der Philosophie durchaus nicht selbstverständlich.

Für Sartre bedeutet die Existenz des Anderen in erster Linie einen Konflikt, einen Skandal, ja, sogar die „Hölle“[2].

Ziel dieser Arbeit ist zu zeigen, dass Sartre bereits in seinem Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“, besonders aber an der Stelle, wo das Sein des Bewusstseins in seinen unmittelbaren Strukturen untersucht wird, die Weichen für eine spätere Moralphilosophie gestellt hat, welche er freilich niemals ausführte. Es wird ersichtlich werden, dass Sartre im Aufwerfen ethischer Fragen moralphilosophische Begriffe wie „Ehrlichkeit“, „Aufrichtigkeit“, etc. bereits verwendet, nicht so sehr mit Ziel, eine Moralphilosophie zu begründen, sondern um seine Theorie des Bewusstseins darzustellen. Ferner wird die Terminologie auffallen, welche bei Sartre stark metaphorisch ausfällt und vielerlei Metaphern aus der Theologie beinhaltet (das Glauben, der Beitrag des Teufels, Konversion, s.u.).

Es wird weiterhin zu zeigen sein, inwieweit Sartres Begrifflichkeit auf Hegel rekurriert, ohne ihn in jedem Punkt direkt anzuführen.

Zentral für die Untersuchung wird vor allem der Begriff der Unaufrichtigkeit (mauvaise fois) sein. Ich werde zu zeigen versuchen, dass die Unaufrichtigkeit kein bloß anthropologisches Phänomen darstellt, sondern auch aussagelogisches Problem darstellt. Insbesondere wird ein Beispiel für eine Verhaltensweise der Unaufrichtigkeit diskutiert werden.

Außerdem will die Untersuchung einen moralphilosophischen, aber nicht näher ausgeführten und oft vagen Begriff, nämlich den der Authentizität, in seinem philosophiehistorischen und biographischen Zusammenhang näher erläutern.

Wir sind mit mehreren Schwierigkeiten konfrontiert. Erstens ist die Verhaltensweise der Unaufrichtigkeit ein vielfältiges und vielschichtiges Unterfangen.

Es stellt eine Art dar, wie Sartre verschiedene Denker mit ihren eigenen Mitteln bereits an einer recht frühen Stelle seines Hauptwerks „zuende dachte“. So kommen namhafte Personen wie André Gide, Marcel Proust, Fjodor M. Dostojewskij, Sigmund Freud, Alfred Adler vor seine Feder und werden einer schonungslosen Kritik unterzogen, aber auch mit einer impliziten Anerkennung bedacht. Doch die Leitfiguren seiner Philosophie bilden ein „deutsches Triumvirat“ der französischen Philosophie: Hegel, Husserl und Heidegger.

Sie bilden, nach der Art der Bewusstseinsgestalten Hegels wichtige, ja unentbehrliche Entwicklungsschritte in der Philosophie Sartres, folgen aber der von Husserl entwickelten Phänomenologie und ihrer Nebenlinie: der Fundamenalontologie Heideggers.

Nicht zu vergessen ist aber, dass Sartre ein Kantianer bleibt, trotz seiner scheinbar primären Affininität zu den Denkern der Synthese und Phänomenologie. Sein Konzept der Freiheit folgt der apriorischen Ausrichtung Kants und der phänomenologischen Ausrichtung Husserls, von den Phänomenen auf ihre Bedingung oder auf ihren Sinn hin zu fragen, sowie seine kritische, obgleich bei weitem keine ablehnende Haltung gegenüber der Metaphysik (Vgl. „Metaphysische Apercus“, SN, 1009ff. ) offensichtlich von Kant geprägt sind. Zu fragen ist aber nicht nur, wie der Mensch in seinem Sein beschaffen sein muss, damit ein ethisches Miteinander möglich ist, sondern wie ist eine konkrete Erfahrung der Authentizität denkbar? Welche Konkreten geschichtlichen und sozialen Aspekte spielen hinein und ermöglichen ein authentisches Erlebnis?

Zur Methode

Wir haben einen philosophiegeschichtlichen Zugang, indem wir aber diesen Zugang mit dem literaturhistorischen Komplement versehen mussten. Dies war der Tatsache geschuldet, dass Sartre ein „homme de lettres“ in demselben, ja, vielleicht gar in einem höheren Maße war, denn ein Philosoph. Wir werden sehen, dass Sartres Termini bei verschiedenen Denkern Anleihen machen, ohne sie direkt zu zitieren.

Natürlich haben wir die Auswahl der Texte rapide reduzieren müssen, um den philosophieimmanenten Akzent dennoch nicht preiszugeben.

Die Unaufrichtigkeit wird zunächst auf die ontologischen Bedingungen des Bewusstseins zurückgeführt, wo sie unmittelbar einen Zugang zum Anderen impliziert. Ein Einstieg wäre zunächst Sartres Seinsbegriff anzuschauen.

Zur verwendeten Sekundärliteratur:

Unsere Arbeitshypothesen verdanken sich im Wesentlichen zwei Denkern: Klaus Hartmann[3] und Ronald E. Santoni[4]. Die literaturhistorische Thematik ist Katharina Hüttmann[5] zu verdanken.[6]

2. Hauptteil

I. Sein und Bewusstsein

Das Bewusstsein ist nach Sartre notwendig zirkulär (Zirkel der Selbstheit) oder wie Hartmann schreibt: „Das Bewusstsein existiert als Zirkel: ich muss schon transzendieren, damit ich mir des transzendierenden Aktes bewusst sein kann; (…)“ (Hartmann, 28).

Diese Zirkularität ist nur ein anderer Ausdruck für die Seinsweise des Bewusstseins als „Vorwegnahme“ (Hartmann, 30) der „Gegenwart“, das „Nichts“ oder Existenz, bar jeder Dualität, z. B. von „Ding“ und „Erscheinung“, wie auch von „Potenz“ und „Akt“ (Hartmann, S. 29). Als solches ist das Bewusstsein keine Substanz, sondern fortwährende Nichtung (Vgl. Hartmann, 58). Diese Behauptung soll in der Analyse der Unaufrichtigkeit erhärtet werden.

Schauen wir uns zunächst Sartres Seinsbegriff an.

Der ontologische Status des Phänomens ist, nach Hartmann „suspekt“(Hartmann, S. 30), da die „Erfahrung (…) zunächst auf die Subjektivität eidetisch reduziert (…), um dann wieder aufgebaut, als „verstanden“ betrachtet zu werden. (Hartmann, S. 32)

Sartre hingegen beginnt damit, das Fürsich einer „radikaleren Deskription der natürlichen Einstellung“ zu unterwerfen (Hartmann, S. 31).

Sartres Bemühen geht dahin, das Phänomen durch Sein zu stützen, was uns zur Diskussion seines Seinsbegriffs bringt.

Beginnen wir mit der ontologischen Vorüberlegung.

A. Ontologische Vorüberlegung

Wenn Sartre vom „Sein“[7] spricht, so ist das „parmenideische“ Sein gemeint (Hartmann, S. 35). Dieses ist zu bezeichnen als reine Positivität, aber auch als ein Diskretes, und doch durch keine ihm äußere Negation behaftetes Sein. Es ist weder seiend noch nicht seiend. Von ihm kann weiter nichts gesagt werden, es ist absolut unbestimmt und doch Ursache aller Bestimmtheit. Damit erinnert es an das „Ding an sich“ bei Kant (Vgl. Hartmann, S. 40).

Der ontologische Status der Negation[8] ist somit ausschlaggebend für weitere Überlegungen. Das Nichts und das Sein sind für Sartre keine konträren Begriffe, wie in der hegelschen Logik darstellen, keine gleichwertigen Glieder einer Gleichung, die in einer Synthese (z. B. Werden) vereint werden könnten. Es besteht dennoch eine ontologische Prävalenz des Seins, wodurch das Nichts getragen wird.

Das Problem hat Sartre bereits in seiner Frühschrift: „ Die Transzendenz des Ego“[9] zusammengefasst:

„Es genügt, daß das ICH zur gleichen Zeit wie die Welt ist und daß die, rein logische, „Subjekt-Objekt-Dualität“ endgültig aus den philosophischen Überlegungen verschwindet. Die Welt hat das ICH nicht geschaffen, das Ich hat die Welt nicht geschaffen, es sind zwei Objekte für das absolute unpersönliche Bewusstsein, durch das sie sich verbunden finden.“ (TrE, 91-92)

Sartre führt, nach Hartmann, einen „meontologischen“ Beweis (Hartmann, 47), welcher die Existenz des Nichts in der Immanenz nachweisen soll. Dabei ist es nötig, das ontologische Verständnis vom Nichts (Néant) und das ontische Verständnis von nichts (rien) in einer „Äquivokation“ (ibd.) zu entdecken, um dann, wenn das Bewusstsein als doppelt Negatives aufgewiesen ist, den Sinn der Negation auch ontologisch klären zu können.

Dies würde voraussetzen, dass nicht das Nichts dem Sein bloß logisch gegenüber stünde, sondern ihre Beziehung als ein neuer Seinstypus, als die „Intentionalität in der Immanenz“ (Hartmann, 48), als die bestimmte Negation verstanden werden muss.

Ontologisch betrachtet, ist das Nichts nicht (als Entität). Dieses leuchtet ein: Wäre es etwas, so stünde es zum Sein im Abstand, welcher dann das Nichts wäre. Das Nichts und das Sein sind durch ein sie zusammenfassendes Drittes (Werden, z.B.) nicht unterschieden, folglich: das Nichts ist, da es weder zeitlich noch räumlich unterschieden ist vom Sein. Eine Synthese (synthesis) zwischen Sein und Nichts im Sinne Hegels ist „ontologisch unmöglich“ („ontologically impossible“, Santoni, 147). Seine Existenz ist eine privative, eine geliehene. Das Nichts bezieht sich ständig auf das Sein, das es ist, indem es dies nicht ist, ohne die Möglichkeit das Sein zu überschreiten. Trotz dieses Bezuges kann es das Sein nicht erreichen und begründen.

a. Bewusstsein

Analog dazu ist das Bewusstsein zu denken. Der phänomenologischen Maxime folgend ist es ein Bewusstsein von etwas, das es ist, indem es dies nicht ist.

Das Scheitern des Bewusstseins drückt sich darin aus, dass es stets versucht, das eigene Scheitern reflexiv zu begründen. Wir kommen bei der Besprechung der Ergebnisse von Katharina Hüttmann darauf zurück.

„However, because of the inevitable failure of the for- itself’s project to be In-itself, human reality is “solicited” to put itself on the level of reflection and “question the meaning” of it’s (failed) acts” (Santoni, 151)

Sartre entwirft somit einen neuen Seinstypus, welcher in Ansätzen durchaus in der Geschichte der Philosophie auftaucht[10]. Es ist dabei ein ontologisches (im Gegensatz zum logischen) Verständnis des Seins als ontologische Relation von Sein und Nichts leitend, indem ein Seinstypus aufgefunden wird, welchem es in seinem Sein um das

eigene Nichts geht (nicht: das Nichts als solches, Vgl. Hartmann, 44).

Der Beweis der Widersprüchlichkeit eines solchen Seinsbegriffs für das unmittelbare (instantane) Selbstbewusstsein bedeutet gerade, dass ein solches Sein, sofern das „esse est percipi“ gilt, (SN, 17) existiert und sein Modus der „lebendige“ Widerspruch ist (Vgl. Hüttmann, 113. Vgl. auch: Hartmann, 48). Das unmittelbare Selbstbewusstsein ist somit auch noch vom dialektischen abkünftig, welches „a priori“ ihm als Bedingung der Möglichkeit vorhergeht und es ermöglicht.

Sartre beabsichtigt einen „analytischen Rückgang“ (Hartmann, 50) vom Phänomen zu seinem ontologischen Grund.

Da die Struktur des Bewusstseins nun mal die Tranzendenz in der Immanenz ist, und die menschliche Realität das Sein ist, welchem es um sein eigenes Nichts geht, kann es in der Sphäre des unmittelbaren Bewusstseins kein Erfassen der Sache nach „genus proximus et differentiam specificam“ geben und der Bezug muss unmittelbar „ je- sein“ Bezug bleiben. Das heißt, wenn ich etwas bin, (feige, mutig, homosexuell, vegetarisch, fleischessend, etc.) dann weiß ich es nicht (durch den jeweiligen Gegensatz: mutig, etc.), sondern glaube es.

Diese Beschaffenheit des Bewusstseins tritt zutage im Phänomen des Glaubens.

„Das Glauben“ (Hartmann, 53, nicht: der Glaube) ist somit der unmittelbare Seinsbezug, das ähnlich wie die hegelsche „Sinnliche Gewissheit“ von der unmittelbaren Empfindung zur Wahrnehmung, also zum raumzeitlich synthetisierten Urteil übergeht und von diesem wieder zurück zur bloßen Empfindung und unmittelbaren Seinssetzung tendiert. Auch Hegel spricht von „Täuschung“ (PhG, 111) und von der „Sophisterei des gesunden Menschenverstandes“ (ibd.).

b. Wissen

Weiß ich etwas aber durch sein Gegenteil bestimmtes, so beziehe ich mich auf eine äußere, abgeleitete Negation, welche in einer „Äquivokation“ (Hartmann, 48) von „Néant“ und „rien“ (zwei Typen der Negation) eine Äquivokation von Sein und Nichts ist und zur Ausbildung des „negativen Urteils“ überhaupt führt. Als solche ist sie auch kennzeichnend für die Struktur des unmittelbaren Bewusstseins schlechthin.

Soll diese Äquivokation, von der Hartmann spricht, keine bloße Behauptung sein, so müssen die beiden Arten des Nichts in einem Phänomen auffindbar sein.

Dies scheint der der Sprechakt selbst zu sein. Wir kommen darauf zurück.

„Ein Homosexueller“ (SN, 147), ein Beispiel, auf das wir noch häufiger zurückkommen werden , verschuldet sich, laut Sartre, seiner Verhaltensweisen nicht indem er Schuldgefühl oder „Gewissen“empfindet, denn zu dem Moment ist er authentisch, da der Widerspruch in ihm lebendig ist, sondern indem er das Sein gleichlautend mit dem Nichts ausspricht: „Ich bin nicht Päderast“ (SN, 148, gesperrt von mir, E.N.), und somit ein Exterioritätsurteil[11] entstehen lässt, welches aufgrund der allgemeinen Natur der Sprache notwendigerweise nur einen Teil der zum Schuldgefühl gehörenden Bewusstseinsakte zum Ausdruck bringt, welche im „Schuldgefühl“ als der unmittelbaren, eigenen Verbindung von Sein und Nichts zeitlich noch ungeschieden waren. Hierin liegt der Schlüssel zum Verständnis für so manche Passage des Werks und vor allem löst es vielerlei Krämpfe, welche mit dem Begriff der Unaufrichtigkeit verbunden waren.

[...]


[1] Hans-Georg Gadamer. Das Sein und das Nichts. In: König (Hg.), Sartre: Ein Kongreß, Hamburg: 1988, S.48f.

[2] Sartre, J.P. Bei geschlossenen Türen. Gesammelte Dramen. Hamburg: 1984. S. 95.

[3] Hartmann, Klaus. Grundzüge der Ontologie Sartres in ihrem Verhältnis zu Hegels Logik. In: Die Philosophie J.P.Sartres. Zwei Untersuchungen zu „L’Être et le Néant“ und zur „Critique de la Raison Dialectique.“ Berlin: DeGruyter, 1983. Im Folgenden abgekürzt mit: „ Hartmann, Seitenzahl“.

[4] Santoni, Ronald E. Bad faith, good faith and authenticity in Sartres early philosophy. Philadelphia: Temple University Press, 1995. Im Folgenden abgekürzt mit: „Santoni, Seitenzahl”.

[5] Hüttmann, Katharina. Der Einfluß André Gides im Werk Jean-Paul Sartres von 1939 bis 1949. Frankfurt: Lang, 2000. Im Folgenden abgekürzt mit: „Hüttmann, Seitenzahl“.

[6] Zur Zitierweise: Die Werktitel werden abzugekürzt und nach dem ersten Zitat das Werk in Fußnote angegeben. Der Abkürzung folgt, von einem Komma getrennt, die Seitenzahl. Alle verwendeten Werke werden abschließend im Literaturverzeichnis erwähnt.

[7] Die metaphysische Frage nach dem Grund von Sein, warum es das Sein gibt, impliziert einen Zirkel, welcher das Sein bereits voraussetzt (Vgl. SN, 1059).

[8] Sartres These, das bestimmte Nichts sei eine Seinskategorie, findet sich bereits in den Kriegstagebüchern. Vgl. S. 260. Die Nichtausdehnung des Bewusstseins wird nicht als ein analytisches Urteil verhandelt (das Bewusstsein ist nicht ausgedehnt), sondern das Negat muss spontan, noch bevor es negiert wird, bereits eine Seinsbeziehung mit dem Bewusstsein eingegangen sein. Sartre nennt eine solche Beziehung „Durchdringung“ (investissement). J.P. Sartre. Tagebücher. November 1939-1940. Hamburg: 1984. S. 260. Im Folgenden abgekürzt mit „KTB, Seitenzahl“.

[9] Sartre. J.P. Die Transzendenz des Ego. Hamburg: 1997. S. 91-92. Im Folgenden abgekürzt mit „TrE, Seitenzahl“.

[10] Vgl. Hartmann: „Exkurs über Solger“. S. 132.

[11] Eine solche Äquivokation von Sein und Nichts ist die „psychische Zeitlichkeit“ (SN, 320), welche ontologisch durch die hypostasierende Projektion einer „gegenwärtigen Vergangenheit“ in die Zukunft zustande kommt.

Details

Seiten
36
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640753710
ISBN (Buch)
9783640753871
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161298
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover – Philosophisches Seminar
Note
1,5
Schlagworte
Unaufrichtigkeit Zugang Sartres Ethik Sartre mauvaise fois Herr und Knecht Herr Knecht Santoni Hüttmann Klaus Hartmann Heidegger

Autor

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Titel: Die Unaufrichtigkeit (mauvaise fois) als Zugang zu Sartres Ethik