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Die Weltchroniken von Hermann Bote

Hausarbeit 2010 12 Seiten

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Verbindung Hermann Botes zu Braunschweig

III. Die Weltchroniken von Hermann Bote
III. 1. Die Braunschweiger Weltchronik
III. 2. Die Hannoversche Weltchronik

IV. Die Gründung Braunschweigs
IV. 1. Die Gründung Braunschweigs nach Hermann Bote
IV. 2. Die Bedeutung des Namens Brunswick
IV. 3. Historische Gründung der Stadt
IV. 4. Gründe für die falsche Darstellung Hermann Botes

V. Schlussbetrachtung und Fazit

VI. Bibliographie

I. Einleitung

„Hermann Bote, einer der hervorragendsten Vertreter der spätmittelalterlich-bürgerlichen Geschichtsschreibung und Didaktik, ist in Braunschweig geboren.“ Das schreibt Gerhard Cordes 1952 über den Braunschweiger Stadtautor.[1] Seine Werke, wie zum Beispiel das Radbuch, das Zollbuch, das Schichtbuch und der Köker finden in der heutigen Literatur immer noch so viel Beachtung, wie das von ihm geschriebene Eulenspiegelbuch. Wenig Aufmerksamkeit scheinen dagegen die beiden von Bote verfassten Weltchroniken zu finden, obwohl beide Werke einen, für die Zeit des Autors, umfassenden Durchgang durch die Weltgeschichte bieten.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Braunschweiger (auch Halberstäder oder Hetlingische Handschrift) sowie der Hannoverschen Weltchronik und beleuchtet die Entstehung und Hintergründe zu den Handschriften. Außerdem geht sie dabei auf die Gründung der Heimatstadt Hermann Botes, Braunschweig, ein und soll dabei prüfen, wie stichhaltig die Fakten zur Gründung der Stadt sind, die der Autor zu diesem Thema aufbringt.

Die beiden Weltchroniken scheinen nicht in den Fokus der Forschung geraten zu sein. Lediglich ein Aufsatz von Gerhard Cordes aus dem Jahre 1952 beschäftigt sich eingehend mit den beiden Handschriften. Auszüge aus den Chroniken gibt es in einem Buch, ebenfalls veröffentlicht von Cordes. Ansonsten werden sie in der Sekundärliteratur zumeist nur am Rande in einigen, wenigen Sätzen erwähnt.

II. Die Verbindung Hermann Botes zu Braunschweig

Hermann Bote wurde wahrscheinlich um 1450 als Sohn des Schmiedemeisters und späteren Bürgermeisters des Weichbildes[2] Hagen Arnt geboren. Das genaue Geburtsdatum ist allerdings unbekannt.[3] Trotz des Meisterranges seines Vaters lies sich Bote nicht zum Schmied ausbilden. Stattdessen wurde er 1487 zum Zollschreiber ernannt, aber 1488 schon wieder entlassen, da er mit Hilfe eines Gerichtsschreibers das Spottlied Lied von der Katzenteilung verfasste, dass sich gegen die politischen Aspirationen aufständiger Gilden um den Kürschnermeister Ludeke Holland richtete. Bis Mitte 1491, solange übte die Opposition um Holland ihre Macht in Braunschweig aus, gab es für Hermann Bote keine beruflichen Perspektiven in der Stadt.

In Rötgesbüttel, wo Bote den Titel des Hogrefen[4] innehatte, verfasste er zwei weitere Spottlieder gegen Ludeke Holland, Anno 1488 Jar und Die Katze und der Hund. Außerdem schrieb er dort das Boek van veleme rad (das Radbuch). Ab 1493 ist Hermann Bote wieder in Braunschweig zu finden. Dort arbeitete er nun als Bierschenk und begann gleichzeitig an den Arbeiten zur Braunschweiger Weltchronik.[5] 1497 wurde er erneut als Zollschreiber eingestellt. 1502 stellte er die Arbeit an der Braunschweiger Weltchronik aus unbekannten Gründen ein und begann stattdessen, die Hannoversche Weltchronik zu schreiben. Außerdem schrieb er von 1502 bis 1503 im Auftrag des Rats der Stadt das Zollbuch. Es ist das einzige, in dem sich Bote namentlich als Autor nennt. 1504 sind die Arbeiten zur Hannoverschen Weltchronik nahezu abgeschlossen, doch bis 1518 gibt es immer wieder Ergänzungen und Verbesserungen durch den Autor. Anfang des 16. Jahrhunderts folgen das Schichtbuch und die niederdeutsche Vorlage des Eulenspiegels.

Ab 1513 arbeitet Bote als oberster Steuereinnehmer der Stadt und zieht sich so bei Steuererhöhungen leicht den Zorn der Bevölkerung zu. Durch diesen Umstand wird er 1516 städtischer Ziegeleiverwalter und es erscheint de Koker von ihm. 1519 tritt Bote noch einmal mit zwei politischen Liedern in Erscheinung (Nu höret und market ut ganzem flit und Fründe, market, jung und old). Danach verliert sich die Spur Botes im Jahr 1520 mit der letzten Lohnauszahlung an den Ziegeleiverwalter.[6]

III. Die Weltchroniken von Hermann Bote

III. 1. Die Braunschweiger Weltchronik

Mit der Arbeit an der Braunschweiger Weltchronik begann Hermann Bote nicht vor 1493.[7] Sie umfasst heute 399 Seiten, von denen allerdings einige ein- bzw. abgerissen sind. Der Anfang ging schon zu Zeiten des Editors Caspar Abel[8] (1732) verloren. Die Jahreszahlen werden fortlaufend im Text gebracht, welcher zweispaltig geschrieben ist.[9] Zwischen den einzelnen Abschnitten lies der Autor Platz für eventuelle Notizen und Ergänzungen. Die Braunschweiger Chronik wurde lange Zeit als Halberstädter oder Hetlingische Weltchronik (bzw. Handschrift) bezeichnet, da sie sich früher im Besitz der Familie Hetling und danach der Familie Heine in Halberstadt befand.[10] Die Handschrift die in der ursprünglichen Fassung nicht gedruckt wurde, wurde erst 1938 wiederentdeckt.[11] Heute befindet sie sich im Stadtarchiv Braunschweig. Bevor Hermann Bote die Arbeit an dem Werk im Jahr 1502 abbrach, hatte er die Weltgeschichte aus der Sicht der Region bereits von den Anfängen der Römerzeit bis 1440 erfasst.[12]

[...]


[1] Cordes, Gerhard: Die Weltchroniken von Hermann Bote. In: Goetting, Hans [Hrsg.]: Braunschweigisches Jahrbuch. Braunschweig, 1952.

[2] Erklärung des Begriffs Weichbild

[3] Blume 2009, S. 19.

[4] Der Hofgrefe ist ein Verwaltungsbeamter, der sich um das Festhalten von Einnahmen, wie etwa den Zehnt von den Bauern kümmerte. Vgl. dazu Blume 2009, S. 21.

[5] Ebd. S. 22.

[6] Ebd. S.24.

[7] Cordes 1952, S. 76.

[8] Abel, Caspar: Sammlung etlicher noch nicht gedruckten alten Chronicken. Braunschweig, 1732.

[9] Ebd., S. 80 f.

[10] Blume 2009, S. 22.

[11] Cordes 1952, S. 76.

[12] Blume 2009, S. 22.

Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640754137
ISBN (Buch)
9783640754519
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161509
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Germanistisches Seminar
Note
1,3
Schlagworte
Weltchroniken Hermann Bote

Autor

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Titel: Die Weltchroniken von Hermann Bote