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Fußball - Einführung in das Zusammenspiel durch Bewältigung von taktischen Spielformen

Sportunterricht in einer Berufsschulklasse

Unterrichtsentwurf 2010 24 Seiten

Sport - Sportpädagogik, Didaktik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Analyse des Bedingungsfeldes
1.1 Angaben zur Lerngruppe
1.2 Kompetenzen der Lerngruppe
1.3 Der Referendar

2 Didaktisch-methodische Konzeption
2.1 Didaktische Überlegungen
2.1.1 Analyse der curricularen Vorgaben
2.1.2 Analyse der Thematik
2.1.3 Auswahl- und Reduktionsentscheidungen
2.2 Methodische Konzeption
2.2.1 Makrostruktur
2.2.2 Mikrostruktur

3 Lern- und Handlungsziele/Kompetenzen

4 Anlagen

Anlage I: Quellenangabe
Anlage II: Erklärung
Anlage III: Geplanter Unterrichtsverlauf
Anlage IV: Makrostruktur
Anlage V: Stundenverlauf
Anlage VI: Klassendaten
Anlage VII: Sitzplan
Anlage VIII: Lernlandkarte
Anlage IX: Station 1
Anlage X: Station 2
Anlage XI: Station 3
Anlage XII: Beobachtungsbogen für nicht aktive Schüler
Anlage XIII: Elemente des Fußballs

1 Analyse des Bedingungsfeldes

1.1 Angaben zur Lerngruppe

Die x ist eine Klasse der einjährigen Vollzeitschulform Berufsfachschule und besteht aus zwei Schülerinnen und fünfzehn Schülern1 im Alter von 16 bis 22 Jahren (vgl. Anlage VI). Die Schulabschlüsse sind als heterogen zu bezeichnen. Zwei besitzen einen Hauptschulabschluss, elf einen Realschulabschluss (Sek. I), einer den erweiterten Sek. I und drei die allgemeine Hochschulreife (vgl. Anlage VI). Die Qualifikationen der Schulabschlüsse spiegeln jedoch nicht die Leistung im Sportunterricht wieder (vgl. Anlage VI), so dass sie keine Konsequenzen für die Planung der Stunde haben. Der Großteil der Schüler steht dem Sportunterricht grundsätzlich positiv gegenüber. Dies zeigt sich vor allem an der regelmäßigen Teilnahme aller Schüler in diesem Schuljahr und an der guten Beteiligung in den bisherigen Stunden. Im Allgemeinen sind die Schüler diszipliniert und aufmerksam. Dieses spiegelt sich auch in der Lern- und Leistungsbereitschaft der Schüler wider.

Hinsichtlich der mündlichen Mitarbeit sind sowohl quantitative als auch qualitative Unterschiede zu konstatieren (vgl. Anlage VI). Als zurückhaltende Schüler identifiziere ich x, x, x und x. Sie verfolgen den Unterricht zwar aufmerksam, bringen sich jedoch nur selten in das Unterrichtsgeschehen mit ein. Diese Schüler versuche ich verstärkt in den Unterricht zu integrieren, indem ich sie insbesondere in den Reflexionsphasen direkt zu Wortbeiträgen auffordere. Auffällig sind insbesondere x, x, x und x. Von ihnen geht ein Großteil der mündlichen Mitarbeit aus. Zudem tragen sie mit ihren qualitativ guten Beiträgen wesentlich zum Gelingen des Unterrichtsgeschehens bei.

1.2 Kompetenzen der Lerngruppe

Insgesamt zeichnet sich die Schülergruppe durch eine gute sportliche Fachkompetenz aus. Bisher wurde im Sportunterricht Völkerball als Mannschaftssport und Minitrampolin als Individualsport behandelt. Hier zeigte sich das heterogene Leistungsniveau der Schüler. So fielen unterschiedliche sportspezifische Fertigkeiten, wie das Passen des Balles oder das Springen auf dem Minitrampolin, auf. Die leistungsschwächeren Schüler versuche ich im Hinblick auf die allgemeine sportliche Kompetenz zu fördern, indem ich sie beispielsweise in Gruppen- oder Partnerübungen mit den leistungsstärkeren Schülern einteile. Bei Schülern mit schwach ausgeprägter Fachkompetenz sind sowohl die konditionellen Fähigkeiten, als auch die technischen Ballfertigkeiten (z. B. den Ball fangen und werfen) wenig ausgeprägt. x, x, x, x, x und x weisen gute motorische Fähigkeiten auf. Dieses zeigt sich vor allem im Umgang mit Bällen. Des Weiteren verfügen diese Schüler über taktische Grundelemente im spielerischen Bereich, welche sie aus freizeitsportlichen Aktivitäten kennen. Neben diesen sechs genannten Schülern sind noch x und x in Sportvereinen bzw. regelmäßig sportlich aktiv. Ein kleiner Teil der Schüler treibt in der Freizeit selten oder gar keinen Sport, was ein Indiz dafür ist, dass die sportmotorischen Fähigkeiten maximal durchschnittlich ausgeprägt sind. In diesem Kontext sind x, x und x zu nennen. Daraus lässt sich ein Zusammenhang zwischen der sportlichen Aktivität und den sportlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten schließen.

Die sportartenspezifische Fachkompetenz im Mannschaftsspiel Fußball ist aufgrund der geringen Stundenanzahl in dieser Sportart nicht sehr aussagekräftig (vgl. Anlage IV). Zu erwähnen ist, dass x, x, x und x bereits über Erfahrungen aus dem Vereinsfußball verfügen und diese in Form einer gut ausgeprägten sportartspezifischen Fachkompetenz durch Wortbeiträge sowie spielerisch in den Unterricht mit einbringen. Im gruppentaktischen Bereich sind allerdings noch erhebliche Defizite zu erkennen. Ein Fußballspiel ist von Alleingängen und vor allem von Alleinunterhaltung geprägt. Die unerfahrenen Spieler versuchen den Ball, wenn sie ihn denn mal haben, schnellstmöglich und ohne zu schauen, abzuspielen.

Die Methodenkompetenz der Klasse ist zum Teil vorhanden gewesen und hat sich im Laufe der vergangenen Wochen weiter verbessert. Zu Beginn des Schuljahres hatten die Schüler kaum Erfahrung im selbständigen Erarbeiten von taktischen Elementen oder eigenen kurzen Unterrichtsbeiträgen. Auf Nachfrage bestand der Sportunterricht der Schüler ausschließlich aus Bewegung. Die Reflexionen im Sportunterricht wurden ganz neu erlernt.

Die Schüler sind es gewohnt bestimmte Lernabschnitte mit unterschiedlichen Methoden zu reflektieren. Die in diesem Unterrichtsbesuch gezeigte Methode der Reflexion eigener Taktikspielweisen ist den Schülern aus dem Völkerball (s.o. 1.2) bekannt, ist jedoch noch optimierbar.

Präsentationsphasen von Aktivitäten haben die Schüler noch nicht einüben können, doch durch die Bereitschaft der Klasse, neue Methoden kennen zu lernen und diese zu optimieren, dürfte es den meisten Schülern wenig Probleme bereiten, diese auszuführen. Das Widerspiegeln der erlernten Merkmale durch Klebepunkte ist für die Schüler ganz neu und wird in der heutigen Stunde zum ersten Mal praktiziert. Der Umgang und das allgemeine Arbeitsklima bewerte ich im Rahmen der Sozialkompetenz als gut. Dies ist schon beim Auf- und Abbau der Geräte und ganz besonders in den Spielphasen zu erkennen. Durch ungleichspielstarke Mannschaften kommt es vor, dass die Schüler sich untereinander verbal sowie spieltechnisch austauschen, um das Spiel ausgeglichener und damit interessanter zu gestalten. Die vereinbarten Regeln werden eingehalten und alle Schüler werden in das Spiel integriert. In Arbeitsphasen unterstützen sich die Schüler gegenseitig.

1.3 Der Referendar

Ich unterrichte die Klasse BFEMA 12 seit August 2010 mit zwei eigenverantwortlichen Wochenstunden. Seit dieser Zeit hat sich eine freundliche und unkomplizierte Lehr- und Lernatmosphäre entwickelt. Das Verhältnis zwischen den Schülern und mir empfinde ich als angenehm. Ich werde von der Klasse in fachlicher und auch in persönlicher Hinsicht angenommen und respektiert.

Die erforderlichen Kenntnisse für das große Spiel „Fußball“ habe ich in meinem Masterstudium an der Universität Osnabrück, in meiner Freizeit als Jugendtrainer und durch Literaturrecherche erworben.

2 Didaktisch-methodische Konzeption

2.1 Didaktische Überlegungen

2.1.1 Analyse der curricularen Vorgaben

Die allgemeinen didaktischen und pädagogischen Grundlagen für den Schulsport in Niedersachsen sind in den Grundsätzen zum Schulsport2 verankert. Ergänzt wird die Legitimation des heutigen

Unterrichtsvorhabens durch die Rahmenrichtlinien (RRL) für den Bereich der Berufsschulen und Berufsfachschulen3. In den Rahmenrichtlinien sind im Kompetenzbereich „Sport-, Spiel- und Bewegungsformen lernen“ folgende Ziele definiert:

„ Die Sch ü lerinnen und Sch ü ler erschlie ß en sich vielf ä ltige Zug ä nge zur Bewegungskultur u.a. im Breiten- und Freizeitsport, wenden neue Bewegungsformen an und erweitern ihre (sportliche) Handlungskompetenz. Sie f ü hren vorgegebene Bewegungstechniken aus und reflektieren ihre Bewegungserfahrungen. Sie erkennen regelhafte Zusammenh ä nge von Bewegungsabl ä ufen und beziehen sie auf eigene Bewegungsausf ü hrungen. Die Sch ü lerinnen und Sch ü ler wenden technische und taktische Elemente an und verbessern ihre Spielf ä higkeit. “ (NK 2002, S. 6)

Den Zielformulierungen der RRL wird in dieser Unterrichtseinheit insofern Rechnung getragen, als dass die Schüler die grundlegenden Ideen unterschiedlicher Spielformen verstehen lernen und dabei spielbezogene Wahrnehmungs-, Handlungs- und Gestaltungsfähigkeiten erwerben, die durch eine Verbesserung körperlicher, technischer und taktischer Fähigkeiten sowie Fertigkeiten unterstützt werden. Für die didaktisch-methodische Gestaltung der Mikrosequenz findet die nach den RRL geforderte enge Verzahnung zwischen dem Bewegungshandeln und den theoretischen Auseinandersetzungen Berücksichtigung.

2.1.2 Analyse der Thematik

Die wesentlichen Inhalte des Fußballunterrichts können der „Elemente des Fußballs“ (vgl. Anlage XIII), sowie der „Lernlandkarte“ (vgl. Anlage VIII) entnommen werden.

Fußball ist ein Ballspiel für zwei Mannschaften und das beliebteste und am weitesten verbreitete Mannschaftsspiel der Welt. (vgl. Heuser, Marx, Klein, Cramer, S. 151) Die Grundidee dieses Spiels liegt in der einfachen und klaren Zielsetzung, Tore in der eigenen Spielfeldhälfte zu verhindern und in der gegnerischen zu erzielen. (http://www.psv-hagen.de)

Der Ball wird überwiegend mit dem Fuß gespielt, darf jedoch mit weiteren Teilen des Körpers berührt und weitergegeben werden außer mit der Hand und den Arm. Ausschließlich der Torwart darf innerhalb des eigenen Strafraums den Ball mit der Hand oder dem Arm berühren, fangen und eine gewisse Zeit festhalten.

Das Ziel ist, den Ball solange in den eigenen Reihen zu behalten, bis ein Tor erzielt wurde. Hat die Gegenmannschaft den Ball, bemüht sich die andere Mannschaft, den Ballbesitz zu erlangen. Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt hat. Bei gleicher Torzahl wird das Spiel unentschieden gewertet. (http://archiv.c6-magazin.de)

Fußballspieler müssen eine Reihe von Fertigkeiten mitbringen. Neben körperlichen Voraussetzungen wie Athletik, Kondition und Schnelligkeit und spielerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten wie Ballannahme (Stoppen), Ballmitnahme, Führen und Treiben des Balles, Dribbeln, Finten und Tricks, Tackling (Ballabnahme), Passspiel, Kopfballspiel, Spiel ohne Ball (Freilaufen) und Schusstechnik auch taktisches Verständnis und Spielwitz. Neben körperlicher Fitness und spielerischen Fähigkeiten spielt auch die Taktik eine große Rolle. Dazu zählen planmäßiges Ineinandergreifen der Mannschaftsteile, Finessen der Aufstellung und Einteilung der Positionen innerhalb der Mannschaft sowie das wechselweise Umschalten von der Verteidigung auf den Angriff. (vgl. Gärtz, Microsoft Encarta Professional) Gerade Anfängern bietet die Sporthalle eine bessere Möglichkeit als der Außenplatz. Da die Halle witterungsunabhängig ist, schließt sie Störfaktoren, wie z.B. böige Winde und einen rutschigen Rasen, aus. Zudem bietet sie durch organisatorische und methodische Variationsmöglichkeiten (z.B. das Spiel an und mit der Bande), den eindeutig abgegrenzten überschaubaren Spielraum sowie durch die Verfügbarkeit von Hilfsmitteln und -geräten viele Vorzüge, die gerade in der Anfängerschulung von Bedeutung sind. (vgl. Thissen, S. 4)

Die weitere Analyse wird sich mit der Taktik des Fußballspiels auseinander setzen (vgl. Anlage XIII). Im Allgemeinen wird unter Taktik ein planvolles und zielstrebiges Vorgehen unter kluger Auswahl und Anwendung der eigenen Mittel und Möglichkeiten verstanden, um sich gegen Mittel des Gegners behaupten zu können und zum Erfolg zu gelangen. (vgl. Hartwig, Müller, Stockhausen, S. 3) Die Taktik im Spiel kann sich auf ein oder mehrerer Spieler projizieren. Deshalb wird zwischen Individual, Gruppen und Mannschaftstaktik differenziert.

Die Individualtaktik umfasst alle Maßnahmen des einzelnen Spielers, die sich aus den Angriffs- und Abwehrsituationen ergeben und in der Spielkonstellation eins gegen eins abverlangt werden. Die Mannschaftstaktik umfasst ein geschicktes, variables sowie untereinander abgestimmtes Angriffsund Abwehrverhalten aller Spieler einer Mannschaft. Im Rahmen der Gruppentaktik werden alle Maßnahmen verstanden, die in der Spielkonstellation zwei gegen zwei oder mehr, Abwehr oder Angriffsmanöver der Spieler beinhalten.

Grundlage für erfolgreiche Leistungen im Fußball sind neben der technischen Fertigkeit (s. o.) vor allem die mentale Fähigkeit, also die taktische Handlungsfähigkeit. (vgl. Bisanz, Gerisch, S. 380) Zum einen sind die technischen Fertigkeiten die Voraussetzungen für geplantes und zielgerichtetes Handeln. Diese werden in realitätsnahen Wettkampfsituationen entwickelt, angewandt und optimiert. Zum anderen ist die Antizipation von Spielsituationen der Mit- und Gegenspieler (das Erkennen von Situationen) ein besonders wichtiger Aspekt, um erfolgreich im Spiel handeln zu können. Hier wird zwischen Verteidigung und Angriff unterschieden. Die Verteidigung hat immer das Ziel, das Aufbauspiel des Gegners zu stören, das Herausspielen von Torchancen zu erschweren bzw. zu verhindern, keine Tore zuzulassen und selbst in Ballbesitz zu gelangen. Dadurch wird versucht den Raum (Bereich vor dem Tor) eng zu stellen, d.h. die Spieler rücken eng zusammen. Das taktische Angriffsmittel des Zusammenspiels dient einerseits zum schnellen Überbrücken größerer Spielräume, andererseits geht es um die Ballsicherung, d. h. den gegnerischen Spielern keine Gelegenheit zu geben, den ballführenden Spieler in einen Zweikampf zu verwickeln und dabei den Ball zu erkämpfen. Dies erfolgt durch das Freilaufen ohne Ball und sorgt für Anspielstationen und Freiräume. Zu den Hauptphasen dieser taktischen Handlungen gehört neben der Wahrnehmung und Analyse der Spielsituation, das Treffen von Entscheidungen. Also die gedanklichen Lösungsmöglichkeiten (Spiele ich den Ball zum Mitspieler ab, gehe ich Eins gegen Eins gegen den Gegenspieler oder schieße ich auf das Tor).

Die Schüler müssen in gewissen Situationen blitzschnell handeln: Das Umschalten von der Abwehr auf den Angriff sowie die Stellung und Bewegung der eigenen und gegnerischen Spieler erkennen, um das Spiel zu gestalten. Hierbei müssen die Mitspieler sich anbieten, um Räume zu schaffen und um das Spiel schnell und sicher nach vorne zu verlagern. (vgl. Bisanz, Gerisch, S. 383-387) In diesem Zusammenhang stellen auch Ballsicherheit, d.h. den Ball auch mal stoppen und nach hinten spielen, sowie die Schnelligkeit der Spieler (Überzahl der Spieler vor dem Tor - mehr Angreifer als Verteidiger) wichtige

Voraussetzungen für taktisches Verhalten dar, um den Ball in den eigenen Reihen sicher zu halten und ggf. in neue Spielsituationen umzuschalten.

2.1.3 Auswahl- und Reduktionsentscheidungen

In der ersten Stunde habe ich mit den Schülern die Einführung in das große Spiel „Fußball“ durchgeführt. Dadurch konnte ich mir ein Bild von dem Leistungsstand der Schüler verschaffen um sie auf ihrem Leistungsniveau abholen. Danach habe ich die Makrosequenz (vgl. Anlage IV) optimiert und die einzelnen Phasen soweit reduziert, dass die Schüler gefordert aber nicht überfordert werden. Mir sind in der ersten Stunde schon große Defizite im gruppentaktischen Bereich (vgl. Kapitel 1.2) aufgefallen, sodass ein motivierendes Spiel über einen längeren Zeitraum nicht möglich gewesen wäre. Aus diesem Grund habe ich die Lehrmenge der Lernkapazität angepasst.

Demzufolge liegt der Schwerpunkt der heutigen geplanten Mikrosequenz (vgl. Anlage III) auf dem Bereich Zusammenspiel. Bei den Spielfeldmaßen, der Spielerzahl pro Mannschaft und der Spielzeit findet keine Orientierung an den offiziellen Regelvorgaben statt. Die Größe der Spielfelder richtet sich nach der Schülerzahl, den räumlichen Gegebenheiten und den Bedürfnissen der Schüler. Die Mannschaftsgröße passt sich der Schülerzahl und der Spielfeldgröße an. Die Tore werden extra klein gewählt, sodass der Wettkampfcharakter zu tragen kommt, die Tore aber nicht von einer größeren Entfernung erzielt werden können.

Eine Auseinandersetzung mit speziellem Abwehr- (Mann- und Raumdeckung) sowie Angriffsverhalten (Spiel durch die Mitte, über die Außenbahn) wird zunächst ausgeklammert. Diese werden jedoch in den nächsten Unterrichtseinheiten thematisiert (vgl. Anlage IV).

Individuelle Taktiken (z.B. Abschirmen des Tores) würden meiner Meinung nach in dieser frühen Phase der Makrosequenz zu einer Überforderung der Schülerkompetenz führen. Da die einfachsten und überschaubarsten Formen des Zusammenspiels Kombinationsformen zu zweit darstellen, habe ich mich bewusst für die Spielformen Eckenpassspiel, Dreiecktor und Liniendribbling entschieden. Alle drei Formen fördern das gruppentaktische Zusammenspiel. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass ich ein gutes Zusammenspiel auf folgende drei Merkmale reduzieren werde: Ballsicherheit, Laufbereitschaft und Spielüberblick innerhalb der Mannschaft. Da die Lerngruppe über geringe bis keine Vorkenntnisse verfügt (vgl. Kapitel 1.2), habe ich mich dafür entschieden, die unterschiedlichen Spielformen vorzugeben. Eine Entwicklung bzw. Erarbeitung von Spielformen zur Verbesserung des Zusammenspiels in dieser frühen Phase der Makro würde meines Erachtens für die Lerngruppe eine Überforderung darstellen (vgl. Anlage IV, Kapitel 1.2).

2.2 Methodische Konzeption

2.2.1 Makrostruktur

(s. Anlage IV)

2.2.2 Mikrostruktur

Die Einstiegsphase beginnt mit der Begrüßung durch den Lehrenden im Sitzeck. Hier finden obligatorisch die Anwesenheits- und Schmuckkontrolle sowie die Abgabe der Wertsachen statt. Anschließend zeige ich den Schülern mit Hilfe der Lernlandkarte, was wir bisher thematisiert haben und heute bearbeiten werden (vgl. Anlage VIII). Um für Transparenz zu sorgen, stelle ich den Schülern die heutige Unterrichtsstunde (vgl. Anlage V) am Verlaufsplan vor. Dieser wird an der Pinnwand visualisiert und bleibt während des Unterrichts für alle Schüler sichtbar. Im Anschluss erhalten alle inaktiven Schüler von mir einen Beobachtungsbogen (vgl. Anlage XII). Mit Hilfe des Beobachtungsbogens sollen die Schüler u. a. in der Übungs- und Spielphase beobachten, wie die Gruppen ihre Aufgaben lösen und sich notieren, was besonders gut funktioniert bzw. welche Probleme in den Spielformen auftreten. Zudem sollen sich die Schüler eine Aufwärmphase zur nächsten Stunde überlegen. In der anschließenden Aufwärm- und Dehnphase übernehmen zwei Schüler selbstständig das fußballspezifische Aufwärmprogramm. Die Dehnphase übernehme ich, da die Schüler noch keine Erfahrung in diesem Bereich haben. Im Anschluss an die Erwärmung folgt die Problematisierungsphase. Die Schüler werden in vier leistungshomogene Gruppen mit je vier Spielern eingeteilt. Da ich sicherstellen möchte, dass eine gewisse Leistungshomogenität gewährleistet ist, schließe ich eine Gruppenlosung per Zufallsprinzip aus (vgl. Kapitel 1.2). Es spielen jeweils zwei Gruppen nach vorgegebenen Regeln gegeneinander (vgl. Anlage III). In der anschließenden Reflexion werden die wesentlichen Merkmale eines guten Zusammenspiels, durch Fragen von mir, erarbeitet und auf Metaplankarten festgehalten. Die Schüler sollen durch analysieren ihres Spiels erkennen, warum das Zusammenspiel nicht geklappt hat. Die drei wichtigsten Merkmale, wie Laufbereitschaft, Ballsicherheit und Spielüberblick werden festgehalten und in die Lernlandkarte (vgl. Anlage VIII) im Bereich „Taktik“ zur Visualisierung eingefügt. Auf diese Weise entsteht eine Übersicht über die Merkmale und die Schüler können die von ihnen erarbeiteten Begrifflichkeiten einordnen (vgl. Kapitel 2.1.3).

In der anschließenden Vorbereitungsphase I erfolgt das Austeilen der Arbeitsblätter (vgl. Anlage IX, X, XI). Die Erarbeitungsphase der heutigen Mikrosequenz erfolgt nach der Methode des Stationenlernens. Dieses Vorgehen wird von mir gewählt, da an den einzelnen Stationen eine besondere Verdeutlichung der Merkmale stattfindet. Alternativ zum Stationenlernen hätte ich die einzelnen Stationen auch selbst vorstellen können. Da ich jedoch jedem Schüler die Gelegenheit geben möchte, seine Präsentationsfähigkeit zu verbessern (vgl. Kapitel 1.2) schließe ich diese Vorgehensweise aus. Die Schüler hätten auch selbst die Stationen entwickeln können, doch dafür fehlt den Schülern zur jetzigen Zeit noch das nötige Wissen im Bereich Fußball (vgl. Anlage IV). Die Aufgabe der Schüler ist es, die Stationen aufzubauen und die Aufträge auf ihren Arbeitsblättern zu erledigen (vgl. Anlage IX, X, XI).

Der besuchte Unterricht beginnt mit einer Überleitungsphase, in der ein Schüler die ersten 45 Minuten zusammenfasst. Grundsätzlich hätte ich die Phase auch weg lassen können, da sie im Entwurf steht, doch ich wollte gerne den Abgleich von Theorie und Praxis.

In der Präsentationsphase führen die Schüler den Ablauf ihrer Spielform vor und stellen den Bezug zu den drei wesentlichen Merkmalen eines gruppentaktischen Zusammenspiels her. Bei der Präsentation stellt der ausgewählte Gruppensprecher die jeweilige Spielform vor, während die übrigen Gruppenmitglieder bei eventuell auftretenden Fragen die Rolle des Assistenten übernehmen (vgl. Anlage IX, X, XI). Diese Vorgehensweise erscheint mir sinnvoll, da ich durch die Rollenverteilung gewährleisten möchte, dass nicht nur ein Schüler, sondern mehrere, an der Präsentation beteiligt sind (vgl. Kapitel 1.2).

Im Anschluss an die Präsentationsphase erläutere ich den Schülern in der Vorbereitungsphase II den weiteren Verlauf an den Stationen und leite zur folgenden Übungsphase über.

In dieser Phase absolvieren die Gruppen die dargestellten Spielformen im Uhrzeigersinn und setzen die drei Merkmale eines gruppentaktischen Zusammenspiels um.

[...]


1 Im Folgenden wird zu Gunsten des Leseflusses auf die explizite Nennung der weiblichen Form verzichtet.

2 Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Grundsätze zum Schulsport. Hannover 2005.

3 Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Rahmenrichtlinien für die Berufsschulen und Berufsfachschulen. Hannover 2002 3

Details

Seiten
24
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640804986
ISBN (Buch)
9783640805426
Dateigröße
914 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161571
Institution / Hochschule
Berufsbildende Schulen Emden
Note
1,0
Schlagworte
fußball einführung zusammenspiel bewältigung spielformen sportunterricht berufsschulklasse

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Titel: Fußball - Einführung in das Zusammenspiel durch Bewältigung von taktischen Spielformen