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Die Bedeutung der Aktie als Instrument der Altersvorsorge in Deutschland

Seminararbeit 2010 15 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Die demographische Entwicklung
2.1 Rückgang der Geburtenrate und steigende Lebenserwartung
2.2 Die Änderungen in der Wanderungsbewegung
2.3 Auswirkungen auf die gesetzliche Altersvorsorge

3. Die Bedeutung der Aktie in Deutschland
3.1 Die Bedeutung der Aktie für die AG
3.1.1 Als Mittel zur Eigenkapitalbeschaffung
3.1.2 Als Messwert für die Marktkapitalisierung
3.2 Die Bedeutung der Aktie für die Gesellschaft
3.2.1 Als Hilfsmittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
3.2.2 Als Geldanlage für Privatanleger
3.2.3 Als Hilfsmittel bei der privaten Altersvorsorge
3.3 Die Aktie als langfristig rentable Anlageform

4. Zusammenfassung, Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1 Die Veränderung der Altersstruktur in Deutschland

Abbildung 2 Die durchschnittliche Arbeitslosenquote von 1995 bis 2010

Abbildung 3 Auswirkungen von Renditedifferenzen zweier Anlageformen

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Analysen und Prognosen der gesetzlichen Rentenversicherung lesen sich heute wie Berichte über ein konkursreifes Unternehmen. An die einstigen politischen Ver- sprechungen im Wahlkampf 1986 als Norbert Blüm Plakate mit der Aufschrift: „Eins ist sicher: Die Rente“ anbringen lies, glaubt heute fast keiner mehr. Nicht erst seit den jüngsten Rentenreformen ist endgültig klar, dass sich die heutigen Beitragszah- ler und zukünftigen Rentner immer weniger auf die gesetzliche Rente verlassen kön- nen. Die sich stark ändernde Bevölkerungsstruktur, die sinkenden Geburtsraten und steigenden Lebenserwartungen sorgen dafür, dass auf immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentenbezieher entfallen. Der Generationenvertrag bei dem die heutige arbeitende Bevölkerung für die Rentenempfänger aufkommt gelingt nicht mehr in vol- lem Umfang. Spätestens jetzt müssen Privatleute sich überlegen, was sie persönlich für Ihre Altersvorsorge tun möchten, um im Alter nicht von massiven finanziellen Ein- bußen überrascht zu werden. Die Auswahl an unterschiedlichsten Versicherungen, Fonds, Aktien, Immobilien und sonstigen Finanzdienstleistungen ist groß. Alle haben den Zweck die drohende Versorgungslücke so gering wie möglich zu halten. Doch die genaue Höhe des benötigten Versorgungskapitals lässt sich nur schwer vorher- sagen. Es hängt im hohen Maße von der Sparfähigkeit und dem zu Grunde gelegten Lebensstandard ab. Bei der Auswahl der zusätzlichen privaten Vorsorge sollte auf einige Punkte wie eine entsprechende Laufzeit und die richtige Auswahl der zur Ver- fügung stehenden Anlageklassen geachtet werden. Zu sicherheitsorientierte Anlagen bieten meist eine zu niedrige Rendite, so dass über die Gesamtlaufzeit einiges an Wertentwicklung auf der Strecke bleibt, was sich wiederum im Endkapital widerspie- gelt. Historisch gesehen bieten Anlagen in Aktien auf kurzfristige Sicht ein hohes Ri- siko, welches sich aber durch einen langfristigen Anlagehorizont und einer vernünfti- gen breiten Streuung der Anlageklassen entsprechend ausgleichen lässt. Die jüngs- ten Einführungen der staatlichen Förderung führen dazu, dass die Bereitschaft der Bevölkerung zur Investition in entsprechend geförderte Produkte zunimmt. Hierbei wird der Bürger bei der Gestaltung seiner späteren Rentensituation selbst mehr zur Verantwortung gezogen um später im Alter seinen Lebensstandard halten zu kön- nen.

2. Die demographische Entwicklung

2.1 Rückgang der Geburtenrate und steigende Lebenserwartung

In Deutschland werden seit einigen Jahrzehnten immer weniger Kinder geboren. Die traurige Statistik ist dabei von einem gleich bleibenden Trend geprägt. Betrug die Geburtenrate in der Nachkriegszeit noch ca. 2,5 Kinder pro Frau, so ist sie auf durchschnittlich 1,38 Kinder im Jahr 2008 kontinuierlich zurückgegangen.1 Um die Bevölkerung langfristig stabil zu halten, wären jedoch 2,3 Kinder erforderlich. Gründe hierfür sind wohl unbestritten die Neueinführung der „Anti-Baby-Pille“ in den 60er Jahren, die zunehmende Emanzipation der Frau, der Strukturwandel der Familie und der anspruchsvollere Lebensstil. Dies führt dazu, dass bereits seit 1970 die Sterbe- ziffer höher ist als die der Geburten. Somit werden jährlich weniger Menschen gebo- ren als in einem Jahr sterben.2 In den letzen Jahrzehnten nahm so in der BRD der Anteil der „Älteren“ immer mehr zu und der Anteil der „Jüngeren“ wurde immer weni- ger. So kommen auf immer mehr „Rentenbezieher“ immer weniger „Beitragszahler“ was im sog. Rentnerquotienten ausgedrückt wird. Er gibt also an, wie viele Rentner auf 100 Beitragszahler entfallen. Lag der Rentnerquotient im Jahr 1960 noch bei 30 und liegt per 2006 bei ca. 60 so wird er bis zum Jahr 2050 auf ca. 107 bis 123 an- steigen, je nachdem welche Prognose man der Hochrechnung zu Grunde legt. Spä- testens bei diesen Zahlen wird klar, dass auf einen Beitragszahler mehr als ein Rentner entfallen würde. Eine unmögliche Herausforderung an das bisherige Umla- geverfahren.3

Durch den anhaltenden Fortschritt in der Medizintechnik wird die Lebenserwartung der Menschen immer höher. Das veränderte Bewusstsein und der Wandel hin zu ei- nem gesünderen Lebensstil tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Sind heute noch ca. 20% der Bevölkerung 65 Jahre und älter, so wird sich diese Zahl in den nächsten Jahrzehnten noch weiter erhöhen. Für 2060 soll bereits jeder dritte Bundesbürger 65 Jahre und älter sein. Jeder siebte wird sogar über 80 Jahre. Lag die durchschnittliche Lebenserwartung von Neugeborenen 1950 noch bei 72,0 Jahren bei Jungen und 79,3 bei Mädchen so ist sie bereits auf 84,9 bzw. 90,4 im Jahr 2004 angestiegen. Die Tendenz ist weiter stark steigend.4 Selbst die heute 60-jährigen haben noch mit einer Lebenserwartung von weiteren 20,6 Jahren bei den Männern und 24,5 Jahren bei den Frauen zu rechnen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Die Veränderung der Altersstruktur in Deutschland

(Quelle: Rostocker Zentrum für Demographischen Wandel)

2.2 Die Änderungen in der Wanderungsbewegung

Die Wanderungsstatistik umfasst alle Zu- und Fortzüge über die Landesgrenzen in einem Zeitraum von einem Jahr. Deutschland ist schon seit über 40 Jahren ein Zu- wanderungsland. Die hohen Zuwächse in den 1960er und 1970er Jahren ist auf die damalige Anwerbungspolitik für Gastarbeiter zurückzuführen. Die jedoch stärksten Zuzüge sind in den 1990er Jahren zu verzeichnen. Zu Hochzeiten reisten 1,5 Millio- nen Deutsche und Ausländer in die BRD ein. Damals zählten Spätaussiedler und Asylbewerber die größte Gruppe der Immigranten.5 Die Veränderung der Wande- rungsbewegung wird im sog. Wanderungssaldo ausgedrückt, welcher im Jahr 2007 bei +43.912 lag.6 Eine Alternative um den Bevölkerungsschwund von jährlich ca. 200.000 Einwohner in der BRD auszugleichen stellt die Migration nicht dar. Allenfalls würde eine verstärkte Zuwanderungspolitik weitere Migrations- und Integrationsprob- leme mit sich bringen und die Deutschen würden mit der Zeit aussterben.

2.3 Auswirkungen auf die gesetzliche Altersvorsorge

Durch sinkende Geburtsraten und steigende Anzahl an Rentenbeziehern gerät das gesetzliche Modell der Umlagenfinanzierung immer mehr ins Schwanken. Die steigende Lebenserwartung und die Veränderungen im Bildungs- und Erwerbsverhalten der Bevölkerung tragen ihren Teil dazu bei. Immer mehr Junge der Bevölkerung tragen ihren Teil dazu bei. Immer mehr Junge Menschen treten auf- grund längerer Ausbildungs- und Studienzeiten immer später ins Berufsleben ein und zahlen auch deshalb immer später Beiträge in das Rentensystem ein. Gleichzeitig ist das Renteneintrittsalter weiter gesunken. Kaum ein Arbeitnehmer arbeitet bis zu sei- nem 65. Lebensjahr. Im Gegenteil, überwiegend befinden sich diese zum Teil unfrei- willig wegen Erwerbsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit im Vorruhestand. Die massive Mehrbelastung muss durch die Beitragszahler ausgeglichen werden. Der Beitrags- satz ist bereits von anfänglich 14% auf mittlerweile 19,9% angestiegen. Weitere Er- höhungen gelten aber als problematisch, da psychologische Belastungsgrenze der Beitragszahler bereits erreicht ist. Hier muss der Staat mit Zuschüssen aushelfen. Waren es 1971 ca. 13,71% der Staatsausgaben, dürften diese sich bis heute bereits verdoppelt haben.7 Dies hat zufolge, dass der Staat die Leistungen immer mehr zu- rückfährt. Die letzte Rentenreform, die Erhöhung des Regeleintrittsalters auf 67 Jah- re ist allenfalls eine indirekte Rentenkürzung. Denn kaum ein Arbeitnehmer bleibt länger im Erwerbsleben als früher. Die gesetzliche Rente wird zukünftig auf das Ni- veau der Grundversorgung absinken. Wer dann im Alter seinen Lebensstandard hal- ten möchte, muss später auf ein finanzielles Polster zurückgreifen können.

3. Die Bedeutung der Aktie in Deutschland

3.1 Die Bedeutung der Aktie für die AG

3.1.1 Als Mittel zur Eigenkapitalbeschaffung

Die Idee der Aktiengesellschaft ist einfach. Viele Anleger bringen Geld auf, das für die Errichtung und den Fortbestand eines Unternehmens notwendig ist. Sie stellen Ihr Geld dem Unternehmen als Eigenkapital zur Verfügung. Dafür erhält jeder eine entsprechenden Anteil am Kernkapital (Aktie). Diese Anleger teilen sich sowohl die Chancen als auch die Risiken, die aus der Geschäftstätigkeit des Unternehmens entstehen. Die Haftung ist jedoch auf den Totalverlust des eingesetzten Kapitals be- schränkt. Eine Nachschusspflicht oder Rückgriff auf das private Vermögen der Aktio- näre erfolgt nicht. Bei neu ausgegebenen Aktien fließt das Geld dem Unternehmen direkt als Eigenkapital zu. Dieses Eigenkapital ist notwendig um damit Investitionen zu finanzieren. Eine bereits bestehende AG hat viele Möglichkeiten sich neues Kapi- tal zu beschaffen. Dies muss jedoch in dem meisten Fällen durch eine Drei-Viertel- Mehrheitsentscheidung der anwesenden Aktionäre oder deren Stellvertretern auf der Hauptversammlung beschlossen werden. Beim Kauf einer bereits ausgegebenen Ak- tie sorgt man dafür, dass das Kapital dem Unternehmen nicht verloren geht, weil ein anderer Investor als Eigenkapitalgeber ausscheiden möchte.

[...]


1 http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerun g/AktuellGeburtenentwicklung,templateId=renderPrint.psml#Geburtenziffer (Zugriff 23.01.2010)

2 http://www.zdwa.de/zdwa/artikel/20060601_44669235W3DnavidW265.php (Zugriff 23.01.2010)

3 vgl. „Rüdiger von Rosen, Altersvorsorge, 1. Auflage, Köln 2001, S.25ff“

4 http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2006/04/PD06__167 __12621.psml (Zugriff 23.01.2010)

5 vgl. „Broschüre des Rostocker Zentrums zur Erforschung des demographischen Wandels“

6 http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerun g/Wanderungen/Tabellen/Content50/WanderungenInsgesamt,templateId=renderPrint.psml (Zugriff 23.01.2010)

7 vgl. „Rüdiger von Rosen, Altersvorsorge, 1. Auflage, Köln 2001, S. 28 “

Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640753703
ISBN (Buch)
9783640753864
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161632
Institution / Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg – Frankfurt School of Finance and Management
Note
1,3
Schlagworte
Bedeutung Aktie Instrument Altersvorsorge Deutschland

Autor

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