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Eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe zum systematischen Erlernen der Arbeitstechnik des Nachschlagens mit dem Wörterbuch "Von A bis Zett"

Unterrichtsentwurf 2009 19 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Thema der Reihe

2 Thema der Einheit

3 Aufbau der Reihe

4 Kernanliegen der Einheit
4.1 Zentraler Arbeitsauftrag
4.2 Reflexionsauftrag bzw. Leitimpuls für die Reflexionsphase

5 Begründung des Kernanliegens aus didaktischer und methodischer Sicht
5.1 Sachanalyse
5.2 Didaktische Analyse
5.3 Lehrplan
5.4 Lernvoraussetzungen der SchülerInnen
5.5 Didaktische Reduktion
5.6 Methodische Analyse
5.7 Teilziele des Kernanliegens
5.7.1 Sachkompetenz
5.7.2 Methodenkompetenz
5.7.3 Sozialkompetenz
5.7.4 Selbstkompetenz

6 Verlaufsplanung der Einheit

7 Literatur

8 Anlagen
Anhang 1: Darstellung der einzelnen Stationen
Anhang 2: geplantes Tafelbild

1 Thema der Reihe

„Wir üben das Nachschlagen mit dem Wörterbuch `Von A bis Zett´.“- Eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe zum systematischen Erlernen der Arbeitstechnik des Nachschlagens, des Wortfindens und des Aufmerksamwerdens auf falsch geschriebene Wörter, indem die Schülerinnen und Schüler selbstständig ausgewählte Übungen mit dem Wörterbuch „Von A bis Zett“ durchführen, damit das Nachschlagen als Technik der Informationsbeschaffung selbstverständlich wird.

2 Thema der Einheit

„Wir arbeiten am Wörterbuch-Stationslauf.“ - Gewinnen von zunehmender Sicherheit der Nachschlagetechnik im Umgang mit dem Wörterbuch durch die Bearbeitung der im Stationslauf angebotenen Übungen, insbesondere die Förderung der Fehlersensibilität durch das Aufschreiben von Wörtern, bei denen die Phonem-Graphem- Korrespondenz nicht eindeutig ist, sowie das Finden der orthografisch richtigen Schreibweise.

3 Aufbau der Reihe

1. Einheit (90 min): „Wir üben das ABC.“-

An einer Lerntheke wiederholen, erweitern und vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihre bisher in Klasse 2 gewonnenen Erkenntnisse zum ABC, indem ABC Reime vervollständigt werden, Vorgänger und Nachfolger der Buchstaben bestimmt werden und vorgegebene Wörter auch nach dem 2. und 3. Buchstaben geordnet werden, damit die alphabetische Einordnung beherrscht wird und die Orientierung in einem Wörterbuch vorbereitet wird.

2. Einheit: (45 min): „Wir suchen Wörter in unserem Wörterbuch.“-

Erste Orientierungsübungen und Suchübungen im Wörterbuch „Von A bis Zett“ durch eine Wörterbuchrallye mit dem Ziel, den Aufbau des Wörterbuchs kennen zu lernen und sich darin zurechtzufinden.

3. Einheit: (45 min): „Die Kopfbuchstaben helfen uns beim Suchen.“-

Kennen lernen der Funktion von „Kopfbuchstaben“ als Hilfsmittel zum schnellen Finden von Wörtern, indem die Schülerinnen und Schüler Wörter den Kopfbuchstaben zuordnen, damit die Kinder zunehmend selbstständiger das Wörterbuch nutzen und das schnelle, genaue Nachschlagen trainiert wird.

4. Einheit: (45 min): „Wir schreiben Wörter zu Bildern, und schlagen diese im Wörterbuch nach.“-

Nachschlagen von noch nicht vorgefertigten Wörtern durch Bild- Wort- Zuordnungen, indem die Kinder Wörter erst selbst bilden und bei nicht sicherer Schreibung selbstständig nachschlagen, damit die Erfahrung gemacht wird, dass Nachschlagen lohnend ist und das Kind aus sich heraus einen Anlass hat, etwas nachzuschlagen.

5. Einheit: (90 min): „Wir arbeiten am Wörterbuch-Stationslauf.“ –

Gewinnen von zunehmender Sicherheit der Nachschlagetechnik im Umgang mit dem Wörterbuch durch die Bearbeitung der im Stationslauf angebotenen Übungen, insbesondere die Förderung der Fehlersensibilität durch das Aufschreiben von Wörtern, bei denen die Phonem-Graphem- Korrespondenz nicht eindeutig ist sowie das Finden der orthografisch richtigen Schreibweise.

4 Kernanliegen der Einheit

Förderung der Fehlersensibilität bei Wörtern mit uneindeutiger Phonem-Graphem- Korrespondenz durch Bewusstwerden der Möglichkeit des Nachschlagens an mehreren Stellen des Wörterbuchs im Zweifelsfall im Kontext des Übens und Wiederholens der Nachschlagetechnik mit dem Wörterbuch „Von A bis Zett“ in einem Stationslauf.

4.1 Zentraler Arbeitsauftrag

Arbeite an den Stationen! Kontrolliere mit dem Wörterbuch.

4.2 Reflexionsauftrag bzw. Leitimpuls für die Reflexionsphase

Station 6 → Wie bist du beim Nachschlagen vorgegangen?

5 Begründung des Kernanliegens aus didaktischer und methodischer Sicht

5.1 Sachanalyse

Wörterbücher sind Nachschlagewerke, in denen die Wörter einer Sprache nach bestimmten Gesichtspunkten ausgewählt, angeordnet und erklärt sind.[1] Diese Definition zeigt, dass es Wörterbücher unterschiedlicher Art gibt. Rechtschreib- Wörterbücher beinhalten eine Sammlung eines Wortschatzes einer Sprache, die alphabetisch geordnet ist. Sie enthalten Informationen über die Schreibweise von Wörtern, die über die amtlichen Rechtschreibregeln festgelegt sind, die Beugung, die Aussprache, die Groß- und Kleinschreibung, Artikel, Silbentrennung, Formenlehre und Etymologie.[2]

In der Grundschule wird ein Wörterbuch mit einer geringen Anzahl an Wörtern benutzt, um die SchülerInnen beim Nachschlagen nicht zu überfordern. Diese Eingangswörterbücher, die insbesondere für die Einführung des Wörterbuchs gedacht sind, sind Grundwortschatzlisten, „(...) die vor allem Auskunft über die Schreibung der Wörter geben und nur wenige Hinweise wie Artikel, Flexionen und Silbentrennung enthalten.“[3]

Die Kinder meiner Lerngruppe verfügen über das Wörterbuch „Von A bis Zett“ aus dem Cornelsen Verlag (2006), welches einen umfangreichen Wortschatz für Grundschulkinder beinhaltet. Dieses Grundschulwörterbuch besteht aus zwei Teilen: einem großen Hauptteil („Zweites Wörterverzeichnis“) und einem vorgeschalteten ersten Teil („Erstes Wörterverzeichnis“). Hinsichtlich der Differenzierung arbeiten die Kinder bereits mit beiden Verzeichnissen.

Die wesentlichen Besonderheiten des 1.WVZ liegen darin, dass alle Flexionsformen alphabetisch eingeordnet sind. Weiterhin verzichtet es auf jede Art von Erklärungen, Erläuterungen, Hinweisen und Weiterführungen. Der Wortschatz ist so angeordnet, dass auf einer Seite höchstens die beiden ersten Buchstaben beachtet werden müssen. Die Zwei- Buchstaben-Kennungen am Kopf jeder Seite dienen der zusätzlichen Orientierung. Diese Besonderheiten kommen dem Anspruch, nur die Nachschlagetechnik zu üben, nach. Der Hauptteil (das 2. WVZ) enthält zusätzliche Angaben zu Wortbedeutungen, zur Silbentrennung, Synonyme sowie markierte Rechtschreibschwierigkeiten.

Ein Grundschulwörterbuch repräsentiert insbesondere für den Deutschunterricht ein wichtiges Nachschlagewerk. Es ist eine zentrale Voraussetzung, um die angestrebte Selbständigkeit der Kinder im Umgang mit Zweifelsfällen in der Rechtschreibung zu erreichen.[4] Dieses Ziel kann allerdings nur dann verwirklicht werden, wenn die Kinder den Gebrauch eines Wörterbuchs intensiv üben, um geeignete Suchstrategien zur Verfügung zu haben, die es ihnen ermöglichen routiniert nach Wörtern zu suchen . „Das Nachschlagen ist ja kein Selbstzweck, es soll bei der Lösung von Aufgaben helfen, ohne die Aufmerksamkeit von der Aufgabe selbst (z.B. vom kreativen Schreiben eines Textes) abzulenken. Nur durch Routine werden die Vorteile des Nachschlagens (Richtigschreibung) gegenüber den Nachteilen (Zeitverlust, Hemmung der Kreativität) überwiegen. Wörterbucharbeit zielt letztendlich auf das Nachschlagen als schulüberdauernde Handlungsweise ab.[5]

In dieser Einheit sollen die Kinder an Station 6 Wörter, bei denen die Phonem-Graphem-. Korrespondenz nicht eindeutig ist (z.B. Ferien, Pferd) von Kassette hören und aufschreiben. Dabei üben sie zum einen das Nachschlagen an mehreren Stellen im Wörterbuch und zum anderen erfahren sie das Wörterbuch als Hilfsmittel zur Korrektur von Wörtern. Laut Menzel gehören im Rahmen der Wörterbucharbeit das Erlernen des „Zweifelns“ und des Nachschlagens zum Können der Nachschlagetechnik.[6]

5.2 Didaktische Analyse

In unserer heutigen Informationsgesellschaft gehört die Fähigkeit, sich eigenständig Informationen zu beschaffen, zu den wichtigsten Voraussetzungen, um sich zurechtzufinden. Um jedoch in Nachschlagewerken an die gewünschten Informationen gelangen zu können, muss die Nachschlagetechnik beherrscht werden: „Das Nachschlagen in alphabetisch geordneten Verzeichnissen aller Art ist [...] eine der wichtigsten Arbeitstechniken zur Informationsbeschaffung.“[7] Sie stellt eine grundlegende Fähigkeit dar, deren Bedeutung über den Deutschunterricht bzw. die gesamte Schulzeit hinausgeht. In verschiedenen Situationen ist ein gezieltes, zügiges Nachschlagen beispielsweise in Lexika, Telefonbüchern, Autokarten und im Internet eine Entlastungstechnik, die das umständliche „Herumblättern“ ersetzt.[8]

Das Wörterbuch hat dabei im Deutschunterricht seinen festen Platz, weil die „Nachschlagefähigkeit eine zentrale Voraussetzung für die angestrebte Selbstständig in der Rechtschreibung darstellt.“[9]

Darüber hinaus ist das Wörterbuch ein unerlässliches Hilfsmittel bei der Rechtschreibung, weil die deutsche Orthographie viele Zweifelsfälle enthält, die selbst geübte Schreiber zum Nachschlagen bewegen. Menzel weist weiterhin darauf hin, dass die Arbeit des Suchens und Nachschlagens mit „Übungen des Fragens und Zweifelns“ erweitert werden muss, denn diese Übungen fördern einen motivierten und sachgerechten Umgang mit dem Wörterbuch. „ Wer zum Beispiel über ein Wort nichts wissen will, keine Frage daran hat oder keinen Zweifel an seiner Schreibung, der wird, selbst wenn er die Technik des Nachschlagens schon gut beherrscht, nicht auf den Gedanken kommen, überhaupt nachzuschlagen.“[10]

Obwohl die Arbeitstechnik des Nachschlagens dazu beiträgt, selbstständiger in der Rechtschreibung, sensibler für mögliche Fehler zu werden und das rasche Auffinden von Informationen erleichtert, wird sie von den Kindern nur selten angewendet. Das langfristige Ziel der Wörterbucharbeit sollte es somit sein, die SchülerInnen mit der Benutzung so vertraut zu machen, dass der Gebrauch zur Routine wird und ihnen weiterhin zu vermitteln, welche Vorteile ihnen dies verschafft.[11] Diese Einheit stellt dementsprechend keine einmalige Unterrichtsreihe dar, sondern es sollen erste grundlegende Fähigkeiten erworben sowie die Nachschlagetechnik intensiv geübt werden.

Eine innere Motivation zum Nachschlagen bedeutet demnach, dass ein Kind aus sich heraus einen Anlass haben muss, um etwas nachzuschlagen. Da die SchülerInnen dieser Lerngruppe noch immer bevorzugt lautgetreu schreiben, ist es wichtig bei ihnen ein Bewusstsein dafür anzubahnen, dass einige Wörter im Anlaut Phoneme enthalten, die von mehreren Graphemen repräsentiert werden können. Die SchülerInnen sollen für dieses Problem sensibilisiert werden und erkennen, dass diese Wörter unter mehreren verschiedenen Graphemen nachzuschlagen sind. Daraus ergibt sich eine Zukunftsbedeutung für die spätere Arbeit mit größeren Lexika, denn „ ...nur über das Nachschlagen an mehreren Stellen gelangt man zu dem, was man „Nachschlag- Routine“ nennt.“[12]

5.3 Lehrplan

Die vorliegende Unterrichtsstunde ist dem Lernbereich Schreiben zuzuordnen. Die SchülerInnen sollen das Alphabet beim Nachschlagen in Wörterverzeichnissen am Ende der Schuleingangsphase nutzen können.[13]

Innerhalb dieses Lernbereiches bildet das Richtigschreiben bzw. Rechtschreiben einen eigenen Teilbereich. Eine wichtige Fähigkeit auf der Laut- Buchstabenebene ist es, dass die Kinder ähnliche Lautfolgen (z.B. Pferd, Ferien, fliegen, pflanzen) unterscheiden und sie den entsprechenden Buchstaben zuordnen können.[14] Im Lehrplan wird das Benutzen eines Wörterbuches erst bei den Aufgabenschwerpunkten der dritten und vierten Klasse explizit erwähnt. Da jedoch Wörterbucharbeit und Übungen zum Alphabet durchaus anspruchsvolle, kognitive Herausforderungen an die Kinder stellen, sollte so früh wie möglich mit solchen Übungen begonnen werden. Die Richtlinien betonen, dass in der Grundschule grundlegende Kompetenzen erworben werden sollen, die für das weitere Lernen wichtig sind.[15] Die Fähigkeit geordneten Verzeichnissen gezielt Informationen zu entnehmen, ist für alle Kinder sowohl in ihrer Schul- und Berufslaufbahn als auch in ihrem privaten Leben sehr bedeutsam. Über die Arbeitstechnik des Nachschlagens wird ein Rechtschreibgespür entwickelt, mit deren Hilfe die SchülerInnen Gesprochenes und Gedachtes verschriftlichen.[16]

5.4 Lernvoraussetzungen der SchülerInnen

Erste Kriterien der Wörterbucharbeit sind den Kindern bekannt, da sie seit Beginn des 2. Schuljahrs regelmäßig mit Wörterlisten arbeiten. Weiterhin benutzen einige SchülerInnen bereits selbstständig das Wörterbuch „Von A bis Zett“, um ihre Rechtschreibung zu überprüfen. Sie besitzen Kenntnisse über die Reihenfolge des Alphabets und das Ordnen von Wörtern nach dem ABC unter Berücksichtigung des 1., 2. oder 3. Buchstabens, welche allerdings noch geübt und vertieft werden müssen. Die Schülerinnen und Schüler haben bereits das 1. und 2. Wörterverzeichnis kennen gelernt und erste Wortfindungsübungen durchgeführt, doch auch diese müssen trainiert werden. Mit dem Arbeiten an Stationen in der Form, dass die Kinder zwischen den Gruppentischen wechseln müssen, sind die SchülerInnen vertraut. In dem Stationslauf beginnen die Kinder mit der Station an ihrem jeweiligen Gruppentisch. Damit ich einen Überblick über den Leistungsstand habe, werde ich die Arbeitsblätter nach Beendigung der Stationsarbeit einsammeln.

[...]


[1] Vgl.: Baurmann J., Eisenberg P., Kempcke G.: 2001, S.5.

[2] Vgl.: Jacksch S.: A. 1.15 , (keine Seitenangabe)

[3] Vgl.: Menzel W., Sandfuchs U.: 1999 S.4.

[4] Vgl.: Zeller M.: 2000, S.4.

[5] Vgl.: www.ph-tirol.tsn.at/cms/upload/pa-neu/materialien/rsch.pdf , 2006 S. 10.

[6] Vgl.: Menzel W.: 2001. S. 15.

[7] Vgl.: Menzel W., Sandfuchs U.: 1999, S. 4.

[8] Vgl.: Ebd. S. 4.

[9] Vgl.: Zeller M.: 2000, S. 4.

[10] Vgl.: Menzel W.: 2001, S. 15.

[11] Vgl.: Menzel W., Sandfuchs U.: 1999 S.4.

[12] Vgl.: Ebd. S.6.

[13] Vgl.: Lehrplan Deutsch Grundschule: 2008 S. 30.

[14] Vgl.: Lehrplan: 2008, S. 14.

[15] Vgl.: Richtlinien: 2008, S.13.

[16] Vgl.: Lehrplan: 2008, S. 26.

Details

Seiten
19
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640754953
ISBN (Buch)
9783640755110
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161653
Institution / Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen Hamm
Note
1,2
Schlagworte
Wörterbuch Unterrichtsentwurf Nachschlagen

Autor

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Titel: Eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe zum systematischen Erlernen der Arbeitstechnik des Nachschlagens mit dem Wörterbuch "Von A bis Zett"