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So wehren Sie sich gegen Preisdrücker und Zahlungsverweigerer

Wie man unfairen Methoden begegnet

Essay 2010 2 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

So wehren Sie sich gegen Preisdrücker und Zahlungsverweigerer

Es gibt sie überall, Leute die nicht zahlen wollen und gezielt alle legalen Mittel ausnutzen, um nicht zu zahlen oder den Preis mit allen Tricks bis auf den letzten Cent zu drücken. Wenn man unvorbereitet auf solche Kunden trifft, kann das schnell zu einem Verlustgeschäft werden. Hier einige Tipps, wie Sie sich davor schützen können.

1. Das Angebot

Da Leute mit diesen Absichten nicht im Voraus zu erkennen sind, beginnt die Vorsorge bereits mit dem Angebot. Je konkreter und detaillierter dieses geschrieben ist, desto einfacher ist es später, die eigenen Forderungen durchzusetzen. Zu Ihrer Sicherheit sollten zusätzlich unter jedem Angebot auch noch folgende zwei Sätze stehen:"Wir möchten Sie so bedienen, dass Sie mit uns voll und ganz zufrieden sind. Sollte im Angebot eine Leistung fehlen, lassen Sie uns das wissen, damit wir diese zu Ihrer Sicherheit noch mit aufnehmen." Widerspricht der Anfragende nicht, hat er Ihr Angebot in allen Punkten akzeptiert und kann keine fehlende Leistung reklamieren. Der 2. wichtige Satz ist: "Sollte in unserem Angebot für sie etwas missverständlich sein, oder sie etwas nicht verstehen, informieren sie uns, damit wir diese Fragen zu ihrer Zufriedenheit klären können." Damit haben Sie ebenfalls im Voraus sämtliche Argumentationen abgeblockt, die sich auf ein nicht eindeutiges Angebot beziehen.

Vermeiden Sie nach Möglichkeit konkrete Zeitzusagen bei Auftraggebern, die Sie nicht kennen. Ein "Masche" dieser Leute ist, darauf einzuwirken, dass der zugesagte Zeitplan nicht eingehalten werden kann. Wenn Sie dennoch Zeitzusagen geben, sollten Sie immer dabei schreiben, dass diese nur gilt, wenn die Arbeit ohne Veränderung, wie angeboten, durchgeführt werden kann.

2. Die Arbeit, bzw. die Leistung

Achten Sie darauf, dass die Arbeit so ausgeführt wird, wie im Angebot beschrieben, damit der Kunde auch hier keine Möglichkeit zur Reklamation findet. Ein beliebter Trick der Preisdrücker ist, während der Arbeit Änderungen vor Ort zu verlangen. Dafür gibt es im Normalfall keine Zeugen und fast immer auch keine schriftliche Bestätigung. Wenn diese Situation eintritt, muss sofort darauf hingewiesen werden, dass durch die Zusatzarbeit weitere Kosten entstehen und der zugesagte Termin nicht eingehalten werden kann. Da diese Methode besonders beliebt ist, sollte unbedingt noch am gleichen Tag eine schriftliche Bestätigung erfolgen, wenn möglich, per e-Mail. In die Bestätigung gehört auch der exakte oder der ungefähre Mehrpreis, damit auch das Argument entfällt: "Wenn mir dieser Preis gesagt worden wäre, bzw. wenn ich diese Informationen gehabt hätte, hätte ich darauf verzichtet."

Das bedeutet, dass bei jeder Änderung, die Mehrkosten verursacht, auf die zusätzlich entstehenden Kosten hingewiesen werden muss. Dieser Hinweis muss auch von Ihren Mitarbeitern oder evtl. Subunternehmern erfolgen, damit dieser Trick nicht greift.

3. Arbeits-bzw. Leistungsabnahme durch den Auftraggeber

Um möglichen Reklamationen in Sachen Leistungs- oder Ausführungsmängel zu begegnen, sollte bei Abschluss der Arbeit eine Abnahme durch den Kunden erfolgen. Hat der Kunde die Arbeit abgenommen, ist seine spätere Reklamation nicht mehr sehr glaubwürdig, wenn es zu einer Auseinandersetzung kommt. Die Arbeitsabnahme durch den Kunden hat auch gleichzeitig den Vorteil, dass auch keine Minderzahlung geltend gemacht werden kann, wenn nach Abschluss der Arbeiten irgendwelche Beschädigungen im Arbeitsumfeld geltend gemacht werden.

Empfehlenswert ist es auch, wenn in der Rechnung folgender Satz steht:

"Wir freuen uns, dass Ihnen unsere Arbeit gefällt und Sie diese für gut befunden haben." Wenn Sie so verfahren und die Arbeit ordnungsgemäß ausgeführt wurde, hat Ihr Gegner kaum eine Chance gegen Sie.

Sollte der Auftraggeber die Arbeit nicht abnehmen, verlangen Sie eine schriftliche Begründung mit Erklärungen, wo Angebot und Leistung nicht deckungsgleich sein sollen.

4. Schlussbemerkung

Bevor Sie sagen, diesen Aufwand erspare ich mir lieber, denken Sie daran, dass viele Formulierungen Standardsätze sind, die Sie als Textbaustein immer wieder verwenden können. Bedenken Sie, wie groß Zeitaufwand und Ärger sind, wenn es zu einem derartigen Streifall kommt. Da ist es sicherlich besser, mit relativ wenig Vorsorgearbeiten diesem allen vorzubeugen.

Außerdem gelten diese Vorsorgeempfehlungen nicht für Ihre Stammkunden. Die kennen Sie und da wissen Sie, wie diese sich verhalten. Zahlungsverweiger und Preisdrücker sind grundsätzlich "Nomaden". Sie wissen, dass sie kein zweites Mal eine Arbeit beim gleichen Auftragnehmer platzieren können. Also: Bei neuen, unbekannten Kunden lieber etwas vorsichtiger agieren, als leichtgläubig Geld verlieren.

Fazit:

Wenn Sie so verfahren sind Sie zwar nicht 100%-ig sicher vor Preisdrückern aber Sie schränken deren Möglichkeiten erheblich ein. In der überwiegenden Zahl nutzen die Preisdrücker, die fehlende Bereitschaft zur Dokumentation bei den Auftragnehmern. Weil nichts schriftlich bestätigt oder ergänzt wurde, haben sie leichtes Spiel. Sie argumentieren mit Aussagen bzw. Zusagen, die Sie nie gemacht haben und weil Sie nichts beweisen können, steht Aussage gegen Aussage. Ist diese Situation einmal eingetreten, sind Sie davon abhängig, wem der Richter oder Mediator am meisten glaubt.

Hans-Jürgen Borchardt

März 2010

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Details

Seiten
2
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640760930
Dateigröße
357 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162226
Schlagworte
Preisverhandlungen Reklamationen Reklamationsverhandlungen Preisabschläge Preisabschlag Preisminderung Preisabzug

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