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Venture Capital in der Schweiz

Studienarbeit 2007 16 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Betriebswirtschaftliche Aspekte
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 (Klassisches) Venture Capital
2.1.2 Corporate Venture Capital
2.1.3 Private Equity
2.2 Anbieter von Venture Capital
2.2.1 Investoren
2.2.1.1 Verwandte und Bekannte
2.2.1.2 Privatinvestoren
2.2.1.3 Partnerunternehmen
2.2.1.4 Industrieunternehmen
2.2.1.5 Banken
2.2.1.6 Versicherungen & Pensionskassen
2.2.2 Venture Capital – Gesellschaften
2.3 Motive zur Bereitstellung/Aufnahme von Venture Capital
2.3.1 Motive zur Bereitstellung von Venture Capital
2.3.2 Motive zur Aufnahme von Venture Capital
2.4 Weg zur Venture Capital – Finanzierung
2.4.1 Auswahl des Venture Capital – Anbieters
2.4.2 Grobprüfung
2.4.3 Präsentation
2.4.4 Absichtserklärung des Venture Capital – Anbieters
2.4.5 Due Diligence
2.4.6 Beteiligungsverhandlung und Vertragsabschluss
2.5 Beziehung zwischen Venture Capital – Anbieter und Management des Venture Capital – Nehmers
2.6 Exit
2.6.1 Initial Public Offering (IPO)
2.6.2 Beteiligungsrückkauf durch das Management des Venture Capital – Nehmers
2.6.3 Trade Sale
2.6.4 Secondary Sale
2.6.5 Liquidation
2.7 Chancen und Risiken des Venture Capitals
2.7.1 Chancen des Venture Capitals
2.7.2 Risiken des Venture Capitals

3 Rechtliche Aspekte und staatliche Massnahmen in der Schweiz
3.1 Regelung der rechtlichen Verhältnisse zwischen Venture Capital – Geber und – Nehmer
3.2 Rechtliche Aspekte bei Pensionskassen
3.3 Staatliche Massnahmen zur Förderung von Venture Capital

4 Schluss

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wie lange existieren Venture Capital (VC) – Finanzierungen in der Schweiz? Verglichen mit der langen Tradition des Schweizer Bankgeschäfts befindet sich das VC – Geschäft noch in den Kinderschuhen.

Das Schweizer VC – Milieu entstand einige Jahre vor der Jahrtausendwende. Der Internetaufschwung löste eine positive Entwicklung im Schweizer VC – Markt aus. In der Zeit von 1996 bis 1998 stieg das VC – Investitionsvolumen von CHF 8 Millionen auf CHF 106 Millionen an. Überraschenderweise wird der VC – Markt nicht von Schweizer Banken, sondern von Tochtergesellschaften global agierender VC – Gesellschaften beherrscht. Heute kommt eine Firma nicht mehr so leicht an VC wie früher (Burgener, 19. März 2007, Frage: Wie verbreitet ist Venture Capital heute und was sind die Zukunftsperspektiven?; Frommann & Leopold, 1998, S. 258 – 259; European Venture Capital Association, ohne Datum, ohne Seite, zit. in Geilinger, Niedermann & Scheidegger, ohne Datum, S. 45).

O’Shea (ohne Datum, S. 223) ist der Auffassung, dass die ganze Gesellschaft die Früchte in Form neuer Technologien und Arbeitsplätze der mit VC finanzierten Betriebe erntet.

Was sollten wir als Teil der Gesellschaft und damit als Nutzniesser über VC in der Schweiz wissen, um diese Finanzierungsart besser zu verstehen? Dieser Frage werde ich im Hauptteil auf den Grund gehen.

2 Betriebswirtschaftliche Aspekte

2.1 Begriffsdefinitionen

2.1.1 (Klassisches) Venture Capital

VC ist Eigenkapital in Form einer Aussenfinanzierung. Wachstumsfähige sowie junge kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind die Empfänger von VC (Minuz, ohne Datum, S. 138; Albach, Hunsdiek & Kokalj, 1986, S. 166, zit. in Sidler, 1997, S. 7; Sidler, 1997, S. 110).

Sicherheiten als auch regelmässige Dividenden werden vom Venture Capitalist nicht verlangt bzw. erwartet (Baily, 1987, ohne Seite, zit. in Ermisch & Thoma, 2002, S. 6).

2.1.2 Corporate Venture Capital

Als weiteren wichtigen Begriff gilt es, Corporate Venture Capital (CVC) zu erklären. Sidler (1997, S. 26) schrieb, dass es sich dabei um von Industrieunternehmen zur Verfügung gestelltes VC handelt. Angelpunkt dieser Form von VC ist die Förderung von Innovationen (Sidler, 1997, S. 25). Gemäss Sidler (1997, S. 25 – 26) ist es nicht ausgeschlossen, dass damit auch geldliche und volkswirtschaftliche Ziele befriedigt werden.

2.1.3 Private Equity

Über die Beziehung zwischen Private Equity[1] und VC ist sich die Literatur uneins. Huber, Keller und Mondello (2000, S. 637) vertreten die Auffassung, dass die Beziehung zwischen den Begriffen von der Geographie abhängig ist. In den Vereinigten Staaten von Amerika wird Private Equity nicht als sinnverwandtes Wort von VC gesehen, wie dies in Europa der Fall ist. Der Schweizer Burgener (19. März 2007) sieht Private Equity als Überbegriff von VC. Meine Arbeit folgt dem Grundgedanken von Burgener.

2.2 Anbieter von Venture Capital

Im Rahmen der Anbieterstrukturen ist das direkte und indirekte VC anzutreffen. Beim direkten VC gibt der Investor sein Geld direkt an das zu finanzierende Unternehmen, beim indirekten VC wird eine VC – Gesellschaft dazwischen geschaltet (Geilinger et al., ohne Datum, S. 47).

2.2.1 Investoren

Wie meistens in der Welt ist nur Weniges einmalig, eher ist es vielschichtig. So stammen die Investoren beim VC nicht nur aus einem, sondern aus mehreren Bereichen.

2.2.1.1 Verwandte und Bekannte

Nach den Formulierungen von Sidler (1997, S. 24) können Verwandte und Bekannte als die besten Freunde des Lebens der jungen KMU Kapital zur Verfügung stellen, wenn sie von der Qualifikation und dem Fleiss der handelnden Personen überzeugt sind.

2.2.1.2 Privatinvestoren

Finanzielle als auch nicht finanzielle Aspekte veranlassen die nicht zum engen Bezugsfeld gehörenden Privatinvestoren, in VC zu investieren (de Noble, Ehrlich, Moore, Sanford & Weaver, 1994, S. 67ff., zit. in Sidler, 1997, S. 24).

Sidler (1997, S. 25) erklärt, dass die Investitionen in kleineren Beträgen erfolgen als bei VC – Organisationen. Ergänzend sagt Sidler (1997, S. 25), dass Privatinvestoren im Vergleich zu VC – Organisationen nicht so umfangreiche Informationen fordern.

2.2.1.3 Partnerunternehmen

Sidler (1997, S. 25) nennt die Kunden, Lieferanten sowie andere Partnerunternehmen als potenzielle Partner. Anders als bei Verwandten und Bekannten ist gemäss Sidler (1997, S.25) das Interesse an einer gemeinsamen Partnerschaft für das Investment ausschlaggebend.

2.2.1.4 Industrieunternehmen

Gemäss Sidler (1997, S. 26) ist das von Industrieunternehmen zur Verfügung gestellte VC als CVC zu bezeichnen (à 2.1.2).

2.2.1.5 Banken

Im Folgenden deren wichtigsten Motive, um VC anzubieten:

- Erzielung finanzieller Gewinne,
- Risikostreuung der Anlagen,
- Gewinnung der Jungunternehmer als zukünftige Kunden und
- volkswirtschaftliche Erwägungen (Sidler, 1997, S. 26 – 27).

2.2.1.6 Versicherungen und Pensionskassen

Als letzte Gruppe unter den Investoren seien die Versicherungen und Pensionskassen genannt. Auf Grund ihrer grossen Vermögen sind sie prädestiniert für dieses Geschäft. Die Versicherungen verfolgen ähnliche Ziele wie die Banken. Dagegen steht bei den Pensionskassen die Renditesteigerung im Mittelpunkt (Sidler, 1997, S. 28 – 29).

2.2.2 Venture Capital – Gesellschaften

Sidler (1997, S. 29) berichtet, dass wir alle zuvor genannten Investorengruppen beim indirekten VC wiederfinden. Sidler (1997, S. 29) führt weiter aus, dass sie ihr Kapital den VC – Gesellschaften zur Verfügung stellen. Darüber hinaus hält Sidler (1997, S. 29) fest, dass die VC – Gesellschaften das Investorenkapital an die VC – Nehmer weiterleiten. Um das Ausfallrisiko zu minimieren, finanzieren die VC – Gesellschaften mehrere KMUs zur gleichen Zeit. Der minimale Finanzierungsbetrag für den VC – Nehmer liegt bei etwa CHF 500'000 bis CHF 1'000'000. Die maximale Beteiligung liegt bei cirka CHF 5'000'000 (Sidler, 1997, S. 29 – 30).

2.3 Motive zur Bereitstellung/Aufnahme von Venture Capital

2.3.1 Motive zur Bereitstellung von Venture Capital

- Der Anreiz eine höhere Rendite zu erzielen, veranlasst die Geldgeber zur Investition in VC. Die Rendite im VC – Markt bewegt sich zwischen 15 und 20 Prozent pro Jahr und liegt damit deutlich über der Durchschnittsrendite für Aktien und Obligationen (Minuz, ohne Datum, S. 143).
- Der Investor erhofft sich durch die Finanzierung von Jungunternehmen Folgeaufträge. Als Beispiel für diese Denkweise können die Banken genannt werden (Sidler, 1997, S.27).
- Gemäss Sidler (1997, S. 25) steht bei Industrieunternehmen die Entwicklung von Neuschöpfungen im Mittelpunkt, wenn diese VC in Form von CVC (à 2.1.2) zur Verfügung stellen.

[...]


[1] Private Equity = Finanzierung von nicht – börsennotierten Firmen mit Eigenkapital (Bader, 1996, S. 10ff., zit. in Huber et al., 2000, S. 637)

Details

Seiten
16
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640779925
ISBN (Buch)
9783640780785
Dateigröße
398 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162567
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur
Note
1,5
Schlagworte
Venture Capital Finanzierung Schweiz

Autor

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Titel: Venture Capital in der Schweiz