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Ethikbasierte Investments

Grundlagen, Probleme der Implementierung und Lösungsansätze

Masterarbeit 2010 104 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Themenstellung
1.2 Gang der Arbeit

2 Ethikbasierte Investments
2.1 Grundlagen ethikbasierter Investments
2.1.1 Definition und Begriffserklärung
2.1.2 Überblick über die Entwicklung
2.1.3 Gegenwärtige Marktsituation
2.1.3.1 Ethikbasierte Geldanlagen in Deutschland
2.1.3.2 Ethikbasierte Geldanlagen in der Schweiz
2.1.3.3 Ethikbasierte Geldanlagen in Österreich
2.1.3.4 Trends in Deutschland, der Schweiz und Österreich
2.2 Argumente pro und contra ethikbasierte Investments
2.3 Ethikbasierte Geldanlagen - Produkte
2.3.1 Aktien
2.3.2 Anleihen
2.3.3 Direktbeteiligungen
2.3.4 Immobilien
2.3.5 Investmentfonds
2.3.5.1 Indexfonds
2.3.5.2 Nachhaltigkeitsfonds
2.3.5.3 Ökologische Aktienfonds
2.3.5.4 Renten- und Mischfonds
2.3.5.5 Technologiefonds
2.3.5.6 Themenfonds
2.3.6 Lebensversicherungen
2.3.7 Mikrofinanzierungen
2.3.8 Sparanlagen

3 Probleme der Implementierung ethikbasierter Investments
3.1 Mangelnde Kenntnis ethikbasierter Investments
3.2 Unschärfen bei der Bestimmung ethikbasierter Investments
3.3 Erwartung einer schlechteren finanziellen Performance
3.4 Informationsdefizite
3.5 Fehlende Markttransparenz
3.6 Problematik der Datenerhebung

4 Ansätze zur Problemlösung
4.1 Finanzrating
4.2 Nachhaltigkeitsrating
4.2.1 Definition
4.2.2 Anforderungen an nachhaltige Ratings
4.2.2.1 Unabhängigkeit
4.2.2.2 Vollständigkeit
4.2.2.3 Vergleichbarkeit
4.2.3 Der Rating Prozess
4.2.3.1 Kriterienauswahl und Operationalisierung
4.2.3.1.1 Engagement Ansatz
4.2.3.1.2 Negativkriterien
4.2.3.1.3 Positivkriterien
4.2.3.1.4 Best-in-Class-Ansatz
4.2.3.2 Informationsgewinnung und -verarbeitung
4.2.3.3 Standardisierung und Qualitätssicherung
4.2.3.3.1 Frankfurt-Hohenheimer-Leitfaden
4.2.3.3.2 Eurosif Transparenzleitlinien
4.2.3.3.3 Europäisches Transparenzlogo
4.2.3.3.4 CSRR-QS
4.2.4 Nutzen nachhaltiger Ratings
4.2.5 Grenzen nachhaltiger Ratings
4.3 Überblick über Agenturen des Nachhaltigkeitsratings in Europa
4.3.1 Bank Sarasin
4.3.2 EIRis
4.3.3 Imug
4.3.4 Innovest
4.3.5 SAM
4.3.6 SiRi
4.3.7 oekom research AG
4.3.7.1 Untersuchungskriterien
4.3.7.2 Ratingprozess
4.3.8 Fazit
4.4 Nachhaltigkeits Indizes als Orientierungsgröße
4.4.1 Dow Jones Sustainability World Index
4.4.2 Natur-Aktien-Index (NAI)
4.4.3 Fazit
4.5 Nachhaltigkeits-Zertifikate
4.5.1 Das Umweltzeichen für grüne Fonds
4.5.2 Die Australische Responsible Investment Certification
4.5.3 Ethibel European Quality Label
4.5.4 Panda WWF
4.5.5 Fazit

5 Resümee
5.1 Kritische Würdigungen
5.2 Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Ethische Konzepte

Abb. 2: Nachhaltige Investments im deutschsprachigen Raum, 2006-2007

Abb. 3: Typologisierung ethisch-nachhaltiger Fonds

Abb. 4: Beispiele für Negativkriterien

Abb. 5: Beispiele für Positivkriterien

Abb. 6: Rating – Konzept auf Basis des Frankfurt-Hohenheimer-Leitfadens

Abb. 7: Bestandteile des Corporate Responsibility Rating

Abb. 8: Ratingprozess

Abb. 9: DJSI World Performance Lancierung

Abb. 10: DJSI World Regionale Allokation

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Argumente zur Wertentwicklung ethisch-nachhaltiger Geldanlagen

Tab. 2: Kriterien der „Grundsätze des Nachhaltigkeitsrating“ des BdRA

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Themenstellung

Jüngste wirtschaftliche Ereignisse, welche auf nicht verantwortliches Handeln zurückzuführen sind, haben uns gezeigt, dass die Wirtschaft langfristig nicht auf diese Art und Weise funktionieren kann. Dem Aspekt der Nachhaltigkeit wird seitens der Unternehmungen aber auch seitens der Konsumenten immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Dadurch lässt sich auch das steigende Interesse an ethikbasierten Geldanlagen erklären. Immer mehr institutionelle aber auch private Anleger wollen wissen, wofür sie ihr Geld einsetzen und sie wollen ethisch-nachhaltige Aspekte in ihre Investitionsentscheidungen miteinbeziehen.

Doch dieser neue Investmentstil sieht sich noch mit zahlreichen Problemen konfrontiert, welche die Implementierung ethikbasierter Investments auf dem Geldmarkt erschweren.

Ziel dieser Arbeit ist es, zunächst einen umfassenden Überblick über die ethikbasierten Veranlagungen zu geben und anschließend aufzuzeigen, welche Probleme bei der Umsetzung ethikbasierter Investments in der Praxis auftreten können. Danach wird überprüft, welche Lösungsansätze es in der Praxis für diese Probleme gibt und inwieweit diese in Bezug auf die Lösung der vorliegenden Problematik geeignet sind.

1.2 Gang der Arbeit

Einleitend werden im Kapitel 2 die Grundlagen ethikbasierter Investments erörtert. Ausgehend von der Definition der Begriffe „ethikbasiert“, „ethisch-nachhaltig“ und „ethisch-ökologisch“ legt dieses Kapitel die Geschichte, die Entwicklung und die gegenwärtige Marktsituation ethikbasierter Investments dar. Danach werden die pro und contra Argumente bezüglich ethikbasierter Investments gegenübergestellt und es folgt eine Spezifikation ethikbasierter Geldanlagen; hier soll vor allem gezeigt werden, welche vielfältigen Geldanlagemöglichkeiten dem Investor zur Verfügung stehen.

Das dritte Kapitel widmet sich den möglichen Problemen, die bei der Umsetzung des Angebots ethikbasierter Investments auftreten können. Zu diesen Problemen zählen vor allem die mangelnde Kenntnis ethikbasierter Investments, Unschärfen bei der Bestimmung ethikbasierter Investments, die Erwartung einer schlechteren finanziellen Performance, Informationsdefizite seitens der Anleger sowie eine fehlende Markttransparenz und Probleme bei der Datenerhebung, welche für die Gestaltung nachhaltiger Ratings aber notwendig sind.

Das vierte Kapitel versucht die zentrale Frage zu beantworten, ob in der Praxis Ansätze existieren, die die Probleme, die bei der Umsetzung ethikbasierter Investments auftreten können, lösen können. Hier werden vor allem gängige Ansätze aus der Praxis explizit vorgestellt und es wird untersucht, inwiefern sie zur Problemlösung geeignet sind. Vorgestellt werden das Nachhaltigkeitsrating der oekom research AG, Nachhaltigkeits Indizes wie der Dow Jones Sustainability Indexes (DJSI) oder der Natur-Aktien-Index (NAI) und schlussendlich werden einige Nachhaltigkeits-Zertifikate veranschaulicht.

Abschließend erfolgen im fünften Kapitel eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen dieser Diplomarbeit und ein kurzer Ausblick auf die mögliche Entwicklung ethikbasierter Investments.

„Das höchste Ziel des Kapitals ist nicht, Geld zu verdienen, sondern der Einsatz von Geld zur Verbesserung des Lebens.“

Henry Ford (1863-1947)

2 Ethikbasierte Investments

„Ethikbasierte“ bzw. „ethisch-nachhaltige“ Investments gewinnen weltweit an Bedeutung. Für institutionelle aber auch für private Anleger wird es immer wichtiger, sich mit ethischen, sozialen und umweltfreundlichen Anlageformen auseinanderzusetzen,[1] wobei immer mehr Anleger noch zusätzlich soziale und ökologische Kriterien in ihre Anlageentscheidungen mit einbeziehen. Sie sind neben den klassischen Kriterien der Geldanlage daran interessiert zu erfahren, wofür sie ihr Geld einsetzen.[2]

Bei einer Geldanlage werden immer drei Ziele verfolgt: Erstens soll das Geld möglichst sicher angelegt werden; dabei versucht man, das Risiko möglichst gering zu halten. Zweitens soll das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar bzw. liquidierbar sein. Und drittens sollte dabei noch eine Rendite erzielt werden. Diese drei Anforderungen werden in der Literatur als „Magisches Dreieck“ bezeichnet und stehen in Verbindung zueinander.[3]

„Ethisch-nachhaltige“ Geldanlagen - eine Begriffserklärung folgt später - ergänzen die klassischen Dimensionen von Geldanlagen um eine vierte Dimension, nämlich die ethische Verantwortung. Diese neue Dimension beinhaltet Ethik-Themen wie Soziales, Humanes und Ökologie und bildet zusammen mit den klassischen Dimensionen ein „magisches -Viereck“.[4]

Demnach werden bei der Auswahl „ethisch-nachhaltiger“ Investments neben den Faktoren wie Rentabilität, Sicherheit und Liquidität auch Nachhaltigkeitskriterien miteinbezogen.[5]

In diesem Abschnitt wird versucht, einen umfassenden Überblick über die ethisch-nachhaltigen Investments zu geben, wobei auf die wichtigsten Anlagenformen und insbesondere auf die Investmentfonds detailliert eingegangen wird.

2.1 Grundlagen ethikbasierter Investments

2.1.1 Definition und Begriffserklärung

Die Begriffe „ethikbasiert“, „ethisch-nachhaltig“ und „ethisch-ökologisch“ werden im Folgenden als Sammelbegriffe für Geldanlagen verwendet. Diese Geldanlagen verfügen über viele Bezeichnungen und die Bemühungen, die verwendeten Begriffe zu differenzieren und zu definieren, sind zahlreich, bleiben aber meist unbestimmt.[6] Das Ziel dieser speziellen Geldanlagen ist jedoch immer dasselbe, nämlich ein verantwortungsvoller, nachhaltiger Ansatz, der soziale, kulturelle und ökologische Faktoren berücksichtigt.[7]

Die Bezeichnungen für „ethikbasierte“ Geldanlagen sind länderspezifisch unterschiedlich. In den USA ist der Begriff „SRI“ (Social Responsible Investment) für „ethikbasierte“ Geldanlagen gängig, in Großbritannien verwendet man hingegen die Bezeichnung „Ethical Investments“.[8]

„Nachhaltiges Investment“ bedeutet, auf ökonomische, ökologische und soziale Belange Rücksicht zu nehmen, verantwortlich zu handeln und nebenbei noch gute Erträge aus Investments zu erzielen,[9] während sich das „Ethische Investment“ auch um die Einhaltung von kulturell geprägten Werten und Normen bemüht, religiöse und weltanschauliche Werte werden bei dieser Geldanlage berücksichtigt. Demnach verzichten Anleger auf Investitionen in Unternehmen im Bereich Glücksspiel, Tabak oder Alkohol.[10]

In der Folge wird diese Diplomarbeit meist durch die Begriffe „ethikbasiert“, „ethisch-nachhaltig“ und „ethisch-ökologisch“ geprägt sein. Der Unterschied besteht in der Berücksichtigung der ökonomischen Komponente. Diese ist im „ethisch-nachhaltigen“ Ansatz stets vorhanden, wobei der „ethisch-ökologische“ Ansatz nicht ausdrücklich ertragsorientiert ist. Die folgende Abbildung soll diese Zusammenhänge veranschaulichen.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Pinner [Ethische Investments 2003], S.21

Abb. 1: Ethische Konzepte

Vermutlich lässt sich keine einheitliche Definition für ethikbasierte Geldanlagen finden, trotzdem ist es wichtig, zentrale Themen und Standards einer ethikbasierten Geldanlage zu benennen.[12] Eine solche Präzisierung aus ökonomischer, ökologischer und sozial-kultureller Perspektive bietet neben dem gerade erörterten Konzept von Pinner auch die Darmstädter Definition ethischer Geldanlagen, welche Folgendes besagt:

Aus ökonomischer Sicht erfordern ethikbasierte Geldanlagen, dass

- Renditen auf Basis langfristiger Produktions- und Investitionsstrategien und nicht im Sinn kurzfristiger Gewinnmaximierung erwirtschaftet werden,
- Erträge aus Finanzanlagen in vertretbarer Relation zu den Erträgen aus realer Wertschöpfung stehen,[13]
- die Erfüllung elementarer Bedürfnisse (z.B. Trinkwasserversorgung) nicht gefährdet wird und
- Gewinne nicht auf Korruption beruhen.[14]
Aus ökologischer Sicht wird gefordert, dass die Gewinnerzielung auf
- einer Steigerung der Ressourcenproduktivität,
- Investitionen in erneuerbare Ressourcen,
- einer Wiederverwendung gebrauchter Stoffe und
- der Erhaltung von Ökosystemen (z.B. Regenwälder) beruht.[15]

Aus sozialer und kultureller Sicht ist es notwendig, dass die Gewinnerzielung in

Einklang steht mit der

- Entwicklung des Humankapitals (z.B. Vereinbarkeit von Beruf und Familie),
- Entwicklung des Sozialkapitals (z.B. Geschlechtergerechtigkeit) und
- Entwicklung des Kulturkapitals (z.B. Respekt vor kultureller Vielfalt).[16]

Die Vielzahl der Begriffe und Definitionen ist stellvertretend für die Vielfalt dieser neuen Möglichkeiten einer Geldanlage,[17] doch eines ist allen Definitionen gemeinsam, nämlich dass ethisches Handeln aktive Weltgestaltung bedeutet.[18]

2.1.2 Überblick über die Entwicklung

Die Entwicklung ethikbasierter Investitionen ist keine temporäre Erscheinung, sondern eine nachhaltige Entwicklung - insbesondere am Kapitalmarkt. Die Verbindung von Ethik und Ökonomie reicht bis in die Antike zurück, es wurde schon damals über den Umgang mit Geld und dabei insbesondere über das Zinsnehmen nachgedacht. Es herrschte eine ablehnende Haltung gegenüber dem Zinsnehmen, der die Idee zugrunde lag, dass sich Geld nicht selbst vermehren könnte und Zinsnehmen daher unnatürlich wäre. Bereits Aristoteles[19] erkannte, dass man Wirtschaft und Ethik nicht trennen sollte, sondern Ethik, Ökonomie und Politik Teile der praktischen Philosophie sind. Adam Smith[20] entwickelte als Professor der Moralphilosophie wichtige Aspekte der Ethik.[21]

Die Idee, Geldanlagen an moralischen Kriterien auszurichten, stammt von christlich geprägten Investoren, den Methodisten und Quäkern. Ihre religiöse Grundhaltung verbot es ihnen, in Unternehmen zu investieren, die Geschäfte mit Tabak, Waffen und Alkohol machten. Sie bezeichneten solche Investitionen als „Sin Stocks“ oder Sündenaktien.[22]

Im Jahre 1928 fand der Einzug des Ethikgedankens am Kapitalmarkt in Amerika statt und zwar mit der Auflage des Pioneer Fund in Boston. Dieser war darauf ausgelegt, religiöse Ansprüche zu erfüllen; man schloss Firmen aus, die mit Waffen und Sklaverei in Zusammenhang standen.[23]

In den sechziger Jahren unterstützten verschiedenste politische, ökologische, feministische und pazifistische Bewegungen die Entwicklung des verantwortungsbewussten Investment.[24]

In den Siebzigerjahren kam es vor dem Hintergrund des Vietnamkriegs und der damals aufkommenden Friedensbewegung zu einem weiteren Aufschwung der ethikbasierten Investments.[25] Es erfolgte der Aufruf, sein Geld nicht in Unternehmen zu investieren, die in Südafrika oder in der Rüstungsindustrie tätig waren. Unternehmen begannen sich daraufhin aus Südafrika zurückzuziehen.[26]

1971 wurde der Pax World Funds, der erste ethische Investmentfonds gegründet, der eine Geldanlage nach ökologischen, politischen, sozialen und religiösen Kriterien bewertete. Heute sind solche „Social Responsible Investments“[27] aus dem amerikanischen Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken.[28]

In Europa konnte sich die Idee der verantwortlichen Geldanlage erst spät etablieren. Das Anlageverhalten war aufgrund zahlreicher Ereignisse in den 1980er Jahren, welche die Frage des Umweltschutzes mit der Rolle der Industrie und der Finanzwirtschaft in Verbindung brachten, eher ökologisch orientiert. Es entstanden Öko-Fonds, Öko-Banken und zahlreiche Öko-Produkte.[29] So kam der erste ethische Investmentfonds 1984 auf den Markt: der Stewardship Unit Trust der britischen Versicherungsgesellschaft Friends Provident.[30] Inzwischen hat sich der Markt für ethikbasierte Investments europaweit etabliert.

2.1.3 Gegenwärtige Marktsituation

Mittlerweile existieren zahlreiche Erhebungen über den Markt ethikbasierter Geldanlagen. Das Zahlenmaterial weist allerdings erhebliche Differenzen im vorhandenen Marktvolumen auf. Dies resultiert daraus, dass einerseits fast alle Studien unterschiedliche Produktkategorien einbeziehen; andererseits entstehen große Differenzen bei der Zuordnung des Investitionsvolumens zu einzelnen Ländern.[31]

Laut Forum Nachhaltige Geldanlagen[32] betrug das Volumen nachhaltiger Geldanlagen Ende 2007 in Deutschland, Österreich und der Schweiz 33,2 Milliarden Euro. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 69%.[33]

In Deutschland stieg das Volumen der nachhaltigen Investments im Vergleich zu 2006 um 85% auf 11,1 Milliarden Euro und in der Schweiz um 71% auf knapp 21 Milliarden Euro. In Österreich sank das Volumen nachhaltiger Geldanlagen leicht von 1,4 Milliarden auf 1,17 Milliarden Euro, was folgende Abbildung auch veranschaulicht:[34]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Kahlenborn/Fritzsche [Nachhaltiger Anlagemarkt 2008], S.5

Abb. 2: Nachhaltige Investments im deutschsprachigen Raum, 2006-2007

In den USA betrug das Volumen an ethischen bzw. nachhaltigen Investments Ende 2007 ca. 2,71 Billionen USD, was einem Marktanteil von ca. 11% entspricht. Im Jahr 2005 lag der Anteil noch bei 9,8%.[35]

2.1.3.1 Ethikbasierte Geldanlagen in Deutschland

Im Statusbericht Anlagemarkt 2008, den das Forum Nachhaltige Geldanlagen veröffentlicht hat, ist nachzulesen, dass Ende 2007 knapp 11,1 Milliarden Euro in nachhaltige Geldanlagen investiert wurden - dies ist fast doppelt soviel wie im Jahr 2005. Im Verhältnis zum gesamten Geldvermögen in Deutschland machen ethisch-nachhaltige Geldanlagen im Jahr 2007 mit 0,7% jedoch nur einen bescheidenen Anteil aus.[36]

2.1.3.2 Ethikbasierte Geldanlagen in der Schweiz

Der nachhaltige Anlagemarkt in der Schweiz ist seit 2007 wie schon bereits in den Vorjahren stetig gewachsen. Das Volumen der nachhaltigen Assets under Management[37] stieg bei den schweizerischen Finanzdienstleistern im Vergleich zum Jahr 2006 um 71% auf rund 20,9 Milliarden Euro.[38]

2.1.3.3 Ethikbasierte Geldanlagen in Österreich

Seit 2005 erlebte der nachhaltige Anlagemarkt in Österreich eine Berg- und Talfahrt. Ende 2007 wurden rund 1,17 Milliarden Euro in den nachhaltigen Markt investiert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Minus von 16 Prozent. Der Rückgang ist damit zu begründen, dass im vergangenen Jahr ein großer österreichischer Marktteilnehmer seine Investitionen in nachhaltige Geldanlagen verringerte.[39]

2.1.3.4 Trends in Deutschland, der Schweiz und Österreich

Im deutschsprachigen Raum verzeichnen ethikbasierte Geldanlagen deutliche Zuwächse. Jedoch zeigt sich auch, dass ethisch-nachhaltige Geldanlagen in allen drei Ländern eine Randerscheinung auf den Finanzmärkten darstellen, denn lediglich ein bis zwei Prozent aller veranlagten Gelder sind nachhaltig investiert.[40] Betrachtet man hingegen den Anteil nachhaltiger Geldanlagen am gesamten Anlagevolumen in den USA, der bei 11% liegt, lässt sich schnell das Potenzial dieser Anlageform erkennen.[41]

Kirchliche Einrichtungen zählen in allen drei Ländern zu den wichtigsten institutionellen Investoren, die Anzahl der privaten Investoren steigt rapide und trägt sichtlich zum Wachstum ethikbasierter Geldanlagen bei. Staatliche Pensionsfonds und die österreichischen Mitarbeitervorsorgekassen unterstützen zusätzlich den Trend bei nachhaltigen Geldanlagen.[42]

Es kann konstatiert werden, dass der Markt für ethikbasierte Geldanlagen in ganz Europa an Bedeutung gewinnt. Dabei wächst nicht nur das Anlagevolumen, sondern auch die Anzahl der angebotenen Produkte. Immer mehr Produktanbieter befassen sich mit ethisch-nachhaltigen Geldanlagen und erweitern ihre Angebotspalette dementsprechend.[43] Für Europa wird ein Wachstumsschub für ethisch-nachhaltige Geldanlagen vorhergesagt. Roland Kölsch, Fondsmanager für ethische Fonds bei Dexia AM in Brüssel, geht davon aus, dass der Anteil von ethisch verwalteten Geldern in Deutschland in den nächsten Jahren auf fünf bis zehn Prozent des Gesamtmarktes anwachsen wird.[44]

Das Beratungsunternehmen Mercers befragte 190 institutionelle Investmentmanager: drei Viertel unter ihnen erwarteten, dass in Deutschland in zehn Jahren neben Rendite, Risiko und Liquidität auch ethische Kriterien bei der Finanzanalyse einen wichtigen Bestandteil ausmachen würden. Sollte dies zutreffen, würde sich der Markt der ethikbasierten Geldanlagen vom Nischenmarkt zum Massenmarkt entwickeln.[45]

2.2 Argumente pro und contra ethikbasierte Investments

Generell sprechen mehr Argumente für ethikbasierte Investments als dagegen. In der folgenden Tabelle werden für eine erste Übersicht einige Argumente zur Wertentwicklung, die für eine ethikbasierte Veranlagung bzw. für eine traditionelle Veranlagung sprechen, tabellarisch gegenübergestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Argumente zur Wertentwicklung ethisch-nachhaltiger Geldanlagen

2.3 Ethikbasierte Geldanlagen - Produkte

In diesem Kapitel wird näher auf die einzelnen ethikbasierten Anlageformen eingegangen. Den ethikbasierten Investmentfonds wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt, da die ethikbasierten Investmentfonds die wichtigste Anlageform am nachhaltigen Geldmarkt darstellen.

2.3.1 Aktien

Eine nachhaltige Geldanlage in Aktien unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von einer klassischen Aktienanlage.[46] Ethikbasierte Aktien werden nicht separat an der Börse gehandelt. Der Sammelbegriff „grüne Aktien“ bezieht sich vielmehr auf Aktien verschiedener Kategorien von Unternehmen.[47] Welche Kategorie von Unternehmen für eine ethikbasierte Investition gewählt wird, hängt dabei von den Zielen und Wertvorstellungen des Anlegers ab:

- Umwelttechnik-Unternehmen

Hier handelt es sich vor allem um Unternehmen aus dem Ver- und Entsorgungsbereich, die einen Beitrag zur nachträglichen Verminderung von Umweltschäden leisten, z.B. Best Water Technology AG.

- Ökologische Pioniere

Zu den ökologischen Pionieren zählen Unternehmen, die umweltfreundliche Produktionsprozesse und Verfahren entwickeln, z.B. Solar World AG.

- Ökologische Leader

Unternehmen, die bereits die Phase des Ökologischen Pioniers durchlaufen haben und seit mehreren Jahren fest etabliert sind, z.B. Henkel.[48]

- Erneuerbare Energietechnologie-Unternehmen

Diese Unternehmen bemühen sich um den Aufbau von Technologien zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern.

- Soziale Vorreiter

Hierbei handelt es sich um Unternehmen, die sich besonders im Bereich der sozialen Standards engagieren z.B. durch soziales Engagement in der Gesellschaft.

- Nachhaltige Aktien

Diese stellt die allgemeinste Gruppe von Unternehmen dar, die einen positiven Zugang zum nachhaltigen Wirtschaften haben und diesen in Marktauftritten zeigen, ohne selbst ein nachhaltiges Produkt oder eine Dienstleistung zu erzeugen.[49]

Die Investition in ethikbasierte Aktien bietet dem Anleger grundsätzlich zwei Vorteile:

- Der Investor kann genau das Unternehmen wählen, welches seinen persönlichen Kriterien und dabei insbesondere seinen ethisch-nachhaltigen Vorgaben entspricht. Die Aktien sind langfristige Investments, trotzdem können sie jederzeit verkauft werden, z.B. wenn dem Anleger die nachhaltigen Aspekte der Aktiengesellschaft nicht mehr genügen oder der Anleger kurzfristig liquide Mittel benötigt.
- Aktionäre haben ebenfalls die Möglichkeit, über Rede-, Frage- und Stimmrechte während der Aktionärsversammlung den Organen der Aktiengesellschaft die eigenen ethisch-nachhaltigen Vorstellungen darzulegen[50] und damit Einfluss auf das betreffende Unternehmen zu nehmen.[51]

Für Anleger, die sich bislang noch wenig mit dem Thema nachhaltiger Aktien beschäftigt haben, ist es sehr schwierig, Aktien zu finden, die ethischen und ökonomischen Anforderungen genügen. Wer dennoch in Aktien investieren möchte, kann für das eigene Depot auch die in den verschiedenen Nachhaltigkeitsindizes, auf die wir später noch zu sprechen kommen, vertretenen Aktien erwerben.[52]

2.3.2 Anleihen

Neben Aktien sind Anleihen klassische Börsenwertpapiere.[53] Anleihen werden von der öffentlichen Hand, von Geldinstituten oder Großunternehmen ausgegeben, um große Investitionsvorhaben zu finanzieren.[54] Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere und anders als Aktien keine Unternehmensanteile, sondern Schuldverschreibungen. Mit einer Anleihe erwirbt der Anleger eine Forderung gegenüber dem Schuldner. Unternehmen aber auch der Staat leihen sich mit Hilfe von Anleihen Geld für einen festgelegten Zeitraum. Im Gegenzug erhält der Anleger jährlich einen Zins in einer bestimmten Höhe und am Ende der Laufzeit das geborgte Kapital zurück.[55]

Im Gegensatz zu Aktien gibt es bei Anleihen kein Stimmecht,[56] der Anleger muss der Politik des Unternehmens insbesondere in Bezug auf ethisch-nachhaltige Aspekte vertrauen.[57] Dennoch besteht eine ethische Steuerungsmöglichkeit vor allem dann, wenn man beim Kauf der Anleihen auf die Auswahl der damit finanzierten Projekte achtet.[58]

Anleger, die bei der Auswahl ihrer Anleihen nicht nur auf Bonität und Zinsen sondern auch auf Nachhaltigkeit achten, finden mittlerweile ein reichhaltiges Angebot vor.[59] Bei Unternehmensanleihen haben es die Anleger einfach, denn sie können auf die Auswahlverfahren für Aktien zurückgreifen. Investoren, die ihr Geld in Staatsanleihen anlegen möchten, sind auf speziell auf Länder zugeschnittene Ratingverfahren angewiesen. In Europa starteten Ende der 90er- Jahre Banken erste Versuche, staatliche Emittenten von Anleihen nach sozialen und ökologischen Kriterien zu untersuchen. Zu den Vorreitern gehört hier beispielsweise die Zürcher Kantonalbank, die 30 OECD-Staaten als Schuldner auf ihre Nachhaltigkeit hin analysierte.[60]

2.3.3 Direktbeteiligungen

Direktbeteiligungen sind Anlageprodukte, bei denen die Käufer zu Miteigentümern an einem Unternehmen werden.[61] Darunter versteht man auch Investments, die direkt ökologisch-nachhaltigen Projekten zugutekommen z.B. im Bereich der alternativen Energieerzeugung (z.B. Wasserkraftwerke).[62] Zur Gruppe der Direktbeteiligungen gehören beispielsweise Beteiligungen an Unternehmen als Kommanditist, stiller Gesellschafter oder Gesellschafter einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts.[63]

Direktbeteiligungen können eine sehr rentable Geldanlagemöglichkeit darstellen, da sie steuerliche Vergünstigungen genießen. Die Sicherheit von Direktbeteiligungen ist von Fall zu Fall verschieden; sie hängt von der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens ab.[64]

Direktbeteiligungen haben bei Projekten und Unternehmen mit ökologischer und sozialer Ausrichtung an Bedeutung gewonnen, und aus Sicht der Nachhaltigkeit bilden Direktbeteiligungen diejenige Anlageform, die am meisten Transparenz gewährt, da sich der Anleger bewusst an einem von ihm ausgewählten und als nachhaltig identifizierten Unternehmen beteiligt[65] und als Miteigentümer direkten Einfluss auf eine ethisch orientierte Veränderung der Unternehmenspolitik hat.[66]

2.3.4 Immobilien

Mit der Corporate Social Responsibility bekennen sich Unternehmen zu ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung. Dies trifft auch auf die Bau-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zu.[67]

Geldanlagen in Immobilien erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Immobilienfonds sind Investmentfonds, die es Anlegern ermöglichen, sich mit kleinen Beträgen an Immobilien zu beteiligen.[68] Mit der Planung, Errichtung und Bewirtschaftung von nachhaltigen Gebäuden wird das Ziel verfolgt, Objekte mit einer hohen funktionalen und technischen Qualität zu errichten und dabei ökonomische, ökologische und soziale Anforderungen mitzuberücksichtigen.[69]

Die Vorteile gegenüber konventionellen Gebäuden sind:

- geringere Versicherungsbeiträge
- Minimierung der Lebenszykluskosten
- höherer Immobilienwert und höhere Produktivität
- verbessertes Image
- reduzierte Risiken
- positiver Einfluss auf die Gesundheit der Bewohner und Nutzer
- reduzierte Effekte auf Umwelt, Infrastruktur und lokale Wirtschaftsstrukturen[70]

Wie ersichtlich ist, bieten nachhaltige Immobilen viele Vorteile gegenüber konventionellen Gebäuden. Trotzdem befindet sich das Marktsegment „nachhaltige Immobilieninvestments“ erst am Anfang einer möglichen Karriere. Das Wachstum in diesem Bereich wird vor allem von einer aktiven Informations- und Kommunikationspolitik der Finanzdienstleister abhängen. Hier gibt es derzeit noch einen großen Nachholbedarf.[71]

2.3.5 Investmentfonds

Investmentfonds stellen eine indirekte Form der Kapitalanlage dar, wobei das vorhandene Fondsvermögen in einzelne Anlageinstrumente wie Wertpapiere, Immobilien oder Beteiligungen investiert wird. Ein Investmentfond ist ein gesammeltes Sondervermögen zahlreicher Anleger und wird von einem Fondsmanager verwaltet.[72] Erwirbt der Anleger Investmentfondsanteile wird er Miteigentümer am Fondsvermögen. Damit hat er Anspruch auf einen anteiligen Gewinn und das Recht zur Anteilsrückgabe zum jeweiligen Rücknahmepreis. Der generelle Vorteil von Investmentfonds liegt in der Streuung des Anlagerisikos.[73]

Je nach Anlagekategorie wird unterschieden zwischen:

- Rentenfonds (investieren nur in Anleihen)
- Aktienfonds (investieren nur in Aktien)
- Gemischte Fonds (investieren sowohl in Anleihen als auch in Aktien)
- Immobilienfonds (investieren nur in Immobilien)
- Hedgefonds (investieren in eine Vielzahl von Assetklassen)[74]

„Grüne Fonds“ sind kein Nischenprodukt mehr. Anleger können zwischen 274 nachhaltigen Fonds, in denen 21 Milliarden Euro verwaltet werden, wählen. Im Zeitraum 2008 bis Januar 209 haben sie sich mit einem Verlust von 37% gar besser geschlagen als der Durchschnitt aller Investmentfonds.[75]

Die folgende Aufzählung von Fondsarten ist keinesfalls vollständig, da sich die Kapitalmärkte ständig ändern und auch ein fortwährender Wandel in der Investmentbranche stattfindet.[76]

Momentan stehen Anlegern im deutschsprachigen Raum jedoch folgende Fondsarten zur Verfügung:

- Indexfonds
- Nachhaltigkeitsfonds
- Ökologische Fonds
- Renten- und Mischfonds
- Technologiefonds
- Themenfonds[77]

2.3.5.1 Indexfonds

Indexfonds, sind darauf ausgerichtet, das Wertpapier-Portfolio des Indizes, an den er sich anlehnt, nach Art und Gewichtung der unterschiedlichen Papiere nachzubilden. Damit durchläuft der Fonds eine fast gleichgerichtete Entwicklung, abzüglich der Kosten, wie der ihm zugrunde liegende Index. Da die Fondsgesellschaft nur einmal bei der Auflegung des Fonds das Portfolio zusammenstellen muss, spricht man von einem „passiv gemanagten Fonds“. Aufwendige Researchen entfallen und der Fondsmanager trifft keine Auswahl am Titel; Art und Menge der Titel werden vielmehr durch die Zusammenstellung des Indizes bestimmt.[78]

Bisher zögern Banken, nachhaltige Indexfonds auf den deutsprachigen Markt zu bringen. Im Augeblick bieten nur die Barclays-Tochter Indexchange mit dem DJ Euro Stoxx Sustainability 40 und die belgische Dexia mit dem TrackIndex entsprechende Produkte an. Die SAM Group bietet ebenfalls mit dem SAM Sustainable Global Leaders einen Indexfonds an, jedoch sind dessen Gebühren höher als die reiner Indexfonds, ohne dabei besser zu sein.[79]

2.3.5.2 Nachhaltigkeitsfonds

Nachhaltigkeitsfonds verfolgen Anlageentscheidungen nicht nur auf wirtschaftlicher Basis, sondern vor dem Hintergrund einer ökologischen, sozialen oder ethischen Verantwortung.[80] Berücksichtigt werden unter anderem etwa das Lohnsystem, Kinderarbeit oder auch Korruption. Es wird nicht nur auf den Shareholder-Value geachtet, sondern auch auf die Gesichtspunkte des Stakeholder-Value wird großer Wert gelegt.[81]

Es werden nur Unternehmen ausgewählt, die nachhaltig wirtschaften. Die Auswahl der Wertpapiere, in die der Fonds anlegt, erfolgt nach einer im Fondsprospekt festgeschriebenen Methode.[82] Mithilfe von Nachhaltigkeitskriterien werden die Branchenbesten zusammengefasst und in Portfolios zusammengefasst.[83]

Fonds dieser Art orientieren sich an Indizes wie dem Dow Jones Sustainability oder dem FTSE4Good. Diese Portfolios beinhalten internationale Konzerne wie den Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle oder den deutschen Versorger E. ON.[84]

2.3.5.3 Ökologische Aktienfonds

Zu ökologischen Aktienfonds gehören Portfolios, die ihre Aktien nach deutlich strengeren ökologischen Kriterien auswählen als dies die Nachhaltigkeitsfonds tun. Sie beschränken sich dabei nicht nur auf Umwelttechnologiewerte. Der Ökovision von Ökorenta, besteht aus zwei Dritteln aus Nebenwerten und investiert auch in Versorger oder in Telekommunikationsunternehmen.[85]

Bei der Auswahl der Unternehmen wird darauf geachtet, dass sie in ihrer Branche und Region unter ökologischen und ethischen Aspekten führend sind und die größten Ertragsaussichten besitzen. Ausgeschlossen werden wiederum Unternehmen, die in Bereichen wie Atomkraft oder Rüstung tätig sind.[86]

Mögliche Ausrichtungen ökologischer Aktienfonds sind:

- Zukünftige Ressourcen

Diese Form der Investmentfonds legt in Aktien von Unternehmen an, die in den Geschäftsbereichen Wasser, Agrochemie und Erneuerbare Energien tätig sind.

- Neue Energien

Technologien, welche die Nutzung heimischer Energiereserven fördern, z.B. Windkraft oder Biomasse.

- Energieerzeugung zur Fortbewegung und Vor-Ort-Nutzung

Diese Technologien zielen darauf ab, den klassischen Verbrennungsmotor zu ersetzen, z.B. durch Hybridfahrzeuge.

- Energiespeicherung

Energieversorgungssysteme, die dafür vorgesehen sind, den Spitzenbedarf zu bedienen, z.B. Schwungräder.

- Servicetechnologien für alternative Energien

Supraleiter, Energietechnik usw.

- Aktueller Klimawandel

Zur Beurteilung der Klimawirkung haben sich Wissenschaftler auf die Verwendung von Kohlendioxid und Kohlendioxidäquivalenten geeinigt, weil es in allen fossilen Brennstoffen vorhanden ist. Dadurch kann man die bei der Verbrennung entstehende Menge leicht messen.[87]

Die einzelnen Aktienfondskategorien lassen sich nicht immer eindeutig voneinander abgrenzen, da die Fondsgesellschaften bereits bestehende Anlagekonzepte mischen, um neue Produkte zu kreieren.[88]

[...]


[1] Vgl. Dreblow [ethics in investment 2005], S.5.

[2] Vgl. Franck et al. [Markt für nachhaltige Investments 2002], S.47.

[3] Vgl. Gabriel/Schlagnitweit [Das gute Geld 2009], S.114.

[4] Vgl. Friesenbichler/Reithofer [Kriterien ethischer Veranlagung 2001], S.68.

[5] Vgl. von Rosen [Nachhaltige Geldanlagen 2009], S.83.

[6] Vgl. Gabriel [Nachhaltigkeit am Finanzmarkt 2007], S.82.

[7] Vgl. Pinner [Ethische Investments 2003], S.20f.

[8] Vgl. Pinner [Ethische Investments 2003], S.21.

[9] Vgl. Pinner [Nachhaltig investieren 2008], S.18f.

[10] Vgl. Oberdorfer [Ethisch-nachhaltige Investments 2007], S.24f.

[11] Vgl. Pinner [Ethische Investments 2003], S.20f.

[12] Vgl. Gabriel [Ethik in der Geldanlage 2008], S.31.

[13] Vgl. Gabriel/Schlagnitweit [Das gute Geld 2009], S.119.

[14] Vgl. Gabriel [Ethik in der Geldanlage 2008], S.31.

[15] Vgl. Gabriel/Schlagnitweit [Das gute Geld 2009], S.120.

[16] Vgl. Gabriel [Ethik in der Geldanlage 2008], S.32.

[17] Vgl. von Flotow [Anlageuniversum 2008], S.11.

[18] Vgl. Gabriel/Schlagnitweit [Das gute Geld 2009], S.121.

[19] Aristoteles war ein griechischer Philosoph.

[20] Adam Smith war Begründer der modernen Nationalökonomie im 18. Jahrhundert.

[21] Vgl. Werner [Ökologische Investments 2009], S.27.

[22] Vgl. Werner [Ökologische Investments 2009], S.27f.

[23] Vgl. Kirchhoff [Investor Relations 2007], S.109.

[24] Vgl. Werner [Ökologische Investments 2009], S.27f.

[25] Vgl. Kirchhoff [Investor Relations 2007], S.109.

[26] Vgl. Schneeweiß [Kursbuch ethische Geldanlagen 2002], S.90.

[27] Social Responsible Investment ist der amerikanische Ausdruck für „ethikbasierte“ Investments.

[28] Vgl. Werner [Ökologische Investments 2009], S.28.

[29] Vgl. Oberdorfer [Ethisch-nachhaltige Investments 2007], S.27.

[30] Vgl. Werner [Ökologische Investments 2009], S.28.

[31] Vgl. Faust/Scholz [Nachhaltige Geldanlagen 2008], S.153.

[32] Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) ist ein Zusammenschluss von rund 120 Unternehmen

und Organisationen, die sich für nachhaltige Geldanlagen einsetzen; http://www.forum-ng.org.

[33] Vgl. Faust/Scholz [Nachhaltige Geldanlagen 2008], S.153.

[34] Vgl. Kahlenborn/Fritzsche [Nachhaltiger Anlagemarkt 2008], S.5.

[35] Vgl. Faust/Scholz [Nachhaltige Geldanlagen 2008], S.153.

[36] Vgl. Upgang [Gewinn mit Sinn 2009], S.66f.

[37] Die hier dargestellten Daten wurden nur unter Asset Managern erhoben und schließen nicht die

Assets institutioneller Investoren wie etwa Pensionsfonds mit ein.

[38] Vgl. Kahlenborn/Fritzsche [Nachhaltiger Anlagemarkt 2008], S.21.

[39] Vgl. Kahlenborn/Fritzsche [Nachhaltiger Anlagemarkt 2008], S.18.

[40] Vgl. Gabriel [Nachhaltigkeit am Finanzmarkt 2007], S.94.

[41] Vgl. Faust/Scholz [Nachhaltige Geldanlagen 2008], S.135.

[42] Vgl. Gabriel [Nachhaltigkeit am Finanzmarkt 2007], S.94f.

[43] Vgl. Faust/Scholz [Nachhaltige Geldanlagen 2008], S.135.

[44] Vgl. Nitzl [Ethikfonds 2008], S.13.

[45] Vgl. Nitzl [Ethikfonds 2008], S.13.

[46] Kohrs/Grün [Ethisch Geld anlegen 2008], S.99.

[47] Vgl. Khalenborn et. al [Mehr Wert 2002], S.15.

[48] Vgl. Werner [Ökologisches Investment 2009], S.133 und Khalenborn et. al [Mehr Wert 2002],

S.15ff.

[49] Vgl. o.V. [Anlagenformen 2010], o.S.

[50] Vgl. Werner [Ökologisches Investment 2009], S.134.

[51] Vgl. Gabriel/Schlagnitweit [Das gute Geld 2009], S.149.

[52] Vgl. Upgang [Gewinn mit Sinn 2009], S.100.

[53] Vgl. Busch et al. [Börsenlexikon 2003], S.24.

[54] Vgl. Gabriel/Schlagnitweit [Das gute Geld 2009], S.149.

[55] Vgl. Gerth [Die Geld Verbesserer 2008], S.93f.

[56] Vgl. Gabriel/Schlagnitweit [Das gute Geld 2009], S.150.

[57] Vgl. Werner [Ökologisches Investment 2009], S.149.

[58] Vgl. Gabriel/Schlagnitweit [Das gute Geld 2009], S.150.

[59] Vgl. Upgang [Gewinn mit Sinn 2009], S.84.

[60] Vgl. Gerth [Die Geld Verbesserer 2008], S.93f.

[61] Vgl. Finette [Nachhaltigkeit im Vermögensaufbau 2007], S.48.

[62] Vgl. Khalenborn et. al [Mehr Wert 2002], S.36.

[63] Vgl. o.V. [Anlagenformen 2010], o.S.

[64] Vgl. o.V. [Anlagenformen 2010], o.S.

[65] Vgl. o.V. [Anlagenformen 2010], o.S.

[66] Vgl. Gabriel/Schlagnitweit [Das gute Geld 2009], S.160f.

[67] Vgl. Schäfer/Gromer [Nachhaltige Geldanlagen 2008], S.395f.

[68] Vgl. o.V. [Anlagenformen 2010], o.S.

[69] Vgl. Schäfer/Gromer [Nachhaltige Geldanlagen 2008], S.396.

[70] Vgl. Upgang [Gewinn mit Sinn 2009], S.171.

[71] Vgl. Schäfer/Gromer [Nachhaltige Geldanlagen 2008], S.410f.

[72] Vgl. Werner [Ökologisches Investment 2009], S.149.

[73] Vgl. Kohrs/Grün [Ethisch Geld anlegen 2008], S.105f.

[74] Vgl. Gabriel/Schlagnitweit [Das gute Geld 2009], S.151f.

[75] Vgl. Upgang [Gewinn mit Sinn 2009], S.113.

[76] Vgl. Moll [Handbuch Geldanlagen 2009], S.233.

[77] Vgl. Upgang [Gewinn mit Sinn 2009], S.113., Pinner [Ethische Investments 2003], S.171 und

Gerth [Die Geld Verbesserer 2008], S.99ff.

[78] Vgl. Werner [Ökologisches Investment 2009], S.124.

[79] Vgl. Gerth [Die Geld Verbesserer 2008], S.101.

[80] Vgl. Moll [Handbuch Geldanlagen 2009], S.236.

[81] Vgl. Gruber [Ethische Investments im Trend 2001], S.97.

[82] Vgl. Moll [Handbuch Geldanlagen 2009], S.236.

[83] Vgl. Gerth [Die Geld Verbesserer 2008], S.99.

[84] Vgl. Gerth [Die Geld Verbesserer 2008], S.99.

[85] Vgl. Gerth [Die Geld Verbesserer 2008], S.100.

[86] Vgl. Werner [Ökologisches Investment 2009], S.124.

[87] Vgl. Werner [Ökologisches Investment 2009], S.125f.

[88] Vgl. Gerth [Die Geld Verbesserer 2008], S.100.

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Titel: Ethikbasierte Investments