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Die Bürokratie als Herrschaftsform des modernen Staates

Hausarbeit 2010 14 Seiten

Politik - Grundlagen und Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bürokratie Begriff

3. Die Bürokratie als Herrschaftsform des modernen Staates

4. Zusammenfassung des Romans „Das Schloß“

5. Die Analyse des Werks aus der gesellschaftlichen Sicht

6. Eine kurze Analyse eines Films

7. Fazit

8. Lite raturverzeichnis

1. Einleitung:

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der „Bürokratie als Herrschaftsform des modernen Staates“. Damit wurden drei Theorietexte und ein literarischer Text analysiert. Die drei theoretischen Texte sind „Wirtschaft und Gesellschaft“, in dem Max Weber „die Grundlegung seines Bürokratie-Ansatzes erarbeitete“ 1, „Politik als Beruf“ wieder von Max Weber und „Macht und Gewalt“ von Hannah Arendt. Als literarischer Text wurde Franz Kafkas Werk „Das Schloß“ gewählt, in dem er die bürokratische Herrschaft aus der gesellschaftlichen Sicht beschrieben hat.

Einen Staat ohne eine nach bürokratischen Prinzipien aufgebauten Verwaltung können wir uns heute kaum vorstellen. (Kieser, S. 63) Weber „(…)stellte die Bürokratie in einen Zusammenhang mit dem Prozess der Rationalisierung, d.h mit der sich im Laufe der Geschichte steigernden Fähigkeit des Menschen, sich mit der natürlichen und sozialen Umwelt geistig auseinander zu setzen und gestaltend in sie einzugreifen. Weber war nicht nur einer der Begründer der Soziologie, seine Analysen zur Bürokratie machten ihn insbesondere zum Webbereiter der modernen Organisationstheorie.“ (K ieser, S.63)

In Webers Bürokratie Erkenntnis stehen d ie Begriffe Macht und Herrschaft in einer Sonderstellung.

Nach Weber bedeutet „ Die Macht“: "jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht". (Weber, 1972a: 28)

„Die Herrschaft“ bedeutet hingegen "die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden". (Weber, 1972b: 28)

Die Bürokratische Herrschaft ist der Schwerpunkt des Bürokratie-Ansatzes von Max Weber. Sie ist sozusagen „Sine qua non“ des modernen Staates.

Nach Hannah Arendt: „Macht entspricht der menschlichen Fähigkeit, nicht nur zu handeln oder etwas zu tun, sondern sich mit anderen zusammenzuschließe und im Einvernehmen mit ihnen zu handeln. Über Macht verfügt niemals ein Einzelner; sie ist im Besitz einer Gruppe und bleibt nur solange existent, als die Gruppe zusammenhält“ (Arendt 1996: 45)

Franz Kafka ist ein anderer berühmter Vertreter, der die Herrschaft der Bürokratie in seinen Werken thematisiert und am besten beschreibt.

In diesem Werk “das Schloß” hat Kafka eine in einer totalen Unterdrückung lebende Gesellschaft beschrieben. In diesem Roman wurde der Kampf des Landvermessers K. gegen die bürokratische Herrschaft thematisiert, die in einem Wohnviertel von der Verwaltung des Schlosses durch die gehorsame Dorfbevölkerung legitimiert war.

Aus diesem Buch kann man den Konflikt zwischen individueller Existenz und kollektiver Gewalt herauslesen. Ist es möglich, unter den abstrakten dominanten Mächten als ein existentes Individuum zu überleben? Oder ist es möglich, als ein unabhängiges Individuum zu überleben? Aus diesem Buch liest man heraus, dass es eine Bekämpfung ge gen die kollektive Autorität (bürokratische Herrschaft) gibt.

Der Begriff der Bürokratie wird, wenn man darüber redet, meistens im jeden Teil der Gesellschaft antipathisch gesehen. Ist sie aber in der Tat so ein modernes Foltermittel, wie es gesehen wird?

2. Der Begriff „Bürokratie“

Das Wort „Büro“ stammt aus dem Wort „bureau“, was auf Französisch „das grüne Tuch, das die Bürotische abdeckt“ bedeutet. Man verwendete es kurz vor der Französische n Revolution nicht nur um den Schreibtisch, sondern auch um das Arbeitszimmer der Beamten zu beschreiben. In Kürze errang es eine weltweite Bedeutung. Somit gilt das Wort „Bürokratie“ als „die Macht der Behörden“, oder „die Verwaltung der staatlichen Stelle n“. Obwohl die Entstehung der Bürokratie zu alt ist, fanden die theoretischen Studien der Funktionen der Strukturen zumeist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und am Anfang des 20. Jahrhunderts statt.

Den Begriff der Bürokratie verwendet man in der Sozialwissenschaft, um die administrative Struktur zu beschreiben, welche die von der Gesellschaft entwickelten Gesetze darstellt.

Aus der gesellschaftlichen Sicht bedeutet die Bürokratie: die Herrschaft der Beamten, Genehmigungen in der behördlichen Bürokratie, die Bestätigungen, Unterschriften, die Regeln, die Verschwendung der Zeit und vor allem die Verschärfung des behördliche Verkehrs.

3. Die Bürokratie als Herrschaftsform des modernen Staates

Die Bürokratie wird gemeinhin mit dem Namen Max Webers erwähnt. Abgesehen davon errang sie auch eine Bedeutung in der früheren Periode der Entstehung der Bürokratie aus dem anderen Blickwinkel von Karl Max.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts von dem berühmten Soziologen Max Weber dargestellten Begriff der Bürokratie unterscheidet sich von dem oben genannten Bürokratie-Begriff. Im Bürokratie-Modell werden die Aufgaben nach einem hierarchischen System angeordnet, das von Weber als eine Organisationsstruktur beschrieben wurde. Auf jeder Ebene dieser Hierarchie sind die Zuständigkeiten und die Aufgaben durch die vorschriftliche n Regeln im Voraus formal bestimmt.

In dieser Hierarchie sind die Aufgaben nach Ebenen verteilt, die unpersönlich, von Experten mit bestimmten Regeln und Normen formal ausgeführt werden. (vgl. Benz, Arthur: )

Max Weber formuliert einen Idealtypus der Bürokratie durch folgende fünf Merkmale:

- deutliche Hierarchie der Autorität und des Instanzenzuges.
- das Verhalten der Organisationsmitglieder (Beamten) wird auf allen Ebenen der Organisation durch schriftliche Regeln umschrieben
- die Beamten sind vollbeschäftigt und erhalten ein fixiertes Geld
- Berufs- und Privatleben werden voneinander räumlich und zeitlich getrennt

Nach Weber „Das Rechtsystem des modernen Staates ist dann legitim, solange es die Gesetze basiert“. Diese Legitimität umfasst nicht nur rechtliche Legitimität, sondern auch die soziale Legitimation.

Der moderne Staat gilt, wenn man in einer politischen Gemeinschaft die administrativen und rechtlichen Regeln, Verwaltungsorganisation und eine berechtigte beherrschende Macht der Durchsetzung angewendet wird.

Wie man sieht, hat Weber die Bürokratie als eine Organisationsstruktur beschrieben. Er wollte eigentlich die Probleme beseitigen, von welchen wir heute glauben, dass sie aufgrund der Bürokratie entstehen. Vor allem wollte Weber durch die ideale Organisationsstruktur die Effektivität erhöhen.

Aber je effizienter heute dieser Begriff in einem Land verstanden wird, desto mehr scheint es ein unentwickeltes Land zu sein. Weber behauptet demgegenüber, ohne bürokratische Regeln gilt kein moderner Staat als Staat.

Im Weber Bürokratie-Ansatz haben die Macht und Herrschaft eine große Bedeutung.

Nach Weber bedeutet „Die Macht“: "jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht". (Weber, 1972a: 28)

Max Weber beschreibt die Macht als eine Chance, den eigenen Willen gegen den Widerstand der Betroffenen durchzusetzen.

„Die Herrschaft“ bedeutet hingegen "die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden". (Weber, 1972b: 28)

Nach ihm ist die Herrschaft gleich Autorität, die einer Chance für einen Befehl Gehorsam zu finden aufgrund des Glaubens an die Legitimität der Herrschaftsausübung. Max Weber studierte die Beziehungen der Gesellschaft in Bezug auf die Macht und Herrschaft. Auf diese Weise hat er eine Herrschaftstypologie dargestellt. Nach Weber können die in den historischen Prozessen dargestellten Arten der Herrschaft unter drei Überschriften zusammengefasst werden. Dies sind die traditionelle Herrschaft, c harismatische Herrschaft und die legal-rationale Herrschaft.

Wie nun definiert Weber den Begriff des Staates? - Der Staat als politischer Verband (S. 5) basiert auf physischer Gewaltsamkeit (sic), da jede Art von sozialer Gemeinschaft, der diese Gewaltsamkeit unbekannt ist, als „Anarchie“ zu bezeichnen ist. Eine weitere Basis ist das „Gebiet“ in dem Sinne, dass die soziale Gemeinschaft das „Monopol legitimer physischer Gewaltsamkeit“ (S. 6) für dieses Gebiet einfordert.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Staat „ein auf das Mittel der legitimen (das heißt: als legitim angesehenen) Gewaltsamkeit gestütztes Herrschaftsverhältnis von Menschen über Menschen“ ist. (S. 7f)

In diesem Zusammenhang ist auch Webers Ausführung zur „Politik“ zu verstehen. Politik bedeutet Streben nach Beeinflussung der Macht oder der Wille zur Macht an sich. Dieses Bestreben muss in einem Staat allerdings legitimiert sein.

Weber führt drei Legitimitätsgründe zur Rechtfertigung einer - wie er es bezeichnet - Herrschaft an: Im ersten Schritt führt er die „traditionale“ Herrschaft an und bezeichnet sie als „Autorität des << ewig Gestrigen >>“.

Die für Weber intensivste Legitimation ist die des „Charismas“, also die persönliche Hingabe und die besondere Veranlagung in einem Menschen zu Führung, Heldentum und Botschaft. Hier findet der größte Gehorsam auf Grund von „Hingabe der Gehorchenden“ (S. 9) statt und hier liegt der Gedanke des Berufs - des Berufs als Staatsführer - besonders nahe.

In letzter Konsequenz führt Weber die Herrschaft kraft „Legalität“ ins Treffen und argumentiert über die Ausführung der durch „rational geschaffene Regeln“ geschaffene „Kompetenz“ (S. 8) die Entstehung der „Staatsdiener“ mit der „Einstellung auf Gehorsam in der Erfüllung satzungsmäßiger Pflichten“. Realistischer weise sieht Weber den Gehorsam des Staatsdieners an zwei Bedingungen geknüpft: materielles Entgelt und soziale Ehre (S. 10).

In seiner weiterführenden Argumentationen und Ableitungen kommt Weber zu dem Schluss, dass es zur „Aufrechterhaltung jeder gewaltsamen Herrschaft“ materielle Sachgüter bedarf und in einem modernen Staat die Staatsdiener - Verwaltungsbeamten - strikt von den sachlichen Betriebsmitteln getrennt werden, da diese der Staatsspitze zur Verfügung stehen müssen.

All diese Überlegungen führen Weber zu folgender Feststellung: (…) der moderne Staat [ist] ein anstaltsmäßiger Herrschaftsverband, der innerhalb eines Gebietes die legitime physische Gewaltsamkeit als Mittel der Herrschaft zu monopolisieren mit Erfolg getrachtet hat und zu diesem Zweck die sachlichen Betriebsmittel in der Hand seiner Leiter vereinigt (…) (S. 13)

Nach Hannah Arendt: „Macht entspricht der menschlichen Fähigkeit, nicht nur zu handeln oder etwas zu tun, sondern sich mit anderen zusammenzuschließe und im Einvernehmen mit ihnen zu handeln. Über Macht verfügt niemals ein Einzelner; sie ist im Besitz einer Gruppe und bleibt nur solange existent, als die Gruppe zusammenhält“ (Arendt 1996: 45)

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1 Weber, Max (1985): Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der Verstehenden Soziologie, 5. Aufl., Tübingen 1985 auf http://www.econo mag.de/maga zin/ 2009/7-8/244+Besser+als+ihr+Ruf

Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668168824
ISBN (Buch)
9783668308435
Dateigröße
602 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162891
Institution / Hochschule
Universität Wien – Politikwissenschaft
Note
2
Schlagworte
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Autor

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