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Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Wahl der Sozialformen und den Aufgabentypen im Unterricht?

Praktikumsbericht / -arbeit 2010 40 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurze Vorstellung der Schule und deren Rahmenbedingungen
2.1 Begründung der Schulwahl
2.2 Stundenplan über die hospitierten und gehaltenden Unterrichtsstunden
2.3 Übersicht über gehaltene Unterrichtsstunden

3. Dokumentation des Forschungsanliegens
3.1 Resümee der Studienskizze
3.2 Welche Auffälligkeiten/ Probleme/ ggf. methodische Kritik gab es bei der Durchführung des Forschungsprojektes und wie wurde darauf reagiert?
3.3 Darlegungen der Methoden der Schul- und Unterrichtsforschung - Erläuterungen zur Auswahl der Untersuchungsmethode für das Forschungsprojekt
3.3.1 Die Beobachtung als die hier zugrunde liegende Forschungsmethode
3.4 Ergebnisse und Resümee des Forschungsprojektes

4. Dokumentation der Entwicklungsaufgabe
4.1 Kurze Begründung der Entwicklungsaufgabe
4.2 Darstellung der Entwicklungsaufgabe anhand einer ausgewählten selbstgehaltenen Unterrichtsstunde
4.2.1 Darstellung einer selbst gehaltenen Unterrichtseinheit mittels des Methodenkreuzes
4.2.2 Mögliche Alternativen in der Einführung und Erarbeitungsphase innerhalb der Unterrichtsdurchführung
4.3 Darstellung und Reflexion der Entwicklungsaufgabe anhand der gehaltenen Unterrichtsstunden

5. Reflexion zum Methodenkoffer

6. Literaturhinweise

7. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Der folgende Reflexionsbericht bezieht sich auf mein vierwöchiges Praktikum, das ich im Rahmen des Theorie-Praxis-Moduls (TPM) vom September 2010 bis zum Oktober 2010 am … absolviert habe. Während dieser Praxisphase wird eigenständig ein Studienprojekt durchgeführt, welches auf der Grundlage des forschenden Lernens basiert. Das forschende Lernen stellt eine zielgerichtete Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis her (vgl. Altrichter/ Posch 2007, S. 333-334). Kernpunkte des Portfolios bilden die Darstellung des Studienprojekts und die Auswertung der Ergebnisse meiner Forschungsfrage. Zu Beginn dieser Arbeit werden zunächst die Praktikumsschule und die Rahmenbedingungen vorgestellt. Im Weiteren werden der Stundenplan der hospitierten und gehaltenen Unterrichtstunden und die Reflexion einer selbstgestalteten Unterrichtsstunde dargelegt. Schließlich wird am Ende der vorliegenden Arbeit auf die Wahl der Präsentationsmethode Talkshow, die im Rahmen des Seminars zu Erstellung eines Methodenkoffers vorgestellt und erläutert wurde, eingegangen.

2. Kurze Vorstellung der Schule und deren Rahmenbedingungen

Das X ist sowohl ein Berufskolleg als auch eine Berufliches Gymnasium in freier Trägerschaft des Erzbistums Paderborn mit der Fachrichtung für Sozial- und Gesundheitswesen, Erziehung und Soziales. Ein Jahr nach dem Ende des Zweites Weltkriegs ist die „Frauenfachschule für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen der katholischen Kirchengemeinde St. Agnes“ gegründet und 1948 offiziell staatlich anerkannt worden, da der Bedarf an Kindergärtnerinnen (heute Erzieherinnen) nach dem Krieg im Großraum Hamm groß war. Die Frauenfachschule ist 2006 in das „Berufskolleg und berufliches Gymnasium des Erzbistums Paderborn“ umgenannt worden. Die berufsbildende Institution ist eine von fünf berufsbildenden Schulen der Stadt Hamm (vgl. http://www.franziskus-berufskolleg.de)[2], wobei hinzugefügt sollte, dass dieses Berufskolleg das einzige private Berufskolleg in Hamm ist.

Aktuell besuchen in diesem Schuljahr (2010/2011) 472 Schüler und Studierende das Berufskolleg. Es finden sich neben den ortsansässigen auch eine größere Anzahl von Schülern und Studierenden aus Regionen ein, die nicht zur Kommune der Stadt Hamm gehören. Der Unterricht wird zurzeit von 34 Lehrkräften geführt. Insgesamt gibt es 38 Räume, davon werden dreizehn als Klassenräume und fünf als Fachräume (je einen für den Kunst-, Musik-, Informatik-, Theaterunterricht und für den naturwissenschaftlichen Unterricht) genutzt. Daneben gibt es zwei Gruppenräume und einen frei zugänglichen Computerraum (Internet-Pool). Das Gebäude besteht aus zwei Gebäudeteilen, die durch das Treppenhaus miteinander verbunden sind und teilt sich in drei Etagen auf. Durch die überschaubare Größe der Schule findet ein persönlicher und vertrauensvoller Umgang mit den Schülern statt. Zudem fühlen sich die Lehrkräfte der christlichen Botschaft verpflichtet und für die Schülerschaft ist die Teilnahme am Religionsunterricht und an den Gottesdiensten zu bestimmten Anlässen selbstverständlich.

Das St.-Franziskus-Berufskolleg präsentiert ein besonders breites und pluralistisches Bildungsgang- und Fächerangebot. Die schulischen Tätigkeiten liegen hauptsächlich in den Bereichen der staatlich anerkannten und allgemein bildenden Berufsabschlüsse sowie in denen der Berufsausbildung. Es können die Fachoberschulreife, Fachhochschulreife (die schulische Klassenbezeichnung lautet FOS12B) und die allgemeine Hochschulreife (die schulische Klassenbezeichnung lautet FOS13) als allgemeinbildende Ausbildung erworben werden. Zudem können folgende andere Ausbildungsziele angestrebt werden: staatlich geprüfte/r Sozialhelfer/in[3] mit Fachhochschulreife (Ausbildungsart: Berufsausbildung), Fachhochschulreife mir beruflichen Kenntnissen (Ausbildungsart: Fachoberschule und Sozial- und Gesundheitswesen), staatlich anerkannte/r Erzieher/in (Ausbildungsart: Fachschule für Sozialwesen - Fachrichtung Sozialpädagogik) oder staatlich anerkannte/r Erzieher/in mit Allgemeiner Hochschulreife (Ausbildungsart: Berufliches Gymnasium; die Klassenbezeichnung lautet EA11 bis EA14).

Neben den Qualifikationen, allgemeinen und beruflichen Ausbildungen bietet die Schule zahlreiche Programme für Lehrer und Schüler bzw. Studierende an. Ein weiteres Angebot ist die Musik- und Theatergruppe. In der Musikgruppe erhalten die Schüler sowohl eine Musikgitarre als auch qualifizierten Unterricht gegen eine Pfandgebühr, da sich die leitenden Kräfte (Schulleiter, stellvertretender Schulleiter und Bildungsgangleiter) darüber einig sind, dass ein bzw. eine qualifizierte Erzieher/ in zur musikalischen Untermalung im Elementarbereich ein Instrument spielten können sollte.

Des Weiteren ist dem christlich orientierten Berufskolleg die enge Zusammenarbeit mit dem Träger des Erzbistums Paderborn, den Schülern, aber auch mit den Eltern sehr wichtig. Aus diesem Grund gibt es einen Lehrerrat, eine Schüler- und eine Elternvertretung.

In meinem Praktikum werde ich insbesondere in den zwei Klassen des Beruflichen Gymnasiums und die Klasse der Fachoberschulreife eingesetzt. Daneben werde ich auch in anderen Bereichen, wie beispielsweise in den Bildungsgängen zu den Sozialhelfern und Klassen der Fachhochschule hospitieren und selbstständig unterrichten. Alle Klassen aller Bildungsgänge werden im Rahmen ihrer jeweiligen Ausbildung sowohl und dem Unterrichtsfach Deutsch als auch in Sozialpädagogik und Erziehungswissenschaften unterrichtet. Darüber hinaus ist mir die Möglichkeit eingeräumt worden, dass ich gemeinsam mit der zuständigen Lehrperson an bestimmten Praktikumsbesuchen teilnehmen und die angehenden Erzieher/innen in der Praxis beobachten könne.

Ich habe einen sehr positiven Eindruck von dem St.-Franziskus-Berufskolleg gewonnen, da fast alle Lehrer sehr schülerorientiert arbeiten und mir als Praktikantin eine Menge an Möglichkeiten anboten, um einen umfangreichen Einblick in den Alltag des Lehrers und der Institution der weiterführenden Schule zu bekommen. Zudem sind die Lehrer gegenüber der Schülerschaft und mir äußerst hilfsbereit und nehmen sich bei entstandenen Fragen ausreichend Zeit für Erklärungen und Hilfestellungen.

2.1 Begründung der Schulwahl

Da ich selbst vor Jahren die Sekundarstufe I in einer privaten katholischen Mädchenschule absolviert habe, galt mein besonderes Interesse, das Schulpraktikum in einem christlich orientierten Berufskolleg durchzuführen. Das … bietet trotz einer eher relativ überschaubaren Schüler- und Studierendenanzahl sechs unterschiedliche Bildungsgänge an. Dieser Umstand hat meine Aufmerksamkeit ebenso geweckt, da die jeweiligen Klassengrößen auch dementsprechend übersichtlich groß sind und von daher ein konzentriertere Lern- und Arbeitsatmosphäre zu erwarten ist, die mir als Berufsanfängerin im Rahmen meines Praktikums sehr entgegenkommt. Des Weiteren haben recht viele Personen aus meinem privaten Umfeld diese Schule besucht und in unserer hiesiegen Lokalzeitung werden in regelmäßigen Abständen Artikel über unterschiedliche Projekte oder Ähnliches verfasst, was mich zu der Annahme geführt hat, dass das St.-Franziskus-Berufskolleg einen relativ hohen Qualifikationsstandard im Hinblick auf die vollzeitschulischen Bildungsgänge vertritt.

Letztlich überzeugte mich die relativ unbürokratische und sehr freundliche Art und Weise des Schulleiters, nachdem ich im Vorfeld mein erstes Vorstellungsgespräch mit ihm hatte. Insgesamt lässt sich sagen, dass ich von Beginn an am katholischen St.-Franziskus-Berufskolleg sehr nett empfangen wurde, was meine Wahl der Praktikumsstelle zugleich bekräftigte und bestätigte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Stundenplan über die hospitierten und gehaltenden Unterrichtsstunden

Fächerbezeichnungen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Klassenbezeichnungen mit Ausbildungsziel:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3 Übersicht über gehaltene Unterrichtsstunden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Dokumentation des Forschungsanliegens

3.1 Resümee der Studienskizze

Meine Beobachtungen während der Praxisphase standen unter der Fragestellung, ob sich ein Zusammenhang zwischen den Sozial- und Aufgabenformen nachweisen lässt, die in den verschiedenen Unterrichtsklassen- und fächern methodisch angewendet werden und ob sich tendenzielle Anwendungshäufigkeiten für unterschiedliche Schwierigkeitsgrade der Aufgaben ermitteln lassen. Als Sozialform kann auch die Art und Weise bezeichnet werden, mit welcher die Lehrkraft die Schüler zum Lernen organisiert oder die Schüler sich selbst organisieren können.

Nach einer Rückmeldung der Dozenten habe ich meine Studienskizze überarbeitet. Zum einen hatte ich zu Beginn der Studienskizze die ersten Kontakte zur Schule zu weit und lang geschildert. Zum anderen habe die Fragestellung hinsichtlich der Relationen zwischen den Aufgaben- und Sozialformen nicht ausreichend erläutert, so dass ich in dieser Arbeit umso umfassender darauf eingehen möchte. Nachdem ich hierzu eine Rückmeldung erhalten habe, wurde mir bewusst, dass ich mein Forschungsanliegend nicht adäquat ausformuliert hatte.

Da ich in meiner Beobachtung die Anwendung unterschiedlicher Aufgabenformen im Hinblick auf die Wahl die Sozialform beobachten möchte, sind die Handlungsmuster, die die Lehrperson vorgibt, ebenso relevant. Auch darauf war ich in meiner Studienskizze nicht eingegangen. „Handlungsmuster bestimmen die Form, in der sich Lehrer und Schüler die natürliche und gesellschaftliche Wirklichkeit aneignen. […] Sie haben einen bestimmten Anfang und ein bestimmtes Ende […] [und sie] sind in sich zielgerichtet.“ (Meyer 2008, S. 279) Konkrete Handlungsmuster sind beispielsweise Lehrer- und Schülervorträge, Demonstrationen, Diskussionen, gelenkte Unterrichtsgespräche, Stillarbeit und betreute und selbstständige Schülertätigkeiten (vgl. Meyer 2008, S. 61).

Im Zuge der zwei Begleitseminare habe ich mich, in kooperativer Arbeit mit den anderen Gruppenmitgliedern, in der Vorbereitungsphase für diesen Themenschwerpunkt entschieden, da ich als zukünftige Lehramtsanwärterin gern qualitativ gut vorbereitet sein möchte, wenn es um die Wahl der gerechtfertigt erscheinenden Anforderungen und um die Überlegung geht, in welcher Sozialformen diese am produktivsten beantwortet und gelöst werden könnten.

In der Studienskizze habe ich keine eindeutige Hypothese im Hinblick auf die Ergebnisse meiner Forschungsfrage gebildet, so dass ich dies nun an dieser Stelle nachholen möchte. Zum einen nehme ich an, dass sich die von der Lehrperson gestellten Aufgaben und die jeweilige Wahl der Sozialform insbesondere auf den Leistungsbereich der jeweiligen Klassenstufe beziehen und zum anderen, dass eine Bevorzugung von Sozialformen bei bestimmten Anforderungs-bzw. Aufgabenformen erkennbar wird, aus der hervor geht, dass sich bestimmte Aufgabentypen in der einen oder anderen Arbeitsform besser lösen lassen.

Um diese Hypothesen bestätigen oder verwerfen zu können, musste ich zunächst die Begriffe Sozial-und Aufgabenformen klären. Im Weiteren konnte ich somit die Indikatoren für meine Beobachtung aufstellen. In der Forschung werden mit Hilfe von Indikatoren vieldeutige Begriffe (hier der Begriff der Sozialform) in ihren verschiedenen Bedeutungsdimensionen aufgespalten. (Vgl. Klammer 2005, S. 39) In der Studienskizze habe ich unsinnigerweise neben den anderen Indikatoren den der „Aktivität“ bestimmt, welche im eigentlichen Sinne nicht viel mit der Forschungsfrage zu tun hat, da es ja auf den Zusammenhang der Aufgaben- und Sozialformen geht und nicht um die Aktivität oder Beteiligung der Schüler, was einer Beurteilung oder Bewertung gleich kommen würde. Mit Hilfe von beobacht- und messbaren Indikatoren können in wissenschaftlichen Zusammenhängen wahrnehmbare Eigenschaften gemessen werden. (Vgl. ebd., S. 77)

Die für meine Forschungsfrage relevanten Indikatoren sind somit die unterschiedlichen Sozialformen, die sich in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit sowie der Frontalunterricht unterteilen (vgl. Meyer 2008, S. 61). Die Sozialformen des Lernens und Lehrens lassen sich nicht immer eindeutig voneinander trennen. Sie sollten sinnvoll aufeinander bezogen sein und sich gegenseitig ergänzen. So wechseln z. B. Partnerarbeit, Einzelarbeitsphasen, Gruppenarbeit und Vortragsphasen (Plenum und Frontalunterricht) einander ab. Einzelarbeit ist überall dort angemessen, wo der Schüler oder Studierende in Selbstverantwortung Aufgaben löst. Partner- und Gruppenarbeit eignen sich besonders, um soziale und kommunikative Fähigkeiten zu fördern. In der Kooperation und Konfrontation mit anderen lernt der Schüler und Studierende, sich zurückzunehmen oder durchzusetzen, mit Kritik, Lob, Hemmungen und Ängsten umzugehen. Zudem erhält dabei jeder Lerner die Chance, sein individuelles Lerntempo und seine individuellen Fähigkeiten besser einzubringen. Dabei sollte noch angemerkt werden, dass alle Sozialformen sind nicht nur im Unterricht, sondern auch bei Aktivitäten außerhalb des Unterrichts anwendbar sind.

Mit Hilfe von wissenschaftlichen Literaturen habe ich in der ersten Fassung der Studienskizze insgesamt fünf unterschiedliche Klassifikationen von Aufgabentypen gebildet:

1. Wissensaufgabe
2. Anwendungsaufgabe
3. Verstehensaufgabe
4. Problemlösungsaufgabe
5. Transferaufgabe

(Vgl. Dubs 2009, S. 42 – 43 und vgl. Sorrentino/ Linser/ Paradies 2009, S. 44-45)

Wie sich nach der Unterredung zwischen den Dozenten und mir jedoch heraus stellte, kann in der Lehr- und Lernsituation nicht immer zwischen Anwendungs- und Verstehensaufgaben sowie Problemlösungs- und Transferaufgaben strikt unterschieden werden.

Demzufolge habe ich die fünfschrittige Klassifikation in eine dreischrittige umgewandelt:

1.Wissensaufgabe
2. Anwendungs- und/ oder Verstehensaufgabe
3. Problemlösungs- und/ oder Transferaufgabe

3.2 Welche Auffälligkeiten/ Probleme/ ggf. methodische Kritik gab es bei der Durchführung des Forschungsprojektes und wie wurde darauf reagiert?

Meine Beobachtung führte ich einerseits in der FOS12B der Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen im Fach Erziehungswissenschaften durch. Um andererseits meine Beobachtungen in dem Fach Deutsch durchführen zu können, habe ich die Klasse EA12 ausgewählt.

Beide zuständigen Lehrkräfte waren mir gegenüber sehr aufgeschlossen und an meiner Forschungsfrage interessiert. Ich kann lediglich vermuten, dass das rege Interesse daher kommen mag, da beide Kräfte vor kurzer Zeit erst ihr Referendariat abgeschlossen haben und demzufolge nachvollziehen können, dass sich bei der Erprobung und Durchführung meiner Beobachtung noch Probleme oder Umsetzungsschwierigkeiten ergeben können.

Den Schülern und Studierenden wurde mitgeteilt, dass ich sowohl die Lehrperson als auch die Schüler- bzw. Studierendenschaft im Unterricht beobachten möchte und dass sich dies in keinster Weise auf ihre Benotung auswirken werde. Die zu erkennende Nervosität bei den Lernern verflog augenblicklich, nachdem ich allen erläutert habe, dass ich lediglich die Häufigkeiten der unterschiedlichen Aufgabenformen in den unterschiedlichen Sozialformen auf meinem Bogen festfalten möchte. Überraschenderweise waren beide Klassenformen an diesem Bogen interessiert, sodass ich diesen zur Anschauung herumgegeben und kurz erläutert habe.

Da ich von beiden Klassen keinen Sitzplan hatte, habe ich die Schüler bzw. Studierenden um die Erstellung eines Namensschilds gebeten. Dies war bei und für die Beobachtungssituationen nicht unbedingt von Nöten, aber dennoch wollte ich die Namen der jeweiligen Klassenmitglieder so früh wie möglich lernen, um sie später in meinen zu haltenden Unterrichtsstunden persönlich ansprechen zu können.

Die Arbeitsanweisungen hinsichtlich der Sozialformen wurden mir meist schon vor dem Unterricht in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, sodass ich in der konkreten Unterrichtssituation bereits vorbereitet war. Im Weiteren habe ich meinen bzw. meine Striche, die mir zum Festhalten der Häufigkeiten dienten, in die Zeile/n der entsprechenden Aufgabenform und in die Spalte/n der entsprechenden Sozialform gemacht. Wurden beispielsweise gerade Gruppenarbeiten durchgeführt, konnte ich mich kurz am Pult mit dem Lehrer zusammensetzen und gemeinsam mit ihm besprechen, ob ich die entsprechende Aufgabenform auch als solche verstanden habe, wie er in seiner Planung vorgesehen hatte.

Da ich mich vor der Praxisphase mit den unterschiedlichen Taxonomien von Lernzielen auseinandergesetzt hatte konnte ich mit diesem Wissen und den Einteilungen der vorgegeben Aufgaben von Dubs und Sorrentino, Linser und Paradies die dreistufige Aufgabenkategoration festlegen. Nach Bloom u. a. versteht man unter der ersten Klassifikation von Lernzielen das „Verstehen von Ideen“, „die Fähigkeit sich schriftlich und mündlich mit eigenen Worten […] ausdrücken zu können“, “das Wissen einzelner Fakten“ (Bloom u. a. 1974, S. 56, 57 und 74) und das bereits Erlernte wiedergeben und reproduzieren zu können. Die zweite Stufe von Lernzielen sollte die Lerner dazu anregen und befähigen, die „Fertigkeiten und Gewohnheiten, die bei kritischem und konstruktiven Denken eine Rolle spielen, erwerben und benutzen [zu können]“ (Ebd., S. 56), mit „den [ihren] Fähigkeiten des Verstehens [zu versuchen, die gestellte Aufgabe lösen]“ (Ebd., S. 98) und schließlich kann „dem der Schüler ein neues Problem gegeben“ (Ebd., S. 130) werden, welches er mit Hilfe einer angemessenen Abstraktion zu lösen versucht. „Wenn ein Schüler wirklich etwas versteht, dann kann er es anwenden.“ (Ebd.) Darüber hinaus kann „gelerntes Wissen in Verknüpfung mit bestehendem Wissen angewandt werden. Es geht Wissenserweiterung und Leistungssteigerung durch Anwendung.“ (Dubs 2009, S. 42) Die dritte Stufe ist die vertiefende Übung, „sie verstärkt die Intensität der Sachverhalte, sie klärt Sachzusammenhänge und stellt Assoziationen her.“ (Sorrentino u. a. 2009, S. 44) „Vertiefung und Transfer gehören in Bezug auf das praktische Lernen und Üben untrennbar zusammen, […]. Transfer bedeutet zunächst einmal, Gelerntes auf neue Probleme zu übertragen, um diese lösen zu können.“ (Ebd., S. 45) Bloom u. a. ordnet diesen Typ von Aufgaben einem komplexen und schwierigen Niveau zu (Bloom u. a. 1974, S. 159)

Um die Gewährung meiner Untersuchung garantieren zu können, haben ich gemeinsam mit den Lehrkräften meinen Beobachtungsbogen besprochen, ob denn die von mir bestimmte Form des Aufgabentyps die der geplanten Aufgabenform der Lehrperson entsprach.

Die von mir beobachteten Unterrichtssequenzen dauerten stets je zwei Unterrichtsstunden. Zudem waren die räumlichen Umstände für meine Beobachtungen relativ unkompliziert. Auch wenn die Größe der Klassenräume sehr begrenzt ist, habe ich dennoch stets von den Schülern bzw. Studierenden einen Platz angeboten bekommen oder ich konnte mich in die Nähe des Pults setzen. Bei Gruppenarbeiten habe ich mir einen Platz zwischen den Gruppen ausgesucht, um die Schüler und Studierenden bei ihrem Lernprozess beobachten zu können, um, wie bereits zu Beginn angedeutet, zu erfahren, wie die Lernenden mit den unterschiedlichen Anforderungen umzugehen versuchen. Die Gruppen arbeiteten unterschiedlich schnell und intensiv. Beispielsweise hat die eine Gruppe sofort mit der Gruppenarbeit begonnen, während die andere Gruppe erst innerhalb der Gruppe eine Einzelarbeit machte und erst im zweiten Schritt ihre Ergebnisse zusammentrug.

[...]


[1] Sämtliche Angaben zur Praktikumsschule beziehen sich auf die angewiesene Internetquellenangabe http://www.franziskus-berufskolleg.de.

[3] Im weiteren Verlauf dieses Portfolios wird aus Gründen der Lesbarkeit lediglich die maskuline Form des Ausdrucks gebraucht. Dies gilt ebenfalls für die Unterscheidung zwischen der männlichen und weiblichen Form der Lehrperson.

Details

Seiten
40
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640787074
ISBN (Buch)
9783640786954
Dateigröße
638 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162997
Institution / Hochschule
Technische Universität Dortmund – Fakultät 12 Erziehungswissenschaften und Soziologie
Note
Schlagworte
Soziologie - Berufspädagogik - Didaktik - Unterricht

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