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Glaube im Sakrament Taufe und Firmung

Zwischenprüfungsarbeit 2005 14 Seiten

Theologie - Systematische Theologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Glaube?
2.1 Biblisch
2.1.1 Glaube im AT
2.1.1.1 Glaubenshaltung
2.1.1.2 Das zentrale Bekenntnis „Jahwe der Gott Israels“ ( z.B. Ri 5)
2.1.1.3 Glaube als Antwort des Menschen
2.1.2 Glaube im NT
2.1.2.1 Glaube als Annahme einer Botschaft
2.1.2.2 Glaube als Zugang zur Heilsmacht
2.1.2.3 Die zentrale Bedeutung des Glaubens
2.2 Glaube als Akt der Person- ein personaler Glaube
2.2.1 Der Glaube an Gott
2.2.2 Der Glaube an Christus

3. Die Sakramente im Glauben der Kirche

4. Glaube im Sakrament Taufe- Kindertaufe
4.1 Bekenntnis des Glaubens an Gott und sein Heil
4.1.1 Taufe als Gnadentat des dreifaltigen Gottes
4.1.2 Glaube als Existenz in der Gemeinschaft
4.2 Taufe und Glaube
4.3 Wer glaubt bei der Taufe?

5. Glaube im Sakrament Firmung
5.1 Unterschied zur Taufe bzw. Beziehung zur Taufe
5.2 Firmung und Glaube
5.3 Die Wirkung des Firmsakraments
5.4 Wer glaubt bei der Firmung?

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wie ist das Verhältnis vom Glauben und Sakramente? Wie äußert sich der Glaube der Kirche bzw. der Gläubigen in den Sakramenten? Sind Sakramente ohne Glauben wirksam? Das Sakrament Taufe (Kindertaufe) und Firmung sind einerseits einzelne und selbstständige Sakramente, andrerseits gelten beide als zusammengehörig, da Firmung als die „Vollendung“ der Taufe gilt. Trotz der Eigenständigkeit und der unvermeidlichen Zusammengehörigkeit, sind beide Sakramente in Bezug auf den Glauben (Wer glaubt?) sehr unterschiedlich. Der Glaube der Kirche wie auch der personale Glaube äußert sich in beiden Sakramenten anders.

Und genau dies will ich hier herausstellen. Ich beziehe mich zunächst darauf, als erstes einen groben Überblick über den Glauben wiederzugeben. Dabei gehe ich auf den biblischen und den personalen Glauben ein, da diese beiden Glaubensformen eine wichtige Rolle in dem Glauben der Sakramente Taufe und Firmung spielen und zusammenhängend verantwortlich für den christlichen Glauben der Gemeinschaft sind.

Ein großer Teil dieser Arbeit wird sich mit dem Glauben allgemein befassen, da mir es wichtig erscheint erst mehr auf den Glauben selber einzugehen und dann zu den Sakramenten zuzuordnen, wogegen die Sakramente bzw. der Glaube in den Sakramenten durch den Eigenteil nur noch mehr verdeutlicht werden. Es wird hier in dieser Arbeit nicht direkt auf die Sakramente eingegangen, sondern nur auf die wichtigen Aspekte, die sich mit den Sakramenten und dem daraus resultierenden Glauben beschäftigen.

2. Was ist Glaube?

2.1 Biblisch

Der biblische Glaube gliedert sich in zwei Punkte, einmal biblischer Glaube im NT und einmal biblischer Glaube im AT. So wird das Wort „Glaube“ im AT nur sehr selten gebraucht, wogegen vom NT das Wort „Glaube“ als die wichtigste, gleichsam alles zusammenfassende, Bezeichnung für das Verhältnis zu Gott dargestellt wird.

2.1.1 Glaube im AT

Die Übersetzungen des AT geben mit „glauben“ das hebräische Wort „hae’aemin“ wieder. Der Sinn des hebräischen Wortes kann so umschrieben werden: Sich verlassen auf jemanden, einer Botschaft glauben schenken, sie für wahr halten, jemandem vertrauen.[1]

2.1.1.1 Glaubenshaltung

Glaube kann im AT begrifflich nicht auf einen eindeutigen Sachverhalt anschließen. Um den Glauben im AT zu beschreiben dienen Ableitungen mehrere Stämme wie z.B. „aman (fest, sicher), batah (trauen), qiwwah (hoffen), hikkah (harren) und hasah (sich bergen)“. Der Glaube im AT bildet sich meist aus einer Vielzahl von geschichtlichen Ereignissen heraus: „in der Polarität von negativen (Drohung, Gericht) und positiven (Verheißung) Manifestationen Jahwes und der dadurch hervorgerufenen Reaktionen im Leben der betroffenen Menschen“. Für jeden Einzelnen des Bundesvolkes ist der Glaube eine besondere Existenzform des an Jahwe gebundenen Menschen.[2]

2.1.1.2 Das zentrale Bekenntnis „Jahwe der Gott Israels“ ( z.B. Ri 5)

Das Glaubensbekenntnis der atl. Glaubens ist der Anfang, der nicht nur eine Projektion für den späteren Begriff ist, sondern authentische Aspekte aufweist.

So ist das Bekenntnis ein Ruf und die Herausforderung durch Gott und die Gehorsamkeit und Bereitschaft der Menschen. Der Glaube an die Vollkommenheit Gottes und die Heiligkeit Gottes.[3]

„Der Weg des alt. Glaubens führt vom Gott der Biographie Abrahams zum Gott der Geschichte des Volkes, das sich in den Ereignissen seit dem Auszug aus Ägypten als Volk und Partner konstituiert.“[4]

2.1.1.3 Glaube als Antwort des Menschen

Der Mensch im AT antwortet auf den sich geschichtlich offenbarten Gott. Der Mensch antwortet mit Gehorsam und Anerkennung, mit Vertrauen auf Verheißung und mit Treue auf Treue.[5]

2.1.2 Glaube im NT

Im NT wird der Begriff Glaube anders gebraucht, als im AT. Im NT ist Glaube ein theol. Zentralbegriff, der sich in verschiedenen Gesichtspunkten auffächert:

Ein Glaube an den fürsorgenden Gott, wie er in Wort und Schrift der Synoptiker wiedergegeben wird. So ist hier der Glaube des Menschen die Annahme Gottes, Annahme der Botschaft von der Heilstat Gottes in Jesus Christus, so wie das Praktizieren des gewiesenen Heilsweges, der im Glauben erkannt und anerkannt wird. Der Gegenstand des Glaubens im NT ist die Tat Gottes an Jesus Christus und somit der Inhalt der Verkündigung.[6]

2.1.2.1 Glaube als Annahme einer Botschaft

Am Anfang des Markusevangelium wird eine klare und pragmatische Zusammenfassung der Verkündung Jesu dargeboten: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15).

Somit steht die Glaubensforderung nur konsequent im Blick auf den Inhalt der Botschaft. Wer immer in Israel das Gotteswort ausrichtete, musste den Anspruch auf den Glauben erheben, der ja schließlich Gott selber galt.

Dass ein solcher Anspruch erhoben werden konnte und musste, zeigt sich z.B. im Exodus, Mose sagt: „ ...und wenn sie mir nicht glauben und nicht auf mich hören...“ (Ex 4,1).

So mussten die Ältesten auch Johannes glauben, dessen Botschaft vom Himmel, d.h. direkt von Gott war.[7]

2.1.2.2 Glaube als Zugang zur Heilsmacht

In den Evangelien wird von verschiedenen Wundern aber auch von einem Glauben gesprochen, welche der Heilung oder Rettung vorausgeht („Als Jesus ihren Glauben sah...“( Mk 2,5)) oder vorausgehen sollte („Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ (Mk 4.40)). Diesem Zusammenhang von Glaube und Wunder begegnet man immer nur in der christlichen Überlieferung. Der Zusammenhang von Glaube und Wunder gibt also eine besondere Erfahrung Jesu, seiner Jünger und den Menschen wieder. Der Glaube eröffnet somit einen Zugang zu einem besonderen Beistand Gottes.[8]

2.1.2.3 Die zentrale Bedeutung des Glaubens

Jesus fordert die Menschen zum Glauben auf, indem sie seine (Gottes) Botschaft annehmen und somit eine Macht und die Kraft Gottes im menschlichen Leben zum Durchbruch zu bringen.[9]

„Solcher Glaube ist freilich nicht unangefochtener Besitz, sondern er wird errungen in ständiger Bewegung vom Unglauben zum Glauben“[10]

2.2 Glaube als Akt der Person- ein personaler Glaube

Der ganze Mensch muss im Akt der Glaubensentscheidung stehen, aus seinem innersten Personenkern heraus, in dem eine ungeschiedene Einheit über Freiheit Erkenntnis und Liebe gegründet ist, um die Forderung des Akts des Glaubens zu erfüllen.

In diesem Akt entscheidet die Person subjektiv, konfrontiert mit dem Pluralismus und den Pluralitäten der Sinnesentwürfen sowie Existenzvorschlägen, wie er jetzt und ewig sein will.[11] „Glaube ist so der personfundierte Akt schlechthin, der Richtung und Wahl menschlichen Handels grundlegend bestimmt“.[12] So gibt sich der Mensch freiwillig der Selbstmitteilung Gottes hin. Der Mensch gewinnt somit eine Sinnperspektive, die unter den bleibenden Bedingungen ein Leben als „inchoatio vitae aeternae“ ermöglicht und auch fordert.[13]

2.2.1 Der Glaube an Gott

Der Glaube an Gott ist kein direkter Glaube und kein direktes Verhältnis zu Sachen, Sätzen und Formeln, sondern ein personaler Akt, der ein Verhältnis und eine Begegnung des menschlichen Ich mit dem göttlichen Du darstellt und somit eine Begegnung der ungeschaffenen mit der geschaffenen Natur ausdrückt.

2.2.2 Der Glaube an Christus

Der Glaube an Christus ist das Ja des Menschen zu der Offenbarung Gottes in seinem Sohn Jesus Christus. Dieses endgültige und schlechthin unüberbietbare Wort erfolgt in einer Person. Jesus ist schlechthin Zeuge dafür, dass es Gott gibt und dass er zu uns spricht.

Der Glaube ist ein Zugang zu Jesus Christus und damit auch zu Gott. Durch den Glauben an Jesus Christus ermöglichen wir uns selber einen Zugang zu der Wirklichkeit Gottes, wir nehmen Anteil an dem, an den man glaubt und werden eins mit ihm.

Der Glaube ist somit die Gründung der menschlichen Existenz in Jesus Christus, die Anteilhabe und die Gemeinschaft mit Jesus Christus. Dadurch ist der Glaube eine freie Entscheidung und die eigenständige Sich-Einlassung auf die Eröffnung Gottes in Jesus Christus.[14]

Nach dem Einblick in die Definition des Glaubens wird im Folgenden dargestellt, wie sich der Glaube im Zusammenspiel der Sakramente Taufe (Kindertaufe) und Firmung äußert bzw. sich entfaltet.

3. Die Sakramente im Glauben der Kirche

Die Kirche nimmt ihren Glauben aus der heiligen Schrift: „Denn das Leben wurde offenbart; wir haben gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige Leben, das beim Vater war uns offenbart wurde.“ (1 Joh 1,2).

Mit Jesus ist die für jeden und alles betreffende Weltenwende vom Tod zum Leben gekommen. Alles Leben, welches wir in dieser Welt sonst erfahren und erkennen, steht unter dem Gesetz des Todes. Doch durch Jesus Christus soll aber selbst der Tod unter dem Gesetzt des Lebens stehen. Jesus Christus ist gekommen, um das Leben und einen Weg zum Leben zu zeigen und davon zu sprechen. Er ist das Leben und er ist bereit, dieses Leben uns mitzuteilen.[15]

Die Kirche ist daher überzeugt, dass sie selber, das neue Gottesvolk, dem im Christus erschienen Leben ihr Dasein verdankt. Sie empfängt „ Aus seiner Fülle...“ ( Joh 1,16) und soll diese Fülle weitergeben. Wie ihr Herr ist auch die Kirche für das Leben dieser Welt da. In ihrem gesamten Sein und Tun steht sie unter diesem Auftrag. Die Kirche ist überzeugt, in besonderer Weise diesem Auftrag Folge leisten zu können in den Taten, die man Sakramente nennt.

[...]


[1] Vgl. Vorgrimmler, Herbert, Neues Theologisches Wörterbuch, 230-231.

[2] Vgl. Seckler, Max, Berchtold, Christoph, Glaube in: Eichler, Peter (Hrgb.), Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe 2, 232.

[3] Vgl. Seckler, Max, Berchtold, Christoph, Glaube in: Eichler, Peter (Hrgb.), Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe 2, 232-233.

[4] Ebd. Seite 233.

[5] Vgl. Ebd. Seite 233.

[6] Vgl. Ebd. Seite 233-234.

[7] Vgl. Seckler, Max, Berchtold, Christoph, Glaube in: Eichler, Peter (Hrgb.), Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe 2, 233-237.

[8] Vgl. Ebd. Seite 233-237.

[9] Vgl. Ebd. Seite 233-237.

[10] Ebd. Seite 234.

[11] Vgl. Seckler, Max, Berchtold, Christoph, Glaube in: Eichler, Peter (Hrgb.), Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe 2, 244.

[12] Ebd. Seite 244.

[13] Vgl. Ebd. Seite 244.

[14] Vgl. Dreher, Bruno, Glaubensstunden für Erwachsene, 58-61.

[15] Vgl. Johannes 14,6, Neue Jerusalemer Bibel.

Details

Seiten
14
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640794973
ISBN (Buch)
9783640794799
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v163177
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,5
Schlagworte
Glaube Sakrament Taufe Firmung

Autor

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