Lade Inhalt...

Kardinal Faulhaber und die amerikanische Militärregierung

Die Zusammenarbeit der Kirche mit der USA als Besatzungsmacht in Bayern

Hausarbeit (Hauptseminar) 2005 22 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe

Inhaltsangabe

Einleitung

1. Zur Person Kardinal Michael von Faulhaber
1.1 Bedeutende Stationen seines Lebens
1.2 Kardinal Faulhabers Einstellung zur Demokratie
1.3 Kardinal Faulhabers Wahlspruch „Vox temporis - Vox dei“

2. Beziehungen zwischen Kardinal Faulhaber und der amerikanischen Militärregierung in den ersten Monaten nach Kriegsende (bis Oktober 1945)
2.1 Ausgangssituation
2.2 Vorgehensweise der amerikanischen Militärregierung
2.3 Vorgehensweise Kardinal Faulhabers
2.4 Probleme
2.5 Fazit

3. Beziehungen zwischen Kardinal Faulhaber und der amerikanischen Militärregierung nach der Einrichtung des OMGBY
3.1 Ausgangssituation
3.2 Probleme

4. Zusammenfassung

5. Quellen und Literatur

6. Anhang

Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach den Beziehungen zwischen Kardinal Michael von Faulhaber und der amerikanischen Militärregierung während der amerikanischen Besatzung Bayerns. Ich werde versuchen aufzuzeigen, in welchen Bereichen gegenseitige Beziehungen überhaupt vorhanden waren, auf welchen Gebieten man zusammenarbeitete und in welchen Fragen man unterschiedlicher Meinung war. Dazu werde ich nach einem kurzen Überblick zur Person Kardinal Faulhabers, den Hauptteil meiner Arbeit in zwei Bereiche gliedern: Die Beziehungen in der ersten Phase nach Kriegsende bis zum Oktober 1945 und die zweite Phase, vom Zeitpunkt der Einrichtung des OMGBY bis in das Jahr 1949. Mit einer Zusammenfassung meiner Untersuchungen am Ende dieser Arbeit hoffe ich, diese Fragen beantworten zu können.

Um mir einen genauen Überblick zu verschaffen und die Beziehungen von beiden Seiten her beleuchten zu können, habe ich bei meinen herangezogenen Quellen sowohl die Akten der amerikanischen Militärregierung als auch die Akten der kirchlichen Archive benutzt. Auf Seiten der amerikanischen Militärregierung waren dies die Akten des Historical Reports der 3rd Army (HR) und die Akten der Education and Religous Affairs Branch im Bestand des Bayerischen Hauptstaatsarchives, sowie die Akten der Political Adviser, US, (POLAD) im Institut für Zeitgeschichte. Auf kirchlicher Seite diente mir hauptsächlich der Nachlass Kardinal Faulhabers im Erzbischöflichen Archiv München (EAM) und die Akten Kardinal Faulhabers von Ludwig Volk und Heinz Hürten als Quellen.

Als unterstützende Literatur schienen mir in erster Linie Bernhard Lehmanns Monographie „Katholische Kirche und Besatzungsmacht in Bayern 1945-1949 im Spiegel der OMGUS-Akten“ und der anlässlich des 50. Todestages von Kardinal Faulhaber erschienene Ausstellungskatalog „Kardinal Faulhaber“ von Thomas Forstner, relevant zu sein.

Der momentane Stand der Forschung in Bezug zu der von mir ausgewählten Fragestellung ist nicht besonders ergiebig. Es gibt zwar sehr viel Literatur die sich mit der Situation der Kirche nach dem Krieg beschäftigt und ebenso viel Material zur amerikanischen Besatzungszeit allgemein, die Beziehungen der amerikanischen Militärverwaltung zur Kirche aber, wird in den meisten Aufsätzen oder Monographien nur knapp angesprochen. Diese Werke beziehen sich zudem auf die Kirche als Ganzes und

stellen, mit einigen Ausnahmen, keine Personen in den Vordergrund. Erst mit der Öffnung des Kardinal Faulhaber Archivs im Jahr 2002 und dem Erscheinen des damit verbundenen Ausstellungskataloges, steht ein Werk zur Verfügung, das sich ausschließlich mit dem von mir behandelten Kardinal befasst.

1.Zur Person Kardinal Michael von Faulhabers

1.1 Bedeutende Stationen seines Lebens

An dieser Stelle möchte ich keinen vollständigen Lebenslauf Kardinal Faulhabers schildern, sondern gezielt einige, für die Behandlung des Themas der Arbeit interessante, Stationen seines Lebens hervorheben.[1] Bereits von Beginn an stand für Faulhaber fest, sein Leben in den Dienst Gottes zu stellen und ein Theologiestudium zu absolvieren. Da für damalige angehende Theologen ein geleisteter Militärdienst verpflichtend war und er sein laufendes Hochschulstudium nicht unterbrechen wollte, meldete sich Faulhaber im Jahr 1888 als Freiwilliger beim 9. Königlich Bayerischen Infanterieregiment in Würzburg. Dort lernte er militärische Umgangsformen kennen und verschaffte sich tiefere Einblicke in die Funktionsweise und den Aufbau des Militärs. Dieses Wissen war ihm in späteren Verhandlungen und seinem Auftreten gegenüber der amerikanischen Militärverwaltung sehr von Nutzen. Obwohl man Faulhaber in Würzburg eine gute Menschenführung und die Fähigkeit Verantwortung zu übernehmen attestierte, ihm sogar eine Offizierslaufbahn innerhalb der bayerischen Armee in Aussicht gestellt wurde, beendete Faulhaber seinen Militärdienst und trat 1889 in das Würzburger Priesterseminar ein.[2]

Eine weitere Station seines Lebens sollte sich hinsichtlich der späteren Besatzung der Amerikaner in Bayern wichtig erweisen. Seine so genannten Bettelreisen in die USA im Jahr 1923 und die Reise zum Eucharistischen Weltkongress nach Chicago im Jahr 1926. Mit diesen Reisen verfolgte Faulhaber das Ziel, die amerikanische Bevölkerung davon zu überzeugen, dass sich Deutschland nach dem verlorenen Krieg immer noch in einer Notlage befände und auf finanzielle Unterstützung angewiesen sei. Faulhaber hielt in fast allen amerikanischen Großstädten Vorträge und kam in mehreren Treffen mit den amerikanischen Bischöfen und Ordensoberen zusammen. Besonders aber ehemalige deutschstämmige Auswandererfamilien sicherten ihm ihre Unterstützung zu.[3] Seine dort geknüpften Beziehungen zu kirchlichen Organisationen und wohlhabenden Privatpersonen

reichten über viele Jahre hinweg. So war es Faulhaber nach Ende des Zweiten Weltkrieges auch möglich, diese damaligen Kontakte in die USA für den Wiederaufbau und die Linderung der größten Not nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur zu mobilisieren. Neben den finanziellen Hilfen brachten Faulhabers Verbindungen in die USA noch zwei weitere vorteilhafte Aspekte mit sich. Zum einen halfen die amerikanischen Spenden die Kluft zwischen Siegern und Besiegten zu überwinden und die Isolation der Deutschen zu vermindern. Zum zweiten steigerten diese von Faulhaber vermittelten Unterstützungen der amerikanischen Bevölkerung und der amerikanischen Katholiken die Akzeptanz und die Wertschätzung der Kirche innerhalb der deutschen Bevölkerung erheblich.[4]

Zwei weitere wichtige Ereignisse sollen, auf Grund der großen Bedeutung die ihnen zukam, an dieser Stelle erwähnt werden. Die erste Fronleichnamsprozession nach dem Krieg am 3. Juni 1945 und die Wiedererrichtung der Münchner Mariensäule am 18. November 1945. Unter der Naziherrschaft wurden die Fronleichnamsprozessionen zwar nicht verboten, aber dennoch stark eingeschränkt. Die von Faulhaber angeführte Fronleichnamsprozession vom 3. Juni 1945 stellte mit ihren ca. 25000 Teilnehmern, zudem das erste öffentliche Großereignis in München nach dem Krieg dar. Anhand dieser Prozession lässt sich die der Kirche von der Militärregierung zugekommene Privilegierung erkennen, da Veranstaltungen dieser Größenordnung ansonsten nicht genehmigt wurden. Die wichtigste Aussage aber die dieser Veranstaltung zu entnehmen war, ist dass der Bevölkerung Münchens wieder Mut, Hoffnung auf eine bessere Zukunft und die Kraft zum Wiederaufbau gegeben wurde.[5] Auch die Wiedererrichtung der vor den Luftangriffen in Sicherheit gebrachten Marienstatue und die von Faulhaber am 18. November 1945 vollzogene Weihe der Mariensäule setzten dahingehend ein deutliches Zeichen.[6]

1.2 Kardinal Faulhabers Einstellung zur Demokratie

Nach dem Sturz der Wittelsbacher 1918 galt Kardinal Faulhaber lange Jahre als eine Art Ersatzadresse für monarchische Gefühle.[7] Um seine Einstellung gegenüber der neuen Staatsordnung zu charakterisieren, wird meist auf die Silvesterpredigt des Jahres 1918, in der sich Faulhaber zu der von Kurt Eisner angestrebten Trennung von Staat und Kirche äußert, hingewiesen. Faulhaber deklarierte die Regierung Eisner schlicht als „eine Regierung von Jehovas Zorn“.[8] Ein weiteres Zitat Faulhabers zielt in die Selbe Richtung. Am 62. Deutschen Katholikentag im August 1922 in München sprach sich Faulhaber in aller Öffentlichkeit für die Monarchie und gegen Weimar aus indem er sagte: „Die Revolution war Meineid und Hochverrat und bleibt in der Geschichte erblich mit dem Kainsmal gezeichnet.“[9] Auch in seinem Handeln legte Kardinal von Faulhaber unmissverständlich seine Einstellung gegenüber der Weimarer Republik dar. Als der erste neue Reichspräsident Friedrich Ebert 1925 starb, sollten zu dessen Bestattung im ganzen Land die Kirchenglocken läuten. Faulhaber entschied in einem Schreiben an die Pfarrämter der Erzdiözese München-Freising, dass er sich nicht dazu entschließen wolle, das Trauergeläut zu Ehren des Verstorbenen anzuordnen.[10]

Um Faulhabers Einstellung zu den Nationalsozialisten zu charakterisieren, fehlt in der Forschung ein ausreichend stichhaltiges Quellenmaterial. Die kirchlichen Archive wurden erst in letzter Zeit teilweise geöffnet. Für die Zeit der Nazi-Diktatur relevantes Material ist aber auch heute noch für den Laien nicht zugänglich. Das was man heute über Faulhabers Einstellung zum Nationalsozialismus weiß, entspringt zumeist lediglich der Erinnerung der Bevölkerung und ist kaum als stichhaltig zu betrachten. Einige wenige bereits zugängliche Quellen aber lassen die Vermutung zu, dass Faulhaber in erster Linie auf das Wohl der Kirche bedacht war. D.h. Faulhaber hat die Nationalsozialisten nicht unterstützt, sie aber auch nur dann kritisiert, wenn ihr Programm sich mit den Anschauungen der Kirche kreuzte.[11] Man einigte sich auf einen modus vivendi. So stand man beispielsweise im Einvernehmen miteinander den Kampf gegen den Bolschewismus betreffend, führte in Fragen der Bekenntnisschule und der Beibehaltung des Schulgebetes und Kreuzes, scharfe

Diskussionen.[12] Was nicht geleugnet werden kann ist die Tatsache, dass Kardinal Faulhaber in der Öffentlichkeit ein Bewunderer der Person Hitlers gewesen ist.[13] Eine Beurteilung dieser Tatsache, ob es sich nur um eine gespielte Maskerade handelte oder ob es Faulhaber damit wirklich ernst meinte, möchte ich mir nicht zutrauen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die schlechten Erfahrungen von Weimar und der Nazi-Diktatur, zu einer schlechten Beurteilung von Demokratie führten. Faulhaber behielt seine Zweifel gegenüber dieser Staatsform bis zu letzt bei. „Kein Staat ist schlechter regiert als der, in dem alle mitreden wollten!“[14]

1.3 Sein Wahlspruch: „Vox temporis – Vox dei“

„Die Stimme der Zeit ist die Stimme Gottes“. Dieses Motto nach dem Faulhaber sein Leben auszurichten suchte bedeutet, sich allem Neuen richtungsweisend zu stellen. Faulhaber war davon überzeugt, dass auf alle Fragen der Zeit Antworten in dem Fundus der althergebrachten katholischen Grundsätze zu finden seien. Fest verwurzelt in den Lehren des Alten Testamentes, war sein Auftreten und sein Handeln von einer kategorischen Bestimmtheit gekennzeichnet. Diese Einstellung führte dazu, dass er sich selten mit Kompromissen zufrieden geben konnte und seine Forderungen auf das Erreichen eines Maximalzieles festlegte.

2. Beziehungen zwischen Faulhaber und der amerikanischen Militärregierung in den ersten Monaten nach Kriegsende (bis Okt. 1945)

2.1 Ausgangssituation

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war die Kirche die einzig verbliebene Institution in Deutschland, die ihre Autorität auch den Alliierten gegenüber geltend machen konnte. Trotz starker Beeinträchtigungen durch die Nationalsozialisten verfügte sie zudem immer noch über eine funktionierende Organisation und, was sich als besonders entscheidend

darstellte, über einen funktionierenden Verwaltungsapparat.[15] Auf Seiten der amerikanischen Besatzer stellte sich rasch heraus, dass die in den besetzten Städten und Gemeinden eingesetzten Soldaten mit der Realität überfordert waren.[16] Den unter General Patton nach Bayern gekommenen Einheiten ging es nicht um Reformen oder Reeducation, sondern zunächst um die Etablierung ihrer Autorität. Zudem herrschte in den ersten Monaten nach Kriegsende seitens der USA Unklarheit hinsichtlich der einzuschlagenden Deutschlandpolitik.[17] In den amerikanischen Ministerien bestanden dazu unterschiedlichste Konzeptionen. Probleme der ersten Stunde, wie die Ernährung der Bevölkerung und die Wohnungsnot, standen im Vordergrund. Eine Polarisierung und Politisierung auf deutscher und amerikanischer Seite sollte vermieden werden. Parteien und Gewerkschaften wurden nicht zugelassen. Die Interessen der amerikanischen Armeeverwaltung zunächst die größte Not zu lindern und dabei einen unpolitischen Kurs zu steuern, fielen dabei mit den Interessen der Kirche zusammen.

2.2 Vorgehensweise der amerikanischen Militärregierung

Bereits 1943 sprachen sich der damalige Berater Präsident Roosvelts, Sumner Welles und der damalige Geheimdienstchef für Europa Allen Dulles, für die Zusammenarbeit mit der Kirche und ihr nahe stehender Organisationen und Politikern aus.[18] Die intakte Organisation der Kirche, ihr geistiges Potential und ihr Widerstand gegen die Nazi-Diktatur, legitimierten nach Ende des Krieges diese Kooperation. Dabei sollte die Kirche die geistige Führerschaft beim Wiederaufbau eines Nachkriegsdeutschlands übernehmen. Für die amerikanische Militärverwaltung war es schlichtweg sinnvoll und zweckmäßig, sich des noch intakten Apparates der Kirche zu bedienen. Die Vertreter des amerikanischen Militärs hatten beispielsweise die Anordnung, sich in den besetzten Dörfern und Städten, an die jeweiligen kirchlichen Amtsträger zu wenden. So auch in München. Sofort nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen in München nahm der

für München zuständige Stadtkommandant Col. Walter H. Kurtz Kontakt mit Kardinal Faulhaber auf. Kurtz erfragte in diesem Gespräch, wie es um eine Hilfestellung seitens der

katholischen Kirche beim Wiederaufbau stehe und ob der Kardinal ihm Personalvorschläge zur Neubesetzung der Münchner Stadtverwaltung geben könne.[19] Auch in weiteren Fragen wandte sich Kurtz wiederholt an Kardinal Faulhaber um Rat und Beistand. Zu diesem Zweck wurden zweiwöchentliche Treffen zwischen Vertretern der MG und dem Kontaktmann der Kirche, Faulhabers Privatsekretär Domvikar Thalhammer, vereinbart. Zudem sollten die bayerischen Bischöfe jeden zweiten Monat einen detaillierten Bericht über kirchliche Veröffentlichungen, bauliche Schäden, die Restaurierung kirchlichen Besitzes, kirchliche Jugendarbeit, Kirchenbesuche und Beschränkungen ihrer Tätigkeit, an die MG übergeben. Die Haltung der MG in Personalfragen primär auf die Ratschläge der Kirche zu vertrauen, bestätigte sich auch bei der Ernennung des ersten bayerischen Ministerpräsidenten, Fritz Schäffer. Thalhammer überreichte am 23.5.1945 der MG ein von Kardinal Faulhaber erstelltes Schreiben, in dem dieser sich für explizit Fritz Schäffer aussprach.

Der Zusammenbruch des Dritten Reiches bedeutete für viele den Verlust fester Wertvorstellungen und Ideale, an denen man sich bisher berauscht hatte. Die einzige Instanz an der man sich nun noch orientieren und aufrichten konnte, war neben der Familie, die Kirche. Da die inhaltlichen Zielsetzungen der Kirche im Einklang mit den Vorstellungen der amerikanischen Besatzer von einer Erneuerung der deutschen Gesellschaft standen, sollte die Kirche eine moralische Führungsrolle im Nachkriegsdeutschland übernehmen. Verbunden mit dieser Aufgabe einer moralischen Führerschaft der Kirche war die Hoffnung, dass somit die Kirche der MG den Rücken, gegen mögliche Widerstände innerhalb der Bevölkerung den Besatzern gegenüber, stärken werde.[20]

Im Detail arbeiteten die Militärregierung und die Kirche auf mehreren Gebieten eng zusammen. Wie bereits erwähnt, machte sich die MG den Verwaltungsapparat der Kirche zu Nutzen und vertraute bei Personalfragen neu zu besetzender Stellen auf die Vorschläge der Kirche. Im Gegenzug unterstützte die MG ihrerseits die Arbeit der Kirche. So wurde

beispielsweise von den Nazis beschlagnahmter Kirchenbesitz der Kirche unverzüglich rückerstattet. Man half dabei zerstörte kirchliche Gebäude wieder zu errichten oder

Notkirchen aufzustellen. Für die tägliche Arbeit der Priester wurden Passierscheine ausgestellt und wenn nötig, Fahrzeuge und Benzin zur Verfügung gestellt. Auch dass ansonsten strikt geltende Versammlungsverbot wurde, beispielsweise für die Fronleichnamsprozessionen, aufgehoben.[21]

Diese enge Zusammenarbeit mit der Kirche und die Unterstützung ihrer Arbeit führten zu einer bewusst in Kauf genommenen Privilegierung der Kirche. Diese Privilegierung wurde von einigen wenigen Kreisen auf deutscher wie auf amerikanischer Seite scharf kritisiert. Da sie sich aber als äußerst zweckmäßig und geeignet erwies, die größte Not nach Ende des Krieges zu lindern und keine andere Stelle sich dazu in der Lage sah die Aufgaben der Kirche zu übernehmen, hielt die MG an dieser Privilegierung fest.[22]

[...]


[1] Chronologischer Lebenslauf Faulhabers im Anhang

[2] Susanne Kornacker: Vom Bäckersohn zum Professor. in: Thomas Forstner (Hrsg.): Kardinal Michael

von Faulhaber. Ausstellungskatalog zum 50. Todestag Kardinal Michael von Faulhabers. S. 115,116.

[3] Susanne Kornacker: Hilfe gegen Hunger: Reisen in die USA (1923, 1926). in: Thomas Forstner

(Hrsg.): Kardinal Michael von Faulhaber. Ausstellungskatalog zum 50. Todestag Kardinal Michael von

Faulhabers. S. 221-224.

[4] Bernhard Lehmann: Katholische Kirche und Besatzungsmacht in Bayern 1945-1949. Im Spiegel der

OMGUS-Akten. S. 67.

[5] Über die Wirkung dieser Prozession war sich auch die MG im Klaren. Historical Report 3rd Army

13/147 – 2/11.

[6] Michael Fellner / Susanne Kornacker: Zusammenbruch und Wiederaufbau. in: Thomas Forstner

(Hrsg.): Kardinal Michael von Faulhaber. Ausstellungskatalog zum 50. Todestag Kardinal Michael von

Faulhabers. S. 420.

[7] Otto Gritschneder: Kardinal Michael von Faulhaber zwischen Widerstand und Anpassung. S. 15.

[8] Nachdruck der Predigt im Bayerischen Kurier Ausgabe vom 2. Januar 1919. Faulhabers Stellungnahme in

EAM, NL Faulhaber 9018.

[9] Otto Gritschneder: Kardinal Michael von Faulhaber zwischen Widerstand und Anpassung. S. 19.

[10] Otto Gritschneder: Kardinal Michael von Faulhaber zwischen Widerstand und Anpassung. S. 21.

[11] Faulhaber schrieb den Entwurf zur Enzyklika „mit brennender Sorge“in der Papst Pius XI am 14. März

1937 den Nationalsozialismus und dessen kirchenfeindliche Haltung verurteilt.

[12] Thomas Forstner (Hrsg.): Auseinandersetzung mit der bayerischen NS-Regierung. Kardinal Michael

von Faulhaber. Ausstellungskatalog zum 50. Todestag Kardinal Michael von Faulhabers. S. 286-294.

[13] EAM, NL Faulhaber 4301 (Faulhaber gratuliert Hitler zum fehlgeschlagenen Bürgerbräuattentat) und EAM, NL Faulhaber 8203 (Faulhabers Aufzeichnung über das Treffen mit Hitler am Obersalzberg).

[14] Zitat Faulhabers in: Ludwig Volk: Kardinal Michael von Faulhaber. in: Historischer Verein von

Oberbayern (Hrsg.): Oberbayerisches Archiv Bans 103. S. 217.

[15] Heinz Hürten: Die Katholische Kirche im öffentlichen Leben Bayerns nach dem Krieg. in: ZBLG 50,

1987. S. 167.

[16] Zum Personalmangel: Historical Report 3rd Army 13/147 – 2/6-17.

[17] Armin Boyens: Die Kirchenpolitik der amerikanischen Besatzungsmacht in Deutschland von 1944

bis 1946. in: A. Boyens/ M. Greschat/ R. von Thadden/ P. Pombeni (Hrsg.): Kirchen in der Nachkriegszeit.

S. 17, 19.

[18] Bernhard Lehmann: Katholische Kirche und Besatzungsmacht in Bayern 1945-1949 im Spiegel der

OMGUS-Akten. S. 60.

[19] Ludwig Volk: Akten Kardinal Michael von Faulhabers 1917-1945. S. 1060.

[20] Adolf Birke: Katholische Kirche und Politik in der Phase des Neubeginns 1945-1949. in:

V. Conzemius/ M. Greschat/ H. Kocher (Hrsg.): Die Zeit nach 1945 als Thema kirchlicher Zeitgeschichte.

S. 182.

[21] Vgl.: Bericht Faulhabers an Pius XI. EAM, NL Faulhaber 1153.

[22] Political Adviser, US. 757/22 Report Nr. 955.

Details

Seiten
22
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640957941
ISBN (Buch)
9783640958313
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v163269
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,0
Schlagworte
Faulhaber amerikanische Besatzung Kirche

Autor

Zurück

Titel: Kardinal Faulhaber und die amerikanische Militärregierung