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Psychologie der Gruppe. Grundlagen interpersoneller Kommunikation, Grundverständnis 'Gruppe' und 'Teams' und gruppendynamische Forschung

von Natalia Janula (Autor) et al. (Autor)

Seminararbeit 2010 30 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG
1.1 Themenabgrenzung
1.2 Fragestellung
1.3 Methodik

2. DEFINITIONEN
2.1 Gruppe
2.1.1 Primärgruppe
2.1.2 Sekundärgruppe
2.1.3 Informelle Gruppe
2.1.4 Formelle Gruppe
2.2 Team

3. DAS TEAM-ROLLEN-MODELL NACH BELBIN
3.1 Die Team-Rollen nach Belbin
3.2 Nutzen und Grenzen des Modells
3.3 Fragebogenanalyse zum Team-Rollen-Modell

4. PHASEN DER TEAMENTWICKLUNG NACH B.W. TUCKMANN
4.1 Forming (Formierungsphase)
4.2 Storming (Konfliktphase)
4.3 Norming (Normierungsphase)
4.4 Performing (Arbeitsphase)
4.5 Adjouring (Auflösung)

5. BEDEUTUNG VON TEAMARBEIT IN UNTERNEHMEN
5.1 „Input - Process - Output“ - Modell
5.1.1 Inputs
5.1.2 Prozesse
5.1.3 Zusammenfassung „Inp.-Proc.-Outp.“ -Modell

6. KONKLUSION

7. QUELLENVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

„Nobody is perfect, but a team can be!“

Dieses Zitat spiegelt wieder, warum die Team- oder Gruppenarbeit immer häu- figer einen festen Bestandteil in der Organisationsstruktur eines Unternehmens darstellt. Häufig ist es effektiver, Problemstellungen oder komplexe Aufgaben von mehreren Personen bearbeiten zu lassen, da jeder Mensch über unter- schiedliches Wissen und verschiedene Fähigkeiten verfügt. So summiert sich in einem Team oder einer Gruppe eine Vielfalt von Kenntnissen und Erfahrungen.

Dies hat nicht nur einen positiven Einfluss auf die Problem- bzw. Aufgabenlösung, sondern ermöglicht den einzelnen Mitgliedern auch auf fachlicher und sozialer Ebene voneinander zu lernen. Ein weiterer Nutzen für die Teamund Gruppenmitglieder besteht darin, dass Veränderungen oder eigene Interessen, vor allem in größeren Unternehmen, einfacher durchzusetzen sind, wenn mehrere Personen dafür eintreten.

Eine Gruppe oder ein Team bringt somit nicht nur dem Unternehmen Vorteile, sondern auch den einzelnen Mitgliedern. Selbstverständlich sind auch Beeinträchtigungen, die durch die Gruppen- oder Teamarbeit entstehen, nicht auszuschließen, sondern müssen ebenfalls in die Analyse des ‚Teams„ und der ‚Gruppe„ einbezogen werden.

1.1 Themenabgrenzung

Gruppen oder Teams sind nicht nur Bestandteile einer Unternehmensstruktur, sondern kommen auch im alltäglichen Leben vor. Beispiele hierfür sind Fußballmannschaften, Schulklassen oder auch soziale Gruppierungen - wie Familie und der Freundeskreis.

Die vorliegende Seminararbeit bezieht sich hauptsächlich auf Team- und Grup- penstrukturen in Unternehmen, wobei diese differenziert voneinander betrachtetwerden. Einen besonderen Fokus werden wir hierbei auf das Team an sich und die ausmachenden Merkmale, Strukturen und Funktionen legen.

1.2 Fragestellung

Durch die nachfolgende Ausarbeitung soll die genaue Abgrenzung zwischen einer ‚Gruppe„ und einem ‚Team„ verdeutlich werden. Ein weiteres Ziel ist es, die Bedeutung von Teamarbeit in Unternehmen zu beleuchten und aufzuzeigen, weshalb und wie ein Team erfolgreicher arbeitet bzw. oftmals in der Lage ist, bessere Ergebnisse zu erzielen als eine einzelne Person. Des weiteren soll die Bedeutung der verschiedenen Rollen im Team erklärt werden, ebenso wie die einzelnen Entstehungsphasen, die bei der Teambildung durchlauten werden.

1.3 Methodik

Zu Beginn der Seminararbeit wird der Begriff der Gruppe, sowie der des Teams definiert und erläutert. Ferner findet eine Abgrenzung der beiden Begriffe statt. Im Weiteren wird auf die unterschiedlichen Teamrollen eingegangen. Hierbei wird das Teamrollenmodell nach R.M. Belbin beschrieben, erklärt und analysiert. Ergänzend dazu folgt die Auswertung einer Fragebogenanalyse, die in dem Studiengang ‚International Management„ an der Universität Flensburg durchgeführt wurde.

In Abschnitt 4 wird auf die einzelnen Phasen der Teamentwicklung eingegangen. Hierfür wird das Modell nach B.W. Tuckelmann verwendet, erläutert und mit Beispielen unterlegt.

Anschließend folgt eine Analyse zur Bedeutung der Teamarbeit in Unternehmen, wobei eine detaillierte Schilderung des ‚Input-Process-Output‘-Modells die genauen Hintergründe darlegen soll.

Abschließend wollen wir in unserer Konklusion kurz im Einzelnen auf die bear- beiteten Punkte eingehen und zu einem Gesamtfazit resümierend zusammen- fassen.

In der gesamten Arbeit werden sowohl Primär-, als auch Sekundärquellen verwendet werden.

2. DEFINITIONEN

2.1. Gruppe

Laut der Definition von Adolf Illichmann ist eine Gruppe eine „Vereinigung von Personen, die miteinander interagieren und gewisse Normen gemeinsam ha- ben“1. Es sind spezielle charakteristische Merkmale vorhanden, die eine Grup- pe prägen.

Eine Gruppe besteht aus einer Mehrzahl von Personen. Die Untergrenze hierbei liegt bei drei Mitgliedern.2 Erst bei dieser Anzahl von Mitgliedern lassen sich Gruppenphänomene, wie Mehrheitsbildung, Koalitionen und Wechsel von Koalitionen beobachten.3 Dass die einzelnen Gruppenmitglieder über einen längeren Zeitraum miteinander ein gemeinsames Ziel verfolgen und dabei in kontinuierlichem Kommunikations- und Interaktionszusammenhang stehen, ist ein weiteres gruppenspezifisches Merkmal.

Während des Bestehungszeitraums einer Gruppe differenzieren sich unterschiedliche Rollen zwischen den Gruppenmitgliedern heraus, und es entwickeln sich Normen und Werte, die die Zusammenarbeit der Gruppenmitglieder leiten, koordinieren und stabilisieren.

Auch identifizieren sich die einzelnen Gruppenmitglieder immer stärker mit ihrer Gruppe und sprechen immer häufiger von „Wir“. Die Stärke dieses „Wir- Gefühls“, auch als Kohäsion bezeichnet, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. den einzelnen Motiven der Mitglieder, den Anreizen und Erwartungen, so- wie dem Vergleichsniveau der Personen mit anderen, bisherigen Gruppenmit- gliedschaften.4

Die dargestellten Merkmale sind allgemein und sozialpsychologisch - sie cha- rakterisieren jede Art von Gruppe. Gruppen an sich lassen sich in unterschiedli- che Gruppentypen unterteilen. Zur weiteren Differenzierung werden die Unterschiede zwischen Primär- und Sekundärgruppen, sowie informellen und formellen Gruppen erläutert.

2.1.1 Primärgruppe

Eine Primärgruppe ist eine von Gefühl und Vertrauen geprägte Lebensgemeinschaft, der nur wenige Mitglieder angehören. Die Mitglieder einer Primärgruppe bestehen meist aus Personen aus dem direkten Umfeld eines Individuums und haben oft sehr starken Einfluss aufeinander. Die Bindungen zwischen den Mitgliedern einer Primärgruppe sind häufig intim, emotional bestimmt, direkt, fest und vor allem längerfristig bestehend. Beispiele für primäre Gruppen sind die Familie, der Freundeskreis oder auch Nachbarn.5

2.1.2 Sekundärgruppe

Die Sekundärgruppe besteht aus einer größeren Anzahl an Mitgliedern als die Primärgruppe, zudem stehen die Mitglieder einer Sekundärgruppe meistens in unpersönlichen, wenig intimen und oberflächlichen Beziehungen zueinander. Der Einfluss der Mitglieder aufeinander ist weniger stark ausgeprägt als in der Primärgruppe. Ein Grund dafür ist auch, dass die einzelnen Gruppenmitglieder weniger regelmäßigen und intensiven Kontakt miteinander pflegen. Vereine, Schulklassen, Organisationen und Jahrgangsstufen sind Beispiele für Sekun- därgruppen.6

2.1.3 Informelle Gruppe

Informelle Gruppen sind nicht auf den Betriebszweck ausgerichtete „Gebilde“ - sie befolgen keinen Ablaufplan und entstehen meist spontan und ungeplant. Häufig werden in informellen Gruppen menschliche Bedürfnisse befriedigt, wo- bei die einzelnen Gruppenmitglieder unterschiedliche Einflüsse auf die latenten Ziele der Gruppe haben. Das Verhalten der Gruppe wird teils bewusst, teils un- bewusst von den einzelnen Mitgliedern unterstützt, die Zielsetzung und die Grenzen hingegen werden individuell definiert. Ein weiteres Merkmal der informellen Gruppe ist, dass die Personen in dieser Gruppe unbewusst und zwanglos gleiche Eigenschaften und Verhaltensregeln entwickeln und oft ein Meinungsführer die Zielsetzung der Gruppe dominiert.7 Beispiele für eine informelle Gruppe sind Tischgruppen in der Kantine oder Kollegen, die gemeinsam ihre Freizeit verbringen (z.B. Bowling, Sport).

2.1.4 Formelle Gruppe

Formelle Gruppen sind Zusammenschlüsse bzw. Gefüge, die von vornherein geplant sind und einem bestimmten Zweck dienen. Die einzelnen Gruppenmit- glieder tun genau das, was ein bestimmter Ablaufplan vorsieht. Es ist strikt fest- gelegt, welche Person(en) (gemeinsam) welche Aufgaben übernehmen und wie sie sich dabei verhalten sollen. In formellen Gruppen ist somit eine zweckdienli- che Zusammenarbeit vorgesehen und die einzelnen Gruppenmitglieder halten sich strikt an den vorgesehenen Ablauf. Ein Team ist ein Beispiel für eine typi- sche formelle Gruppe.8

2.2 Team

Der just erläuterten Definition nach erfüllt ein Team alle Kriterien einer FormGruppe. Doch in Bezug auf die Aufgabenorientierung, das Zusammengehörigkeitsgefühl und die hierarchische Ebene gibt es Unterschiede. In einem Team werden die persönlichen Ziele einem gemeinsamen Ziel untergeordnet. Optimalerweise werden die Team-Mitglieder anhand ihrer Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten ausgewählt, um die verschiedenen Positionen mit ihren unterschiedlichen Aufgaben optimal zu besetzen.

Es gibt verschiedene Formen von Teams. Eine Fußballmannschaft kann als Team bezeichnet werden. Dabei kann man zum Beispiel die Mannschaft auf dem Platz, oder die Mannschaft mitsamt Trainerstab, Psychologen, Physiotherapeuten etc. als Team definieren.

Mit diesem Beispiel und folgender Definition lässt sich der Unterschied zwischen einem Team und einer Gruppe gut verdeutlichen;

[...]


1 Illichmann, Adolf (2009);

2 Eine Zweier-Konstellation wird als ÄDyade“ bezeichnet

3 Vgl. ‚Arbeits- und Organisationspsychologie’

4 Vgl. ‚Arbeits- und Organisationspsychologie’

5 http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/primaergruppe/primaergruppe.htm

6 http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/sekundaergruppe/sekundaergruppe.htm

7 http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/gruppe.html?referenceKeywordName=informelle+Gruppe

8 Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/gruppe.html?referenceKeywordName=informelle+Gruppe

Details

Seiten
30
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668330917
ISBN (Buch)
9783668330924
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v163682
Institution / Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg) – Internationales Management
Note
"-"
Schlagworte
gruppe teamrollen Belbin Teamentwicklung nach Tuckmann

Autoren

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