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Edward Freeman und sein Beitrag zum Strategischen Management

Eine kritische Analyse

von Dilek Pehlivan (Autor)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 18 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2. Freemans Stakeholder-Theorie
2.1 Entstehung der Stakeholder-Idee
2.2 Absicht der Stakeholder-Theorie
2.3 Stakeholder: Definition und Model
2.4 Stakeholder-Management

3. Legitimierung der Stakeholder-Theorie: inhaltliche, graphische und ethische Analyse
3.1 Stakeholder-Orientierung statt Shareholder-Orientierung
3.2 Stakeholder-Model als graphischer Entwurf
3.3 Stakeholder Management und Ethik

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Form der 1884 gewählten Darstellung des Stakeholder-Modells, modifiziert nach Fassin 2009, S. 115

Abbildung 2: Darstellungsform des überarbeiteten Stakeholder- Modells, modifiziert nach Fassin 2009, S.115

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1984 legt Edward Freeman die Grundbausteine einer Theorie, die sich in den Jahren danach als „Stakeholder-Theorie“ zu einem ausführlich konzipierten Ansatz der strategischen Unternehmensführung herausbildet. Während zunächst noch die Idee der „Stakeholder“ eine unbekannte Variable darstellt, erhalten im Laufe der Jahre Konstrukte wie „Stakeholder Management“, „Stakeholder Engamenent“ und „Stakeholder Capitalism“ immer mehr Resonanz in der einschlägigen Fachliteratur, die die Stakeholder-Theorie gegenwärtig als eine Hauptströmung der Managementtheorie akzeptiert. Mit der Entwicklung eines Verständnisses für Stakeholder und für eine Stakeholder-Theorie, geht gleichzeitig eine neue Betrachtung des Unternehmens mit ihren strategischen Komponenten einher.

Was sind die Inhalte der Stakeholder-Theorie, die nun seit ihrer Entwicklung schon eine große Resonanz erhalten hat? Was sind die Veränderungen, die ein Stakeholder-Verständnis für das Unternehmen mit sich bringt und wie werden diese Veränderungen kritisiert? Mit diesen Fragestellung beschäftigt sich die folgende Arbeit um zu erklären, welchen Beitrag Edward Freeman mit seiner Formulierung der Stakeholder-Theorie für das unternehmerische Management geleistet hat. Am wichtigsten jedoch ist die Frage: Wie begründet sich diese Theorie selbst? Wie werden Theorie und zur Durchsetzung dieser Theorie geforderte oder bewirkte Veränderungen legitimiert und wie verteidigt sich diese Theorie gegen Kritik? Erst eine Antwort auf diese Fragen kann das Ausmaß des Erfolgs und die Begründung der Notwendigkeit von Freemans Stakeholder-Theorie angemessen darstellen.

1.2 Gang der Untersuchung

Im Sinne der angemessenen Klärung der genannten Fragestellungen, ist der Hauptteil der folgenden Arbeit in 2 Kapitel unterteilt. Kapitel 2, soll zunächst die Stakeholder-Theorie, wie sie von Freeman konzipiert wurde, ausführlich darstellen. So werden in diesem Kapitel Aspekte zur Entstehung der Stakeholder-Idee, zur Weiterentwicklung durch Freeman, zum von Freeman beabsichtigten Ziel und Zweck der Stakeholder-Theorie, und zur praktischen Ebene des Stakeholder-Managements behandelt. Nach dieser deskriptiven Präsentation der Theorie, soll diese in Kapitel 3 schließlich kritisch analysiert werden. Im Hinblick auf die Fragestellung nach der Begründung der Stakeholder-Theorie, sollen die drei Aspekte behandelt werden, die für die häuftigste Kritik, die meisten Missverständnisse oder die größten Veränderungen in der unternehmerischen Praxis gesorgt haben. So erfolgt also eine Analyse der Stakeholder-Theorie auf inhaltlicher, graphischer und ethischer Ebene, mit Fokussierung auf die Frage: Wie verteidigt und begründet sich diese Theorie selbst.

2. Freemans Stakeholder-Theorie

2.1 Entstehung der Stakeholder-Idee

Mit seinem 1984 veröffentlichten Buch „Strategic Management: A Stakeholder Approach“ greift Edward Freeman eine am Stanford Research Institute entwickelte Idee der Stakeholder-Theorie auf, die ursprünglich entwickelt wurde, um das dort herrschende betriebliche Umfeld zu beschreiben (vgl. Freeman 1984, S.32). Der Begriff Stakeholder erscheint erstmalig 1963 in einer Schrift dieses Instituts und wird ursprünglich definiert als „ those groups without whose support the organization would cease to exist “(Freeman 1984, S.31).

In seinem eigenen Werk von 1984 greift Freeman diese Stakeholder-Idee auf, bezieht sich auf die Personen, auf die diese Theorie zurückzuführen ist, darauf wieweit die Theorie verbreitet ist und was die Folgen der Weiterentwicklung und praktischen Ausführung dieser Theorie wären (vgl. Freeman 2004, S. 229). Er beschreibt den Forschungsinhalt und Prozess seiner Arbeit wie folgt: „My focus is on how executives can use the concept, framework, philosophy and processes of stakeholder approach to manage their insights to begin the construction of a stakeholder model of the firm...I shall draw on the work of many others and seek to use their insights to begin the construction of a stakeholder model of the firm . “ (Freeman 1984, S.27). Freemans umfassenden expliziten Auseinandersetzung mit dieser Idee und seinen zahlreichen Ausarbeitungen bis hin zur Entwicklung eines Stakeholder-Modells und eines konkreten Stakeholder-Konzepts, ist es zuzuschreiben, das er heute als Begründer der Stakeholder-Theorie angesehen wird (vgl. Garvare & Johansson 2010, S. 738).

2.2 Absicht der Stakeholder-Theorie

Mit seiner eigens konzipierten Stakeholder-Theorie liefert Freeman die Idee und theoretische Grundlage für eine neue Unternehmensführung, die das Ziel der Optimierung der Wertschöpfung des Unternehmens verfolgt. Die Notwendigkeit und Rechtfertigung dieser neuen Theorie wird durch die Forderung einer praktischen Handlungsorientierung begründet, die es ermöglicht, den Veränderungen des betrieblichen Umfelds effektiver entgegenzukommen und diese angemessener bewältigen zu können (vgl. Freeman 1984, S. 8). Veränderung der vorherrschenden Theorie soll die Veränderung der unternehmerischen Praxis bewirken:„ By using „stakeholder“, managers and theorists alike will come to see these groups as having a „stake“.“ (Freeman 1984, S. 45). Allein die Veränderung der Theorie bewirkt eine solche Veränderung der unternehmerischen Praxis, denn „The theories we create and the stories we tell become self-fulfilling prophecies.“(Freeman, Martin & Parmar 2007, S.312). Somit ist es die Theorie, die unsere Sichtweise von der Welt ändern kann (vgl. Freeman 1984, S. 44f.). Freemans Stakeholder-Theorie soll eine Anleitung für Unternehmer sein, Veränderungen in der Praxis realisieren zu können. Sie soll Manager anleiten, die Stakeholder und ihre Interessen zu identifizieren, diese mit in die strategische Planung zu involvieren und Hilfe bei der visuellen Darstellung und Realisierung von Stakeholder-Beziehungen liefern (vgl. Freeman 1984 , S. 247).

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Details

Seiten
18
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640796731
ISBN (Buch)
9783640796625
Dateigröße
591 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v163945
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,3
Schlagworte
strategisches Management Edward Freeman Stakeholder-Theorie Shareholder-Analyse Stakeholder Stakeholder-Management

Autor

  • Dilek Pehlivan (Autor)

    7 Titel veröffentlicht

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Titel: Edward Freeman und sein Beitrag zum Strategischen Management