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Reflektierende Dokumentation zum Praktikum Planung und Konzeptionierung eines Curriculums Ernährungsbildung an weiterführenden Schulen

Hausarbeit 2010 43 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Beschreibung des Projektes

3 Analyse von Handlungsbedingungen

4 Handlungsdarstellung in der Projektarbeit
4.1 Informieren:
4.2 Planen:
4.3 Entscheiden:
4.4 Ausführen:
4.5 Bewerten

5 Reflexionsprozess
5.1. Reflexion Bildungspraxis.
5.2 Reflexion über Kompetenzentwicklung
5.3 Reflexion „Selbstgesteuertes Lernen“

Literaturverzeichnis

Anhang:
Ziele und Teilziele im Rahmen der hierarchisch-sequentiellen Handlungsorganisation Glossar
Rahmenkonzept Curriculum
Formative Expertenanalyse
SOFT
Grobkonzeption
Curriculum

1. Einleitung

Innerhalb dieser Arbeit werden mittels Durchführung eines Projektes bildungstheoretische Theorien und Praxis zusammengeführt und dokumentiert. Das Praktikum als Reflexionsrahmen beinhaltet eine vollständige Konzeption von der Planung bis zur Evaluation. Die reflektierende Dokumentation soll die besondere Bedeutung reflexiver Arbeit herausstellen.

Zunächst erfolgt eine Projektbeschreibung mit Zielsetzung. Im Anschluss werden die Handlungsbedingungen analysiert, innerhalb derer die Verfasserin eigene Kompetenzen und deren Erfordernisse mit den Strukturen des Praktikumsbetriebes zusammenführt.

Sodann wird die Praktikumsaufgabe als Prozess und vollständige Handlung dargestellt. Im Zusammenhang mit der Ernährungsbildung und - kommunikation an weiterführenden Schulen als Themenschwerpunkt werden konzeptuelle, didaktische und mediendidaktische Gestaltungsaspekte erarbeitet sowie Qualität und Evaluation in der Bildungspraxis erörtert. Die durch die bildungspraktische Arbeit hinzugewonnenen Erkenntnisse werden im Anschluss in wissenschaftstheoretischer als auch praxiserfahrungsspezifischer Hinsicht reflektiert und im sich anschließenden Fazit zusammengefasst.

2 Beschreibung des Projektes

In einem gemeinsamen Gespräch mit der Ökotrophologin als Projektleiterin ergibt sich der folgende Arbeitsauftrag:

Die Aufgabe besteht darin, selbstständig ein Curriculum „Ernährungsbildung und -kommunikation an weiterführenden Schulen“ zu planen und zu konzeptionieren. Das Curriculum soll für autodidaktische Schulungszwecke von Dozenten und Multiplikatoren zusätzlich als cbtgestützte Version vorliegen.

Hintergrund ist das Angebot eines langjährig etablierten, schulexternen, ganzheitlichen Schulungsprogramms für adipöse Jugendliche, welches federführend durch die Ökotrophologin und Kooperationspartner durchgeführt wird.

Nunmehr besteht das Ziel in der Konzeption eines auf die Bedarfe des Handlungskontextes Schule ausgerichteten Curriculums. Die Zielvorgaben des Lehrplans Verbraucherbildung für die Sekundarstufe 1 der weiterführenden allgemeinbildenden Schulen sowie die Kriterien der Spitzenverbände der Krankenkassen und die Leitlinien des Netzwerkes Ernährung sollen in der Konzeption Berücksichtigung finden.

Zu betonen ist, dass angesichts der zunehmenden ernährungsbedingten Krankheiten sowie Verhaltensstörungen der Erwerb eines fundierten ernährungsspezifischen Grundwissens von erheblicher individueller und gesamtgesellschaftlicher Bedeutung ist (DGE 2008), wodurch den Inhalten und der Vermittlung derselben ein besonderer Stellenwert zukommt. Im Rahmen des zukünftigen ressourcenbewussten Ausbaus von Schulungsmöglichkeiten für weitere Ernährungsfachkräfte innerhalb des Netzwerkes soll eine autodidaktische Schulungs-CD an die Hand gegeben werden. Die Praktikantin übernimmt die Aufgabe in Absprache mit der Projektleiterin selbstständig.

3 Analyse von Handlungsbedingungen

Im Folgenden werden die Rahmenbedingungen analysiert, die dem Praktikum zugrunde lagen.

Berufliche Handlungskompetenz umfasst nach Dehnborstel (2008, S.32) Fach-, Personal-und Sozialkompetenz unter Einbeziehung von Methoden, Lern-und Sprachkompetenz, die es weiterzuentwickeln gilt. Zu Beginn des Praktikums erfolgt daher eine Statuserhebung der vorhandenen Kompetenzen der Praktikantin:

- Fachkompetenz: ernährungsspezifisches und bildungswissenschaftliches Grundwissen
- Personalkompetenz: eigenständige Arbeitsweise, Reflexionsfähigkeit
- Sozialkompetenz: Flexibilität, Teamfähigkeit
- Methodenkompetenz: strukturierte Planungsfähigkeit, Problemanalyse- und Problemlösungsstrategien
- Lernkompetenz : Anwendung von Lernmethoden
- Sprachkompetenz: Eloquenz, Überzeugungsfähigkeit

Das zweite Element beruflichen Handelns betrifft die Arbeits-un]d Handlungsbedingungen. Die Strukturen der Organisation lassen sich untergliedern in Lern-, Arbeits-und Unternehmenskultur, Lernpotenzial und mögliche Entwicklungs-und Aufstiegswege (Dehnborstel 2008).Die Lern-, Arbeits- und Unternehmenskultur kann die Verfasserin weitgehend beurteilen, da in vergangenen Jahren bereits in verschiedenen Kontexten miteinander gearbeitet wurde. Ein ursprünglich durch das Gesundheitsamt initiiertes Programm wurde 2005 durch den Verein übernommen, dessen Organisation und Vorsitz die Ökotrophologin und Projektleiterin übernommen hat. Primäre Zielgruppe des ganzheitlich angelegten Programms sind adipöse Kinder und Jugendliche und ihre Eltern. Übergeordnetes Ziel des Vereines ist die dauerhafte Verbesserung des Bewegungs-, Freizeit-und Essverhaltens der Kinder und ihrer Familien zur Vorbeugung übergewichtbedingter Folgeerkrankungen. Zu den Kooperationspartnern des Vereins zählen Ärzte, Krankenkassen, Psychologen, die deutsche Gesellschaft für Ernährung, das Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit sowie ein universitäres Fachinstitut. Der Verein arbeitet nach den Leitlinien des Netzwerkes für Ernährung (Anhang). Das Programm wird auch in anderen Städten Schleswig- Holsteins angeboten. Als Vorlage für Unterrichtseinheiten wird ein von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung angebotenes Trainermanual für Schulungszwecke adipöser Kinder verwendet. Die Qualitätssicherung erfolgte bis dato durch das der Universität angeschlossene Institut. Die Kostenübernahme der Schulungen erfolgt größtenteils durch Krankenkassen.

Zudem bietet die vereinsvorsitzende Ökotrophologin innerhalb der Schulen Ernährungstraining an, welches zeitlich flexibel und ohne Bindung an Lehrplanvorgaben gestaltet wird. Die Einbeziehung des Elternhauses sowie ärztliche, sportpädagogische und psychologische Betreuung ist bisher nicht implementiert. Ein methodisch-didaktisch verbindliches Lehrkonzept unter Zuhilfenahme wissenschaftlicher Modelle und Theorien ist bislang für den Bereich Schule nicht ausgearbeitet und liegt somit ebenso für potentielle Multiplikatoren nicht vor.

Lern-und Arbeitspotentiale umfassen nach Dehnborstel (2008, S.35) Aspekte wie Projektorientierung, Handlungsspielraum, Komplexitätserfahrung, Kollektivität, individuelle Entwicklung, Professionalität und Projektorientierung. Der Grad der Selbststeuerung von Kompetenzentwicklung wird hierdurch bestimmt. Im Reflexionsteil dieser Arbeit werden die Aspekte aufgenommen.

4.Handlungsdarstellung in der Projektarbeit

Der theoretische Ansatz einer vollständigen Handlung (Hacker 2005)eignet sich als Organisationskonzept für den Arbeitsauftrag im Praktikum als auch für die reflektierende Dokumentation. Den Arbeitsanforderungen entsprechend werden innere Handlungsstrukturen entwickelt, mit denen auf die Anforderungen im Arbeitsprozess zurückgewirkt werden kann (Heinz 2008). Der berufliche Arbeitsablauf konstituiert sich durch vollständige Handlungsschritte:

- Informieren-Planen-Entscheiden-Ausführen-Kontrollieren-Bewerten

4.1 Informieren:

In einem ersten Schritt wird benötigtes Material recherchiert und geprüft. Dazu zählen Studientexte, Fachmaterialien aus dem Bestand der Ökotrophologin, Internetveröffentlichungen und wissenschaftliche Fachbücher. Ein Überblick über auf diesem Sektor bereits geleistete Arbeit konnte so gewonnen und in die weitere Planung mit einbezogen werden (Literaturliste im Anhang). Zudem bot das recherchierte Material vielfältige Anregungen hinsichtlich des weiteren Procedere.

4.2 Planen:

In Anlehnung an das Konzept von Niegemann (2007, S.16 f) wird mit einer Analyse der Praxisbedingungen begonnen, welche einer Erhebung der Bedarfe und Erfordernisse dient, die für die zielorientierte Konzeption des Projektes notwendig sind. Jene gliedert sich in

- Problem und Bedarf-Zielsetzung-Adressaten und Zielgruppe-Wissen und Inhalte-Ressourcen-Einsatzbedingungen

Als Analyseinstrument wird eine Selbstanalyse in Form einer SOFT- Analyse mit der Ökotrophologin und ihrem Team durchgeführt, welche der Praktikantin aufgrund guter und langjähriger Zusammenarbeit umfassende Informationen zu vermitteln vermochten. Im Rahmen einer SOFT-Analyse wird mittels eines geleiteten Diskussionsverfahrens zu Beginn eines Projektes die Klärung und Präzisierung der Ausgangssituation vorgenommen (Moser 2008).

Des Weiteren erfolgt in Anlehnung an die hierarchisch-sequentielle Handlungsorganisation (Volpert 1974) die Bildung von Zielen und Teilzielen, deren hierarchische Ordnung und sequentielle Abarbeitung (Anhang). Die Regulation der Handlungen erfolgt durch kontinuierliche, arbeitsprozessbegleitende Abstimmung der einzelnen Handlungen mit der Projektleiterin (Wagner 2005).

4.3 Entscheiden:

Nach Abschluss der Analyse können Planungsentscheidungen mit der Auftraggeberin hinsichtlich der zu erstellenden Konzeptionen getroffen werden. Da ein Praxiseinsatz des Curriculums innerhalb des Unterrichts in Schulen erst nach Abschluss der Projektarbeit im Praktikum erfolgen kann, findet eine summative Meta-Evaluation aufgrund des begrenzten Zeitrahmens der Praktikantin jedoch theoretisch-konzeptuelle Berücksichtigung.

4.4 Ausführen:

Für den Entwurf des Curriculums wird zunächst Inhalt, Aufbau, Gestaltung, Methodik und Didaktik in einem Rahmenkonzept festgehalten. Beachtet wird dabei in Anlehnung an Niegemann (2008 S.66f), dass der intrinsic- und extraneous cognitive load ausreichend Kapazität im Arbeitsgedächtnis bereithalten, um eine produktive, aktive Verarbeitung der Informationen zu gewährleisten (germane cognitive load). In der Folge muss der extraneous load weitestgehend reduziert werden. Die nachfolgende Umsetzung des Curriculums in eine cbT-Version erfordert eine gute Usability und den Verzicht auf Musik, Bilder oder Animationen, die keine unmittelbare Voraussetzung für den Wissenserwerb darstellen (Chandler et al 1991).

Die Kompetenzerwartungen des Kernbereichs II des aktuellen Lehrplans „Verbraucherbildung für die allgemeinbildenden weiterführenden Schulen“ werden bei der Konzeption berücksichtigt und in das Curriculum inkludiert. Die innerhalb des Lehrplans aufgeführten zu erwerbenden Kompetenzen sind offen formuliert und gewähren den Schulen eine flexible organisatorische Umsetzung in Form von schuleigenen Schwerpunktsetzungen. Der Kernbereich I innerhalb des eigenständigen Unterrichtsfaches Verbraucherbildung wird fachübergreifend (Deutsch-und Heimatunterricht) gelehrt und ist daher für die weitere Projektarbeit irrelevant.

Die Implementation des theoretisch-pädagogisch fundierten Moduls „Bewegungsschulung“ innerhalb des Curriculums wird ergänzt durch den sportpraktischen Anteil des schulinternen, regelhaften Sportunterrichts. Der psychologische Ansatz wird im Modul der psychosozialen Ernährungsschulung aufgenommen und konzipiert für normal-und über/untergewichtige Kinder. Schulärztliche Untersuchungen sind im Kontext Schule hinsichtlich der ärztlichen Betreuung ausreichend; darüber hinaus kann die ärztliche Konsultation innerhalb der Schulungen anempfohlen werden. Besondere Beachtung gilt den Leitlinien der Spitzenverbände der Krankenkassen, da eine Zertifizierung durch autorisierte Institutionen von deren Berücksichtigung abhängt.

Exkurs Curriculumtheorie:

Es handelt sich um eine präskriptive, behavioristisch geprägte Theorie. Die Grundannahmen implizieren ein Umdenken dergestalt, dass Schüler nunmehr befähigt werden sollten, Lebenssituationen zu bewältigen und Lebensqualifikationen zu entwickeln. Kompetenzentwicklung und das Erlernen von Handlungsstrategien sollten fortan die pure Vermittlung von Allgemeinbildungswissen zugunsten lebensbezogenen Anwendungswissens ersetzen (Robinsohn1967).

Unter einem Curriculum versteht man im Sinne des lernzielorientierten Ansatzes einen Plan für Aufbau und Ablauf von Unterrichtseinheiten als Prozessergebnis. Sogenannte offene Curricula gewähren Entscheidungsspielräume der Unterrichtsabläufe.

Die Erstellung gliedert sich in die Komponenten: Lernplanung, Organisation, -kontrolle: Innerhalb der Lernzieloperationalisierung werden nach Abstraktionskriterien gegliederte Richt-, Grob-und Feinziele beschrieben. Die erforderliche schematische Ordnung der Ziele kann im Rahmen einer Lernzieldimensionierung einfach klassifiziert werden durch den kognitiven, den psycho-motorischen sowie den affektiven Bereich. Sehr bekannt ist die Bloomsche Lernzieltaxonomie im kognitiven Bereich; sie umfasst die Komponenten:

Wissen-Verstehen-Anwenden-Analyse-Synthese-Evaluation(Blohm 1974). Der affektive Bereich ist gekennzeichnet durch:

Beachten-Reagieren-Werten-Organisation-Bestimmtsein durch Werte (Krathwohl 1975) Der psychomotorische Bereich wird unterteilt in die Stufen Wahrnehmung-Einstellung- Geleitete Antwort-Mechanismus-Komplexe Reizantwort-Adaption und Originalität (Dave 1973).

Innerhalb der Lernorganisation erfolgt die an den Lehrzielen ausgerichtete Konzeption und Ordnung von Unterrichtsmethoden (Neubert 2004).

Ein Curriculum ist Voraussetzung für die standardisierte Durchführung von Schulungen, welche einrichtungsintern und-extern durchgeführt werden können Es bietet dadurch Transparenz, Ökonomie und unterstützt die Qualitätssicherung. In der detaillierten Ausarbeitung sollte die Ausgewogenheit von Standardisierung versus Individualisierung bedacht werden. Die Gliederung erfolgt durch Modularisierung zusammengehöriger Themenkomplex (Ströbl et al 2007).

In einem zweiten Schritt erfolgt die Umsetzung des Rahmenkonzeptes in ein Curriculum, welches zunächst als Textdatei erstellt wird. Nachfolgend wird die Erstellung des Curriculums als Cbt- gestützte Schulungsmaßnahme für Projektleiter und Multiplikatoren vorgenommen. Da zum Zeitpunkt des Praktikums kein vereins-und netzwerkspezifisches Intranet besteht, kann das Curriculum nicht online angeboten werden. In Ermangelung professioneller Programmierkenntnisse und aus ökonomischen Gründen wird deshalb als Medium eine PowerPoint- Präsentation auf einem Datenträger als geeignet ausgewählt, zumal sich über die autodidaktische Intention hinaus eine zusätzliche Verwendung als Einführungsvortrag anbietet. Bei der Konzeption wird das Multimedia- sowie das Kontiguitäts-und das Kohärenzprinzip zur Gestaltung von Multimedia (Clark/Mayer2007) berücksichtigt.

Die vorhergehende grundlegende Planung erlaubt der Praktikantin eine zügige Erstellung. Während der Ausführungsphase wird durch die Praktikantin mehrfach eine Selbstkontrolle der bisherigen Ergebnisse vorgenommen. Eine Fremdkontrolle durch die Projektleiterin erfolgt ebenfalls kontinuierlich. Sämtliche bis zur Ausführungsphase mit der Projektleiterin festgelegten Planungsentscheidungen werden dabei kontinuierlich auf ihre vollständige Umsetzung hin überprüft. Einige inhaltliche Ergänzungen sowie die Umformulierung einiger Textpassagen werden übereinstimmend für erforderlich gehalten. Die Arbeitsergebnisse werden zum Abschluss der Ausführungsphase der Projektleiterin zur Kontrolle vorgelegt.

4.5 Bewerten

Die vorliegenden Arbeitsergebnisse werden im Anschluss den Mitgliedern des Schulungsteams zur Bewertung vorgestellt, wodurch eine Reflexion der bisherigen Arbeitsschritte erfolgt. Das Gesamtergebnis wird übereinstimmend für erfolgreich befunden. So kann mit der Evaluation begonnen werden. Der Begriff der Qualität in Bildungskontexten ist relativ und nicht einheitlich und explizit zu definieren. Das lehr-und lernorientierte Qualitätsverständnis des Projektes wird mittels zugrundegelegter Qualitätskriterien bereits in der Planungsphase des Projektes festgelegt, wodurch der hier vorliegende Qualitätsbegriff exploriert wird. Demzufolge erfolgt eine Weiterentwicklung der Teilnehmer sowie eine Wertsteigerung des Vereines als Bildungseinrichtung (enhancing). Zudem werden die Schulungsleiter und Multiplikatoren befähigt, unabhängig von temporären oder lokalen Konditionen, sich schulungsspezifisches Wissen anzueignen. Innerhalb des Selbstermächtigungsprozesses wächst der Grad ihrer Selbstbestimmung (empowerment).

Es kann somit zusammenfassend von einer Qualität als Transformation (Bastians 2007) gesprochen werden, da bei der Curriculumkonzeption „empowerment“ und „enhancing“ als Qualitätsziel angestrebt werden:

Die Qualitätssicherung als auf den gesamten Arbeitsprozess bezogene Maßnahme beinhaltet in diesem Projekt die Präzisierung der Ziele in der Planungsphase (Bastiaens 2007): Es handelt sich um übergeordnete Zielsetzungen der Kooperationspartner, die des Vereines sowie Projektziele, mithin Ziele verschiedener Ebenen.

Die Selbstevaluation des Projektes in der Entwicklungsphase der Qualitätssicherung erfolgt durch die Praktikantin als Expertin(Bastiaens, 2007). Es handelt sich um eine formative Evaluation, da die Erhebung der Daten jeweils parallel zur Entwicklung verläuft. Die Entwicklung des Praxiskonzepts als Prozess wird dabei in allen Teilschritten evaluiert. Im Ergebnis liegt hinsichtlich der Zielkriterien ein Konzept vor, welches sich für die Praxisanwendung eignet (Anhang).

Innerhalb der Einsatzphase der Qualitätssicherung ist eine summative Fremd-und Metaevaluation nach einjährig erfolgtem Praxiseinsatz durch das universitäre Fachinstitut vorgesehen, da diese das bereits mehrjährig etablierte Adipositas-Programm ebenfalls kontinuierlich einer Evaluation unterzieht. Die Metaevaluation wird nach den Evaluationsstandards des

„Joint Committee of standards for educational evaluation“(Sanders 2006) durchgeführt, welche sich in folgende Kategorien gliedern: Nützlichkeitsstandards: Ermittlung der Beteiligten und Betroffenen, Glaubwürdigkeit der Evaluatoren, Umfang und Auswahl der Informationen, Feststellung von Werten, Klarheit des Berichts, Rechtzeitigkeit und Verbreitung des Berichts, Wirkung der Evaluation.

Durchführbarkeitsstandards: Praktische Verfahren, politische

Tragfähigkeit, Kostenwirksamkeit

Korrektheitsstandards: Unterstützung der Dienstleistungsorientierung, formale Vereinbarungen, Schutz individueller Menschenrechte, human gestaltete Interaktionen, vollständige und faire Einschätzung, Offenlegung der Ergebnisse, Deklaration von Interessenkonflikten, finanzielle Verantwortlichkeit.

Genauigkeitsstandards: Programmdokumentation, Kontextanalyse, Beschreibung von Zielen und Vorgehen, verlässliche Informationsquellen, valide Informationen, reliable Informationen, systematische Informationsüberprüfung, Analyse quantitativer und qualitativer Informationen, begründete Schlussfolgerungen, unparteiische Berichterstattung, Metaevaluation

5 Reflexionsprozess

Die bildungstheoretische Reflexion der gemachten Praxiserfahrungen ist notwendig, um Erkenntnisgewinne aufzuzeigen. Der Begriff der Reflexion wird im Kontext Kompetenzentwicklung und Lernen verwendet (Dehnborstel2008) und rückt aufgrund zunehmender innovatorischer und kommunikationsspezifischer Erfordernisse auf dem Arbeitsmarkt zunehmend in den Vordergrund. Über die berufliche Handlungskompetenz hinaus sollte reflexive Handlungsfähigkeit als Sicherstellung praktisch umsetzbaren Handlungsvermögens erworben werden. Reflexive Handlungsfähigkeit in der Arbeit bedeutet „im Prozess der Vorbereitung, Durchführung und Kontrolle von Arbeitsaufgaben sowohl über die Strukturen und Umgebungen als auch über sich selbst zu reflektieren.

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Details

Seiten
43
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640809523
ISBN (Buch)
9783640809509
Dateigröße
522 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v164090
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Kultur-und Sozialwissenschaften
Note
2,7
Schlagworte
reflektierende dokumentation praktikum planung konzeptionierung curriculums ernährungsbildung schulen

Autor

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Titel: Reflektierende Dokumentation zum Praktikum Planung und Konzeptionierung eines Curriculums Ernährungsbildung an weiterführenden Schulen