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Entscheidungskonflikte der individuellen Biographiegestaltung in der Zweiten Moderne

Seminararbeit 2010 23 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzzusammenfassung

1 Einleitung

2 Individualisierte Entscheidungskonflikte der zweiten Moderne
2.1 Die Ambivalenz der Übergangsgesellschaft zwischen Moderne und Postmoderne
2.2 Individualisierung sozialer Konflikte im Entwicklungskontext der Konflikttheorie
2.3 Die Perspektive der Konfliktsoziologie auf individuelle Entscheidungskonflikte

3 Entscheidungskonflikte im Rahmen der Biographiegestaltung
3.1 Die Gewissheit der Ungewissheit und das Risiko der falschen Entscheidung
3.2 Das Austragen von Entscheidungskonflikten im intrapersonalen Diskurs

4 Orientierungsmuster für individuelle Entscheidungen

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Kurzzusammenfassung

Die individualisierte Gesellschaft der zweiten Moderne ist in Analogie zur Auflösung traditionaler sozialer Rahmenvorgaben durch eine Vervielfältigung an Wahlmöglichkeiten aus Sicht des Individuums charakterisiert. Aufgrund dieser Entwicklung entsteht gleichsam mit der Freiheit der Wahl ein auf den Einzelnen heruntergebrochener Zwang zur Entscheidung bezogen auf seine Biographie-Gestaltung. Ausgehend von einem gesellschaftlichen Hintergrund, vor welchem das Individuum sich in einer ambivalenten Position zwischen modernen und postmodernen Strukturmerkmalen befindet, entstehen bei jeder Entscheidungsfrage mit potenziell folgenträchtigen Konsequenzen Entscheidungskonflikte innerhalb des Individuums, welche von und in ihm unter Berücksichtigung seines zukünftigen Selbstentwurfs ausgetragenen werden müssen.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es der Frage nachzugehen, wie frei der Einzelne in der Gestaltung seines individuellen Lebenslaufes tatsächlich ist. Zur Analyse dieser Fragestellung wird nach Einbettung der Thematik im Entwicklungskontext der Konfliktsoziologie unter Anwendung der konflikttheoretischen Methode das Austragen von individualisierten Entscheidungskonflikten im intrapersonalen Diskurs beschrieben. Ergebnis dieser Analyse ist, dass in Folge der frei wählbaren Argumentationslinien zur Erreichung eines konkreten Ziels auf der einen und der Berücksichtigung des Aspekts beliebig möglicher Zielsetzungen auf der anderen Seite prinzipiell keine intrapersonale Lösung individueller Entscheidungskonflikte möglich ist. In der Realität jedoch trifft der Mensch tagtäglich Entscheidungen, wofür in der vorliegenden Arbeit etablierte gesellschaftliche Institutionen wie auch das Bewusstsein über die Kurzlebigkeit jeder Entscheidung als Orientierungshilfen identifiziert werden. Schlussfolgernd lässt sich festhalten, dass das Individuum der zweiten Moderne nach dieser Argumentationslinie nur durch die Beschränkung seines Handlungsspielraums überhaupt entscheidungsfähig wird und eine Freiheit im Sinne vollkommen fehlender Rahmenvorgaben nur eine theoretische, jedoch keine praktische Freiheit darstellen würde.

1 Einleitung

Die fortschreitende Individualisierung westlicher Gesellschaften hat in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur die gesamtgesellschaftliche Struktur verändert, sondern parallel zwangsläufig auch in vielerlei Hinsicht maßgebliche Konsequenzen für die Lebenslauf- konstruktion jedes Einzelnen mit sich gebracht. Mit der immer stärker beobachtbaren Auflösung traditionaler Bindungsmuster und institutioneller Handlungsvorgaben ergibt sich eine völlig neue Dimension der Verantwortlichkeit, welche nunmehr auf jedes Individuum selbst für sich und die Gestaltung seines Lebensweges im Beruflichen wie Privaten heruntergebrochen ist. Dadurch bedingt kommt es in allen Lebensbereichen zu einer Pluralisierung an Wahlmöglichkeiten, welche den Einzelnen permanent vor die Aufgabe der Entscheidungsfällung für oder gegen bestimmte Zielsetzungen, Handlungsweisen und Lebensstile stellen. Die einzig verbleibende systematische Gemeinsamkeit, die alle Individuen in Hinblick auf die eigene biographische Konstruktionsleistung teilen, ist die Tatsache, diese Aufgabe selbstverantwortlich und aus eigener Initiative heraus lösen zu müssen. An dieser Stelle entsteht eine neue Kategorie des sozialen Konflikts, der von jedem Menschen ganz individuell im Laufe seines Lebens mehr als nur einmal ausgetragen werden muss, wodurch ein neues „social pattern“ entsteht, was entgegen dem traditionellen Verständnis des Konfliktbegriffs auch den individuellen Entscheidungskonflikt zu einer von allen Individuen geteilten Form des sozialen Konflikts macht (vgl. Coser 1972: 35).

Um der möglichst umfassenden Analyse sozialer Konflikte in der im heutigem Maße individualisierten Gesellschaft gerecht zu werden, ist die Betrachtung von Entscheidungs- konflikten im Zuge der Lebenslaufgestaltung unabdingbar. Bezugnehmend auf die Individualisierungsthese Ulrich Becks als Vertreter einer ambivalenten zeitdiagnostischen Gesellschaftstheorie zwischen Moderne und Postmoderne, bildet die Annahme über eine weitgehend unbegrenzte Anzahl an entsprechenden Wahlmöglichkeiten in Anlehnung an gleichzeitig neu entstehende gesellschaftliche Institutionen den Bezugsrahmen für die vorliegende Arbeit, welche sich der neu definierten Kategorie des intrapersonalen Entscheidungskonflikts als soziale Kontroverse zuwendet. Wenn im Zeichen der Individua- lisierung alle Entscheidungen bezüglich des eigenen Lebenslaufs auf das Individuum selbst zurückgeworfen sind, impliziert dies in der Theorie den Gedanken einer vollkommenen Freiheit des Individuums von beschneidenden äußeren Zwängen − ein Gedanke, der bezogen auf die individuelle wie auch die gesellschaftliche Realität weniger plausibel scheint als im Kontext der theoretischen Betrachtung.

Wie frei ist der Einzelne wirklich in der Gestaltung seines ganz persönlichen individuellen Lebenslaufs? Dieser Frage soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden, da zu vermuten ist, dass die theoretisch herleitbare individuelle Freiheit in der Realität an ihre Grenzen stößt.

Hierzu wird im ersten Schritt die ambivalente Position des Individuums zwischen den Werten der klassischen Moderne auf der einen sowie den neueren postmodernen Strukturmerkmalen auf der anderen Seite skizziert, um daraus abgeleitet in Anlehnung an die Individualisierungsthese Ulrich Becks (1994) den individuellen Entscheidungskonflikt als neue Kategorie sozialer Konflikte darzulegen (Kapitel 2). Über den konfliktsoziologischen Zugang erfolgt anschließend eine theoretische Analyse des im Individuum ausgetragenen intrapersonalen Diskurses hinsichtlich der Entscheidungen im Rahmen seiner Lebenslauf- gestaltung. Im Rahmen dieser Analyse wird die Strukturierung des Konfliktprozesses untersucht, indem die Antagonismen traditionaler und postmoderner Wahlmöglichkeiten in skizziert und gegenübergestellt werden (Kapitel 3). An das Ergebnis dieser Analyse anschließend, wird auf die Orientierungsmuster für individuelle Entscheidungen im Kontext der zweiten Moderne eingegangen (Kapitel 4), um in der Folge eine Ableitung zur Beantwortung der Frage der tatsächlichen Freiheit des Individuums bezogen auf die Gestaltung seiner Biographie herzustellen und so eine Aussage zu treffen, wie nachhaltig es seine eigenen intrapersonalen Entscheidungskonflikte in und für sich selbst lösen kann (Kapitel 5).

2 Individualisierte Entscheidungskonflikte der zweiten Moderne

Im traditionellen Sinne hat die Konflikttheorie sich in ihrer Hochzeit vorwiegend mit solchen sozialen Konflikten beschäftigt, die auf Ungleichheiten von Stand und Klasse beruhten und hinsichtlich der Konfliktakteure über ein einzelnes Individuum hinausgingen. Mit der wachsenden Auflösung klassisch moderner Strukturen in den vergangenen Jahrzehnten ergibt sich eine neue Rahmensituation für das Individuum westlicher Gesellschaften, welche in allen Lebensbereichen von zunehmender Differenzierung und Individualisierung durchdrungen sind. Auch die Definition des sozialen Konflikts bekommt dadurch eine neue Facette, wenn davon ausgegangen wird, dass der Einzelne nunmehr sein Leben weitestgehend individuell gestalten und in diesem Zuge gleichsam mehr individuelle Entscheidungen treffen muss. Von welchem gesellschaftlichen Hintergrund in der vorliegenden Arbeit ausgegangen wird und welche Entwicklung die Konflikttheorie parallel zur gesellschaftlichen Entwicklung in den letzten vier Jahrzehnten genommen hat, wird in den folgenden Abschnitten näher erläutert, um schließlich in Anlehnung daran das Dilemma des individuellen Entscheidungskonflikts des Individuums der heutigen Übergangsgesellschaft aus konflikttheoretischer Perspektive zu skizzieren.

2.1 Die Ambivalenz der Übergangsgesellschaft zwischen Moderne und Postmoderne

Im Gegensatz zu den traditionellen Gesellschaftstheorien der Moderne, in deren Fokus aus soziologischer Perspektive überwiegend „die systemartige, findige, bedeutungsverleihende Totalität“ (Bauman: 1995: 225) stand, richtet die soziologische Theorie der Postmoderne ihre Hauptaufmerksamkeit aufgrund der neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten auf das Subjekt und dessen Lebensumfeld. Das Handeln wird nicht länger im traditionellen Sinne durch den individuellen Lebensraum determiniert, sondern kann und muss aus einem Repertoire nahezu unbegrenzter zur Disposition stehender Möglichkeiten nach persönlichem Ermessen jedes Einzelnen (selbst)bestimmt werden. Das Individuum der Postmoderne ist aufgrund der fehlenden koordinierenden und zielsetzenden Führung eines von außen vorgegebenen gesellschaftlichen Bezugsrahmens in Hinblick auf sein alltägliches Handeln und Wirken damit weitgehend autonom und so im Großen und Ganzen frei, seine Ziele nach Maßgabe der eigenen Ressourcen und Managementfähigkeiten zu verfolgen (vgl. Bauman 1995: 225 ff.). Diese neu gewonnene Freiheit im Vergleich zur Gesellschaftsstruktur der Moderne versteht Bauman allerdings nicht als eine objektive in dem Sinne, dass das Individuum in der Lage wäre, sie zur Erlangung seines eigenen Glücks effektiv zu nutzen. Er sieht in ihr vielmehr einen Fluch der Verantwortung, den zu bewältigen das orientierungslose Individuum nicht in der Lage ist (vgl. Bauman 2003: 27 ff.).

Auch Beck als Vertreter einer etwas ambivalenteren Diagnose der Gegenwartsgesellschaft sieht in dem Wandel sozialer Strukturen und Werte der vergangenen Jahrzehnte, dem Aufbrechen von Selbstgestaltungsmöglichkeiten in den sozialen Beziehungen und den daraus resultierenden individualisierten Existenzformen, den Menschen in ein Labyrinth der Verunsicherung hineingeraten (vgl. Beck 1994: 55).

„Aus den verblassenden sozialen Vorgaben schält sich, verletzt und zaghaft, voller Fragen, das nackte, verängstigte, aggressive, Liebe und Hilfe suchende Ich heraus. Auf der Suche nach sich selbst und einer zärtlichen Sozietät verläuft es sich leicht im Urwald des eigenen Selbst“ (Beck 1991: 36 f.).

Im Gegensatz zu Baumans pessimistischer Sichtweise vertritt Beck jedoch nicht die einseitigen, auf die Vergangenheit gerichteten Verlustdiagnosen der Vertreter der postmodernen Theorie, sondern postuliert mit seiner Theorie der „ zweiten Moderne “ (Beck 2001: 17) eine ambivalente Position, nach welcher die Industriegesellschaft durch „eine Verflechtung von Kontinuität und Bruch“ (Beck/Lau 2004: 20) gekennzeichnet ist. Die Theorie der zweiten Moderne konzentriert ihr Augenmerk nicht auf die Beklagung des Verfalls ehemaliger gesellschaftlicher Strukturen und Lebensverhältnisse, sondern richtet ihren Blick weitaus weniger betrübt auf den aktuellen Wandel und den damit einhergehenden Neuanfang (vgl. Schroer 492: 2009). Die Zeitdiagnose Becks birgt damit einerseits für das Individuum die große Chance auf Selbstgestaltung des eigenen Lebensraumes und der persönlichen Biographie, gelöst von traditionellen Verflechtungen, die in Zeiten der Moderne weit mehr als bindend galten als in der gegenwärtigen Gesellschaft. Andererseits entsteht jedoch gleichzeitig ein permanenter Zustand der Ambivalenz und Kontingenz in Hinblick auf die individuell zu treffenden Entscheidungen, die zu bewältigen eine große Herausforderung darstellt, welche nicht jedes Individuum bedingungslos und frei zu meistern in der Lage ist. Das Individuum der zweiten Moderne steht praktisch in der Mitte einer Übergangsgesellschaft zwischen traditionaler Moderne auf der einen und modernisierter, enttraditionalisierter sowie individualisierter Moderne auf der anderen Seite. Durch diese recht neuartige „Zwischen- position“ rücken intrapersonale Entscheidungskonflikte als Kategorie sozialer Kontroverse in den Fokus der Betrachtung, weshalb der klassischerweise als zwischen verschiedenen Akteuren definierte Konfliktbegriff grundlegend überdacht und zur vollständigen Beschreibung der Gesellschaft der zweiten Moderne mit Hinblick auf den Aspekt der Individualisierung ausgeweitet werden muss.

2.2 Individualisierung sozialer Konflikte im Entwicklungskontext der Konflikttheorie

Der Begriff „Konflikt“ hat entgegen dem Alltagsverständnis, nach welchem er durch Assoziation mit spezifischen Kontexten und Austragungsformen zumeist als etwas Schlechtes, Schädliches und die Harmonie Gefährdendes verstanden wird, im ursprünglichen etymologischen Sinne des Wortes eine neutrale Bedeutung. Abgeleitet vom lateinischen Verb „confligere“, kann er als „Aneinandergeraten“ oder auch als „Zusammenstoßen“ zweier Einheiten übersetzt werden. Dieser neutrale Blickwinkel ist als Ausgangspunkt für eine wertfreie Konfliktanalyse unerlässlich, ermöglicht er doch durch die Loslösung aus dem alltagsgebräuchlichen Kontext die erforderliche Neutralität zur unvoreingenommenen Betrachtung des Konflikts als sozialen Tatbestand. Gemäß dieser Herleitung können soziale Konflikte definiert werden als „soziale Tatbestände, an denen mindestens zwei Parteien (Einzelpersonen, Gruppen, Staaten etc.) beteiligt sind, die auf Unterschieden in der sozialen Lage und/oder auf Unterschieden in der Interessenkonstellation der Konfliktparteien beruhen“ (Bonacker/Imbusch 2006: 69). Um diesem sehr breit gefassten Begriff des sozialen Konflikts in einer fachspezifischen Analyse gerecht zu werden, ist es sinnvoll, ihn in Hinblick auf verschiedene Differenzierungsmöglichkeiten zu untersuchen. So lassen sich soziale Konflikte beispielsweise nach ihrer Analyseebene (zum Beispiel intrapersonal oder interpersonal), ihrem Gegenstand (zum Beispiel Wertvorstellungen oder knappe Güter) oder auch ihrer Form (zum Beispiel informell oder institutionalisiert) differenzieren (vgl. Bonacker/ Imbusch 2006: 69 ff.).

Die Untersuchung von Konflikten als zentraler Aspekt einer eigenständigen soziologischen Theorie hat ihre Wurzeln Mitte der 50er Jahre und resultierte aus dem Bestreben, eine antithetische Alternative zum damals dominierenden Parsonsschen Modell sozialer Ordnung zu postulieren. Hauptkritikpunkt der Vertreter der Konfliktsoziologie an Parsons war dabei seine übermäßig starke Hervorhebung normativer Aspekte sowie die dadurch praktisch unterstellte soziale Ordnung als gegebenes statisches Gebilde. Obwohl Parsons, der auf einer höheren Abstraktionsebene argumentierte, nicht die Absicht hatte, mit seinem Ansatz eine konkrete Ordnung zu verteidigen, wurde ihm dies zur Last gelegt und außerdem der Einbau eines harmonistischen Vorurteils in seinem Theoriegebäude kritisiert, wodurch die Untersuchung sozialer Konflikte wegen des fehlenden Instrumentariums nur schwer möglich war. Mit dem Ziel einer adäquaten Analyse des gesellschaftlichen Wandels wie auch der Rolle von Machtverhältnissen und Interessenkämpfen haben Autoren wie Coser und Bendix dem Thema Konflikt eine zentrale Rolle innerhalb ihrer Ansätze gegeben und damit den Vorstoß von der Konfliktsoziologie zur Konflikttheorie als eigenen theoretischen Ansatz erzielt. In Berufung auf Simmel versteht Coser den Konflikt nicht wie Parsons als vom Normalzustand abweichend, sondern als Form der Vergesellschaftung, die als Sicherheitsventil fungiert und so die Gesellschaft stabilisiert. In diesem Sinne bleibt Coser mit seiner Theorie innerhalb des Funktionalismus, dem Bendix einen konkurrierenden Ansatz gegenüberzustellen versucht. Vor allem in Anlehnung an Marx und Weber analysiert dieser soziale Konflikte unter Berücksichtigung ihrer Vielseitigkeit und grenzt sich in dieser Hinsicht stark von Marx ab, dem er die Beschränkung des Konfliktgegenstands auf rein ökonomische Ursachen als unzureichend vorwirft. Als Alternativen zu den funktionalistischen und rein kritischen Ansätzen Cosers und Bendix’ findet die Konflikttheorie vor allem in Dahrendorf ihre Fortsetzung und Weiterführung, welcher die Untersuchung von Herrschaftsbeziehungen und Macht als Methode zur Analyse gesellschaftlicher Konflikte und gesellschaftlichen Wandels ins Zentrum seiner Theorie stellt.

Die wesentlichen Gemeinsamkeiten der bedeutendsten Autoren und Theoretiker der Konfliktsoziologie liegen in der Erklärung sozialer Konflikte auf Basis sozialer Ungleichheit, der Annahme über die Vielfältigkeit relevanter Ressourcen und dem Verständnis von einer Allgegenwart sozialer Kämpfe und Auseinandersetzungen als ständige Merkmale der menschlichen Geschichte.1

[...]


1 Anhand der Gemeinsamkeiten wird die geschlossene Abgrenzung gegenüber Parsons deutlich, dessen Handlungsmodell maßgeblich auf der Annahme normativer Einflüsse basiert und daher zur Erklärung sozialer Ungleichheit nicht anwendbar ist. Außerdem geht Parsons im Gegensatz zu den Vertretern der Konfliktsoziologie von sozialer Ordnung als auf Werten basierendem und dadurch statischem Normalzustand aus, in dessen Rahmen Konflikte lediglich als vorübergehende pathologische Störung vorkommen.

Details

Seiten
23
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640792122
ISBN (Buch)
9783640791460
DOI
10.3239/9783640792122
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Erscheinungsdatum
2011 (Januar)
Note
1,0
Schlagworte
Konfliktsoziologie Zweite Moderne Biographieforschung Individualisierung

Autor

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Titel: Entscheidungskonflikte der individuellen Biographiegestaltung in der Zweiten Moderne