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Das Christentum im Römischen Reich

In der Bewertung zeitgenössischer Autoren

Hausarbeit 2008 13 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Anfänge das Christentums
2.1 Ausbreitung im Römischen Reich
2.2 Entwicklung zur Staatsreligion

3. Zeitgenössische Meinungen zum Christentum
3.1 Plinius der Jüngere
3.2 Sueton
3.3 Tacitus

4. Vergleich

5. Literaturverzeichnis

6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Ich werde mich in dieser Arbeit mit den Christen im Römischen Reich befassen. Zu Anfang werde ich die Ausbreitung des Christentums, den Beginn der Verfolgungen und die Entwicklung zur Staatsreligion im Römischen Reich kurz skizzieren. Ich werde nicht auf alle Verfolgungen eingehen, sondern nur den Beginn unter Nero und das Ende unter Diokletian erwähnen.

Daraufhin werde ich in den Quellen von Plinius dem Jüngeren, Tacitus und Sueton nach Hinweisen und Beschreibungen der christlichen Religion, ihrem Ansehen in der Bevölkerung und den Maßnahmen gegen sie suchen.

Ich möchte der Frage nachgehen, wie Plinius der Jüngere und seine Zeitgenossen zu der neuen Religion und den Maßnahmen, die gegen ihre Mitglieder durchgeführt wurden, standen.

Ich habe mich für diese Quellen entschieden, da wir heutzutage aus allen dreien viel Aufschlussreiches über das Leben im alten Rom erfahren können. Die drei Autoren berichten über die Zeit, in der das Christentum am Anfang stand, teilweise als Zeitzeugen, teilweise als Geschichtsschreiber. Gerade die Berichte der Zeitzeugen können sehr aufschlussreich sein, da die meisten Quelle, die die Frühgeschichte des Christentums behandeln, auch von christlicher Seite stammen. Erst ab der Zeit Trajans gibt es auch römische Quellen primärer Art.[1]

Abschließend werde ich die drei Quellen nebeneinander stellen und vergleichen.

2. Die Anfänge des Christentums

2.1 Ausbreitung im Römischen Reich

Zu Beginn der Geschichte des Christentums wurde von römischer Seite noch nicht zwischen Juden und Christen unterschieden.[2] Das Judentum war die stärkste religiöse Minderheit im Römischen Reich, bis es vom Christentum abgelöst wurde.[3] Die römischen Behörden zeigten sich tolerant gegenüber der jüdischen Gemeinde und erlaubten ihnen über ihre religiösen Angelegenheiten selbst zu entscheiden. Cäsar und Augustus hatten ihnen Privilegien zugestanden und ließen sie unter sich bleiben und in Frieden leben, solange die öffentliche Sicherheit nicht gestört wurde.[4]

Die endgültige Trennung zwischen Christen und Juden vollzog sich um das Jahr 70. Nachdem es schon vorher zu Zusammenstößen zwischen Christen und Juden gekommen war, besiegelte der jüdische Aufstand gegen die römische Herrschaft die Trennung. Das Christentum wurde von den Juden ausgestoßen und seine Verfluchung wurde noch im 1. Jahrhundert in das Achzehnbittengebet aufgenommen. Von christlicher Seite breitete sich von dieser Zeit an eine stark antijüdische Haltung aus.[5]

Erst unter Nero machten die römischen Behörden zum ersten Mal einen Unterschied zwischen den beiden Religionen, weil ausdrücklich Christen verfolgt wurden.[6]

Die christliche Religion breitete sich im römischen Reich auch ohne systematische Mission schnell aus[7]. Der Schwerpunkt lag im griechischsprachigen Teil des Reiches, dort gab es um 150 wohl in jeder größeren Stadt eine Gemeinde. Die Größe, die sprachliche und kulturelle Einheit sowie die religiöse Toleranz des römischen Reiches kamen dem Christentum bei seiner Ausbreitung zugute.

Trotzdem blieb das Christentum bis ins frühe Mittelalter hinein eine Stadtreligion, wie auch die römische Kultur eine Stadtkultur war. Bis auf wenige Ausnahmen schlossen sich nur Stadtbürger der neuen Religion an.

In der Bevölkerung war das Christentum in seinen Anfängen eher unbeliebt. Die Menschen empfanden die Mitglieder der neuen Religion als Fremdkörper, außerdem waren Gerüchte über sie in Umlauf, die der Bevölkerung Misstrauen einflößten. Bis auf die Wenigen, die sich von den neuen Bräuchen angezogen fühlten, blieb das Christentum den römischen Bürgern fremd.

Die ersten Verfolgungen von Christen gab es unter Nero in den sechziger Jahren. Nach dem Brand Roms verfolgte er ausdrücklich Christen und machte damit zum ersten Mal einen Unterschied zwischen Christen und Juden.

2.2 Entwicklung zur Staatsreligion

Unter Diokletian (284-305) erfuhr das Christentum einen letzten Rückschlag bevor es zur Staatsreligion wurde[8]. Es kam im Jahre 303 zur längsten und grausamsten Verfolgung gegen die Christen. Es begann im Jahre 300 mit dem Ausschluss von Christen aus dem römischen Heer, die sich weigerten den Kaisern, die seit Diokletian als Söhne der Götter galten, zu huldigen. Diese Aktionen liefen ohne Gewaltanwendung ab, doch am 23. Februar 303 erließ er ein Edikt gegen die Christen. Ihre Kirchen und heiligen Gegenstände wurden konfisziert und die Gläubigen verloren ihre Rechte und Würden. Die Verfolgungen steigerten sich im Osten des Reiches immer weiter, bis im April 311 von Kaiser Galerius, dem Nachfolger Diokletians ein Toleranzedikt unterzeichnet wurde, das das Ende der Verfolgungen markierte.

Doch auch danach gab es einzelne Übergriffe gegen Christen, bis zur so genannten „Konstantinischen Wende“. Konstantin gewährte den Christen 313 Religionsfreiheit und erstatte der Kirche ihr Eigentum zurück. Von da an erhielt das Reich nach und nach eine immer mehr christliche Prägung. So wurde beispielsweise im Jahr 321 die Sonntagsfeier eingeführt. Zur Staatsreligion wurde das Christentum praktisch im Jahre 380 durch ein Edikt Theodosius` I, in dem die nichtchristlichen Kulte ihr Daseinsrecht verloren. Der alte römische Kult konnte sich teilweise noch bis ins 6. Jahrhundert halten.[9]

[...]


[1] Vgl. J. Speigl, Der römische Staat und die Christen: Staat und Kirche von Domitian bis Commodus, Amsterdam, 1970.

[2] Vgl. J. Moreau, Die Christenverfolgung im Römischen Reich, Berlin (2. Auflage) 1971

[3] Vgl. B. Moeller, Geschichte des Christentums in Grundzügen, Göttingen, 1965

[4] Vgl. J. Moreau, Die Christenverfolgung im Römischen Reich

[5] Vgl. B. Moeller, Geschichte des Christentums in Grundzügen

[6] Vgl. J. Moreau, Die Christenverfolgung im Römischen Reich

[7] Vgl. für das Folgende: B. Moeller, Geschichte des Christentums in Grundzügen

[8] Vgl. für das Folgende: J. Moreau, Die Christenverfolgung im Römischen Reich

[9] Vgl. B. Moeller, Geschichte des Christentums in Grundzügen

Details

Seiten
13
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640797479
ISBN (Buch)
9783640797493
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v164702
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,7
Schlagworte
Christentum Römischen Reich Bewertung Autoren

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