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Trainingslehre des Wellenreitens

Trainingsversuch: Verbesserung des Backside Top-Turn

Hausarbeit 2010 23 Seiten

Gesundheit - Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Was ist Surfen?
1.1 Begriffsdefinitionen
1.1.1 Allgemeine Begriffe des Surfens - Surf Talk
1.1.2 Spezielle Definition des „Top Turn“
1.1.3 Spezielle Definition des „Backside“ surfen

2. Spezielle Trainingslehre des Surfens
2.1 Konditionelle Fähigkeiten
2.2 Koordinative Fähigkeiten
2.3 Auf- und Abwärmen

3. Die Trainingseinheit

4. Trainingsdurchführung
4.1 Tag 1 - 30.03.2010, 10:00 Uhr
4.2 Tag 2 - 31.03.2010, 10:00 Uhr
4.3 Tag 3 - 01.04.2010
4.4 Tag 4 - 02.04.2010
4.5 Tag 5 - 03.04.2010
4.6 Tag 6 - 04.04.2010
4.7 Tag 7 - 05.04.2010
4.8 Tag 8 - 06.04.2010
4.9 Tag 9 - 07.04.2010
4.10 Tag 10 - 08.04.2010

5. Auswertung der Trainingsdurchführung

6. Anhang
6.1 Literaturverzeichnis
6.1.1 Bücher
6.1.2 Internet
6.2 Bild

1. Was ist Surfen?

Der Begriff Surfen ist so vielfältig, das es schwer ist, eine genaue Definition für dieses Phänomen zu finden. Was genau ist also surfen? Eine (Leistungs-) Sportart, ein Lifestyle, eine Trendsportart, ein Extremsport, eine Subkultur oder einfach eine Freizeitbeschäftigung. „Die Subkultur der Surfer weist keine klaren sozialen und demographischen Konturen auf“ (Pressler 2007, S. 85).

Daher ist es schwer eine klare Abgrenzung des Begriffes Surfen zu finden, welcher allgemeine Gültigkeit hat. So bietet es sich an nach Merkmalen zu suchen, welche all denen die sich als Surfer bezeichnen gemeinsam ist, nämlich die Tätigkeit die sie ausüben. Am besten passend erscheint mir in diesem Falle die Definition der I.S.A. (International Surfing Association), welche das Surfen wie folgt definiert:

„ Any sport in which the primary force that moves the participant’s surfing equipment is a wave either of natural or artificial source.

An activity on the waves on any type of equipment used for surfing. An activity in calm waters on any type of equipment used for surfing” (www.isasurf.org)

Diese Definition der I.S.A. schließt das Surfen auf den verschiedensten Gegenständen mit ein. Surfboards, Bodyboards, Kajaks, Wakeboards, Kiteboards, Luftmatratzen und sogar das reine paddeln auf Seen und Flüssen. In meiner Hausarbeit möchte ich unter dem Begriff Surfen lediglich das Abreiten einer natürlich entstandenen Welle im Stehen, auf einem Surfbrett verstehen.

1.1 Begriffsdefinitionen

1.1.1 Allgemeine Begriffe des Surfens - Surf Talk

Surfer verwenden eine Art eigene Sprache mit Begriffen, welche Zusammenhänge und Bedeutungen kurz und prägnant beschreiben und somit eine leichtere Kommunikation untereinander ermöglicht. Im Folgenden werde ich kurz einige dieser Begriffe erklären, die in meiner Hausarbeit immer wieder auftauchen werden.

- Backside: Mit dem Rücken zur Welle surfen
- Bottom-Turn: Gefahrene Kurve am Fuß der Welle
- Break: Stelle im Wasser, an der eine Welle bricht. Auch Ausdruck für Surfspot.
- Channel: Durch Strömungen oder tiefes Wasser verursachte Stellen im Wasser, an denen keine oder nur wenige Wellen brechen
- Duckdive: Fortgeschrittene Technik, um mit dem Brett unter der Welle durchzutauchen
- Groundswell: Kräftige Dünung durch von der Küste weit entfernten Sturm
- Leash: Surfleine, mit der das Brett am Fuß befestigt ist
- Line-up: Stelle im Wasser, wo die Wellen brechen und Surfer auf die Welle warten. • Nose: Spitze des Surfbretts
- Offshore: Ablandiger Wind, macht die Wellen hohl
- Onshore: Auflandiger Wind, macht die Wellen platt und unruhig
- Rails: Ränder des Surfbrettes
- Set: Eine Gruppe von Wellen
- Shortboard: Kurzes Brett um sechs-Fuß Länge für fortgeschrittene Surfer
- Surfspot: Surfstrand
- Swallow Tail: Schwalbenschwanzartiges Tail
- Swell: Dünung
- Tail: Hinterteil des Surfbrettes
- Take-Off: Aufstehbewegung bei Beginn des Wellenritts
- Top-Turn: Kurve an der oberen Kante der Welle
- Turn: gesurftes Manöver auf der Welle
- Weißwasser: Wellenschaum der gebrochenen Welle
- Windswell: Oft nur kurz andauernde Dünung, entstanden durch starken Wind in Küstennähe (vgl. Diel, Menges 2003, 172-176)

1.1.2 Spezielle Definition des „Top Turn“

Unter Top-Turn versteht man im Allgemeinen den Richtungswechsel am oberen Teil der Welle, in Richtung des Wellentales. Um dieses Manöver ausführen zu können, benötigt der Surfer ausreichend Geschwindigkeit, welche er aus dem Take-Off und dem vorangegangenen Bottom-Turn gewinnt. Der Bottom-Turn ist das Gegenstück zum Top-Turn und wird am tiefsten Punkt der Welle, im Wellental durchgeführt. Der Surfer fährt hier eine Kurve hin zur Welle und erreicht so, dass er diese hoch fährt. Nur durch einen sauber gefahrenen Bottom- Turn kann der Surfer die Geschwindigkeit vom Heruntergleiten der Welle nach dem Take-Off mitnehmen und so einen gelungenen Top-Turn fahren. „Und zwar, indem du deinen hinteren Fuß stark belastest. Deinem hinteren Bein gibst du zusätzlich den Impuls, das Tail (hinterer Teil des Bretts) durch die Kurve zu drücken, so, als ob du mit dem Tail das Wasser wegdrücken wolltest. Diese Bewegung ist der eines gerutschten Schwungs beim Snowboarden sehr ähnlich. Du drückst das Tail einfach durch den Turn. Dein vorderer Fuß ist praktisch der Drehpunkt, der hintere die Lenkung für dein Manöver“ (Diel, Menges 2003, S. 52).

1.1.3 Spezielle Definition des „Backside“ surfen

Das Backside fahren im Surfen bezeichnet eigentlich kein eigenständiges Manöver. Trotzdem ist es eine Sache, die konstant geübt werden sollte, um sie zu beherrschen. Aber nicht nur deshalb ist das Backside fahren bei vielen Surfern eher unbeliebt. Im Wesentlichen gibt es zwei Hauptprobleme: „Zunächst fährst du mit dem Rücken zur Welle. Du siehst schlecht, was hinter dir passiert. Zusätzlich musst du, um etwas von der Welle zu sehen, ständig nach hinten über deine Schulter schauen. Dieses leichte drehen des Kopfs macht es schwieriger, das Gleichgewicht zu halten. Auch das Be- und Entlasten fällt nicht mehr ganz so leicht“ (Diel, Menges 2003, S. 54). Speziell für die ideale Ausführung des Backside Top-Turn (siehe Anhang) gibt es noch einige wertvolle Tipps zu beachten, um diesen leichter durchführen zu können: „Der Top-Turn fällt um einiges leichter, wenn du dein Gewicht relativ stark zum Wellental hin verlagerst. Am Anfang kannst du einfach mal versuchen, im Moment des Turns dein Gesäß rauszustrecken. Gleichzeitig drückt dein hinterer Fuß das Tail in Richtung Wellenkamm. Dies gibt dem Brett den Drehimpuls“ (Diel, Menges 2003, S. 54).

2. Spezielle Trainingslehre des Surfens

Für das Surfen im speziellen spielen sowohl die Konditionellen Fähigkeiten, als auch die Koordinativen Fähigkeiten eine maßgebliche Rolle. Im Folgenden werde ich diese beiden Bereich bezogen auf den Surfsport darstellen.

2.1 Konditionelle Fähigkeiten

1. Kraft:

- Allgemeine Kraft: sportartunabhängige Kraft aller Muskelgruppen
- Spezielle Kraft: sportartspezifische Kraft
- Maximalkraft: höchstmögliche willkürlich zu aktivierende Kraft
- Schnellkraft: Fähigkeit, den Körper, Teile des Körpers oder Gegenstände maximal schnell zu bewegen
- Kraftausdauer: Ermüdungswiderstandsfähigkeit bei längerem Krafteinsatz

Die Kraft tritt in den verschiedenen Sportarten immer in einer Kombination beziehungsweise Mischform der konditionellen, physischen Leistungsfaktoren auf (vgl. Weineck 1997).

Beim Surfen ist ein gewisses Maß an Kraft in folgenden Bereichen nötig:

- Extremitätenmuskulatur: Arme (Paddeln, Take-Off), Beine (Manöver)
- Rumpfmuskulatur: Bauch- und Rückenmuskulatur (Kraftübertragung zwischen Ober- und Unterkörper, Prävention von Rückenproblemen)

2. Ausdauer:

Aerobe Ausdauer (Energiegewinnung erfolgt ohne Eingehen einer Sauerstoffschuld): Fähigkeit, eine Belastung geringer bis mittlerer Intensität über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, und zwischen höheren Belastungen schnell wieder zu regenerieren. Beim Surfen wird diese Art von Ausdauer beim Paddeln benötigt, um in Position zu kommen/zu bleiben, vor allem an Spots mit starken Strömungen, aber auch beim Surfen längerer Wellen.

Anaerobe Ausdauer (Energiegewinnung erfolgt unter Anhäufung von Milchsäure (Laktat)): Fähigkeit, eine Belastung hoher Intensität über einen kurzen Zeitraum aufrechtzuerhalten, und nach einer raschen Erholungsphase nochmals annähernd gleich wiederholen zu können. Beim Surfen erlangt die Anaerobe Ausdauer Bedeutung beim schnellen Hinauspaddeln, Anpaddeln von Wellen, und den immer wieder explosiv durchgeführten Manövern (vor allem beim Shortboardsurfen).

Weiters wirkt sich bessere Ausdauer auch positiv auf die Konzentrationsfähigkeit aus, was den Lernfortschritt beschleunigt.

3. Schnelligkeit:

„[…] Schnelligkeit im Sport (ist) die Fähigkeit, aufgrund kognitiver Prozesse, maximaler Willenskraft und der Funktionalität des Nerv- Muskel- Systems höchstmögliche Reaktions- und Bewegungsgeschwindigkeiten unter bestimmten gegebenen Bestimmungen zu erzielen“ (Grosser in Weineck 1997, S. 395).

Im Surfen ist der vielfältige Fähigkeitskomplex „Schnelligkeit“ vor allem für den explosiven Take-Off und schnelle Manöver wichtig. Ein optimales Trainingsergebnis ist nur durch maximale Geschwindigkeit (also vollsten Einsatz!) zu erzielen - Training in ermüdetem Zustand sowie lustlos durchgeführtes Training bringen nicht den erwünschten Effekt!

4. Beweglichkeit (Flexibilität):

Fähigkeit, die Bewegungen mit großer Schwingungsweite ausführen zu können. Optimale (je nach Sportart, nicht unbedingt maximale!) Beweglichkeit ermöglicht eine qualitativ und quantitativ gute Bewegungsausführung, wirkt sich positiv auf Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer aus, dient der Prävention von Verletzungen und muskulären Dysbalancen, und kann die Regeneration verkürzen und psychische Entspannung fördern. Beim Surfen bewirkt bessere Beweglichkeit vor allem kraftvollere und geschmeidigere Bewegungen.

2.2 Koordinative Fähigkeiten

„Die Koordinativen Fähigkeiten - Synonym: Gewandtheit - sind Fähigkeiten, die primär koordinativ, d.h. durch die Prozesse der Bewegungssteuerung und - regelung bestimmt werden“ (Hirtz in Weineck 1997, S. 537).

Der Sportler kann durch diese Fähigkeiten motorische Aktionen in verschiedenen Situationen sicher und ökonomisch beherrschen und sportliche Bewegungen relativ schnell erlernen. Im Unterschied zu Fertigkeiten, welche verfestigte, teilweise automatisierte konkrete Bewegungshandlungen darstellen, sind die koordinativen Fähigkeiten als verfestigte, jedoch verallgemeinerte (für mehrere Bewegungshandlungen grundlegende) Leistungsvoraussetzungen des Menschen zu verstehen. Durch vielfältige Bewegungsschulung in verschiedenen Sportarten kommt es zur Ausbildung der Allgemeinen Koordinativen Fähigkeiten. Beliebige Bewegungsaufgaben in Sport und Alltag können somit rationell und schöpferisch gelöst werden. Die Speziellen Koordinativen Fähigkeiten werden hauptsächlich beim Training der Wettkampfdisziplin ausgebildet und bewirken ein Variationsvermögen in der Technik der betreffenden Sportart.

Die Koordinativen Fähigkeiten kommen ganz allgemein dann zum Einsatz, wenn Situationen bewältigt werden müssen, die ein schnelles und zielgerichtetes Handeln erfordern, und sind daher auch von besonderer Wichtigkeit für die Unfallprophylaxe (Vermeidung von Stürzen, etc.).

Weiters sind sie die Grundlage einer guten sensomotorischen Lernfähigkeit, bewirken durch höhere Bewegungsökonomie eine bessere Ausnutzung der konditionellen Fähigkeiten, ermöglichen auch in späteren Trainingsjahren das Neu- und Umlernen von Bewegungen und erlauben eine schnellere Aneignung von Fertigkeiten anderer Sportarten (etwa für allgemeine Konditionierung und für das Ausgleichstraining). Für das Surfen besonders wichtige Komponenten der Koordinativen Fähigkeiten:

- Reaktionsfähigkeit: Fähigkeit zu einer schnellen und zweckmäßigen motorischen Reaktion auf ein Signal
- Orientierungsfähigkeit: Fähigkeit zur Bestimmung und Veränderung der Lage und Bewegungen des Körpers in Raum und Zeit
- Gleichgewichtsfähigkeit: Fähigkeit, den Körper ins Gleichgewicht zu bringen und im Gleichgewicht zu halten
- Rhythmisierungsfähigkeit: Fähigkeit, sich an einen Rhythmus anzupassen sowie einen inneren Rhythmus in Bewegungen zu realisieren (Weineck 2005)

2.3 Auf- und Abwärmen

Zum Aufwärmen werden alle Maßnahmen zur Vorbereitung auf eine sportliche Belastung und zur Verletzungsprophylaxe gezählt. Hierbei unterscheiden wir zwischen:

Allgemeines Aufwärmen:

- Laufen (vorwärts, rückwärts), seitlich Übersteigen, seitlich Springen, bei 1: in die Knie gehen, Hände berühren den Sand, bei 2: Richtungswechsel, Kniebeugen, Froschsprünge, Armkreisen, auf allen Vieren gehen, Liegestütz, Handgelenke bewegen
- Stretching (von der Hals- bis zur Extremitätenmuskulatur): nicht länger als 10-15 Sekunden
- Koordinationsübungen
- Aktivierung (Sprünge, Muskeltonus wieder anheben) Spezielles Aufwärmen:
- Paddelbewegungen, Liegestütz, Take-Off an Land Abwärmen:
- leichtes Auslaufen (Leitet die Erholungsphase ein. Nach harten

Trainingseinheiten kann lockeres Auslaufen und leichtes Stretching den Abtransport von Schlackstoffen beschleunigen).

[...]

Details

Seiten
23
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640819201
ISBN (Buch)
9783640822393
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v164766
Institution / Hochschule
Universität Bremen – Sport- und Bewegungskultur
Note
1,7
Schlagworte
trainingslehre wellenreitens trainingsversuch verbesserung backside top-turn

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Titel: Trainingslehre des Wellenreitens