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Spanische Neologismen und die ihnen zugrunde liegende Wortbildung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 20 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Neologismus
2.1 Begriffsentwicklung, Definitionen und Abgrenzung zur Neologie
2.2 Entstehungsgründe und zeitliche Relativität des Neuseins

3. Besonderheiten der Wortbildung spanischer Neologismen
3.1 Durch Derivation entstandene Neulexeme
3.1.1 Präfigierung
3.1.2 Suffigierung
3.1.2.1 Suffixe zur Bildung von Substantiven
3.1.2.2 Suffixe zur Bildung von Verben
3.1.2.3 Suffixe zur Bildung von Adjektiven
3.2 Durch Komposition entstandene Neulexeme
3.3 Entstehung von Neubedeutungen
3.3.1 Konversion
3.3.2 Metaphern

4. Abschließende Bemerkungen und Ausblick

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Una lengua que nunca cambiara sólo podría hablarse en un cementerio“ (Carreter 1992: 31). Dieses Zitat stammt aus dem Werk El neologismo necesario und leitet das Thema der folgenden Hausarbeit ein: Neologismen der spanischen Sprache und in diesem Zusammenhang auch die ihnen zugrunde liegende Wortbildung.

Sprache entwickelt sich ständig weiter, ist im Wandel, wobei jede Generation an einem bestimmten Punkt der Evolutionskette eintritt und sie aktiv mitgestaltet.

So begegnen wir tagtäglich neuen Wörtern, die kommen und gehen, und es wäre ein gefährliches Zeichen der Stagnation, wenn es keine neuen Wörter mehr gäbe. Neue Wörter bzw. Neologismen sind also ein Zeichen von Vitalität einer Sprache, aber nicht nur das: wie das eben zitierte Werk nahe legt, sind Neologismen eine Notwendigkeit, wenn es darum geht, neue wissenschaftliche Entdeckungen, technische Fortschritte, Veränderungen des täglichen Lebens usw. zu benennen und den Wortschatz einer Sprache zu bereichern.

Im ersten Teil der vorliegenden Hausarbeit soll es nun zunächst um den Neologismus im Allgemeinen gehen, also seine Begriffsentwicklung und Definitionen, die verschiedenen spanischen Wörterbüchern entnommen sind. Weiter soll der Begriff des Neologismus gegenüber dem der Neologie abgegrenzt werden. Im Anschluss daran soll auf die Entstehungsgründe von Neologismen und deren zeitliche Relativität des Neuseins eingegangen werden.

Der zweite und umfangreichere Teil der Hausarbeit beschäftigt sich mit spanischen Neologismen und der damit verbundenen Wortbildung, wobei lediglich auf die Verfahren Derivation und Komposition eingegangen werden soll. Ziel ist dabei nicht die einfache Auflistung von Neologismen und ihren Wortbildungsverfahren. Innerhalb der Derivation sollen vielmehr einige ausgewählte Prä- und Suffixe vorgestellt und deren Besonderheiten, Bedeutungsvielfalt und Funktionen im Zusammenhang mit verschiedenen Neologismen aufgezeigt werden.

Die Wortbildungsverfahren der Derivation sollen im zweiten Teil der Hausarbeit der Schwerpunkt sein, innerhalb der Komposition wird lediglich auf die wichtigsten und produktivsten Verfahren eingegangen. Derivation und Komposition decken dabei das Feld der Neulexeme ab, auf die seltener auftretenden Neubedeutungen soll nur kurz eingegangen werden, wobei der Unterschied zwischen diesen beiden zuvor erläutert werden soll.

2. Der Neologismus

2.1 Begriffsentwicklung, Definitionen und Abgrenzung zur Neologie

Im Folgenden soll nun zunächst näher auf den Begriff „Neologismus“ (neologismo) eingegangen werden.

Das Wort „Neologismus“ wurde um die Mitte des 18. Jahrhunderts aus dem Französischen ins Deutsche entlehnt. Dabei handelt es sich um eine neoklassische Lehnwortbildung, die aus den Komponenten néos ´neu´ und logos ´Wort, Lehre´ besteht. Das Aufkommen von néologisme im 18. Jahrhundert steht in Frankreich von Anfang an in engem Zusammenhang mit Sprachwissenschaft und Lexikographie, und ist in einem Spannungsfeld heftiger wissenschaftlicher und öffentlicher Diskussionen um das Pro und Kontra gegenüber neuen Wörtern und ihrer Aufnahme ins Wörterbuch anzusiedeln (vgl. Herberg/Kinne 1998: 1).

Zum Terminus der Disziplinen Lexikologie und Lexikographie hat sich „Neologismus“ erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts – also vergleichsweise spät – etabliert. Bis heute sind die Definitionen dieses Begriffs durch eine auffällige Vagheit und Uneinheitlichkeit gekennzeichnet (vgl. ebenda).

Um den Begriff „Neologismus“ nun genauer situieren zu können, erscheint es sinnvoll, zunächst einige der Definitionen zu betrachten, die in den repräsentativen Wörterbüchern des Spanischen angeführt sind. Dies betrifft im einzelnen das Diccionario de la lengua española de la Academia (DRAE), das Diccionario actual de la lengua española (DALE) sowie das Diccionario de uso del español von M. Moliner (DUE). Ebenso nützlich ist es, zumindest zwei spezifischere, also sprachwissenschaftliche Wörterbücher heranzuziehen, wie z.B. El lenguaje (Diccionario de lingüística) von B. Pottier und das Diccionario de lingüística von J. Dubois et al. (vgl. Guerrero Ramos 1997: 9).

Der Terminus neologismo wird in den verschiedenen Wörterbüchern wie folgt definiert: „vocablo, acepción o giro nuevo en una lengua“(DRAE 2001: 1068 ), „vocablo, giro o modo de expresión nuevo en una lengua“(DALE 1990: 1096 ), „palabra o expresión recién introducida en una lengua“(DUE 1999: 442 ).

Zu dieser letztgenannten Definition fügt M. Moliner noch einige Anmerkungen hinzu, die dabei helfen können, den Begriff neologismo genauer zu situieren:

„Son, en general, legítimos sin necesidad de que estén sancionados por la Real Academia, los tecnicismos necesarios para designar conceptos nuevos, así como las designaciones científicas formadas con una raíz culta para atender una nueva necesidad, de acuerdo con las normas generales de la derivación“ (ebenda).

Das Diccionario de lingüística von Pottier definiert neologismo als „expresión de reciente empleo, [...] que puede formarse bien con elementos ya existentes en la lengua o tomarse de una lengua extranjera en su forma original o con una forma adaptada“ (Pottier 1985: 419 f.).

Dubois definiert den Terminus einerseits als „toda palabra de creación reciente o recientemente tomada de otra lengua“, andererseits als „toda acepción nueva de una palabra ya antigua“ (Dubois 1973: 441).

Mit Neologismen wird also der Bedarf an Neubenennungen in einer Kommunikations-

gemeinschaft befriedigt. Neubenennungen sind stets an lexikalische Einheiten gebunden, aus diesem Grund bildet die als bilaterales Zeichen aus Ausdrucks- und Inhaltsseite aufgefasste lexikalische Einheit an dieser Stelle auch den Ausgangspunkt für eine Definition des Neologismus (vgl. Herberg/Kinne 2004: XI).

Matoré, der den Neologismus als „acepción nueva introducida en el vocabulario de una lengua en una época determinada“ (Matoré 1952, zit. nach Guerrero Ramos 1997: 18) definiert, weist auf verschiedene Erscheinungsformen desselben hin, die sich folgendermaßen äußern:

1) als neues Wort (palabra nueva), das ex nihilo (etwa: Schöpfung aus dem Nichts) gebildet wurde (z.B. gas) oder ausgehend von Onomatopoetika (z.B. tic-tac) oder auf der Grundlage eines Personennamens (z.B. zepelín).

In den meisten Fällen werden neue lexikalische Einheiten durch Suffigierung und Präfigierung usw. oder durch Entlehnung aus anderen Sprachen gewonnen. Dabei gelten auch Wörter wie hombre rana oder cóctel molotiv als ein einziges Wort, oder besser gesagt, als Lexem (vgl. Guerrero Ramos 1997: 18).

2) als bereits verwendetes Wort (palabra ya empleada), dem aber eine neue Bedeutung zugeschrieben wird, z.B. buhó, das im Nuevo Diccionario de voces de uso actual von Alvar Ezquerra (NDVUA) definiert wird als „m. Línea de autobús urbano que circula por la noche“ (NDVUA 2003: 215), corbata, definiert als „f. En el juego de golf, recorrido que hace la pelota alrededor de la boca de un hoyo, sin caer en él“ (NDVUA 2003: 331) oder pelotero mit der Bedeutung „m. Jugador de fútbol que es habitual titular en su equipo“ (NDVUA 2003: 905); (vgl. ebenda).

3) als Verschiebung der grammatikalischen Kategorie (cambio de categoría gramatical), so z.B.: bárbaro; estupendo, im Akademiewörterbuch von 2001 definiert als „adj. Admirable, asombroso, pasmoso. U. t .c. adv. m. Lo pasamos ESTUPENDO“ (DRAE 2001: 682); (vgl. Guerrero Ramos 1997: 18 f.).

Von den bereits etablierten und seit langem gebräuchlichen Einheiten des Wortschatzes unterscheiden sich Neologismen nun dadurch, dass entweder Form und Bedeutung oder nur die Bedeutung der jeweiligen Einheit von der Mehrzahl der Mitglieder einer bestimmten Kommunikationsgemeinschaft über einen gewissen Zeitraum hin als neu empfunden wird (vgl. Herberg/Kinne 2004: XI).

Unter Berücksichtigung von Matorés Konzeption und De Saussures Auffassung, dass ein Zeichen aus Signifikant und Signifikat besteht, sind grundsätzlich zwei Neologismentypen zu unterscheiden: das Neulexem (neología de forma) und die Neubedeutung (neología de sentido); (vgl. Guerrero Ramos 1997: 19).

Neulexeme umfassen Einwort- und Wortgruppenlexeme, die in ihrer Einheit aus Form und Bedeutung im Wortschatz einer Sprache bis zu einem mehr oder weniger genau bestimmten Zeitpunkt nicht vorhanden waren. Je nach Bildungsweise der Neulexeme unterscheidet man verschiedene Untertypen, so unter anderem die selten anzutreffenden Neuschöpfungen, die ohne analoge Wortbildungsmuster entstanden sind, und die im Gegensatz dazu häufig begegnenden Neubildungen, bei denen es sich in der Regel um Komposita und Derivate handelt, die nach heimischen oder entlehnten Wortbildungsmustern gebildet wurden (vgl. Herberg/Kinne 1998: 1f.).

Von einer Neubedeutung spricht man, wenn bei einer in einer Sprache etablierten mono- oder polysemen lexikalischen Einheit zu deren vorhandener Bedeutung (oder Semem) bzw. zu deren vorhandenen Bedeutungen (oder Sememe) zu einem mehr oder weniger bestimmtem Zeitpunkt der mittelbaren Gegenwart eine von dieser/diesen eindeutig unterscheidbare neue Bedeutung hinzutritt. So ist der Herausbildungsprozess von Neubedeutungen meist langwieriger und schwerer erkennbar als die Entstehung und Durchsetzung von Neulexemen (vgl. Herberg/Kinne 1998: 2).

Der naturgemäß gegebene Bezug zu der jeweiligen Zeit des Aufkommens eines Neologismus macht den Terminus zu einem relativen und historisch gebundenen: Die Bezugnahme auf den mehr oder weniger exakt zu bestimmenden Zeitpunkt des Aufkommens sowie auf die sich anschließende Ausbreitungs- und Durchsetzungsphase (bis zur Lexikalisierung) ist für die Definition des Neologismus entscheidend (vgl. ebenda).

In der folgenden Definition werden nun die wesentlichen Gesichtspunkte zusammengeführt:

„Ein Neologismus ist eine lexikalische Einheit bzw. eine Bedeutung, die in einem bestimmten Abschnitt der Sprachentwicklung in einer Kommunikationsgemeinschaft aufkommt, sich ausbreitet, als sprachliche Norm allgemein akzeptiert und in diesem Entwicklungsabschnitt von der Mehrheit der Sprachbenutzer über eine gewisse Zeit hin

als neu empfunden wird“ (Herberg/Kinne 2004: XII).

Der Neologismus grenzt sich durch Kriterien wie Usualisierung, Akzeptierung, Lexikalisierung und somit durch Integration von anderen lexikalischen Neuheiten ab, wie z.B. von punktuell gebrauchten Okkasionalismen (auch: Ad-hoc-, Einmal-, Individualbildungen) oder von neuen, den Anwendungsbereich einer Bedeutung erweiternden Gebrauchsweisen etablierter Wörter, denen der Neologismenstatus im gerade definierten Sinne nicht zugeschrieben werden kann (vgl. ebenda).

In engem Zusammenhang mit dem Neologismus steht der Terminus der Neologie (neología), der in dem Diccionario de lingüística von Dubois wie folgt definiert wird: „El proceso de formación de nuevas unidades léxicas“ (Dubois 1973: 440 f.).

Demzufolge bezeichnet der Begriff Neologie also den Prozess des Aufkommens neuer lexikalischer Einheiten in einer Kommunikationsgemeinschaft, während der Neologismus das Produkt einer solchen Entwicklung ist. Guerrero Ramos fasst diese Phänomene in einer prägnanten und klar verständlichen Formel zusammen: „Los neologismos son simplemente unidades léxicas nuevas, mientras que la neología postula un sistema, un conjunto de reglas y condiciones que contemplen su creación, marcación y empleo“ (Guerrero Ramos 1997: 10).

2.2 Entstehungsgründe und zeitliche Relativität des Neuseins

Die Gründe, die zur Entstehung neuer lexikalischer Einheiten innerhalb einer Kommunikationsgemeinschaft führen, sind nicht immer die gleichen, denn einmal sind sie objektiver und praktischer Natur, ein anderes Mal subjektiver und ausdrucksvoller Natur.

Im ersten Fall handelt es sich um Neologismen denominalen Charakters (neología denominativa), die aus der Notwendigkeit resultieren, neue Objekte, Konzepte, Erfindungen usw. zu benennen. Damit eine neue lexikalische Einheit einen hohen Grad an Leistungsfähigkeit aufweist, muss der jeweilige Begriff so präzise wie möglich und nicht zweideutig sein, er darf sich also nur auf eine einzige Gegebenheit der außersprachlichen Wirklichkeit beziehen (vgl. Guerrero Ramos 1997: 17).

Im zweiten Fall weisen die Neologismen einen stilistischen Charakter auf (neología estilística). Dabei steht das Streben der Mitglieder einer Kommunikationsgemeinschaft, aufzufallen und ihre Äußerungen möglichst originell zu gestalten, im Vordergrund (vgl. ebenda).

Insgesamt sind Neologismen aller Art von einer zeitlichen Relativität des Neuseins geprägt. Nun stellt sich die Frage, ab wann eine lexikalische Einheit nicht mehr als Neologismus gewertet werden darf.

Guerrero Ramos nennt die folgenden Kriterien: handelt es sich um ein aus einer Fremdsprache übernommenes Wort, sind die phonetische und graphische Anpassung an das System der Zielsprache eines der wichtigsten Merkmale dafür, dass eine lexikalische Einheit ihren Status als Neologismus verloren hat (vgl. Guerrero Ramos 1997: 13).

Gleiches geschieht auf morphosyntaktischer Ebene: ist eine lexikalische Einheit in dem Maße in eine Sprache integriert, dass es als Basis für die Bildung von Derivaten dient, kann auch hier nicht mehr von einem Neologismus die Rede sein. Aus semantischer Sicht gilt eine lexikalische Einheit nicht mehr als Neologismus, wenn sie neue Bedeutungen annimmt und polysem wird (vgl. ebenda).

Ein Kriterium, das vor allem für Lexikographen eine Rolle spielt, ist, wie bereits kurz erwähnt, der allgemeinsprachliche Gebrauch eines neuen Wortes, durch den die Integration als abgeschlossen zu werten ist. Neue Wörter gelten nicht mehr als Neologismen, wenn sie im Kern- bzw. Allgemeinwortschatz etabliert sind, d.h., sie sind in die Standard-wörterbücher aufgenommen. Allerdings liegt es in der Natur der Wörterbücher, dass selbst Wörter, die während der Arbeit an einem Wörterbuch als Neologismen ausgewiesen wurden, bei Erscheinen desselben schon keine mehr sein müssen, denn ein Wörterbuch büßt in dem Moment, in dem das letzte Wort geschrieben wird, schon Teile seiner Aktualität ein. Der sprachliche Wandel, der sich indessen vollzieht, kann gar nicht aufgenommen werden, Innovationen können so erst in einer folgenden Ausgabe erscheinen. Diesem Prozess kann heutzutage teilweise durch Online-Wörterbücher entgegengewirkt werden, da diese ständig aktualisiert und auf dem Laufenden gehalten werden (vgl. Elsen 2004: 21).

3. Besonderheiten der Wortbildung spanischer Neologismen

3.1 Durch Derivation entstandene Neulexeme

3.1.1 Präfigierung

Das Spanische weist eine Vielzahl von Präfixen auf, von denen im Folgenden einige in ihrer Funktion und die damit verbundenen spanischen Neologismen vorgestellt werden sollen.

Rund um den Bereich Aufzählung und Menge weist das Spanische z.B. folgende Präfixe auf:

Multi-: Dieses Präfix kommt in mehreren Bildungstypen vor. Der quantitativ wichtigste besteht aus multi- und einem Relationsadjektiv und hat die Bedeutung „mit mehreren x versehen, mehrere x betreffend“, wobei x den nominalen Kern des Adjektivs bezeichnet.

Neologismen sind z.B. contrato multibillonario und estado multiconfesional (vgl. Rainer 1993: 348).

Mit derselben Bedeutung können Adjektive auch direkt von einem Substantiv abgeleitet werden, wobei die nominale Basis auch im Plural stehen kann. Beispiele für Neologismen sind una central multiagencias, cintura multiajuste und tarjetas multiviaje (vgl. ebenda).

Die Basis eines Adjektivs mit multi- kann aber auch ein deverbales bzw. morphologisch nicht komplexes Adjektiv sein, dann ist die Bedeutung „mehrfach x“, so in den Neologismen asientos multiajustables und marginalismo multideterminado (vgl. ebenda). Weiterhin wird multi- zur Bildung von denominalen Substantiven verwendet mit der Bedeutung „mehrfaches x“, als Neologismen sind z.B. zu nennen multicentro und multiespectáculo. Die meisten Bildungen mit multi- stammen aus dem technisch- kommerziellen Bereich (vgl. Rainer 1993: 349).

Weitere Präfixe aus dem Bereich Aufzählung und Menge sind z.B.: pluri-, das sich v.a. mit Relationsadjektiven verbindet und die Bedeutung „mehrere x betreffend, mit mehreren x versehen“ hat, wobei x den nominalen Kern des Adjektivs bezeichnet, so z.B. estado plurinacional und ejemplos pluriacentuales (vgl. Rainer 1993: 354); mono-, das in mehreren Bildungstypen immer mit der Bedeutung „ein“ erscheint. In Verbindung mit Relationsadjektiven bedeutet es „mit einem x versehen“, wobei x die nominale Basis des Adjektivs bezeichnet, so motor monocilíndrico und teatro monosituacional (vgl. Rainer 1993: 347).

Adjektive, die direkt aus nominalen Basen erzeugt werden und die gleiche Bedeutung haben, sind z.B. die Neologismen nylon monofilamento und modelos mono-standard. Denominale Substantive sind z.B. die Neologismen monoacentuación und monodrama mit der Bedeutung „x mit einem y“ bzw. „einmaliges x“ (vgl. ebenda).

[...]

Details

Seiten
20
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640816217
ISBN (Buch)
9783640815821
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v165598
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Institut für Romanistik
Note
1,0
Schlagworte
Neologismus Neologismen Neologie Wortbildung Derivation Präfigierung Suffigierung Komposition Neulexem Neubedeutung Konversion

Autor

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Titel: Spanische Neologismen und die ihnen zugrunde liegende Wortbildung