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Die Unnachahmlichkeit des Koran

Essay 2009 5 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft

Leseprobe

1.Teil

Umar bin Hattab war ein treuer Götzendiener zu der Zeit des Propheten. Er wurde in der Gesellschaft hoch angesehen, aufgrund seiner körperlichen Stärke und seiner Treue zur Polytheismus. Als er hörte, dass der Prophet die Einheit Gottes verkündete und damit auch die Götzen verabscheute, bekam er einen Wutausbruch und hatte sich vorgenommen den Propheten zu töten. Er begab sich auf den Weg, um den Propheten zu töten, als ihn seine Landsleute sahen, fragten sie ihn, wo er hingehe. Er sagte, dass er den Propheten endgültig töten werde. Da sagte ihm ein Gefährter, dass seine Tochter und sein Schwiegersohn ebenfalls zum Islam konvertiert seien. Er glaube es nicht, wollte es anschließend prüfen. Als er vor der Tür war, hörte er, wie seine Tochter und sein Schwiegersohn den Koran rezitierten. Wütend ging er auf seinen Schwager los, wollte ihn schlagen traf aber seine Schwester. Er war sehr beeindruckt von der Rezitation des Korans und wollte mehr und mehr hören. Er war so fasziniert von dem Klang und dem Inhalt, dass er zum Propheten, den er zu Anfang töten wollte, ging und sich zum Islam bekehren ließ.

At- Tufayl war ein sehr wohlhabender Dichter und Adeliger. Als er nach Mekka kam warnten ihn die Kuraischiten vor den Zauberreden Mohammeds. Sie sagten ihm, dass seine Reden und Koranrezitationen Unheil bringen und Meinungsverschiedenheiten innerhalb seines Stammes hervorrufen. At-Tufayl wurde dermaßen beeinflusst, dass er vorhatte sowohl kein Wort mit dem Propheten zu reden als auch nichts aus seinen Koranrezitationen zu hören. Als sich At-Tufayl auf dem Weg zur Kaba begab, sah er den Propheten Mohammed bei der Verrichtung des Gebetes. Er hörte ein wenig von der Koranrezitation und war beeindruckt davon. Die Rezitation erweckte ein großes Interesse beim. Also nahm er sich vor genauer zuzuhören. Er sagte zu sich selbst: ,,Ich bin ein kluger Mann und Dichter, ich kann das Schöne vom Hässlichen unterscheiden, was hält mich davon ab, zu hören, was dieser Mann sagt? Wenn das, was er vorbringt, schön ist, akzeptiere ich es, wenn es hässlich ist, lasse ich es. Er folgte Mohammed nach Hause und bat ihn, etwas vorzutragen. Bei Gott, niemals zuvor habe ich ein Wort gehört schöner als dieses und niemals eine Sache vernommen gerechter als diese, und so bekehrte ich mich zum Islam und bekannte mich zum Bekenntnis der Wahrheit.

Navid Kermani sagt, dass die Koranrezitation als das Hauptmittel der prophetischen Mission ist. Man kann sagen, dass die Koranrezitation die Aufmerksamkeit der Zuhörer gewonnen hat, und dies ermöglichte anschließend den Zuhörern das Aufnehmen des Inhalts.

2.Teil

Die Sprache spielte eine sehr große Rolle in der vorislamischen Zeit. Die Beredsamkeit der Menschen, genannt auch fasaha gehörte zu den wichtigen Eigenschaften des ,,Vollkommenen Menschen“. Die arabische Sprache, die Dichtung und die Poesie hatten einen so sehr großen Einfluss auf die Bevölkerung, dass man durch die Poesie Kriege gewinnen konnte. Gerichtsentscheidungen wurden ebenfalls seitens der Dichter entschieden. Je besser man sprechen und dichten konnte, desto höher wurde man in der Gesellschaft angesehen.

Flüche oder ähnliche Sprüche verursachte eine gewaltige Angst bei den Arabern. Daher lässt sich auch das Kriegsgewinn bzw. die Kriegsverlust erklären. Wenn der Dichter im Kriegsfall so gut reden konnte, dass die gegnerische Truppe sich durch seine Wortwahl erniedrigt fühlte, dass sie nicht mehr in der Lage waren zu kämpfen aufgrund der Demoralisierung des Dichters. Im dem vorliegenden Buch wird ein Ereignis erwähnt, das die Thematik unterstützt. Es wird berichtet, dass ein abbasidischer Herrscher, der die Bevölkerung in Bagdad terrorisieren wollte, die Bevölkerung fragte, was sie gegen seine Macht tun könnten. Sie antworteten: ,, Wir werden dich mit den Pfeilen der Nacht bekämpfen“. Pfeile der Nacht ist ein metaphorisches Element, sie steht für die Flüche. Nach dieser Aussage brach der abbasidische Herrscher seinen Plan ab. Anhand dieses Beispiels können wir entschließen, wie sehr die Sprache die Gesellschaft bzw. Individuen beeinflusste. Die Sprache und die Dichtung wurden im wahrsten Sinne des Wortes als Waffe benutzt.

Die arabische Gesellschaft in der vorislamischen Zeit nannte sich ARAB und die nicht arabischsprachigen Menschen nannten sich ACEMI. Um diese zwei Kategorien unterscheiden zu können, wurden Kriterien wie Rasse, Sitte und Blut berücksichtigt. Das wichtigste Kriterium war jedoch die Sprache. Ein Araber, der von der Blutslinie her Araber ist, jedoch nicht begabt ist bezüglich der Sprache, wurde ebenfalls als ACEMI bezeichnet. ACEMI bedeutet,, äußerste Unverständlichkeit der Sprache“. Daraus könnte man schlussfolgern, dass die Araber ihre Herkunft und ihre Rasse je nach sprachlichen Fähigkeiten bestimmt haben. Man kann aber nicht sagen, dass die Kriterien wie Rasse, Sitte und Blut nicht von Wichtigkeit und Bedeutung sind. Wie wir wissen war der Tribalismus in der vorislamischen Zeit in der arabischen Halbinsel sehr verbreitet.

3.Teil

Der Größte Beweis für die Unnachahmlichkeit des Korans sind die Tahaddi Verse im Koran. Dies sind Verse, in denen Allah die Ungläubigen herausfordert, ähnliche gar bessere Verse oder Suren hervorzubringen. Ein Beispiel für ein Tahaddi Vers wäre in der Sure 36, Vers 69-70 Ich zitiere: ,, Und wir lehrten ihn nicht das Dichten, noch wäre es der Botschaft angemessen. Dies ist nichts als eine Erinnerung und ein unzweideutiger Koran. Damit die Lebenden gewarnt werden und damit sich sein Wort gegen die Ungläubigen bewahrheitet.“ Ein anderes Beispiel ist in der Sure 17, Vers 88 Ich zitiere: ,,Sprich: Wahrlich, selbst wenn sich Menschen und Dschinn zusammentäten, um einen Koran wie diesen hervorzubringen, brächten sie nichts Gleiches hervor, auch wenn die einen den anderen beistünden.“ Man muss sich jetzt die Frage stellen, warum der Koran als Wunder gilt und unnachahmlich ist? Als der Prophet Mohammed seine Prophetenschaft verkündete, hatten die Menschen Schwierigkeiten ihm dies zu glauben. Sie verlangten einen Beweis, also musste der Prophet Mohammed etwas hervorbringen, was die Araber zu der damaligen Zeit nicht übertreffen konnten. Propheten, wie Jesus oder Moses mussten ebenfalls Beweise vorführen, die ihre Prophetenschaft bezeugten. Denn zur Zeit Moses, wurde die Zauberei seitens der Gesellschaft sehr geschätzt und geehrt und Moses übertraf alle mit seinem Stab, der sich in einen Drachen verwandelte. Auch bei Jesus war die übernatürliche Begabung zu sehen. Zu seiner Zeit spielte die Medizin eine sehr bedeutsame Rolle in der Gesellschaft. Er überzeugte die Menschen, in dem er blinde Menschen heilte und die Toten wiedererweckte. Dasselbe trifft auch auf den Propheten Mohammed (s.a.v) zu. Ich hatte bereits die Stellung der Dichtkunst in der vorislamischen Zeit erwähnt. Sie wurde in der arabischen Gesellschaft sehr hoch geschätzt. Daher mussten die Menschen von der Dichtung überzeugt werden. Kurz gesagt der Koran musste die angesehensten Dichter zu der Zeit übertreffen sei es durch den matn, also dem Inhalt, durch Rhythmus, durch rhetorische und stilistische Mittel. Sehr viele der Dichter hatten versucht, den Koran seitens der Dichtung zu übertreffen, jedoch schlugen all die Versuche fehl. Wenn die Dichter es geschafft hätten, ein besseres Werk zu publizieren, dann wäre die Wirkung des Koran nicht mehr von Bedeutung. Das würde heißen, dass keiner mehr zum Islam konvertieren würde. Man hätte praktisch die Offenbarungen außer Gefecht gesetzt und den Islam zu Grunde gelegt.

[...]

Details

Seiten
5
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640814572
Dateigröße
386 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v165796
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,2
Schlagworte
Koran Die Unnachahmlichkeit Sprache Koranverse Theorien der Unnachahmlichkeit

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Titel: Die Unnachahmlichkeit des Koran