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Das Benediktinerinnenkloster Peter und Paul zu Hadmersleben

Hadmersleben aus heutiger Sicht

Essay 2011 7 Seiten

Leseprobe

Das Benediktinerinnenkloster Peter und Paul zu Hadmersleben Von

Juliane Cuno

An der alten Heerstraße von Magdeburg nach Halberstadt liegt das Benediktinerinnenkloster Peter und Paul in Hadmersleben. Es soll bereits im 10. Jahrhundert eine Burg in Hadmersleben gegeben haben, die dem Grafen von Hadmersleben gehörte.1 Das Kloster wurde 961 von Bischof Bernhard von Halberstadt auf dessen väterlichen Erbe errichtet. Das Kloster erhält dadurch auch die Zehnten von Hadmersleben, Heteborn und Dalldorf und die Äbtissin Gunrade, die Nichte des Bischofs, wird eingesetzt.2 Die Gründung durch den Bischof von Halberstadt kennzeichnend auch die enge Bindung des Klosters an das Bistum Halberstadt, da auch die neuen Äbtissinnen immer von Halberstadt bestätigt wurden.3

Kaiser Otto III. bestätigt am 25. Januar 994 die Besitzungen des Stifts und übergibt es dem Stift zu Halberstadt. Das Kloster ist somit im Besitz von 24 Gaue in der umliegenden Region. Außerdem setzt er Hildeburga, eine Verwandte von ihm, als Äbtissin ein.4

Das Kloster wird am 26. Oktober 1145 von Papst Eugen III. bestätigt5, was wahrscheinlich am Verfall der Frömmigkeit und des geistlichen Lebens liegt. Da Bischof Reinhard von Halberstadt bereits Anfang des 11. Jahrhundert versucht Reformen im Kloster durchzuführen, um die Missstände zu beheben. So setzt er auch Sophia I. ein und die Augustinerchorherren als Überwachungsinstitution.6 Im Jahre 1189 erhält Hadmersleben von den Brüdern Gardolph und Bodo von Hadmersleben Ackerstücke, die das Kloster zum Teil kauft, aber auch geschenkt bekommt.7 Diese führen allerdings schon fünf Jahre später zu Differenzen mit den Gebern, da diese Übergriffe auf das Kloster durchführen. Die Brüder erhalten dann im Tausch zwei Hufen in Emersleben, jedoch schenken sie dem Kloster im Gegenzug zwei Hufen in Elsekrinnebach.8

Im Kloster Peter und Paul zu Hadmersleben wurden auch die im Mittelalter typischen Briefe für Beter und Besucher ausgestellt. Dies tat man, da die Wiederherstellung der verfallenen Gebäude und Wandmalereien finanziert werden musste. Das sollte aus den Spenden und Almosen geschehen.9

Im 14. Jahrhundert kommt es mehr und mehr zu finanziellen Schwierigkeiten der Benediktinerinnen, da zu dieser Zeit auch der Kirchenbau immense Kosten verschlingt. In dieser Zeit folgt auch der Bruch mit den Klosterregeln, da man innerhalb des Klosters nach und nach versuchte Privateigentum zu sichern. Es sind wiederholt Verkäufe von Klostergut bestätigt, so auch der verkauft von einer Mark Stendal an den Knappen Heinrich von Seggerde am 9.Mai 1342.10 Der Konvent des Kloster Huysburg nimmt am 14. März 1444 die Bursfelder Kongregation an, auch Hadmersleben schließt sich dem an und es treten achtundsiebzig Nonnen und eine neue Äbtissin bei.11 Durch den Beitritt wurde ein weiterer Verfall aufgehalten und das geistliche Leben und die Besitzungen wurden wieder in geordnete Verhältnisse gebracht.

Später wurde endgültig festgelegt, dass das Kloster seine Steuern an den Halberstädter Stift entrichtet und nicht an die Magdeburger Umreiter.12 Hier kommen wahrscheinlich auch die ständigen Differenzen zwischen den beiden Bistümern zum Ausdruck, das Hadmersleben durch seine Nähe zu Magdeburg immer eher skeptisch beäugt wurde.

Erstaunlich ist auch, dass das Kloster nach der Reformation katholisch blieb, obwohl es im protestantischen Raum lag. Jedoch wandte sich auch der Domkapitel von Halberstadt an den Kaiser zwecks der Nötigung zur Annahme der evangelische Religion.13 Auch das wird ein Grund sein, warum es katholisch blieb. Die Anzahl der Nonnen war stark gesunken, aber es blieb erhalten. Ein Schicksal, dass nur wenige Klöster zu dieser Zeit teilten.

Im dreißigjährigen Krieg hatten die Benediktinernonnen stark zu leiden; sie flohen über Schweden nach Hildesheim und das Kloster erhielt mehrere Schutzbriefe, unter anderem von Albrecht von Wallenstein.14

Nach dem Prager Frieden kehrten sie zurück und erhielten einen neuerlichen Schutzbrief von Erzherzog Leopold Wilhelm, Bischof von Halberstadt.15 Das Kloster zeigte in den folgenden gut einhundertfünfzig Jahren keine weiteren Divergenzen in seiner Geschichte.

Sein Schicksal als religiöses Zentrum besiegelte die Französische Revolution. War es zur Reformationszeit noch um eine Säkularisierung herum gekommen, erfolgte diese nun mit einem Dekret von Jerome Bonaparte am 13. Mai 1806.16 Die Kirche des Klosters blieb als Pfarrkirche erhalten und erfüllt auch heute noch diesen Zweck. Die restlichen Gebäude des säkularisierten Klosters wurden 1838 in ein Rittergut umgewandelt17, bis der Pflanzenzüchter Ferdinand Heine es 1885 erwarb und die traditionell begründete Landwirtschaft dort wieder aufleben ließ.18

[...]


1 Neumann, Helga, Hadmersleben:Benediktiner-Nonnenkloster Peter und Paul, 1993

2 Rep. U8a Hadmersleben Nr. 1

3 hierzu sind eine Reihe an Urkunden in dem Findbuch U8a I zu finden

4 Rep. U8a Hadmersleben Nr. 2

5 Rep. U8a Hadmersleben Nr. 3a

6 Neumann, Helga, Hadmersleben:Benediktiner-Nonnenkloster Peter und Paul, 1993.

7 Rep. U8a Hadmersleben Nr. 6

8 Rep. U8a Hadmersleben Nr. 8

9 Rep. U8a Hadmersleben Nr. 14

10 Rep. U8a Hadmersleben Nr. 35

11 Rep. U8a Hadmersleben Nr. 57

12 Rep. U8a Hadmersleben Nr. 114

13 Rep. U8a Hadmersleben Nr. 138

14 Rep. U8a Hadmersleben Nr. 152

15 Rep. U8a Hadmersleben Nr. 156

16 Neumann, Helga, Hadmersleben:Benediktiner-Nonnenkloster Peter und Paul, 1993, S.

17 Ebd., S.

18 Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR, Institut für Getreideforschung Bernburg – Hadmersleben, 1957, S. 9

Details

Seiten
7
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640818679
DOI
10.3239/9783640818679
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v166189
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
Schlagworte
benediktinerinnenkloster peter paul hadmersleben sicht

Autor

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Titel: Das Benediktinerinnenkloster Peter und Paul zu Hadmersleben