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Interpretation von „Elternlied“ von Franz Werfel und von "Etwas ist zu Ende" von Peter Torsten Schulz

Referat / Aufsatz (Schule) 2010 4 Seiten

Leseprobe

Interpretation von „Elternlied“ von Franz Werfel

In dem Gedicht „Elternlied“ von Franz Werfel gibt der Autor Gefühle und Gedanken der Eltern wieder, deren Kinder erwachsen wurden und das Elternhaus verließen.

Das Gedicht besteht aus vier gleich gebauten Strophen, jede Strophe enthält fünf Verse. Nur zweite und dritte Zeilen jeder Strophe stellen jeweils einen deutlichen Reim dar: „Lang her kann es noch gar nicht sein, kamen sie zur Tür herein...“. Die erste Zeile lautet in jeder Strophe gleich: „Kinder laufen fort“, was in dem Gedicht die Rolle eines Refrains spielt, dadurch klingt der Text melodischer und erinnert dem Leser an ein Lied.

In der ersten Strophe stellt der Dichter fest, dass Kinder „fortlaufen“ und denkt, es könne noch gar nicht so lange her sein, als sie alle zusammen, aber nicht ganz friedlich („zwiestiglich vereint“) um den Tisch saßen.

Die zweite Strophe fängt mit dem gleiche Satz an, doch danach stellt sich heraus, dass es doch schon lange her ist und das schlechte Zeugnis und Kinderkrankheiten kommen nie wieder mehr.

Aus der dritten Strophe wird deutlich, dass Söhne und Töchter schon ihre Lebenspartner haben und nur ab und zu ihren Eltern kurze Briefe schreiben, statt sie persönlich zu besuchen.

In der letzten Strophe schreibt der Dichter, dass die Kinder irgendetwas mitnehmen, wodurch Eltern ärmer werden, doch sie werden quitt. Und nun tickt langsam eine Uhr um den leeren Tisch.

Die Überschrift „Elternlied“ gibt dem Leser erste Vorstellung, worum es in dem Gedicht geht, der Aufbau und der Klang des Gedichtes ähneln einem Lied, der Inhalt stellt die Trauer und die Erinnerungen der Eltern erwachsener Kinder dar. Und wenn man die Vokale im zweiten Teil umstellt, wird es noch klarer, was Franz Werfel beschreiben wollte: „Elternlied“ wird zu „Elternleid“.

Der erste Vers ist immer gleich, was den Leser immer wieder an das Hauptproblem des Gedichtes erinnert und der Punkt am Ende des Verses verstärkt die Wirkung und macht diesen Satz zu einer unveränderbaren Tatsache, zu einem unbestrittenem Fakt, der allerdings alle Eltern betrifft. Auch deswegen lässt der Dichter den Artikel vor dem Wort „Kinder“ weg, weil hier „Kinder“ allgemein gemeint werden, nicht irgendwelche bestimmte Kinder bestimmter Eltern, denn es ist das Schicksal aller Eltern, dass Kinder irgendwann mal weggehen und das Elternhaus für immer verlassen.

Die zweiten Verse der beiden ersten Strophen stellen eine Antithese dar, zuerst glaubt man, es könne noch gar nicht so lange her sein, und dann betrachtet man die Sache realistisch und kommt zu einem Widerspruch weil es tatsächlich schon lange her ist.er Ausdruck „zwiestiglich vereint“ ist auch ein Widerspruch der bedeutet, dass man sich streitet und miteinander nicht ganz klarkommt, aber man liebt sich doch und wünscht dem anderen nichts Böses. So etwas ist eine typische Erscheinung zwischen jungen Geschwistern.

Der Tisch gilt hier als ein Symbol der Gemeinschaft und des Friedens. Am Ende ist der Tisch leer, was bedeutet, dass die Gemeinschaft sich aufgelöst hat.

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Details

Seiten
4
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640823758
DOI
10.3239/9783640823758
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v166351
Note
1,2
Schlagworte
interpretation franz werfel etwas ende peter torsten schulz

Autor

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Titel: Interpretation von „Elternlied“ von Franz Werfel und von "Etwas ist zu Ende" von Peter Torsten Schulz