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Kompetenzstandards in der Berufsbildung

Der Kompetenzbegriff in der Ausbildungsordnung

Hausarbeit 2008 16 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Problemdarstellung und forschungsbegründende Annahmen

3. Forschungsziele/ Fragestellung

4. Konzeption und Methodik

5. Bildungsstandards – Systematik
5.1 Ordnungspolitische Grundlagen

6. Theoretische Herleitung Kompetenzverständnis
6.1 Kompetenzmodelle im Einzelnen

7. Weiterführung – kompetenzbasierte Ausbildungsordnung

8. Ausblick

9. Literaturverzeichnis

10. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Im Seminar „Bildungs- und Kompetenzstandards als Rahmen beruflichen Lernens und Lehrens“ wurde der Begriff des kompetenzbezogenen Bildungsstandards, welcher in Zukunft der grundlegende Referenzpunkt für ein modernes Bildungssystem sein soll, grundlegend erörtert. Ausgehend von der Herkunft, den allgemein bildenden Schulen und den Hochschulen, ist für den Bereich der beruflichen Bildung ebenfalls die Einführung umfassender Standards vorgesehen. Mit ihrer Hilfe soll es gelingen, umfassend berufliche Kompetenzen zu erfassen, zu evaluieren, vergleichbar zu machen und daraufhin Ausbildungsordnungen zu gestalten. Nun besteht für das duale System der Berufsausbildung unter anderem das Problem, dass es kein einheitliches Verständnis von Standards oder dem Kompetenzbegriff gibt. Die bestehenden Definitionsansprüche sind darüber hinaus oftmals auch nicht kompatibel oder standardisiert vergleichbar. Ziel des Seminars war es, einen Überblick über diese und damit einhergehende Problematiken zu erhalten.

Im Rahmen dieser Aufgabe wurde auch ein aktuelles Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) vorgestellt. Eine Forschergruppe, im Kern bestehend aus Frau Kathrin Hensge, Gunda Görmar, Barbara Lorig, Helga Molitor und Daniel Schreiber versucht anhand „eines theoretisch fundierten Kompetenzmodells ausgewählte Ausbildungsordnungen exemplarisch kompetenzbasiert zu entwickeln und eine Empfehlung zur Gestaltung kompetenzbasierter Ausbildungsordnungen für die Ordnungspraxis zu erarbeiten“ (Hensge et al. 2008b, S.3). Die Vorstellung des Projektes erfolgte auf Grundlage des Anfang Oktober 2008 erschienen Zwischenberichtes. Der Forschungszeitraum war on Beginn 2007 bis zum Ende des vierten Quartals 2008 wobei die gesammelten Ergebnisse spätestens Mitte des Jahres 2009 publiziert werden sollen.

Ziel der vorliegenden Ausarbeitung ist es, die Arbeit der Forscher im Wesentlichen zu beschreiben, ihre bisher veröffentlichten Ergebnisse darzustellen, kritisch zu beleuchten sowie einen Ausblick auf die noch zu erwartenden Ergebnisse zu geben. Betrachtet man den, auch im Seminar umstrittenen, wissenschaftlichen Diskurs um die Begrifflichkeiten der Kompetenzstandards bzw. generell um den Begriff der Kompetenzen in der Beruflichen Bildung, so erscheint der Anspruch des BIBB-Projektes hoch, einen regelmäßigen Verankerungspunkt des Kompetenzkonzeptes in der beruflichen Bildung zu schaffen. Diese Ausarbeitung erhebt nicht den Anspruch, schon gar nicht in dem vorgegebenen Rahmen, die Problematik umfassend zu erörtern, soll jedoch einen Einstieg in den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs entlang der zu erörternden Studie bieten. Im Rahmen dieser Arbeit sollen die verschiedenen Kompetenztheorien, welche im Projekt vorgestellt werden, nicht umfassend behandelt werden. Dies soll Gegenstand einer weiterführenden Betrachtung zum Thema sein, welche im Rahmen des Seminars „ Kompetenztheorie im Kontext beruflichen Lernens“ in diesem Trimester auch die endgültigen Ergebnisse des Forschungsprojektes betrachten wird.

2. Problemdarstellung und forschungsbegründende Annahmen

Im Antragstext zum Projekt verweisen die Autoren zunächst auf die, auch im Seminar behandelte Klieme-Expertise, welche als Folge der Ergebnisse der PISA-Studie die Einführung von nationalen Bildungsstandards im allgemein bildenden Bereich diskutiert (vgl. Hensge et al. 2007, S.1). So wurden durch PISA 2000 massive Unterschiede beim Kompetenzerwerb, der Bildungsbeteiligung und der Schullaufbahn von Mädchen und Jungen im Ländervergleich in Deutschland aufgezeigt (vgl. Baumert et al. 2003, S.43ff). Unter diesen Gesichtspunkten schlagen Eckhard Klieme und die Experten um ihn die Einführung von Bildungsstandards für den allgemein bildenden Bereich vor, um die Qualität im Schulsystem nachhaltig zu verbessern, weiterzuentwickeln und kontrollierbar zu machen (vgl. Klieme et al. 2007, S. 11ff). Die Expertise sieht vor, dass durch Bildungsstandards allgemeine Bildungsziele durch erweiterte Kompetenzbegriffe beschrieben und mittels Standards für die einzelnen Stufen obligatorisch sein sollen, um zentrale Bildungsziele zu erreichen. Dies erfordert eine konkrete Beschreibung der Kompetenzen und darüber hinaus auch eine Umsetzung in abprüfbare Aufgabenstellungen, welche dann der Leistungsmessung in den Schulen dienen soll.

Im gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskurs der Berufsbildungsforschung wurde diese Entwicklung aufgegriffen und weiterhin diskutiert, ob Bildungsstandards auch für die berufliche Bildung entwickelt werden sollten. Dies würde im Rahmen von Systemvergleichen die Möglichkeit bieten, den Bildungsstand zu ermitteln und über Steuerungsmechanismen die Qualität beruflicher Handlungskompetenz zu sichern und zu steigern (vgl. Hensge et al. 2007, S.1f).

Der Ansatz des Projektes ist es, zum einen zu prüfen, ob das Konzept der Bildungsstandards aus dem allgemein bildenden Bereich, wie es von Klieme u.a. mitentwickelt worden ist, auf den beruflichen Bereich übertragen werden kann und zum anderen wie kompetenzbasierte Bildungsstandards im beruflichen Bereich ordnungspolitisch umgesetzt, also Eingang in Ausbildungsordnungen finden können.

Schon mit der Aufgabenstellung des Forschungsprojektes wird deutlich, das die Problematik mit Masse in der Ordnung unterschiedlicher Konzepte und Begriffsbestimmungen besteht. So werden Kompetenz und Kompetenzentwicklung schon seit den 1980er Jahren intensiv diskutiert und vieldeutig definiert, ordnungspolitisch aber schleppend umgesetzt. Grundsätzlich wird der Kompetenzbegriff aber mittlerweile auf das gesamte Bildungssystem bezogen (vgl. Dehnbostel 2007, S.24). Hier einen ordnende Rolle bzw. die Federführung für das BIBB zu übernehmen in der Definition von kompetenzbasierten Standards und deren Umsetzung in Ausbildungsordnungen erscheint in der Rezeption des bis Dato geführten Diskurses zum Thema, um auf einer solchen Grundlage ein einheitliches Konzept zu gestalten, schwierig. Nichtsdestotrotz wäre von unschätzbarem Wert, gäbe es auf diesem Feld eine erarbeitete und fundierte Richtlinie die in Zukunft für die berufliche Bildung als Referenz dienen könnte.

3. Forschungsziele/ Fragestellung

Wie in der Einleitung genannt, ist es das Ziel des Forschungsprojektes ein Kompetenzmodell zu entwickeln und mit Hilfe desselbigen dann exemplarisch Ausbildungsordnungen kompetenzbasiert zu entwickeln. Aufgrund dieser Ergebnisse sollen dann Empfehlungen zur generellen Gestaltung kompetenzbasierter Ausbildungsordnungen für die Ordnungspraxis erarbeitet werden. Der Begriff der Kompetenz soll an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden, da die Rezeption des evolutionsartigen Prozesses, welche der Begriff der Kompetenz erlebt hat, an dieser Stelle nicht zu bewältigen ist. Fakt ist, und vor diesem Problem stand nun auch die Forschungsgruppe, dass „Kompetenz“ gegenwärtig nicht eindeutig begrifflich gefasst und die Kompetenzdiagnostik ein überbordendes Feld mit einer unübersichtlichen Anzahl von Konzepten ist. Trotzdem zeichnen sich in den letzten Jahren, und dieser Prozess hält aktuell an, zunehmend verbindende Überlegungen und gemeinsame Vorgehensweise ab (vgl. Erpenbeck 2003, S.9). Auf diesen Überlegungen basiert die im vorgestellten BIBB Projekt angenommene Forschungshypothese, welche besagt, dass sich „[b]erufliche Handlungsfähigkeit […] in einem allgemeinen Modell von Kompetenzen hinreichend formalisieren und konkretisieren [lässt]. Aus den beruflichen Handlungen lässt sich ein berufsspezifisches Anforderungsgefüge gewinnen, das in Aufgabenstellungen konkretisiert und überprüft werden kann“ (Hensge et al. 2008b, S.3).

Es wird also der Anspruch erhoben, aus den vielen vorhandenen Kompetenzmodellen und Theorien die größten möglichen Nenner zu bilden. Darauf basierend soll ein geschlossenes System entwickelt werden, mit welchem sich dann Möglichkeiten zur Kompetenzmessung ergeben. Diese können dann wiederum durch die Überprüfbarkeit in Anforderungen umgemünzt werden, auf denen dann Ausbildungsordnungen basieren sollen. Also sollen Ordnung, Sichtung, Bewertung und geschlossene Übersichtsformulierung eines, noch nicht beendeten, Diskurses von knapp 30 Jahren vorgenommen werden. Ein weiteres Problem, welches sich schon im Vorfeld auftut, ist der Domänenbezug. Anders als im allgemein bildenden Bereich gestaltet sich die unmittelbare Messung von Kompetenzen in der beruflichen Bildung insofern schwierig, als das es um Fähigkeiten geht, die nicht direkt beobachtbar sind und ohne domänenspezifischen Bezug bedeutungslos bleiben. Geht man davon aus, dass die empirisch fassbare Äußerung von Kompetenz die Expertise bzw. die Performanz (Aufgabenbewältigung) ist, zeigen sich die Kompetenzen folglich nur indirekt im kontextgebundenen Handeln und lassen sich auch nur dort angemessen erfassen (vgl. Rauner 2005, S.623). Der Ansatz, nun losgelöst von der Dömane, ein allgemeines Modell als ordnungspolitische Vorgabe zu entwickeln, scheint schwierig.

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Details

Seiten
16
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640834945
ISBN (Buch)
9783640834686
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v166615
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
kompetenzstandards berufsbildung kompetenzbegriff ausbildungsordnung

Autor

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