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Umsetzung des TGfU-Konzeptes auf das Erlernen des Dribblings beim Fußball

Hausarbeit 2010 12 Seiten

Sport - Sportarten: Theorie und Praxis

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Erläuterung des Konzeptes „Teaching Games for Understanding“

3. Trainingsphilosophie des DFB im Nachwuchstraining

4. Erlernen des Dribblings nach TGfU (geeignete Spielformen)

5. Fazit

6. Literatur

1. Einleitung

Das Dribbling ist eine der Grundtechniken im Fußball und unter anderem die erste Komponente, die ein Anfänger erlernen sollte. Der Deutsche Fußball-Bund stellt dazu fest:

„Das Dribbeln ist eine der wichtigsten Fußball-Basistechniken. Im heutigen Spiel attackieren die Gegner gleichzeitig von vielen Seiten. Die Dribbelräume werden dadurch enorm eng. Um unter diesem Druck von Gegenspielern dennoch am Ball zu bleiben, muss ein variantenreiches Dribbling beherrscht werden.“ (Deutscher Fußballbund, o.J.)

Darüber, wie diese Technik vermittelt werden soll, gibt es in der Fachliteratur verschiedene Ansätze. Viele davon befassen sich mit isolierten Übungen oder Übungsreihen. Das Konzept „Teaching Games for Understanding“ (TGfU) wählt einen anderen Ansatz. Bei diesem Konzept, das ich in Kapitel 2 genauer erläutere, stehen Spielformen im Vordergrund, um die einzelnen spielrelevanten Techniken, aber auch vor allem taktische Elemente zu erlernen. Übungsformen sollen die Ausnahme bilden.

Der DFB sieht in seinem Ausbildungskonzept eine Mischung aus Übungs- und Spielformen vor. Er vertritt die Auffassung, dass diese sich innerhalb einer Trainingseinheit stets abwechseln sollte. Genaueres dazu schildere ich in Kapitel 3. Das Hauptaugenmerk soll schließlich auf dem vierten Kapitel liegen. Da es in dieser Arbeit schwerpunktmäßig darum gehen soll, das TGfU-Konzept auf das Dribbeln im Fußball anzuwenden, stelle ich dort einige geeignete Spielformen vor, die die Grundidee des Fußballspielens enthalten, zugleich das Hauptaugenmerk auf das Dribbeln legen und die Spielerinnen und Spieler somit spielerisch zum Erlernen des Dribblings führen sollen. Den Abschluss dieser Arbeit soll ein Fazit bilden, indem ich auf mögliche Vor- und Nachteile des TGfU eingehe und dieses mit Trainingsansätzen, in denen Übungsformen stärker einbezogen werden sollen, vergleiche.

2. Erläuterung des Konzeptes „Teaching Games for Understanding“

Das sportspieldidaktische Konzept TGfU wurde 1982 von Bunker und Thorpe in England entwickelt und vorgestellt. Es soll eine Alternative zu den traditionellen technikorientierten Ansätzen der Sportspielvermittlung darstellen und gilt als eines der weltweit führenden Konzepte. TGfU wird dabei zunächst auf eine Kritik dieser traditionellen Ansätze begründet. So wird festgestellt, dass bei traditionellen Ansätzen

- eine Dominanz der Technikunterweisung in hoch strukturierten Unterrichtsstunden besteht
- die Technikvermittlung in der Schule die meiste Unterrichtszeit einnimmt und so nur wenig Spielzeit bleibt
- kaum Verbindungen hergestellt werden zwischen dem Erlernen einer Technik und dem Problem, wann und wie diese Technik im Spiel angewendet werden kann oder soll
- die isoliert erlernten Techniken im Spiel selbst häufig zusammenbrechen (bedingt durch Gegner- oder Zeitdruck) (vgl. Müller & Danisch, 2009).

Die Grundstruktur des TGfU sieht vor, dass abgewandelte Spielformen des „Zielspiels“ im Training oder Unterricht angewendet werden sollen. Diese sollen auf den Entwicklungsstand der Lernenden abgestimmt sein. Ziel ist es, dass Taktiken und Strategien von Sportspielen parallel mit den jeweiligen Spieltechniken gelernt werden sollen. Somit stehen Spielformen im Vordergrund, die in den Bereichen Regeln, Spielfeld oder Materialien modifiziert werden können, je nach der Zielstellung, die für die jeweilige Unterrichtseinheit vorgesehen ist. Die Spielformen ändern sich im Sinne einer Herausforderung an die Spieler im Hinblick auf das Spielverständnis (game appreciation), auf taktisches Bewusstsein (tactical awareness), auf Entscheiden (decision making) und Technikausführung/-anwendung (skill execution/performance) (vgl. ebd).

Techniken (skills) werden durch Übungsformen (drills) vermittelt, allerdings erst und nur dann, wenn von den Spielern ein Spielniveau erreicht wurde, das das Erlernen dieser Technik erfordert (vgl. ebd.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: TGfU-Modell nach Bunker & Thorpe (Vgl. Griffin & Patton, 2005, S.3)

Das TGfU-Modell beinhaltet vier pädagogische Prinzipien: Sampling, Modification-Representation, Modification-Exaggeration und Tactical Complexity (vgl. ebd.). Das Sampling ist dabei durch die Auswahl und Zusammenfassung von Spielformen nach dem Schwierigkeitsgrad der taktischen Anforderungen gekennzeichnet. So wird unterschieden zwischen invasion games (z.B. Fußball, Handball, Rugby, Basketball, Hockey oder Waserball), net/wall games (Tennis, Badminton, Volleyball, Tischtennis; Squash), fielding/run scoring games (Baseball, Softball, Cricket) und target games (Golf, Bowling, Croquet, Billard). Zum Sampling halten Müller & Danisch fest:

„Spiele sollten so ausgewählt werden, dass sie eine Breite von Erfahrungen und die Erkenntnis von Ähnlichkeiten zwischen vermeintlich unterschiedlichen Spielen ermöglichen, um insgesamt ein besseres Spielverständnis zu entwickeln (Transfer).“ (Müller & Danisch, 2009, S. 6)

Das Prinzip der Modification-Representation besagt, dass abgewandelte Spielformen eingesetzt werden sollen, die jedoch immer den zentralen Gedanken und die taktische Grundstruktur des Zielspiels repräsentieren sollen. Diese Spiele sollen an Alter, Größe und Können der Spieler angepasst werden. Dies kann zum Beispiel durch die Veränderung der Spielfeldgröße oder Spieleranzahl (beispielsweise ein 4:4-Spiel statt 11:11 beim Fußball) geschehen. Diese Modifikation des Zielspiels erlaubt es auch Anfängern, dieses Spiel zu erlernen und dessen taktische Herausforderungen kennen zu lernen und zu meistern, auch wenn die Endform noch außerhalb ihres Könnensstandes liegt (vgl. ebd.).

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Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640832347
ISBN (Buch)
9783640833078
Dateigröße
2.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v166747
Institution / Hochschule
Universität Bremen
Note
2,0
Schlagworte
Fußball Dribbling TGfU Training

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