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Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Schmerzen
1.2 Ziel

2 Methodik
2.1 Forschungsfragen
2.2 Literaturrecherche
2.3 Evidenzhierarchie

3 Darstellung der Ergebnisse
3.1 Schmerzen bei Demenzkranken
3.2 Schmerzassessment - Instrumente für Demenzkranke

4 Zusammenfassung

5 Diskussion

6 Ausblick

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Aufgrund der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung wird in den nächsten Jahrzehnten die Zahl Demenzkranker deutlich zunehmen. So wird sich in Österreich die Zahl der Demenzkranken von 90 500 im Jahr 2000 auf etwa 233 800 im Jahr 2050 vervielfachen. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen wird in diesem Zeitraum von 23 600 auf 59 500 ansteigen (Wancata, 2008).

Menschen mit Demenz gehören zu den vulnerabelsten Personengruppen einer Gesellschaft, weil sie nicht oder nicht mehr vollständig selbst für Ihre Interessen eintreten können. Demenzkranke sind auf den Schutz und die Vertretung durch andere Personen angewiesen. In dem Bereich Schmerzen stellen Patienten mit Demenz eine große Herausforderung dar. Bei schweren Demenzen, die mit dem Verlust der verbalen Kommunikationsfähigkeit einhergehen, ist die Ermittlung der Stärke der potenziellen Schmerzen subtil (Fischer, 2009).

Zwakhalen et al. (2006) geben an, dass in den USA bei 50 % der Pflegeheimbewohnern Demenz diagnostiziert wurde. In sechs europäischen Ländern wie Österreich und Großbritannien, sind 60 % der Demenzkranken im Pflegeheim und in den Niederlanden, wurde bei über 50 % der Pflegeheimbewohner eine Demenz diagnostiziert

Laut Gatterer und Croy (2005) ist die Demenz ein erworbener Zustand, der in verschiedenen Schweregraden zu einer starken Beeinträchtigung der intellektuellen Funktionen führt. Die Ursache der Demenz ist eine feststellbare organische Hirnschädigung. Relevant ist eine Abklärung von psychische Störungen und anderen Erkrankungen, die zu kognitiven Defiziten führen können. Durch die Demenz kommt es zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität für die Menschen mit Demenz.

Kaspar (2009) stellt fest, dass unter der Bezeichnung Demenz eine Reihe verschiedener Kompetenzverluste, vor allem in den kognitiven Leistungsbereichen des Gedächtnisses und des Denkvermögens, sowie hinsichtlich der Affektkontrolle, des Sozialverhaltens und des Antriebes verstanden werden.

Die Abbildung eins zeigt die Stadien der Demenz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Stadien der Demenz (Stackelberg, 2010)

Gatterer und Croy (2005) geben an, dass das Fortschreiten der Erkrankung die Aktivitäten des täglichen Lebens so stark beeinträchtigt, dass eine permanente Aufsicht benötigt wird. Eine völlige Hilflosigkeit der Betroffenen tritt ein. Der Demenzkranke wird unfähig, Familienmitglieder zu erkennen und leidet an zeitlicher Desorientierung.

In Anbetracht der vorauszusehenden demographischen Entwicklung ist laut Kaspar (2009) davon auszugehen, dass die Gruppe der demenzkranken Heimbewohner das Aufgabenfeld der stationären Pflege in Zukunft in noch stärkerem Maße bestimmen wird.

Winkler (2009) gibt an, dass bei geriatrischen Patienten mehrere Erkrankungen vorhanden sind, die sich wechselseitig in ihrem Verlauf, aber auch in ihrer symptomatischen Auswirkung beeinflussen. Gerade bei Menschen mit Demenz sind chronische Schmerzen belastend. In der Gruppe der über 50-Jährigen leiden 43 Prozent unter Dauerschmerz. Etwa drei Viertel der über 74-jährigen Menschen berichten über Schmerzen, davon ein Drittel über schwere Dauerschmerzen. Bei Heimbewohnern sind chronische Schmerzen in bis zu 80 Prozent der Fälle nachweisbar, ein Drittel davon leidet an Dauerschmerzen. Die Ursachen von chronischen Schmerzen im Alter sind vor allem degenerative Wirbelsäulen- und Gelenkserkrankungen, Krebsschmerzen, Schmerzen bei Osteoporose, Gürtelrose oder rheumatische Schmerzen, Nervenschmerzen infolge eines Diabetes mellitus oder Schmerzen infolge von Stürzen und Frakturen (Winkler, 2009).

Laut Schwermann (2008) gestaltet sich die objektive und systematische Beobachtung der Schmerzen bei Demenzkranken für die Pflegekräfte komplex. In den seltensten Fällen wird eine angeordnete Schmerztherapie konsequent überprüft. Bei demenziell erkrankten Menschen ist die Schmerzerkennung durch die Pflegenden häufig sehr intuitiv geleitet. Pflegende beklagen häufig, dass die Schmerzen der Bewohner von Ärzten nur ungenügend beachtet werden.

1.1 Schmerzen

Die Pain in Europe Studie aus dem Jahr 2003 von der Firma Mundipharma ergab mit 46 000 Befragten aus 16 Ländern, das 300.000 Menschen in der Schweiz unter Schmerzen leiden. Lediglich nur 12 Prozent der Ärzte eine Schmerzskala einsetzen, um den Grad des Schmerzes zu erfassen (Brechbühler, 2007).

Die Abbildung zwei zeigt die Numerische Rangskala.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Numerische Rangskala (Brechbühler, 2007)

Schmerz ist unsichtbar und anderen kaum zu vermitteln. Patienten mit Schmerzen geraten laut Brechbühler (2007) immer mehr in Beweisnotstand. Der Schmerz ist subjektiv, geprägt durch die Bedeutung, die der Betroffene dem Schmerz gibt. Das

Erfassen der Intensität eines fremden Schmerzes und das Interpretieren objektiver Zeichen ist schwer zu bestimmen, weil es eine komplexe Erfahrung ist. Wird der Schmerz nur ungenügend erfasst, kann es zu schmerzhaften Konsequenzen für die Betroffenen führen. Symptome wie Depression, Rückzug aus sozialen Aktivitäten, Schlafstörungen, Behinderung in ihrer Mobilität können auftreten (Brechbühler, 2007).

1.2 Ziel

Das Ziel dieser Studie ist, den aktuellen Wissensstand bezüglich Schmerzwahrnehmung von Demenzkranken und Schmerz – Assessment - Instrumente für Demenzkranke aus internationalen Untersuchungen zu erheben.

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Details

Seiten
18
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640831166
ISBN (Buch)
9783640830725
Dateigröße
709 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v166759
Institution / Hochschule
UMIT Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik
Note
Schlagworte
schmerzen demenzkranken
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Titel: Demenz und Schmerzen