Lade Inhalt...

Darstellung des Islam im Kontext der Kreuzzüge und der Gegenwart. Vorurteile und Stereotypen in Schulgeschichtsbüchern der Sekundarstufe I

Examensarbeit 2010 69 Seiten

Didaktik - Geschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlegendes zum Problemhorizont
2.1 Zum heutigen Verhältnis der islamischen und westlichen Welt
2.2 Islam - eine vielschichtige Religion
2.3 „Heiliger Krieg?“ - der mittelalterliche Kreuzzugsbegriff und der Dschihad
2.4 Muslimische und christliche Quellen zu den Kreuzziigen im Vorderen Orient

3 Bisherige Studien zur Darstellung und Berücksichtigung des Islams

4 Zur Methodik
4.1 Zum Untersuchungsgegenstand Schulgeschichtsbuch
4.2 Begriffserklarung: Stereotyp und Vorurteil
4.3 Multiperspektivitat und Kontroversitat als Leitidee der Untersuchung
4.4 Verfahrensweise und Kategorien

5 Analyse der ausgewahlten Schulgeschichtsbucher
5.1 „Zeiten und Menschen“ (1980) und „Zeiten und Menschen“ (2001) im Vergleich
5.1.1 Benennung der Kapitel und deren Umfang
5.1.2 Zum Vorverstandnis: Die Religion und Ausbreitung des Islams
5.1.3 Ursachen, Anlass und Verlauf der Kreuzziige
5.1.4 Kulturaustausch, Beurteilung und Gegenwartsbezug
5.2 „Das waren Zeiten“ (1997) und „Das waren Zeiten“ (2009) im Vergleich
5.2.1 Benennung der Kapitel und deren Umfang
5.2.2 Zum Vorverstandnis: Die Religion und Ausbreitung des Islams
5.2.3 Ursachen, Anlass und Verlauf der Kreuzzüge
5.2.4 Kulturaustausch, Beurteilung und Gegenwartsbezug

6 Zusammenfassung und Ausblick

Quellen- und Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Laut einer aktuellen Studie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge leben zwi­schen 3,8 und 4,3 Millionen Muslime in Deutschland.[1] Dementsprechend hoch ist auch die Zahl der muslimischen Schülerinnen und Schüler. Mehr als 700.000 muslimische Kinder gehen in Deutschland zur Schule und doch wissen nicht-muslimische Mitschüler, Lehrer und Eltern kaum etwas über die islamische Religion und Kultur. Desinteresse und Unwissenheit in diesem Bereich haben Folgen: Hilflosigkeit bzw. das vorschnelle Greifen nach vorurteilsbeladenen Klischees kennzeichnet die Reaktionen gerade auch bei Lehrern und Erziehern.[2] Einseitige Berichte in den deutschen Medien tragen ebenfalls zu dieser Entwicklung bei.

Trotz der großen Popularitat von elektronischen Lernmedien ist das wichtigste Medium im Geschichtsunterricht immer noch das gedruckte Schulbuch.[3] Daher sollen Schulge­schichtsbücher auch der Untersuchungsgegenstand meiner Examensarbeit sein. Nach Da­niel Eisenmenger gab es in den letzten Jahren eine positive Akzentverschiebung bei der Darstellung der Kreuzzüge in Schulgeschichtsbüchern zu verzeichnen. Neben den krie­gerischen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen wurde verstarkt der Aspekt des Kulturaustausches bzw. -transfers betont. Dieser nimmt mittlerweile in den Schulbüchern oft mehr Raum ein als die Beschreibung der Konflikte.[4] Doch auch mit der genannten Akzentverschiebungen bleibt oftmals die Perspektive zweier scheinbar völlig gegensatzlicher, unvereinbarer Gruppen erhalten.

Daraus resultiert die „Gefahr einer dauerhaften Verfestigung zweier sich gegenüberste­hender kultureller und politischer Blocke und einer Übertragung dieser Vorstellung auf aktuelle Konflikte“. Daher sollte es die Aufgabe eines Schulgeschichtsbuches sein, auf­zuzeigen, dass es sich keineswegs nur um einen starren Antagonismus zweier homoge­ner Gruppen handelt - weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart. Dies gilt un- abhangig davon, ob man den Kulturaustausch oder die Konflikte betont. Die Darstellun­gen der Kreuzziige in den Geschichtsbüchern sollten demnach Hinweise zur multipolaren, islamischen Staatenwelt enthalten und zeigen, dass es weder eine einheitliche muslimi­sche Welt noch „die“ Muslime als Gegenpol zu den auch wahrend der Kreuzzüge immer nur vorübergehend und teilweise geeinten westlichen Christen gegeben hat.

Die Lehrplane und Kerncurricula von Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sehen das Thema „Kreuzzüge“ für die Klassenstufe 7-8 vor. Haufig lautet einer der Inhalte auch einfach „Christen und Muslime“. Im Lehrplan Schleswig-Holsteins steht das Thema „Christen und Muslime“ unter dem Langsschnitt- thema „Begegnung mit dem anderen“.[5] Um den Schülern ein differenziertes Geschichts­bild vermitteln zu können, muss hier im besonderen Maße auf Multiperspektivitat und Kontroversitat geachtet werden. Nach Aussagen Heiner Bielefeldts, dem Direktor des „Deutschen Instituts für Menschenrechte“, „ist der friedliche Islam in der offentlichen Wahrnehmung das Uneigentliche geworden“. So werde seit den Anschlagen vom 11. Sep­tember 2001 besonders der Terrorismus mit dem Islam assoziiert.[6] In Anlehnung an die Erklarung des Europarates über interkulturelle Bildung im neuen europaischen Umfeld und die darin implizierte Öffnung gegenüber anderen Kulturen, den interreligiosen Dialog und den geforderten „euro-arabischen Dialog“[7], mochte ich vier Schulgeschichtsbücher auf eine vorurteilsfreie Darstellung untersuchen, die einem moglichen Ethnozentrismus vorbeugen sollte.[8] Dabei werden die neueren Geschichtsbücher, die 2001 und 2009 er­schienen sind, mit den Büchern des jeweiligen Verlags aus den Neunzigern bzw. Achtzi­gern des 20. Jahrhunderts verglichen, um die jeweiligen Verbesserungen oder mogliche Defizite in den Darstellungen aufzuzeigen und dabei auch auf neuste Konzepte zum The­ma „Islam“ eingehen zu konnen. Bei der Analyse orientiere ich mich insbesondere an den Ansatzen des Geschichtsdidaktikers Wolfgang Marienfeld sowie an den Theorien zur

Multiperspektivität und Kontroversität im Geschichtsunterricht von Klaus Bergmann[9] und an den Schulbuchrezensionen des Georg-Eckert-Instituts fìir Internationale Schulbuchfor­schung.

2 Grundlegendes zum Problemhorizont

Im Zeitalter rasant fortschreitender Globalisierung stehen Nationen und Religionen mehr denn je in kulturellem Kontakt und Austausch. Die interkulturellen Begegnungen lösen oft Missverstandnisse oder Verunsicherung aus. Dies gilt in besonderem Maße fur das Verhaltnis zum Islam, der großen und traditionsreichen Nachbarkultur Europas, mit wel­cher der Westen in vielfaltiger Weise verbunden war und ist. Die westlichen Demokratien misstrauen oftmals der sogenannten „islamischen Modernitatsverweigerung“ und ihren politischen Auswüchsen. Umgekehrt begegnet der Islam der „Verwestlichung“ mit Skep­sis, weil sie tradierte moralische und kulturelle Werte infrage stellt oder religiose Gefühle verletzt. Erschwerend hinzu kommt das wirtschaftliche Gefalle, das zwischen Westeuropa und den USA einerseits und vielen muslimischen Staaten andererseits besteht.

In den folgenden Unterkapiteln sollen wichtige Informationen zum Verhaltnis der west­lichen und islamischen Welt skizziert und Begriffe erlautert werden, die in den Medien bzw. der Literatur in diesem Zusammenhang haufig Verwendung finden. Eine solche Ba­siskenntnis ist Voraussetzung fur ein tieferes Verstandnis des Islams, wobei auch die ver­schiedenen Gründe fur das spannungsreiche Verhaltnis zwischen Christentum und Islam deutlich werden sollen.

2.1 Zum heutigen Verhältnis der islamischen und westlichen Welt

Unter dem Eindruck des 11. Septembers 2001 und dem Einfluss von Islamisten und Dschihadisten innerhalb und außerhalb des „dar-al islam“[10] mag mancher in den west­lichen Landern glauben, die Moderne - eine im Wesentlichen in Europa und Amerika ent­standene, auf Säkularisierung, Technisierung und rationalem Diskurs beruhende Lebens- weise in einer pluralistisch-liberalen, zunehmend auch individualistischen Gesellschaft - habe den islamischen Orient noch gar nicht erreicht.[11]

Diese Auffassung ist jedoch falsch, denn in der islamischen Welt findet seit einigen Jahr­zehnten eine erbitterte Auseinandersetzung zwischen Reformern und Traditionalisten statt, die ihren geistigen Schauplatz auch in der Konfrontation mit dem Westen findet.

Das Phanomen des Islamismus oder des ideologisierten Islams, dessen militante Form sich im Terror des Dschihadismus niederschlagt, wird von westlichen Analytikern gele­gentlich als „revolte against the west“ charakterisiert.[12]

Der amerikanische Politiloge Samuel Huntington nennt dies „clash of civilizations“. Laut Huntington sind Islam und Demokratie unvereinbar, weil Muslime eine Trennung von Religion und Politik nicht akzeptieren konnten. Außerdem seien Muslime nicht in der Lage, anderen Religionen Toleranz entgegenzubringen.[13]

Auch in Deutschland existieren viele Vorurteile gegenüber dem islamischen Glauben.[14] So wird der Islam von vielen Bundesburgern mit Fundamentalismus, Gewaltneigung und der Benachteiligung von Frauen in Verbindung gebracht. Laut einer im Mai 2006 veröffentlichten Allensbach-Umfrage stimmten 83 Prozent der Befragten der Aussage zu, der Islam sei fanatisch, 62 Prozent betrachteten die islamische Religion rückwarts­gewandt, 71 Prozent als intolerant und 60 Prozent als undemokratisch. Sogar 91 Prozent der Befragten gaben an, dass sie beim Stichwort „Islam“ an die Benachteiligung von Frau­en dachten.[15]

Allerdings ware es falsch zu behaupten, in der offentlichen Diskussion bestünde generell keine Bereitschaft zur differenzierten Betrachtung des Islams. Im Gegenteil ist nach den Terroranschlagen des ll.September 2001 zu beobachten, dass Politikerinnen und Politi­ker, die sich zu diesem Thema außern, regelmaßig auf die Notwendigkeit einer Unter- Scheidung zwischen Islam, Islamismus und Terrorismus hinweisen.[16] Und doch wird der Begriff der , Jslamophobie“ immer haufiger in den Medien thematisiert.[17] Dieser Begriff bezeichnet nicht etwa generelle Ängste vor dem Islam, sondern negativ-stereotype Hal­tungen gegenuber dem Islam und seinen tatsachlichen oder mutmaßlichen Angehörigen.[18] Eine islamophobe Einstellung kann sich unter anderem in verbalen Herabsetzungen und Verunglimpfungen, strukturellen Diskriminierungen oder auch tatlichen Angriffen ge­genuber Menschen mit muslimischem Hintergrund ausdrücken. Von dieser negativen Hal­tung konnen daher auch Menschen betroffen sein, die sich selbst überhaupt nicht als Mus­lime verstehen, aber zum Beispiel infolge ihres Namens oder ihres Familienhintergrundes mit dem Islam in Verbindung gebracht werden.

Wahrend man noch in den 1980er Jahren religiose Interessen der damaligen „Gastarbei­ter“ kaum zur Kenntnis genommen hat, versucht man seit den 1990er Jahren Migran­ten vor allem in ihrer religiosen und kulturellen „Besonderheit“ wahrzunehmen. Doch nach Meinung Heiner Bielefeldts sei dies „Fortschritt und Rückschritt zugleich“, denn die „falsche Ignoranz“ von damals sei mittlerweile durch eine ebenso falsche, weil einsei­tige „Fixierung auf Religion und Kultur“ ersetzt worden.[19]

Viele Probleme der Integrationspolitik, deren Ursachen vielfaltig sein konnen, werden daher oft vorschnell als Ausdruck religios-kultureller Fremdheit interpretiert. So als sei beispielsweise die Konzentration von Familien mit Migrationshintergrund in sozialen Brennpunktgebieten schlichtweg Folge einer sich verfestigenden „islamischen Parallel- gesellschaft“.[20]

Einer der Hauptgründe fur die weit verbreiteten Vorurteile gegenüber dem Islam ist die negative Berichterstattung in den deutschen Medien. Nach einer Untersuchung von Kai Hafez und Carola Richter bei der Magazinsendungen, Talkshows sowie Dokumentationen und Reportagen von ARD und ZDF zum Thema Islam analysiert wurden, sind 81 Prozent aller Thematisierungen negativ konnotiert; lediglich 19 Prozent repräsentieren ein neu­trales oder positives Themenspektrum. Dabei wurden die Islamthemen untersucht, die in dem Zeitraum vom 1. Juli 2005 bis 31. Dezember 2006 im deutschen Fernsehen ausge­strahlt wurden. Demnach finden sich die meisten Themen mit Islambezug nach wie vor in den Auslandsmagazinen der Sender (Weltspiegel, Auslandsjournal, Europamagazin). Dort existieren zwei unterschiedliche Szenarien mit Blick auf den Islam. Der Islam wird entweder als subtile Bedrohung in Form eines Lageberichts aus Kriegsgebieten aufberei­tet: „In der Hohle des Löwen - Treffen der Terror-Fürsten“, „Afghanistan - Werbefeldzug der Taliban“, „Terrorschmiede oder Elite-Uni? Die Islamschule im indischen Deoband“.[21] Oder aber der Islam wird durch Reportagen uber einzelne Menschen aufgegriffen und per­sonalisiert: „Wahlkampf mit Schleier - Eine Frau kandidiert für die Hamas“, „Lust-Ehe auf Zeit - Prostitution im Iran“, „Imam mit Ballgefuhl - Ein türkischer Geistlicher und sein Fußballteam“ und „Marokko - Frauen lehren den Koran“.[22]

Im Vergleich zu anderen Religionen erhalt der Islam sehr viel Aufmerksamkeit, so dass vor einer übertriebenen Islam-Fokussierung der Berichterstatter gewarnt werden muss. Viele der erörterten Probleme - gerade auch zum Thema Gewalt in Familien und ge­genüber Frauen - haben ihre Ursachen nur zu einem Teil in Doktrinen und Institutionen des Islams und sind oft in weitaus alteren, patriarchalischen und komplexeren Traditionen begründet. Auch der Terrorismus im Nahen Osten ist alter als der organisierte Islamis- mus.[23]

Ein an Aufklarung orientierter Journalismus sollte sich bemühen, diese komplexen Hin­tergründe zu betonen, statt einseitig „den Islam“ mit seinen ohnehin zahlreichen Deutun­gen ins Zentrum der offentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Dies beginnt schon mit der Tatsache, dass es den „einen“ Islam gar nicht gibt, wie im folgenden Kapitel zu sehen ist.

2.2 Islam - eine vielschichtige Religion

Die Bedeutung des Wortes Islam leitet sich von dem arabischen Verb „aslama“ ab, das soviel wie „übergeben, sich in die Hand (Gottes) begeben“ bedeutet. Jemand, der den Is­lam praktiziert, wird als Muslim bzw. Muslimin bezeichnet; gelegentlich liest man auch in deutschen Texten das arabische Muslima für Muslimin. Die Schreibung „Moslem“ ist eine etwas altertümlichere, aus dem Persischen vokalisierte Bezeichnung gleicher Bedeutung und als solche auch nicht falsch. Falsch ist es allerdings, Muslime als Mohammedaner zu bezeichnen, was man vor allem in älteren deutschen Texten lesen kann.[24] Die Bezeich­nung Mohammedaner wird von allen Muslimen als unzulassig abgelehnt, da Muslime nicht zu Mohammed beten, ganz im Kontrast zu den Christen, die zu Christus beten. Mohammed hat als Prophet einen sehr wichtigen Platz in der Religion des Islam. Jedoch wird er selbst nicht als göttlich angesehen. Muslime leben in einer Gemeinschaft, die sie als „umma“ bezeichnen. Diese „umma“ ersetzte zunachst den alten arabischen Stammes­verband und die damit verbundenen Loyalitaten. Der Begriff „umma“ hat im Lauf der Jahrhunderte weitere Bedeutungen erfahren bis hin zu „Nation“.[25]

Die Muslime teilen sich in zwei Hauptgruppen auf, in die der Sunniten und die der Schi­iten. Die Sunniten bilden die weitaus größte muslimische Glaubensgruppe. Nur etwa 10­15 Prozent aller Muslime weltweit sind Schiiten, die vor allem im Südirak, Iran und auf dem indischen Subkontinent sowie in Pakistan und dem Libanon beheimatet sind.[26]

Nach dem Tod des Propheten Mohammed zerstritten sich die Glaubigen in der Frage der Nachfolge als Leiter der muslimischen Gemeinde. Wahrend die Mehrheit der Muslime, die Sunniten, die vier sogenannten „rechtgeleiteten Kalifen“ anerkennt, halten die Schiiten einzig den vierten von ihnen, den Vetter und Schwiegersohn des Propheten Ali, fur sei­nen rechtmaßigen Nachfolger. Dieser Streit ist die Ursache der Unterscheidung zwischen schiitischen und sunnitischen Muslimen. Wahrend die Schiiten (Schia = Partei Alis) nur Ali als rechtmaßigen Nachfolger des Propheten Mohammed betrachten, sehen die Sun­niten in Abu Bakr, Omar, Othman und dann erst in Ali die vier ersten „Rechtgeleiteten Kalifen“. Die Schiiten verlangen, dass der Führer (Imam) der islamischen Gemeinschaft ein Nachkomme Alis und der Prophetentochter Fatima sein muss.[27]

Der Islam ist wie das Christentum und das Judentum eine Offenbarungsreligion. Die Of­fenbarungsschrift der Muslime ist der Koran. Im Gegensatz zu den Offenbarungsschrif­ten des Alten und Neuen Testaments handelt es sich beim Koran um das unmittelbare Wort Gottes, der sich direkt an den Propheten Mohammed gewendet hatte, um sich über die Vermittlung des Propheten den Menschen mitzuteilen. Der Koran umfasst 114 Suren (súra), die in Verse (aya) unterschiedlicher Lange und Zahl unterteilt sind. Die langste Sure ist die Sure 2 mit 286 Versen und die kürzesten sind die Suren 108 und 109 mit je drei Versen.[28] Nach islamischer Lehre wurde der Koran erst nach dem Tod des Propheten Mohammed gesammelt und in die heutige Ordnung gebracht. Davor waren die Koranver- se mündlich tradiert bzw. vom Schreiber des Propheten auf Schulterblattknochen oder an­deren behelfsmaßigen Schreibmaterialien niedergeschrieben worden. Nach dem Tod des Propheten furchtete man um die Überlieferung und beschloss den Text zusammenzutra­gen. Bei der Ordnung des Textes ging man nicht chronologisch, sondern nach der Lange der Suren vor. Die langste Sure kam an den Anfang und die kurzeste an den Schluss. Da der Koran das Wort Gottes ist, scheint es unangemessen, ihn zu ubersetzen.

Die arabischen Muslime ziehen in der Tat große Befriedigung aus der Tatsache, dass Gott den Koran in arabischer Sprache offenbart hat. Die Lektüre des arabischen Korans gehört zu den frommen Pflichten der Muslime. In den Koranschulen wird haufig nur seine Lektüre gelehrt, die Übersetzung bzw. die Bedeutung des Rezitierten spielt eine unterge­ordnete Rolle. Je nach Bildungsstand oder Art der Ausbildung muss man davon ausge­hen, dass die Menschen nicht ganzlich verstehen, was sie lesen. Allerdings nimmt das Textverstandnis seit der zweiten Halfte des 20. Jahrhunderts stetig zu. Der Einsatz neuer Medien, wie Tonaufnahmen und Datenbanken auf CD bzw. im Internet, hat zu einer wei­teren Verbreitung des Textes beigetragen. Auch wenn der Koran aus spirituellen Gründen nicht übersetzt werden sollte, gibt es natürlich muslimische Übersetzungen ins Türkische, Deutsche oder Russische. Meistens werden diese Werke im Titel als eine Annaherung an den Koran und nicht als Übersetzung bezeichnet.[29]

Im Islam gibt es keine institutionalisierte Kirchenstruktur und kein religioses Oberhaupt. Die religiose und damit auch eine rechtliche Autoritat wird von religiosen Gelehrten aus­geübt, die ihre Ausbildung zum Imam oder Mullah an einer religiosen Schule erhalten haben. In den meisten Staaten ist die Kompetenz dieser Imame drastisch reduziert wor­den und bleibt mehr oder weniger auf den Privatbereich beschrankt. Für den sunnitischen Islam gilt die Institution der Universitat al-Azhar in Kairo als eine maßgebliche Stimme religioser Autoritat. Bei konkreten Fragen, vor allem im Familienrecht, Erbrecht und an­deren zivilrechtlichen Fragen, aber auch ganz einfachen Fragen des Alltags, konsultiert man den jeweiligen Rechtsgelehrten seines Vertrauens, den Mufti. Nach dem Studium seiner Rechtsquellen wird der Mufti ein Gutachten erstellen, die „fatwa“, der der Fragen­de folgen kann oder nicht. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass der Mufti keine dogmatische Autoritat wie der Papst ist, sondern nicht-bindende Rechtsmeinungen abgibt.[30]

Die Schiiten haben das System anders entwickelt. Im Iran hat sich in der Neuzeit ein hier­archisches System von Juristen entwickelt, deren Urteile rechtsbindende Wirkung haben. In der westlichen Welt erregte die „fatwa“ des damaligen Revolutionsfiihrers Khomeini großes Aufsehen, in welcher der anglo-indische Schriftsteller Salman Rushdie wegen sei­nes Buches „Die satanischen Verse“ des Glaubensabfalls fur schuldig befunden und damit zur Verfolgung durch Muslime freigegeben wurde. Die weltweite Entriistung uber dieses Urteil, das bis heute nicht zurückgenommen wurde, hatte auch zur Folge, dass man unter „fatwa“ automatisch ein Todesurteil versteht. Die modernen Kommunikationstechniken haben den Zugang zu Rechtsgelehrten über den ganzen Globus erleichtert. Im Zeitalter der Globalisierung ist es heute möglich, von London aus Rechtsanfragen über das Internet an die angesehensten Rechtsgelehrten in Ägypten oder in den Golfstaaten zu richten.[31]

Historisch gesehen existierten zwei Hauptquellen fur die islamische Rechtsfindung: der Koran und die sogenannte „sunna“, ein Terminus, der so viel wie Gewohnheit und Ge­pflogenheit bedeutet. Gemeint ist hier die Gewohnheit des Propheten, die als Vorbild fur die Muslime gilt. Obwohl der Koran in manchen Aspekten das gemeinschaftliche Leben detailliert regelt, gibt er langst nicht auf alle rechtlichen Fragen des Alltags eine Antwort. Aus diesem Grund begann man aus vorherigen Präzedenzfallen zu erwagen, was der Pro­phet in so einem oder einem ahnlichen Fall wohl getan hatte. Diese Sammlungen von Aussprüchen und Taten (hadith), die das Vorgehen des Propheten in bestimmten Situatio­nen minutios beschreiben, wurden neben dem Koran zur zusatzlichen Rechtsquelle. Die Beschaftigung mit diesen Rechtsquellen wurde zu einer der wichtigsten islamischen Wis­senschaften. Es gibt mehrere sehr berühmte Hadith-Sammlungen, deren genaue Kenntnis für muslimische Rechtsgelehrte, zusammen mit den umfangreichen Korankommentaren, unerlasslich ist.[32]

Doch weder Koran noch Sunna erwiesen sich als ausreichend, um alle Belange des tag- lichen Lebens in zufriedenstellender Art und Weise zu regeln. Infolgedessen wurde die islamische Rechtswissenschaft weiterentwickelt und mit zusatzlichen Mitteln der Rechts­findung wie dem Konsens der Rechtsgelehrten und dem Analogieschluss ausgestattet. All diese Quellen und Rechtsfindungen bilden die Scharia.[33]

Kaum ein Begriff aus dem islamischen Kulturkreis hat in Europa einen so dusteren Klang wie der der Scharia. Ein Großteil der Nichtmuslime assoziiert mit der Scharia Bestrafun­gen wie das Handabschlagen oder das Steinigen von Ehebrecherinnen. Islamisten fordern in ihren jeweiligen Heimatlandern, die Scharia zur Grundlage der staatlichen Gesetzge­bung zu machen. Kritiker des Islam warnen vor der Grausamkeit der Scharia, wie sie sich in den oben genannten Strafen außere. Gleichzeitig ist jedoch „Scharia“ einer der am wenigsten klar definierten Begriffe innerhalb des Islam. Auch wenn der Begriff schon für Gesetzessammlungen islamischer Staaten angewandt wurde, ist die Scharia eigentlich mehr: Sie ist kein real vorliegendes Gesetzbuch, das man ohne weiteres und plötzlich zum Gesetz eines Staates machen konnte.[34] Vielmehr ist „Scharia“ eine Idealvorstellung vom gottlichen Gesetz, das alle Lebensbereiche des Muslim regeln soll.

Es gibt heute in Staaten mit islamischer Bevolkerungsmehrheit sehr verschiedene Modelle im Hinblick auf die Bedeutung der Scharia. Wahrend etwa die Türkei laut Verfassung ein sakularer Staat ist, dessen Verfassung keinen Bezug auf die Scharia nimmt, haben andere Staaten (etwa Pakistan oder Sudan) beschlossen, die Scharia zur Grundlage der Recht­sprechung zu machen. Das kann in der Praxis heißen, dass neue Gesetze von islamischen Juristen auf ihre Vereinbarkeit mit dem überlieferten islamischen Recht überprüft werden. Dazwischen stehen Staaten wie Malaysia, die sich zwar als islamischen Staat bezeichnen, deren Gesetzgebungsverfahren aber säkular, also rein aufgrund Mehrheitsentscheidung des Parlamentes erfolgt. Saudi-Arabien hat die Scharia zur Verfassung seiner Monarchie erklart; Verkehrsrecht, Berufsrecht und Teile des Strafrechtes werden durch zusatzliche Dekrete geregelt.[35]

Bei aller Skepsis gegenüber dem islamischen Rechtssystem sollte man bei der Scharia bedenken, dass sie, weil sie kein festgeschriebenes Gesetzeswerk ist, eine enorme Flexi- bilitat und Anpassungsmoglichkeit aufweist. Wie weit diese Tatsache zum Tragen kommt, hangt allerdings von den Erstellern der Rechtsgutachten ab.

2.3 „Heiliger Krieg?“ - der mittelalterliche Kreuzzugsbegriff und der Dschihad

Die mittelalterlichen Kreuzzüge haben in der Forschung im Laufe der Zeit die unter­schiedlichsten Wertungen erfahren. Man hat sie als eine erste große Massenbewegung Europas gesehen - Ausdruck abendlandischen Gemeinschaftsbewusstseins auf seinem Höhepunkt und zugleich schon Ende der Vorstellungen von einer christlich-abendlan- dischen Einheit. Man hat den Aspekt der kolonialen Landnahme betont, aber auch die religiosen Motive hervorgehoben oder die materiellen Interessen der Teilnehmer und den Machtanspruch des Papsttums in den Vordergrund gerückt.[36]

Wie jede Historiographie unterliegt auch die Geschichtsschreibung über die KreuzzUge den Einflüssen der jeweiligen weltanschaulich-politischen Zeitvorstellungen und Zeit­stromungen. Schon früh, im Humanismus, wird die Geschichte der KreuzzUge mit ei­nem nationalen, hier einem franzosischen, Vorzeichen versehen. Die Aufklarung hat mit ihrer scharfen Kritik an den undisziplinierten Teilnehmern und einem machtlüsternen Papsttum ein Zerrbild der Unternehmungen entworfen und damit in gewissem Sinne eine bereits von der protestantischen Historiographie vorgezeichnete Linie weitergeführt und verscharft. Dabei liegt auf der Hand, dass es zur Zeit der Aufklarung kaum ein Verstandnis für die religiosen Motive der Beteiligten gab. In der Romantik bestimmten wiederum na­tionale Sichtweisen die Urteile. Der deutsch-franzosische Streit um die Zuweisung des ersten Herrschers in Jerusalem, Gottfrieds von Bouillon, zu der einen oder der anderen Nation ist fast so alt wie die KreuzzUge selbst, und nach 1831 reklamierte das damals geschaffene Konigreich Belgien den Kreuzfahrer als Identifikationsfigur für seine Ge- schichte.[37]

Im 19. Jahrhundert wurden in der Kreuzzugsforschung durch die Aufarbeitung des Quel­lenmaterials große Fortschritte gemacht, für die der in den Jahren von 1841 bis 1906 erschienene „Recueil des Historiens des Croisades“ als Beispiel stehen kann. Trotz dieser Gewinne konnte man sich im 20. Jahrhundert noch lange nicht von einer nationalistisch­chauvinistischen Sicht losen, so dass beispielsweise der franzosische Historiker Rene Grousset das Konigreich Jerusalem als das,,Frankreich der Levante“ bezeichnete.[38] Dann aber hat eine um Objektivität bemühte Forschung vor allem mit den Werken von Ken­neth Setton, Steven Runciman, Hans Eberhard Mayer und Jonathan Riley-Smith Stan­dardwerke hervorgebracht, die nun eine vorurteilsfreiere Sicht der großen Bewegung ermöglichen.[39]

Was ein Kreuzzug ist und wie ein solches Unternehmen von anderen abzugrenzen ist, die von Christen gegen Heiden durchgefUhrt und als Missionskrieg oder „Heiliger Krieg“ verstanden wurden, ist nicht allgemeinverbindlich definiert.[40]

Das Mittelalter hat den Begriff „Kreuzzug“ erst relativ spat entwickelt und dann selten gebraucht; man behalf sich mit Umschreibungen wie „via sancti Sepulchri“, „Iter Hieros- olymitanum“, „Expeditio“ oder „Iter in terram sanctam“ - etwa Reise nach Jerusalem, ins Heilige Land, zum Heiligen Grab etc. - und vor allem „peregrinatio“, also einfach Wall­fahrt. Erst spater erscheint die Verbindung des Gedankens der Wallfahrt zu den heiligen Statten mit der Idee des heiligen Krieges als militarischer Kreuzzug. Das Ziel, die Befrei­ung Jerusalems und des Heiligen Grabes von der Herrschaft der Unglaubigen, ist dabei entscheidend. Initiative und Führerschaft liegen in der Hand des Papstes, der den durch ein Gelübde verpflichteten Kreuzfahrern einen Ablass bewilligt.

Eine solche Definition schließt allerdings Unternehmungen wie die Reconquista oder den sogenannten Wendenkreuzzug[41] aus, und als KreuzzUge deklarierte Kriege gegen Chris­ten, die als Haretiker oder Schismatiker verurteilt waren, stellen nach Egon Boshof „eine Verirrung, ja eine Pervertierung des Kreuzzugsgedankens“ dar.[42] Einer solchen engeren Definition widersprechen freilich die Vorstellungen derZeitgenossen, die die Heidenkrie­ge an allen Fronten, also auch die Reconquista als KreuzzUge werteten, was nicht zuletzt in der papstlichen Praxis zum Ausdruck kam, den für die Feldzüge ins Heilige Land gel­tenden Ablass auch für andere gegen Heiden und Unglaubige gerichtete Unternehmun­gen zu gewahren.[43] Für die Beteiligten war zweifellos von zentraler Bedeutung, dass der Krieg durch den Papst im Namen Gottes angeordnet und autorisiert war und als Bußwerk verstanden wurde.

Die Wallfahrt nach Jerusalem hatte bereits eine lange Tradition; für Muslime, wie für Juden und Christen waren mit ihr vielfaltige religiöse und heilsgeschichtliche Vorstellun­gen sowie eschatologische Bezüge verbunden. Diese Stadt war durch das Wirken und den Tod Jesu Christi geheiligt, hier konnte der Glaubige unmittelbar der Nachfolge Christi an- gehoren[44] und immer wieder wurde in Kreuzzugsaufrufen und entsprechenden Schreiben auf die Heilsereignisse Bezug genommen.[45] Wesentlich fUr die Verbindung von Buße und heiligem Krieg war schließlich auch ein gewandeltes Verhaltnis der Kirche zum Krieg. Entscheidend wurde die auf Augustinus fußende Lehre vom gerechten Krieg, dem „bel­lum iustum“, der dadurch charakterisiert ist, dass er zur Bestrafung von Unrecht und zur Wiedergewinnung geraubten Gutes gefUhrt wurde und in der Herstellung und Sicherung des Friedens seinen Endzweck hatte. Wenn nun die Heilige Stadt als „Erbgut Christi“ verstanden wurde, die von den Muslimen „geraubt“ worden war, dann war der Krieg zur Wiedergewinnung fUr die Christenheit eine gerechte, gottgewollte Sache, ein heiliger Krieg.[46]

Wahrend die KreuzzUge also immer zeitlich und räumlich begrenzte Kriege waren, die auf die Wiedereroberung oder Verteidigung des Heiligen Landes hinzielten, ist der Dschihad kein räumlich und zeitlich begrenztes kriegerisches Unternehmen.

Der Dschihad bezeichnet - laut Koran - das „Bemühen auf dem Wege Gottes“ oder „um Gottes Willen“ (al-dschihad fi sabil allah). Mit diesem Bemühen ist im Koran vor allem der Kampf im Sinne einer kriegerischen Auseinandersetzung gemeint. Mohammed und seine Kampfer werden dort als diejenigen bezeichnet, die sich „auf dem Wege Gottes mühen“, und zwar indem sie kampfen.[47] Allerdings diente in der islamischen Geschichte der Dschihad nicht der gewaltsamen Bekehrung zum Islam, sondern in erster Linie der Ausweitung des islamischen Herrschaftsgebietes. Niemals wurde dieser Krieg zur Aus­weitung des islamischen Herrschaftsgebietes als etwas Heiliges betrachtet. Nur in der gängigen Übersetzung von Dschihad als „Heiliger Krieg“ kommt das Adjektiv heilig vor, im Arabischen wird der Begriff nicht in Kombination mit diesem Adjektiv verwendet - und zwar aus einem entscheidenden Grund: Laut islamischer Theologie kann nur Gott heilige Handlungen begehen, der Mensch nicht. Obwohl es sich also beim Dschihad um einen Kampf ,,um Gottes willen“ handelt, ist es ein profaner Kampf, dem keinerlei Hei­ligkeit zukommt bzw. zukommen kann.[48]

Auch hat sich die Definition von Dschihad im Laufe der Jahrhunderte gewandelt. Das spatere islamische Recht verstand unter Dschihad nicht mehr die Pflicht zum Krieg, son­dern das individuelle Streben, ein gottgefalliges Leben zu fuhren, beispielsweise nicht zu betrügen, nicht zu lügen oder einem Laster anzuhangen. Zur Unterscheidung zwischen dem friedlichen und dem kriegerischen Dschihad wird heute auch vom „großen“ und dem „kleinen“ Dschihad gesprochen. Dabei bezeichnet der „große“ Dschihad das individuelle oder kollektive „Mühen um Gottgefalligkeit“ und der „kleine“ Dschihad die kriegerischen Auseinandersetzungen.

Wahrend heutzutage für nicht-fundamentalistische Muslime immer noch das friedliche, individuelle „Bemühen“ im Vordergrund steht, interpretieren Islamisten den Begriff des Dschihad als Grund zur Konfrontation mit denen, die nicht ihre religiösen und politischen Ansichten teilen.[49] Diese wesentlichen Unterschiede im Zusammenhang des Kreuzzugs­begriffes und des Dschihad sollten den Schülerinnen und Schülern bei Behandlung dieses Themas bewusst gemacht werden. Gerade in Hinblick auf den fast schon inflationaren Gebrauch des Begriffes „Heiliger Krieg“ genauso wie für die unbedachte Verwendung des Wortes „Kreuzzug“ in den Medien.[50]

[...]


[1] http://www.deutsche-islam-konferenz.de/nn_1319566/SubSites/DIK/DE/ DieDIK/Plenum/StudieMLD/studie-mld-node.html?_ nnn=true, 30.01.2010.

[2] Tworuschka, Monika: Der Islam in den Schulbüchern der Bundesrepublik Deutschland. Analyse der Ge­schichtsbücher zum Thema Islam. In: Studien zur internationalen Schulbuchforschung. Bd. 46, Braun­schweig 1986, S. 1.

[3] Rohlfes, Joachim: Schulgeschichtsbücher. In: GWU 45 (1994), S. 460.

[4] Eisenmenger, Daniel: Das „Andere“ in der kartographischen Darstellung der Kreuzzüge in den deutschen Geschichtsbüchern. Eckert: Beiträge 2009/2 unter http://www.edumeres.net/ publikationen/beitraege.html, 30.1.2010.

[5] Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein (Hg.): Lehrplan Geschichte für die Sekundarstufe I der weiterführenden allgemeinbildenden Schulen, S. 31.

[6] http://www.deutsche-islam-konferenz.de/nn_1318760/SubSites/DIK/DE/ Themen/Medien/Islambild/islambild-node.html?_ nnn=true, 30.01.2010.

[7] http://www.unesco.de/455.html?&L=0,18.02.2010.

[8] Anmerkung der Verfasserin: Der Begriff wird zurückgeführt auf den US-amerikanischen Soziologen Wil­ liam Graham Sumner (1840-1910), der „Ethnozentrismus“ folgendermaßen definiert: „Ethnocentrism is the technical name for this view of things in which one’s own group is the center of everything, and all others are scaled and rated with reference to it.” Aus Summer,William Graham: Folkways. A study of the sociological importance of usages, manners, customs, mores and morals. Boston 1940, S. 13.

[9] Bergmann, Klaus: Multiperspektivitat. Geschichte selber denken. 2. Aufl. Schwalbach/Ts. 2008.

[10] Übersetzung: „Haus des Islams“ = die muslimische Welt

[11] Lerch, Wolfgang Gunter: Der Islam in der Moderne. In: APuZ (Aus Politik und Zeitgeschichte), 28-29 (2006), S.ll.

[12] Lerch: Islam in der Moderne, S. 12.

[13] Huntington, Samuel: Kampf der Kulturen. (The clash of civilizations). Aus dem Amerikan. ubers. von Holger Fliessbach. Hamburg 2006. Zit. nach Metzger, Albrecht: Islam und Politik. In: Informationen zur politischen Bildung-aktuell (2002), S. 2.

[14] Vgl. Institut fur Demoskopie Allensbach, http://www.ifd-allensbach.de/, (Auftrag­geber FAZ) und Infratest dimap, Gesellschaft fur Trend- und Wahlforschung, http://www. infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/umfragen/aktuell/ klimakonferenz-mehrheit-erwartet-keine-wirksamen-massnahmen-gegen-klimawandel/, (Auftraggeber ARD) Erhebungszeitraum 8.-9. Dezember 2009.

[15] Noelle, Elisabeth/Petersen, Thomas: Eine fremde, bedrohliche Welt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) vom 17. Mai 2006, S. 5.

[16] Bielefeldt, Heiner: Das Islambild in Deutschland. Zum offentlichen Umgang mit der Ängst vor dem Islam. Essay Nr.7. Bonn/Berlin 2007, S. 12.

[17] Bielefeldt: Das Islambild, S. 20.

[18] Ebd., S. 20.

[19] Bielefeldt: Das Islambild, S. 32.

[20] Ebd., S. 32.

[21] Hafez, Kai/Richter, Carola: Das Islambild von ARD und ZDF. In: APuZ, 26-27 (2007), S. 40f.

[22] Hafez/Richter: Islambild ARD und ZDF, S. 42.

[23] Hafez/Richter: Islambild ARD und ZDF, S. 45.

[24] Feichtinger, Walter/Wentker, Sibylle (Hg.): Islam, Islamismus und islamischer Extremismus. Eine Einfuhrung.Wien/Koln/Weimar 2008, S. 18.

[25] Ebd., S. 18.

[26] Elger, Ralf/Stolleis, Friederike (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte-Alltag-Kultur. Bd. 383 der Bundeszentrale fur politische Bildung. Bonn 2004, S. 274-276.

[27] Elger/Stolleis: Islam-Lexikon, S. 274.

[28] Es gibt verschiedene deutsche Übersetzungen des Koran. Die gangige wissenschaftliche Übersetzung stammt von Paret, Rudi: Der Koran. 4. Aufl., Stuttgart 1985. Sie ist aufgrund ihrer wortgetreuen Über­setzung aus dem Arabischen im Deutschen schwierig zu lesen, wird aber standardmäßig zitiert. Ei­ne gute Einführung in die Thematik des Koran bietet Bobzin, Hartmut: Der Koran. Eine Einführung. München 1999.

[29] Feichtinger/Wentker (Hg.): Islam. Eine Einführung, S. 21.

[30] Elger/Stolleis: Islam-Lexikon, S. 95.

[31] Feichtinger/Wentker (Hg.): Islam. Eine Einführung, S. 29.

[32] Ebd., S. 27.

[33] Elger/Stolleis: Islam-Lexikon, S. 257f.

[34] Feichtinger/Wentker (Hg.): Islam. Eine Einführung, S. 28.

[35] Elger/Stolleis: Islam-Lexikon, S. 271.

[36] Boshof, Egon: Europa im 12. Jahrhundert. Auf dem Weg in die Moderne. Stuttgart 2007, S. 70.

[37] Boshof: Europa, S. 71.

[38] Grousset, Rene: Histoire des croisades et du royaume franc de Jerusalem. 3 Bd., Paris 1934/36. Zit. nach Boshof: Europa, S. 71.

[39] Siehe folgende Werke: Setton, Kenneth (Hg.): A General History of the Crusades. 6 Bd., Philadel­phia/Madison 1955-1989. Runciman, Steven: A History of the Crusades. 3 Bd., Cambridge 1951. Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der KreuzzUge. 10. Aufl., Stuttgart 2005. Riley-Smith, Jonathan: The Crusades. A History. London/New York 2005.

[40] Zur Diskussion vgl.: Riley-Smith, Jonathan: Wozu heilige Kriege?. Anlasse und Motive der KreuzzUge. Berlin 2003, S. 8f. Dazu auch: Mayer: Geschichte der KreuzzUge, S. 333.

[41] Boshof: Europa, S. 87f.

[42] Boshof: Europa, S. 71f.

[43] Riley-Smith: Wozu heilige Kriege, S. 13.

[44] Anmerkung der Verfasserin: Das 11. Jahrhundert war vom Bestreben der Gläubigen gekennzeichnet, dem Vorbild Christi zu folgen; man spricht daher von der „imitatio Christi“. Ein apostelgleiches, aktives Leben in Armut und im Dienst am Nachsten war das Ziel vieler Laien und Kleriker. Die „imitatio Christi“ dürfte den Entschluss mancher Manner oder Frauen ausgelost haben, das Kreuz zu nehmen und damit Christus zu folgen. Sie konnten dabei auf eine Bibelstelle verweisen, Matthaus 16, 24: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.“ Diejenigen, die das Kreuz nahmen, ihre Habe zurückließen und die Statten des Wirkens Christi eroberten, dürften vor dem Hintergrund dieser Worte davon überzeugt gewesen sein, den Willen des Herrn auszuführen. Vgl. auch Jaspert, Nikolas: Die KreuzzUge. 4. Aufl., Darmstadt 2008, S. 28.

[45] Thorau, Peter: Die KreuzzUge. 3. Aufl., München 2007, S. 36f.

[46] Bruns, Peter/Gresser, Georg (Hg.): Vom Schisma zu den Kreuzzügen 1054-1204. Paderborn 2005, S. 160.

[47] Metzger, Albrecht: Islam und Politik, S. 7.

[48] Ebd., S. 7.

[49] Feichtinger/Wentker (Hg.): Islam. Eine Einführung, S. 38.

[50] Siehe z. B. den Titel der Veröffentlichung von Schmidt-Semisch, Hennig: Kreuzzug gegen Fette. Sozialwissenschaftliche Aspekte des gesellschaftlichen Umganges mit Übergewicht und Adiposi­tas, Wiesbaden 2008. Oder die Formulierung „Kreuzzug für die Rettung des Genitivs“ in einem Artikel von Spiegel-Online, http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0, 1518, 267725, 00.html, 27.02.2010. Sowie die Rede von Johannes Rau beim Sondertreffen des Weltwirt­schaftsforums in Jordanien (21.06.2003) http://www.bundespraesident.de/dokumente/ -, 2.924 0 6/Rede/dokument.htm, 27.02.2010.

Details

Seiten
69
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668385115
Dateigröße
778 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v167129
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Historisches Seminar
Note
1,0
Schlagworte
Schulgeschichtsbücher Kreuzzüge Islam Vorurteile Stereotypen Kulturaustausch Christentum Verlauf der Kreuzzüge Multiperspektivität Kontroversität Christen und Muslime Muslime in Deutschland Schulbuchanalyse

Autor

Zurück

Titel: Darstellung des Islam im Kontext der Kreuzzüge und der Gegenwart. Vorurteile und Stereotypen in Schulgeschichtsbüchern der Sekundarstufe I