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Die Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen

Bildschirmarbeitsplätze aus arbeitswissenschaftlicher Sichtweise mit der speziellen Berücksichtigung ergonomischer Ansätze

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 29 Seiten

Arbeitswissenschaft / Ergonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ERGONOMIE
2.1 DIE ARBEITSPLATZGESTALTUNG
2.1.1 DER BÜRO- UND BILDSCHIRMARBEITSPLATZ
2.1.1.1 DER SITZARBEITSPLATZ
2.1.1.2 DER BÜRODREHSTUHL
2.1.1.3 DER BILDSCHIRMARBEITSPLATZ
2.2 RECHTSLAGEN ZU BILDSCHIRMARBEITSPLÄTZEN

3. SCHLUSS
3.1 ERGEBNIS
3.2 KRITIK

LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG

1. Einleitung

Den unmittelbaren Zusammenhang zwischen der menschlichen Gesundheit, Krank- heit und seiner Arbeit erkannte die Wissenschaft spätestens mit Beginn der Industria- lisierung. Daraus entwickelte sich im Verlauf der Zeit ein eigenständiger Wirtschafts- zweig, der sich mit der Problematik zwischen dem Mensch und dessen Arbeit be- schäftigt. Inbegriff dieser Wissenschaften ist eine Vielzahl von wissenschaftlich orien- tierten Disziplinen, wie beispielsweise die Ergonomie, die Arbeitsmedizin, der Tech- nische Arbeitsschutz, die Arbeitsphysiologie und -psychologie sowie die eigentliche Arbeitswissenschaft selbst.

Die Umsetzung der gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die sogenannte Arbeitsgestaltung, gilt als das zentrale Ziel der Arbeitswissenschaft, d.h. die menschengerechte Gestaltung von Arbeitsmitteln, -plätzen und -umgebungen sowie der Arbeitsorganisation zu erreichen.

Die interdisziplinären und komplexen Zusammensetzungen der Arbeitswissenschaf- ten stellen in der Praxis voneinander abgrenzbare Disziplinen der arbeitswissen- schaftlich orientierten Fächergruppe dar. Der bestehende Unterschied begründet sich durch diverse Blickwinkel, von welchem aus der gemeinsame und zentrale Zu- sammenhang behandelt wird. Dieser Blickwinkel kann aus medizinischer, techni- scher, wirtschaftswissenschaftlicher oder psychologischer Perspektive erfolgen, wo- bei die Ansätze erhalten bleiben. Dies wird besonders im Hinblick auf das nicht vor- handene gemeinsame bzw. einheitliche Lehrkonzept der arbeitswissenschaftlich ori- entierten Disziplinen deutlich.

Diejenigen Arbeitswissenschaftler, die eine medizinische oder physiologische Ausbildung durchlaufen haben, gehen in der Regel den Fragen der „angewandten Physiologie“, die im Zusammenhang von Mensch und Arbeit bedeutsam sind, nach.

2. Ergonomie

Die Ergonomie stellt heute einen Wissenschaftsbereich mit deutlich ausgeprägten praktischem Anwendungsbereich dar. Als wesentlicher Bestandteil zählt deren praktische Umsetzung in Form von ergonomischer Arbeitsgestaltung, mit dem vorrangigen Ziel der Harmonisierung von Humanität und Wirtschaftlichkeit.1

Die zentrale Aufgabe der Arbeitsgestaltung ist die Optimierung, und nicht die Minimierung, der Beanspruchung des Arbeitnehmers mit dem Ziel der menschlichen Leistungsmaximierung. Die verschiedenen Bereiche der Arbeitsgestaltung werden so gegliedert, dass sie der von der Arbeit ausgehenden Belastungswirkung zugeordnet werden: die arbeitsbedingte Beanspruchung eines Menschen resultiert entsprechend dem Belastungs-Beanspruchungskonzept aus

- seiner Belastungsart und seiner Belastungshöhe
- seiner Belastungsdauer sowie
- seiner persönlichen Eigenschaften und Charakteristik.

Der geometrische Aufbau des Arbeitsplatzes und der damit verbundene funktionelle Arbeitsablauf müssen demnach gemäß der menschenbezogenen, anatomisch- physiologischen Kriterien gestaltet werden, um die Belastungshöhe und -art in einem ergonomisch vertretbaren und verantwortungsbewussten Rahmen zu halten. Die Gestaltung der einzelnen Arbeitsabläufe erfordert die Berücksichtigung von anatomi- schen und physiologischen Anforderungen, um beispielsweise die ermüdungsbe- dingten Leistungseinbußen oder gesundheitliche Beeinträchtigungen auszuschlie- ßen. Die physiologische Arbeitsgestaltung bietet Handlungshilfen, um zum Beispiel statische Arbeitsanteile zugunsten von dynamischen Tätigkeiten zu reduzieren, weil es statische Muskelarbeiten aufgrund von speziellen Stoffwechselsituationen vorü- bergehend zu frühzeitigen Ermüdungserscheinungen führen können und sich Mus- keln langfristig verspannen.2

2.1 Die Arbeitsplatzgestaltung

Ein zentrales Element der ergonomischen Arbeitsgestaltung bildet die individuelle Arbeitsplatzgestaltung.

Aufgabe dieser ist es, einzurichtende Arbeitsplätze technisch so zu gestalten, dass dadurch ermüdungsbedingte Leistungsdifferenzen und gesundheitliche Beeinträchtigungen vermieden werden können. Orientierungswerte liefern die verschiedenen wissenschaftlichen Erkenntnisse über menschenbezogene Grundlagen wie die Körpermaße, Greifräume und Körperkräfte.

2.1.1 Der Büro- und Bildschirmarbeitsplatz

Das wesentliche Merkmal von Büroarbeiten in den heutigen modernen Industriestaa- ten bildet die vornehmlich sitzende Körperhaltung der Menschen, die als dauerhaft anhaltende Belastung über mehrere Jahre ein enormes Potenzial gesundheitlicher Risiken birgt. Neben den allgemeinen Atem- und Verdauungsbeschwerden sowie Herz- und Kreislaufproblemen (beispielsweise Durchblutungsstörungen in den Bei- nen) sind in diesem Zusammenhang besonders skeleto-muskuläre Gesundheitsstö- rungen in der Muskulatur (unter anderem Verspannungen im Schulter- und Nacken- bereich), in den Gelenken (zum Beispiel im Handgelenk) und insbesondere in der Wirbelsäule (Beschwerden von der Bandscheibe ausgehend sowie Nervenschmer- zen, vor allem im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule), aber auch Kopfschmer- zen und Sehstörungen bei Bildschirmarbeiten zu benennen.

Anhand der Durchführung von Feldversuchen in der Vergangenheit wurde bekannt, dass die subjektive Einschätzung von Arbeitern am Bildschirm bezüglich ihrer indivi- duellen Belastung durch die zumeist sitzende Arbeitsweise in über 40 Prozent der Befragten als „stark“ bzw. „sehr stark“ empfunden wird, wobei die aus der Tätigkeit resultierenden Beschwerden von überwiegend kurzer Dauer waren oder andererseits dauernd bestehen.3

Nachfolgend erfolgt eine genauere Betrachtung der wesentlichen Aspekte der ergonomischen Gestaltung von Büro- bzw. Bildschirmarbeitsplätzen ein:

1. eine Erläuterung allgemeiner Grundsätze zur Auslegung von Sitzarbeitsplätzen
2. eine Beschreibung des Arbeitsstuhles als das zentrale Element von Sitzarbeits- plätzen
3. eine Darstellung der besonderen Problematik des Bildschirmarbeitsplatzes mit den dazugehörigen aktuellen rechtlichen Anforderungen

2.1.1.1 Der Sitzarbeitsplatz

Ein Sitzarbeitsplatz erfüllt nur dann alle Kriterien von ergonomisch optimierten Systemen, wenn alle dazugehörigen wesentlichen Bestandteile dieses Arbeitsplatzes (Arbeitstisch, Stuhl und Fußauflage) individuell aufeinander abgestimmt worden sind. Hierbei muss in erster Linie berücksichtigt werden, dass jeweils eine fixe und zwei verschiedene variable Ebenen vorhanden sein müssen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.umwelt-online.de

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1 vgl. Schmitdke (1993)

2 vgl. Faust (1994)

3 vgl. Krüger (1996)

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