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Macht und Gewalt bei Hanna Arendt

Hausarbeit 2009 11 Seiten

Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Tradition des Machtbegriffes und dessen Verhältnis zur Gewalt
2.1. Unterschiedliche Herangehensweisen zum Machtbegriff
2.2. Macht und Gewalt bei den traditionellen Vordenkern

3. Macht und Gewalt bei Hannah Arendt
3.1. Absolute Gegenteile Macht und Gewalt
3.1.1 Unterschiede von Macht und Gewalt am Beispiel der Revolution
3.2. Macht und Gewalt in der Realität

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Die Gewalt ist die Geburtshelferin der Geschichte, und sie macht Geschichte oder Revolution so wenig wie die Hebamme das Kind erzeugt hat.“(Arendt 2009, S.15)

Ein Jahrhundert voller Kriege, Revolutionen und anlässlich der, durch die weltweiten Studentenproteste in den 70ern aufgeflammten Debatte „(…)über das Wesen der Gewalt, ihre Rolle in Geschichte und Politik(…)“ (Arendt 2009, S.7), veranlasst Hannah Arendt sich mit dem Bedeutungszusammenhang von Macht und Gewalt zu beschäftigen.

Beim Studieren der wichtigsten politischen Theoretiker stellt sie fest, dass ein Gros der Literatur davon ausgeht, dass Macht und Gewalt identisch sind. Weiter sind viele der Überzeugung, dass Gewalt „nichts weiter ist als die eklatanteste Manifestation von Macht“ (Arendt 2009, S.36.).

Hintergrund ihrer Arbeiten über die Differenzierung und Abgrenzung beider Begriffe, waren der Vietnamkrieg und die zu der Zeit stattfindenden weltweiten Studentenproteste. Dabei geht sie in ihrem Werk auf die gewalttätigen Konflikte im Vietnamkrieg, bei den Rassenkonflikten der USA und den Studentenrevolten ein und analysiert anhand theoretischer Gedankengänge wie es zur Gewalt kommt. Durch den Bau der Atombombe sieht sie die alte Theorie von Krieg und Gewalt als Ultima ratio als nicht mehr zeitgemäß an.

Um Ihr Verständnis von Verhältnis von Macht und Gewalt zu verdeutlichen, ist es für Arendt wichtig die Begriffe Macht, Stärke, Gewalt, Kraft und Autorität zu unterscheiden (vgl. Arendt 2009, S.45). Dabei grenzt sie sich stark von traditionellen Denkern wie Max Weber ab.

Jedoch basiert ihr Verständnis auf die Theorie und Arendt selbst gibt zu, dass beide Begriffe in der Praxis fast nie in ihrer theoretischen Reinheit zu finden sind.

In der folgenden theoretischen Ausführung sollen beide Ansichten zum Verhältnis zwischen Macht und Gewalt und ihr Bezug zur Realität dargestellt werden.

2. Die Tradition des Machtbegriffes und dessen Verhältnis zur Gewalt

2.1 Unterschiedliche Herangehensweisen zum Machtbegriff

„Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht“. (zitiert nach Treiber 2007, S.49)

Diese Definition von Max Weber wird oft verwendet wenn es in der Soziologie gilt den Begriff Macht zu beschreiben. Sie zeigt, dass es dem Soziologen bei der Macht um die Durchsetzung eines Willens geht, der ohne weiteres auf Gewalt basieren kann. Anders bei Hannah Arendt, der es bei Macht um den Zusammenhalt einer Gruppe, die nicht auf Gewalt aufbaut, geht (Arendt 2009, S.45).

Wie bereits erwähnt, kann der Machtbegriff einzeln definiert werden, sollte jedoch auch im Beziehungsgeflecht mit Herrschaft, Autorität und Gewalt betrachtet werden. Wie diese im Verhältnis zueinander stehen ist Gegenstand einer langen politischen und philosophischen Diskussion. Dabei kommt es darauf an, ob Macht als etwas Konstruktives und Positives oder als etwas Böses, rein Zerstörerisches angesehen wird. Ebenso werden gegensätzliche Begriffe wie Freiheit oder Zwang der Macht zugeordnet.

Indem sie konträr zu ihren Vorgängern Gewalt von der Macht trennte, hat Hannah Arendt eine neue Debatte entflammt (Schäfers, Kopp 2006, S.164 ff).

Im Folgenden werden verschiedene Auslegungen von Macht und Gewalt vorgestellt und auf deren Unterschiede eingegangen.

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640841394
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v167474
Institution / Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,3
Schlagworte
macht gewalt arendt

Autor

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Titel: Macht und Gewalt bei Hanna Arendt