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Von alten und neuen Feindbildern - Wahlfeindschaft Christentum/Islam?

Hausarbeit 2008 11 Seiten

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Erbfeindschaft Christentum/Islam oder Traumata der Kolonialisierung?

Von der „Resurgenz“ des Islams und dem Wunsch nach Demokratie

Conclusio: Wir und die Anderen - Über den Kult der Einfachheit

Literaturverzeichnis

Einleitung

„Das tiefere Problem für den Westen ist nicht der islamische Fundamentalismus. Das tiefere Problem ist der Islam, eine andere Kultur, deren Menschen von der Überlegenheit ihrer Kultur überzeugt und von der Unterlegenheit ihrer Macht besessen sind. Das Problem für den Islam sind nicht der CIA oder das US-amerikanische Verteidigungsministerium. Das Problem ist der Westen, ein anderer Kulturkreis, dessen Menschen von der Universalität ihrer Kultur überzeugt sind, und glauben, dass ihre überlegene, wenngleich schwindende Macht ihnen die Verpflichtung auferlegt, diese Kultur über die ganze Erde zu verbreiten.“[1]

Samuel P. Huntington

Mit der These, dass nach dem Ende des Ost-West Konfliktes die internationalen Konflikte von Auseinandersetzungen zwischen den großen Kulturkreisen bestimmt werden, hat der amerikanische Politikwissenschaftler Samuel Huntington mit seinem Werk „Clash of Civilisations“ weltweit Aufsehen erregt.

In einer Zeit, in der schicksalsträchtige Daten wie der 11. September ganze Nationen in Angst und Unsicherheit stürzen, scheinen Huntingtons Thesen Aufklärung zu bieten - dichotomes „The west against the rest” Denken erlebt genau in diesen Zeiten eine immense Renaissance. So verwundert es kaum, dass die Ausführungen des Politikwissenschaftlers über die Wahlfeindschaft Christentum-Islam in einem Zeitalter der Angst Hochkonjunktur feiern und in den weltweiten medialen Diskurs geraten. Vielen scheint es, als sei Huntingtons „Clash of Civilisations“ als Paradigma für die Betrachtung globaler Politik bestätigt.

Doch ist die arabische Welt und der Islam wirklich seit Jahrhunderten das Pendant des Westens und Christentums? Ist es die pure Feindseligkeit, die beide Kulturkreise immer wieder aufeinanderprallen lässt, oder steckt mehr dahinter als die bloßen Ansprüche beider, „universell“ zu sein?

Im Folgenden möchte ich zuerst die Historie der Beziehungen zwischen Christentum und Islam näher beleuchten, und dabei Huntington als auch seinen Kritiker Müller zu Wort kommen lassen. Danach werde ich auf die von Huntington geprägte Begrifflichkeit „Resurgenz des Islam“ näher eingehen und gleichzeitig die Gründe der mangelnden Demokratisierung arabischer Länder umreißen.

Die Abschlussfrage soll lauten: Brauchen wir im 21. Jahrhundert, wo das „Fremde“ durch freien Zugang zu Bildung nicht mehr „fremd“ sein müsste ,überhaupt noch eine Weltanschauung, die die Menschheit zwischen „uns“ und „ihnen“ trennt, oder ist diese lediglich nur dienlich, den Antagonismus der Kulturen zu fördern?

Erbfeindschaft Christentum/Islam oder Traumata der Kolonialisierung?

„Manche Westler, unter ihnen auch Präsident Bill Clinton, haben den Standpunkt vertreten, dass der Westen Probleme nicht mit dem Islam, sondern mit gewalttätigen islamistischen Fundamentalisten habe. Die Geschichte der letzten 1400 Jahre lehrt etwas anderes.“[2]

Samuel P. Huntington

Laut Huntington war der Konflikt zwischen Demokratie und Marxismus-Leninismus ein „flüchtiges und vordergründiges Phänomen“ im Vergleich zu dem „kontinuierlichen und konfliktreichen historischen Verhältnis“ zwischen Islam und Christentum (Vgl. Huntington, 1998, 335). Den historischen Antagonismus beider begründet er in der Natur der Religionen, und den auf ihnen basierenden Kulturen; dem „Konzept vom Islam als Lebensform“, indem Religion und Politik sich transzendieren und vereinigen, und dem „westlich-christlichen Konzept“, dass das Reich Gottes von dem des Kaisers trennt. Er erläutert, dass Islam sowie Christentum als die größten monotheistischen Religionen den missionarischen Anspruch erheben, der „eine wahre Glaube zu sein“, historisch belegt in dem heiligen Krieg „Dschihad“ und den christlichen Kreuzzügen (Vgl. Huntington, 1998, 337).

Für die gewaltsame Natur des Islam sprechen laut Huntington jedoch nicht nur die unzähligen Kriege zwischen den beiden Religionen, die von 1820 bis 1929 50 Prozent der Auseinandersetzungen in dieser Zeit ausmachten, sondern auch die besonders „blutigen Grenzen des Islam“, die immerhin in den neunziger Jahren an 26 von 50 ethnopolitischen Konflikten beteiligt gewesen wären. (Vgl. Huntington, 1998, 337)

[...]


[1] [1] (Nach: Huntington, 1998, 350)

[2] (Nach: Huntington, 1998, 334/335)

Details

Seiten
11
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640841493
ISBN (Buch)
9783640839902
Dateigröße
536 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v167505
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,6
Schlagworte
feindbildern wahlfeindschaft christentum/islam

Autor

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