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Migrationskontrolle und Integrationsansätze aus soziologischer und sozialpolitischer Sicht am Beispiel Schwedens

Wissenschaftlicher Aufsatz 2005 12 Seiten

Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Definition des Begriffs der Migration als einem sozialwissenschaftlichen Themengebiet

2. Ursachen der Migration

3. Integration von Migranten - die drei ideologischen Assimilationsvorstellungen

4. Migration und Integration am Beispiel eines westeuropäischen Wohlfahrtsstaates – Schweden
4.1. Geschichtliche Entwicklung der Einwanderungspolitik in Schweden
4.2. Integration und Effektivität
4.3. Schwedisch lernen
4.4. Fazit

Quellen:

Internetquellen:

1. Definition des Begriffs der Migration als einem sozialwissenschaftlichen Themengebiet

Das Wort Migration kommt ursprünglich aus dem Lateinischen (lat.: migrare) und bedeutet, wörtlich übersetzt, wandern bzw. wegziehen.

Bei der Definition des „Migrations“-Begriffs gibt es unterschiedliche wissenschaftliche Herangehensweisen, die nach räumlichen und zeitlichen Kriterien untereinander differieren.

Soziologisch gesehen ist dabei das Kriterium der Dauerhaftigkeit ausschlaggebend, ob der Begriff Migration benutzt werden kann oder nicht bzw. ob dieser wissenschaftlich gerechtfertigt ist.

P. Han schreibt dazu: „In den Sozialwissenschaften werden unter dem Begriff der Migration allgemein solche Bewegungen von Personen und Personengruppen im Raum (spatial movement) verstanden, die einen dauerhaften Wohnortwechsel (permanent change of residence) bedingen.“

(Han, 2004, S.7)

Diese Definition ist zwar an sich richtig, schliesst jedoch nicht mögliche weitere Definitionen aus, die sich entweder auf den räumlichen oder zeitlichen Faktor oder die beiden Faktoren gemeinsam konzentrieren. Auf jeden Fall wird aber eine bestimmte Distanz bzw. Dauer (räumlich/ zeitlich) vorausgesetzt (die wissenschaftlich zwar nicht explizit bestimmt worden ist, jedoch de facto für jeden verständlich zu sein scheint) um zwischen einer üblichen Ortsverändrung und einer Migration unterscheiden zu können.

Danach wäre ein Umzug von Potsdam nach Baden-Baden sozialwissenschaftlich als Migration zu verstehen, ein Umzug von Potsdam nach Berlin jedoch nicht. Entsprechend wird ein kurtfristiger Aufenthalt zu Besuchs- oder Urlaubszwecken auch dann, wenn die zurückgelegte Distanz beträchtlich ist (etwa zwischen Berlin und New York), nicht als Migration angesehen.“

(Treibel, 1999, S. 101)

Bei solch einem Beispiel ist gut zu sehen, dass auch ohne strikte mathematische (bzw. statistische) Vorgaben aus der sozialwissenschaftlichen Sicht das Eine (Umzug von Potsdam nach Baden-Baden) eine Erscheinung der Arbeitsmigration sein könnte (beispielsweise) und somit auf jeden Fall zum Untersuchungsfeld der Migrationsforschung gehört das andere aber (Umzug von Potsdam nach Berlin) eher in das Untersuchungfeld bzw. zum Diskurs der Gentrifikation einzustufen ist und demzufolge keine Anhaltspunkte für die Soziologie der Migration bietet.

Han definiert die Faktoren: Distanz und Kontinuität (oben als Dauerhaftigkeit bezeichnet) als Ausschlusskriterien für das Untersuchungsfeld der Migrationsforschung folgendermaßen:

Räumliche Bewegungen von Personen und Personengruppen, die nicht mit einem dauerhaften Wechsel des Wohnortes verbunden sind, der über die bisher ansässigen politischen Gemeindegrenzen hinausgeht (z.B. Reisende, beruflich bedingte Pendelbewegungen von Arbeitnehmern, Umzüge innerhalb derselben politischen Gemeinde), werden begrifflich nicht dem Phänomen der Migration zugerechnet.“

(Han, 2004, S.8)

Zusammengefasst: Migration ist ein in der Soziologie unterschiedlich gefasster Begriff, der jedoch immer für einen dauerhaften Wechsel des Lebensumfeldes einer Person, einer Gruppe/ Gemeinschaft oder einer Gesellschaft im geographischen, politischen und sozialen Raum steht.

Bevor ich zur Analyse der Migrationspolitik in Schweden komme, werde ich im nächsten Kapitel die allgemeinen Ursachen der Migration näher erläutern.

2. Ursachen der Migration

Als klassische Ursachen der Migration werden die Arbeitssuche und Schutz vor Verfolgung

angesehen. (Vrgl.: Treibel, 1999, S. 101)

P. Han geht jedoch von einem differenzierteren Modell der multikausalen Determinanten der Migration. Zusätzlich bietet er zwei Idealtypologien von Fairchild und Petersen, die einen Anspruch auf Vollständigkeit nicht erfüllen.

Gleichzeitig verweist er auf die Schwierigkeit einer theoretischen Systematisierung bzw. Kategorisierung der unterschiedlichen Migrationsgründe seitens der Migrationsforschung, welche aus der Komplexität der Materie, sprich der Migration entsteht, die „…selten monokausal verursacht wird“. (Han, 2004, S.21)

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Details

Seiten
12
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640847051
ISBN (Buch)
9783640843268
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v167747
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Schlagworte
migrationskontrolle integrationsansätze sicht beispiel schwedens

Autor

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Titel: Migrationskontrolle und Integrationsansätze aus soziologischer und sozialpolitischer Sicht am Beispiel Schwedens