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Bildungs- und kommunikationswissenschaftliche Voraussetzungen für den Einsatz von neuen Lehr- und Lernformen

Hausarbeit 2011 28 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Bildungs- und kommunikationswissenschaftliche Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von virtuellen Lehr- und Lernszenarien
1.1 Einführung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Vom traditionellen Frontalunterricht zum eTutoring – veränderte Aufgaben und Kompetenzen für eLehrende
2.1 Kompetenzbereiche für virtuelle Lehr- und Lernszenarien
2.2 Der Einsatz der Kompetenzen bei der Planung, Gestaltung und Durchführung von virtuellen Seminaren
2.2.1 Kompetenzen und Aufgaben bei der Seminar-Planung
2.2.2 Kompetenzen und Aufgaben bei der Seminar-Gestaltung
2.2.3 Kompetenzen und Aufgaben bei der Seminar-Durchführung

3 Vom passiven Konsumieren zum selbstständigen Lernen – die veränderte Rolle der eLernenden
3.1 Individuelles Vorwissen beachten, Erwartungen und Bedürfnisse (an)erkennen
3.2 Strategien zur Aktivierung und Förderung der Motivation

4 Erfolgsfaktor: Ausstattung und Ressourcen – technische und organisatorische Infrastruktur, personelle Ressourcen und finanzielle Rahmenbedingungen
4.1 Integration von E-Learning in die bestehende organisatorische und technische Infrastruktur
4.2 Das ausreichend geschulte Personal als entscheidender und wichtiger Erfolgsfaktor
4.3 Aspekte der Kosten und Finanzierung

5 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Erklärung

1 Bildungs- und kommunikationswissenschaftliche Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von virtuellen Lehr- und Lernszenarien

1.1 Einführung und Zielsetzung

Aufgrund der rasanten Verbreitung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien setzen auch Universitäten bei der Gestaltung von Lehr- und Lernszenarien verstärkt auf die Nutzung internetbasierter Informations- und Kommunikationsmedien. Auf der einen Seite erweitern bzw. ergänzen sie ihre Bildungsangebote, um damit die bisherigen, klassischen Präsenz-Lehrveranstaltungen zu unterstützen und zu begleiten (Enrichment). Auf der anderen Seite kann durch den Einsatz der Neuen Medien die Lehrveranstaltung in Präsenz- und Online-Phasen eingeteilt und damit eine Verknüpfung von Präsenzlernen und internetgestütztem Online-Lernen geschaffen werden (Blended Learning). Zusätzlich bietet sich mit Hilfe der Neuen Medien auch die Möglichkeit, die klassischen Lehrveranstaltungen ausschließlich online in Form von virtuellen Seminaren und Lerngemeinschaften durchzuführen (De Witt, 2005, S. 204–209; Ojstersek, 2009, S. 11–12). In diesem Fall kommen also nur virtuelle Lehr- und Lernformen im Sinn eines elektronisch gestützten und vernetzten Fernunterrichts zum Einsatz (Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e.V. [DINI], 2005, S. 6).

Da diese virtuellen Lehr- und Lernszenarien einen immer größeren Anteil am gesamten Bildungsangebot einnehmen werden, verändern sich auch die Anforderungen, die Universitäten an Lernende und Lehrende stellen (Boos, Müller & Cornelius, 2009, S. 9–11). Von den Lernenden wird unter anderem Eigeninitiative und Eigenverantwortung, Selbstmotivation, Steuerung des eigenen Lernprozesses und effektives Zeitmanagement erwartet. Von den Lehrenden dagegen werden Kompetenzen erwartet, die es ihnen ermöglichen, den neuen und spezifischen Anforderungen gerecht zu werden. Denn gerade in virtuellen Seminaren sind die Aufgabenfelder der Lehrenden sehr vielfältig und reichen von der Vorbereitung und Umsetzung der Lehrveranstaltung über die Online-Moderation von Diskussionsforen oder Chats bis hin zum Online-Tutoring, und damit der Betreuung und Unterstützung von Lern- und Gruppenprozessen (Cornelius & Müller, 2004, S. 131; Ojstersek, 2009, S. 17–19; Rautenstrauch, 2001, S. 79).

Ziel dieser Arbeit ist es nun, aufzuzeigen, welche Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von virtuellen Lehr- und Lernszenarien an Universitäten zu erfüllen sind und welche Anforderungen sich dadurch für Lehrende, Lernende und Bildungsinstitutionen ergeben. Dazu werden in den einzelnen Kapiteln zum einen die notwendigen Voraussetzungen und Anforderungen im Hinblick auf die Kompetenzen der Lehrenden, auf Motivation, Vorwissen und Bedürfnisse der Lernenden und auf Ausstattung und Ressourcen der Bildungsinstitution Universität ausführlich dargestellt. Zum anderen werden auch Möglichkeiten und Strategien vorgestellt, wie diese Voraussetzungen erreicht und die Lehrenden, Lernenden und Bildungsinstitutionen den an sie gestellten Anforderungen gerecht werden können. Denn mögliche Hürden bzw. Schwierigkeiten beim Einsatz virtueller Lehr- und Lernszenarien treten immer dann auf, wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind bzw. die spezifischen Anforderungen nicht erfüllt werden.

1.2 Aufbau der Arbeit

Nach einer kurzen Einführung in das Thema und einer Übersicht über den Aufbau der Arbeit im ersten Kapitel beschäftigt sich das darauffolgende Kapitel 2 mit den für die erfolgreiche Planung, Gestaltung und Durchführung von virtuellen Lehr- und Lernszenarien notwendigen Kompetenzen. Diese werden zuerst allgemein in einer tabellarischen Übersicht dargestellt, im Anschluss den drei Bereichen der Planung, Gestaltung und Durchführung zugeordnet und der konkrete Einsatz mit den dazugehörenden Aufgaben detailliert beschrieben. Besonderes Augenmerk wird auf die Betreuung der Lernenden gelegt, da diese bei der Durchführung von virtuellen Seminaren einen wichtigen Erfolgs- und Motivationsfaktor darstellt (De Witt, Czerwionka & Mengel, 2007, S. 1).

Kapitel 3 beschäftigt sich mit der veränderten Rolle der Lernenden weg vom passiven Konsumieren hin zum selbstständigen Lernen und den damit verbundenen veränderten Ansprüchen und Bedürfnissen. Durch die Kenntnisse über das Vorwissen der Lernenden können die Lehrenden wiederum die individuellen Ansprüche und Bedürfnisse bereits frühzeitig berücksichtigen, um sowohl eine optimale Betreuung gewährleisten als auch die Motivation aufrecht erhalten zu können. Besonderes Augenmerk wird deshalb besonders auf die für das Lernen und den Wissenserwerb notwendige Motivation gelegt (Zumbach, 2003, S. 1–2). Hierbei wird auch eine Strategie zur Motivationssteigerung und zur Vermittlung von Selbstmotivation vorgestellt.

Da auch die Medienausstattung und Ressourcen der Bildungsinstitutionen nicht zu vernachlässigende Faktoren für den erfolgreichen Einsatz von virtuellen Lehr- und Lernszenarien darstellen, werden die technischen, organisatorischen, personellen und finanziellen Rahmenbedingungen in vorletzten Kapitel 4 dargestellt.

Die Arbeit schließt im Kapitel 5 mit einer zusammenfassenden Wertung und einem Ausblick ab.

2 Vom traditionellen Frontalunterricht zum eTutoring – veränderte Aufgaben und Kompetenzen für eLehrende

2.1 Kompetenzbereiche für virtuelle Lehr- und Lernszenarien

Der erfolgreiche Einsatz von virtuellen Lehr- und Lernszenarien an Universitäten stellt das Bildungspersonal vor neue Herausforderungen. Sie werden mit neuen, veränderten Aufgaben konfrontiert, wobei das Hauptaugenmerk vor allem auf der Moderation, Betreuung und Unterstützung von Lern- und Gruppenprozessen und dem Feedback liegt (Meier, 2006, S. 13).

Um diese Anforderungen erfolgreich bewältigen zu können, benötigen die Lehrenden spezielle Kenntnisse, wie z. B. das Wissen über die Besonderheiten computervermittelter Kommunikation oder über häufig auftretende Phänomene in virtuellen Seminaren und wie diesen entgegen gewirkt werden kann. Außerdem Seite sind auch spezifische Kompetenzen, wie z. B. medienangepasste Kommunikations- und Moderationskompetenzen, notwendig (Cornelius & Müller, 2004, S. 131; Rautenstrauch, 2001, S. 23). Welche Kompetenzen die Lehrenden im Einzelfall genau benötigen, hängt dabei einerseits von der Arbeitsaufteilung ab, die an der jeweiligen Universität vorherrscht, andererseits von der Form des Medieneinsatzes. Bei der Planung, Gestaltung und Durchführung von virtuellen Lehr- und Lernszenarien werden neben didaktischen, mediendidaktischen und technischen Kompetenzen auch Kompetenzen im Projektmanagement, eTutoring und in der eModeration benötigt (Bremer, 2004, S. 197–202). Tabelle 1 gibt einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Kompetenzbereiche, die für die Planung, Gestaltung und Durchführung eines virtuellen Lehr- und Lernszenarios notwendig sind.

Tabelle 1. Überblick über die für den erfolgreichen Einsatz von virtuellen Seminaren notwendigen Kompetenzen und Aufgaben in Anlehnung an Bremer (2004, S. 198–199)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Der Einsatz der Kompetenzen bei der Planung, Gestaltung und Durchführung von virtuellen Seminaren

Bevor virtuelle Lehr- und Lernszenarien zum Einsatz kommen können, müssen diese zuerst geplant und gestaltet werden. Erst dann kann die eigentliche Durchführung stattfinden. Die unterschiedlichen Kompetenzen, welche von der Planung bis zur Durchführung des virtuellen Seminars notwendig sind, werden in den nachfolgenden Abschnitten detailliert beschrieben.

2.2.1 Kompetenzen und Aufgaben bei der Seminar-Planung

Die Lehrenden haben bereits in der Planungsphase nicht nur Entscheidungen darüber zu treffen, wann welche Medien gezielt eingesetzt werden sollen und welche Anforderungen sich durch die Medienwahl ergeben, sondern auch welche didaktischen Lehr- und Lernmethoden sich durch welche Medien umsetzen lassen. Dafür benötigen sie neben grundlegenden didaktischen Kompetenzen auch mediendidaktische und technische Kenntnisse.

Unter grundlegende didaktische Kenntnisse, welche für persönliche Lehrentscheidungen und das Lehrverhalten der Lehrenden relevant sind (Merkt & Schulmeister, 2004, S. 114), fallen hierbei neben der detaillierten didaktischen Planung der virtuellen Veranstaltung, welche im Gegensatz zu Präsenzveranstaltungen längerfristig und genauer zu planen ist, auch didaktische Überlegungen und Entscheidungen zum Einsatz geeigneter Lehrstile, Lehr- und Lernmethoden (lehrer-, lerner- oder teamzentriert) und Sozialformen (Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit).

Mediendidaktische Kompetenzen werden von den Lehrenden benötigt, um im Hinblick auf Eigenschaften und Wirkungen von Medien beurteilen zu können, welches Medium sie wann und wozu mit welcher Methode und in welcher Sozialform zusammen einsetzen können (Albrecht, 2004, S. 15–17; Bremer, 2004, S. 202–204; Euler, 2004, S. 64).

Grundlegende technische Kompetenzen, wie Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit und bei der Nutzung von E-Learning-Technologien und deren Funktionen, sind bereits in der Planungsphase vonnöten. Nur so können die Lehrenden didaktische Entscheidungen über deren problembezogene Nutzungs- bzw. Einsatzmöglichkeiten treffen.

Nach Merkt und Schulmeister (2004, S. 114) und Euler (2004, S. 68) sollten Lehrende

- den Umgang mit verschiedenen geläufigen Lernplattformen beherrschen und Kriterien für deren Auswahl verstehen.
- verbreitete Hardware- und Softwarekomponenten wie PC, Drucker, Scanner, Webcam, Betriebssysteme, Autorentools, Kommunikationssoftware und Netzwerke kennen und in ihrem Zusammenspiel verstehen.
- Kommunikationswerkzeuge wie E-Mail, Chat, Foren oder virtuelle Klassenzimmer im Online-Unterricht konfigurieren und einsetzen können.

2.2.2 Kompetenzen und Aufgaben bei der Seminar-Gestaltung

Nachdem die Planung der Veranstaltung abgeschlossen ist, geht es in der Phase der Gestaltung zum einen darum, die Inhalte zu erstellen, wofür entsprechende fachliche Kenntnisse benötigt werden. Zum anderen müssen die in der vorherigen Phase ausgewählten Lehr- und Lernmedien motivierend gestaltet werden, wofür wiederum tiefer gehende technische Kompetenzen, wie z. B. Kenntnisse über Lernplattformen und entsprechende Programmier- und Skriptsprachen, notwendig sind (Albrecht, 2004, S. 22).

Für die Erstellung der Inhalte können auch externe Fachautorinnen und Fachautoren eingesetzt werden, wodurch es zu einer Entlastung der Lehrenden kommt. Dafür benötigen diese aber Kompetenzen im Projektmanagement, um Aufgaben entsprechend zu koordinieren und die Ergebnisse wieder zusammenzuführen. Auch bei der Mediengestaltung kann bei Bedarf auf externes Fachpersonal zurückgegriffen werden, was viele Universitäten auch bereits tun (Bremer, 2004, S. 205–209). Denn die programmiertechnische Umsetzung ist ein nicht zu unterschätzendes und zeitaufwendiges Unterfangen und setzt ein umfangreiches Know-how und entsprechende Erfahrungen voraus. Als Beispiel sei hier das Kompetenzprofil einer Mediendidaktikerin bzw. eines Mediendidaktikers dargestellt. Diese haben nach Euler (2004, S. 62) die Aufgabe, eMedien nach Designkriterien vorzubereiten und deren Präsentations-, Motivations- und Interaktionskomponenten nach mediendidaktischen und kognitionspsychologischen Kriterien zu gestalten. Des Weiteren müssen sie Formen der Lernerfolgsprüfung nach testpsychologischen Kriterien gestalten, digitales Text-, Bild-, Audio- und Videomaterial sowie Animationen mit Hilfe geeigneter Software erstellen und z. B. in eine Lernplattform einbinden. Auch gehört es zu ihrer Aufgabe, eMedien nach vorgegebenen Qualitäts- und Usability-Kriterien zu beurteilen.

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Details

Seiten
28
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640847075
ISBN (Buch)
9783640843213
Dateigröße
701 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v167750
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
Bildungswissenschaftliche Voraussetzungen Einsatz neuer Lehr- und Lernformen Motivation virtuelle Lernszenarien Kompetenzen eTutoring eTeaching Coaching Strategien zur Motivationsförderung

Autor

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