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Wie funktioniert und was leistet die Function-Point-Methode zur Kalkulation von Projektkosten?

Wo liegen ihre Grenzen? Gibt es noch andere Methoden?

Hausarbeit 2011 14 Seiten

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Zielsetzung des Assigments

2. Funktion und Historie der Function-Point-Methode

3. Schritte der Function-Point-Methode
3.1 Kategorisierung der Anforderungen
3.2 Klassifizierung der Funktionen und Daten
3.3 Bestimmung der Einflussfaktoren
3.4 Berechnung des Function-Point-Wertes

4. Kritik und Grenzen

5. Weitere Methoden

6. Fazit

III Literatur- und Quellenverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Allan J. Albrecht

Abb. 2: Die 6 Schritte der Function-Point-Methode

Abb. 3: Kategorisierung und Klassifizierung

Abb. 4: Bewertung von Einflussfaktoren

Abb. 5: Wertetabelle

1. Einleitung

1.1 Einführung in die Thematik

Gerade in der heutigen Zeit ist die frühzeitige Abschätzung des Ent­wicklungsaufwands für ein Softwareprodukt, besonders der Kosten, von zentraler und großer Bedeutung. Die Kosten für Softwareprodukte für Unter­nehmen sind meist sehr hoch, vor allem wenn es sich um Individualsoftware handelt. Daher gilt es, bei der Entwicklung von Software ein besonderes Augenmerk auf die Kosten zu haben. Zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Investition in ein neues Softwareprodukt ist für ein Unternehmen eine möglichst exakte Vorhersage des Entwicklungsaufwands nötig und unumgänglich. Denn der größte Kostenanteil eines Softwaresystems wird im Wesentlichen durch die Entwicklungskosten bestimmt, wobei der größte Anteil hier wiederum bei den Personalkosten liegt. Die Function-Point-Methode ist eine algorithmische Standardschätzmethode, die in vielen Unternehmen für diese Problematik weltweit eingesetzt wird. Function-Points werden dazu als Basis für die Aufwandsschätzung eingesetzt.

1.2 Zielsetzung des Assignments

Zielsetzung dieses Assignments ist es, die Function-Point-Methode als Standardschätzmethode für den Aufwand der Entwicklung von Software näher zu beleuchten. Dazu wird zuerst grundsätzlich die Funktion der Function-Point-Methode erläutert, bevor ein kurzer Blick auf die Historie folgt. Dann wird der Ablauf der Function-Point-Methode in den einzelnen Schritten in Kapitel 3 erläutert und beispielhaft dargestellt. Vervollständigt wird das Thema mit kritischen Anmerkungen sowie dem Aufzeigen der Grenzen. Ein Fazit beendet das Assignment.

2. Funktion und Historie der Function-Point-Methode

Die Function-Point-Methode dient dazu, die Funktionalität einer Software zu messen, die in Bezug auf die Anwender gegeben ist. Die Function-Point-Methode basiert auf der Grundidee, dass Funktionen der Aufgabenstellungen nach Umfang, Art und Schwierigkeitsgrad über die sogenannten Function-Points bewertet werden. Für die Funktionalität dienen Function-Points als Maßeinheit, welche unabhängig von den technischen Ausführungen (z. B. Sprache, Struktur, Entwicklungsmethode) sind.[1] In der Softwareentwicklung können Function-Points auch als Basis für ein Benchmarking herangezogen werden.[2] In der Literatur wird die Function-Point-Methode auch als Function-Point Analysis oder Function-Point-Verfahren bezeichnet.

Die Function-Point-Methode wurde im Jahre 1979 von Allan J. Albrecht, einem IBM-Mitarbeiter, entwickelt und später auf einer Tagung in Monterrey, Kalifornien, vorgestellt.[3] Das Verfahren hat sich im Laufe der Zeit in ver­schiedene Varianten weiterentwickelt. Seit 2003 ist die Methode unter anderem auch in der ISO/EC Norm 20926 standardisiert.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Allan J. Albrecht[5]

3. Schritte der Function-Point-Methode

Die Function-Points werden über eine Formel berechnet und anschließend in den Entwicklungsaufwand transformiert.[6] Da das Verfahren recht einfach und leicht verständlich ist, kann es auch von Nicht-IT-Fachleuten für eine früh­zeitige Aufwandsabschätzung angewandt werden. Dazu ist allerdings Vor­aussetzung, dass die laufenden Erfahrungswerte fortgeschrieben werden.[7] Die Function-Point-Methode läuft in den folgenden Schritten ab.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Die 6 Schritte der Function-Point-Methode[8]

In den nachfolgenden Unterkapiteln werden nun die Schritte der Function-Point-Methode erläutert und anhand von Beispielen dargestellt.

3.1 Kategorisierung der Anforderungen

Zuerst wird das Softwareprojekt in kleinste einzelne sinnvolle Funktionen oder Prozesse zerlegt. Dann wird jede einzelne Produktanforderung (Funktion) in eine der Kategorien Eingabedaten, Ausgabedaten, Daten­bestände (Sicherung, Pflege), Referenzdaten und Abfragen eingeordnet.[9]

3.2 Klassifizierung der Funktionen und Daten

In zweiten Schritt werden jetzt den jeweiligen Kategorien die Schwierigkeits­grade einfach, mittel und komplex zugeordnet. Für jede entstehende Kom­bination aus Funktionskategorie und Gewichtung wird ein Schwierigkeits­gradwert im Bereich von 1 bis 15 geschätzt, wobei der Wert 15 die höchste Schwierigkeit darstellt. Im dritten Schritt werden nun Anzahl und Schwierig­keitsgrad multipliziert. Die Summe ergibt die „Used Function-Points“. Die folgende Abbildung zeigt ein selbst gewähltes Beispiel.

[...]


[1] Vgl. http://www.computerwoche.de/heftarchiv/1996/38/1109231/

[2] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Function-Point-Verfahren

[3] Vgl. D. Garmus, D. Herron, Function Point Analysis. Measurement Practices for Successful Software Projects, 1. Auflage, New Jersey, 2000, Seite XV ff

[4] Vgl. H. Balzert, Lehrbuch der Softwaretechnik. Basiskonzepte und Requirements Engineering, 3. Auflage, Heidelberg, 2009, Seite 527

[5] Vgl. H. Balzert, 2009, Seite 527

[6] Vgl. A. Fink, G. Schneidereit, S. Voß, Grundlagen der Wirtschaftsinformatik, 2., überarbeitete Auflage, Heidelberg, 2005, Seite 193

[7] Vgl. D. Abts, W. Mülder, Grundkurs Wirtschaftsinformatik. Eine kompakte und praxisorientierte Einführung, 6., überarbeitete und erweiterte Auflage, Wiesbaden, 2009, Seite 326

[8] http://www.imn.htwk-leipzig.de/~weicker/pmwiki.php/Main/Function-Point_Analyse

[9] Vgl. D. Abts, W. Mülder, 2009, Seite 325 ff

Zusammenfassung

Gerade in der heutigen Zeit ist die frühzeitige Abschätzung des Entwicklungsaufwands für ein Softwareprodukt, besonders der Kosten, von zentraler und großer Bedeutung. Die Kosten für Softwareprodukte für Unter-nehmen sind meist sehr hoch, vor allem wenn es sich um Individualsoftware handelt. Daher gilt es, bei der Entwicklung von Software ein besonderes Augenmerk auf die Kosten zu haben. Zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Investition in ein neues Softwareprodukt ist für ein Unternehmen eine möglichst exakte Vorhersage des Entwicklungsaufwands nötig und unumgänglich. Denn der größte Kostenanteil eines Softwaresystems wird im Wesentlichen durch die Entwicklungskosten bestimmt, wobei der größte Anteil hier wiederum bei den Personalkosten liegt. Die Function-Point-Methode ist eine algorithmische Standardschätzmethode, die in vielen Unternehmen für diese Problematik weltweit eingesetzt wird. Function-Points werden dazu als Basis für die Aufwandsschätzung eingesetzt.

Details

Seiten
14
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640847419
ISBN (Buch)
9783640844036
DOI