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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: "Vergänglichkeit der Schönheit". Analyse und Vergleich mit Bertolt Brechts "Lied einer Liebenden"

Referat / Aufsatz (Schule) 2007 8 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen

Leseprobe

In dem Gedicht „Vergänglichkeit der Schönheit“ von Christian Hofmann von Hofmannswaldau, welches nach dem 30-jährigen Krieg geschrieben und gegen Ende des 17. Jahrhunderts veröffentlicht wurde, beschreibt dieser durch ein lyrisches Ich die Vergänglichkeit der körperlichen Reize einer Frau und betont, dass statt des körperlichen Scheins die inneren Werte der Seele zählen.

In diesem Sonett lässt von Hofmannswaldau ein lyrisches Ich sprechen. In den beiden Quartetten beschreibt dieses lyrische Ich unter Verwendung von Bildern wie etwa vom „lieblichen Korall der Lippen“ hin zu „bleichem Tod“ oder „kalter Hand“, die Vergänglichkeit der körperlichen Reize, die eine Frau schön erschei- nen lassen, wie etwa die schönen Lippen, die zarten Schultern, die „süßen“ Augen oder das „goldene“ Haar.

Die Vergänglichkeit wird besonders hervor gehoben durch die antithetische Gestaltung der Verse. „Der schultern warmer schnee wird werden kalter sand“ (Vers 4).

Dies weist darauf hin, dass die vormals glatte, weiche Haut im Alter spröde und faltig wird, als bestünde sie aus Sand. Das lyrische Ich bedient sich jedoch in diesem Vers eines weiteren Stilmittels zur Ausschmückung seiner Aussage. Es beschreibt das Aussehen der Schultern als „warmer schnee“. Dies ist eine Me- tapher.

Solche bildlichen Vergleiche sind auch an anderen Stellen des Gedichtes zu finden, wie etwa „kalter sand“, welcher den Bezug auf die Schultern im vierten Vers des ersten Quartetts darstellt, oder „Der augen süsser blitz“, welcher sich auf das Augenzwinkern der Frau im ersten Vers des zweiten Quartetts bezieht.

Durch die anaphorischen Versanfänge im ersten Quartett wird eine enge Ver- bindung der bildlichen Vergleiche hergestellt. Der dritte Vers des ersten Quartetts weist außerdem die Besonderheit auf, dass er sehr viele helle Vokalel enthält.

Der helle Vokal i fokussiert den Klang des Verses hier direkt auf die „lieblichen Lippen“

Die beiden Wörter „werden“ und „weichen“ im zweiten Vers des zweiten Quartetts bilden eine Alliteration. Dieses sprachliche Mittel möchte von Hofmannswaldau an dieser Stelle nutzen um klarzustellen, dass „die Kräffte deiner hand“ auf jeden Fall weichen werden. Das Verb „werden“ stellt hier eine Unausweichlichkeit dar. Nicht so wie etwa das Modalverb „können“.

Das Reimschema der beiden Quartette ist durch reine umarmende Reime gekennzeichnet. Hierdurch kann jedes Quartett für sich alleine stehen und hat einen eigenen kleinen Auftakt und einen kleinen Abschluss.

Die Feststellung der Vergänglichkeit weiblicher Schönheit (Vers 1-2) wird durch ein Enjambement verbunden, wodurch sich die erste Strophe schnell und flüssig lesen lässt. Dadurch, dass keine Pause entsteht, wird der angesprochene Leser förmlich durch die Zeichen der Vergänglichkeit „erdrückt“.

Im Gegensatz dazu wirkt das zweite Quartett durch Nutzung von Zäsuren und Zeilenstil eindringlicher. So wird die Vergänglichkeit weiter und ausführlicher veranschaulicht.

Das Metrum, welches durch das ganze Gedicht hindurch aufrecht erhalten wird, ist ein sechshebiger Jambus. Er betont die vom lyrischen Ich an- gesprochenen Bilder, Beispiele und Metaphern und steigert so die „schockieren- de“ Wirkung für den Leser indem die sinntragenden Nomen wie „tod“ betont wer- den.

Ebenso werden durchgehend Elipsen und Assonanzen auf der Satzebene ver- wendet.

Das erste Terzett erweitert die Aussagen der Quartette auf die Vergänglichkeit der „geschauspielerten“ Gestik und Mimik, die das lyrische Ich der angesprochenen Frau im Gedicht unterstellt.

Auch hier werden als Stilmittel wieder Anapher, Bilder und Alliterationen usw. verwendet, welche eine vergleichbare Wirkung erzielen wie in den Quartetten. Hinzu kommt im dritten Vers des ersten Terzetts eine abschließende Feststellung, welche das erste Terzett und die beiden Quartette (in ihren Aussagen) auf den Punkt bringt: „Dass die Frau, so schön sie sich auch vorher dargestellt hat, doch am Ende ihres Lebens für keinen Mann mehr „begehrenswert“ ist.“

Hier ist sehr deutlich ein Grundgedanke des Barock, neben der Verwendung der Antithetik und des Themas der Vergänglichkeit, festzustellen. Im Barock wird ein „schöner Schein“ erzeugt. Diesen „Schein“ hat auch die im Gedicht erwähnte Frau in jungen Jahren versucht zu erzeugen.

[...]

Details

Seiten
8
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640850648
ISBN (Buch)
9783656669982
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v167997
Note
2,7
Schlagworte
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Titel: Christian Hofmann von Hofmannswaldau: "Vergänglichkeit der Schönheit". Analyse und Vergleich mit Bertolt Brechts "Lied einer Liebenden"