Lade Inhalt...

Die Beat-Generation - Entwurf einer Gegenkultur

Textanalyse Jack Kerouac "Unterwegs" und William S. Burroughs "Naked Lunch"

Bachelorarbeit 2010 37 Seiten

Amerikanistik - Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Die Beat-Generation

3. Historischer Hintergrund
3.1. Ökonomisch und Gesellschaftlich
3.2. Kulturell

4. Ideale und Idole der Beat-Generation

5. Die Literatur der Beat-Generation
5.1. Jack Kerouacs „On the Road“
5.2. William S. Burroughs’ „Naked Lunch“

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der Dokumentation über die Beat-Generation „What Happened to Kerouac ?“ wird Gregory Corso gefragt, ob einer von ihnen damals geahnt hätte, wie sich alles entwickeln würde. Seine Antwort ist, dass keiner das geahnt, aber alle es gehofft hatten. Er sagt, er hätte sich die Bücher von Kerouac und Ginsberg signieren lassen, wenn er es geahnt hätte. Außerdem stellt er fest, dass es eigentlich gar keine Generation war, da vier Menschen niemals eine Generation darstellen würden. Es waren eher Menschen, die aus der damaligen eigentlichen Generation ausgeschlossen waren (vgl. Lerner, MacAdams: What Happened to Kerouac ?. Min. 1,16-2,24).

In dieser Arbeit werde ich darstellen, wie einige Schriftsteller in einem losen Verbund, den man eigentlich nicht einmal eine Gruppe nennen kann, geschweige denn eine Generation, in ihren Werken Ideale formuliert und artikuliert haben, die auch die Ideale anderer Künstler, wie zum Beispiel Musiker und Maler, der damaligen Zeit waren.

Außerdem werde ich zeigen, wie diese Ideale sich von den allgemein gängigen Idealen der Gesellschaft jener Zeit unterschieden haben und wie sie als eine Gegenreaktion auf diese gesehen werden können.

Im ersten Teil dieser Arbeit werde ich daher zunächst in einem historischen Überblick beschreiben, wie die gesellschaftliche und ökonomische Lage in Amerika nach dem zweiten Weltkrieg Ende der 40er Jahre Anfang der 50er Jahre war. Danach werde ich einen kulturellen Überblick über diese Zeit geben und kurz aufzeigen, was andere Kunstrichtungen wie Musik, Film und die Malerei damals auszeichnete.

Daran anschließend werde ich die Ideale der Beat-Generation darstellen und beleuchten, von welchen älteren Autoren die Schriftsteller der Beat-Generation beeinflusst wurden und in welchem Zusammenhang sie mit den Idealen anderer Kunstrichtungen stehen.

Der Hauptteil der Arbeit besteht dann aus zwei Textanalysen, in denen ich Jack Kerouacs Buch „On the Road“, das in der deutschen Übersetzung „Unterwegs“ heißt, und William S. Burroughs’ Buch „Naked Lunch“ analysieren werde. Das Ziel der Textanalysen wird es sein, aufzuzeigen, inwiefern sich diese Texte von anderen Texten der damaligen Zeit und anderen früheren Texten unterscheiden, wie die Ideale und Denkweisen der Autoren der Beat-Generation in diesen Texten zum Tragen kommen und was an diesen Idealen und Denkweisen kritisch gesehen werden muss. Ich habe mich für diese beiden Texte entschieden, weil „Unterwegs“ gegenkulturelles Handeln beschreibt, während „Naked Lunch“ eher als eine Systemkritik gesehen werden kann, die dem gegenkulturellen Handeln zugrunde liegt.

2. Die Beat-Generation

Zur Beat-Generation zählten die Autoren um die drei zentralen Figuren Jack Kerouac, Allen Ginsberg und William S. Burroughs. Diese drei Schriftsteller lernten sich gegen Ende der 40er Jahre auf der New Yorker Columbia University kennen. Ihre Hauptwerke, für die sie und die Beat-Generation heutzutage immer noch bekannt sind, sind „On The Road“ von Jack Kerouac, „Naked Lunch“ von William S. Burroughs und die Gedichtsammlung „Howl and other Poems“ von Allen Ginsberg.

Diese drei Werke wurden schon Ende der 40er Jahre und Anfang der 50er Jahre geschrieben, aber erst gegen Ende der 50er Jahre veröffentlicht. Daher wurde die BeatGeneration auch erst gegen Ende der 50er Jahre einem größeren Publikum bekannt und es entwickelte sich eine Art Hysterie um die „Beats“.

Beat hat im Zusammenhang mit der Beat-Generation dabei mehrere Bedeutungen. Mit dem Begriff soll in erster Linie ein Zustand von Geschlagenheit beschrieben werden. In dieser Bedeutung kam es damals zunächst aus dem Drogenjargon der Junkies. Allen Ginsberg hat das Wort in diesem Zusammenhang das erste Mal von Herbert Huncke gehört. Herbert Huncke war ein Junkie aus der Drogenszene rund um den Times Square und er war eine Quelle der Inspiration für Kerouac, Burroughs und Ginsberg dadurch, dass er gut Geschichten erzählen konnte und eine Art Aussätziger war, dem die Werte der damaligen Gesellschaft gleichgültig waren. Herbert Huncke sagte von sich, er sei „beat“, wenn er meinte, dass er total erschöpft war. So ähnlich, wie man auf deutsch sagt: „Ich fühl’ mich total durch!“.

Beat zu sein bedeutete aber nicht nur, dass man sich körperlich „geschlagen“ fühlte, sondern auch gesellschaftlich. Es bedeutete, aus der Gesellschaft ausgestoßen zu sein und für sich allein zu recht kommen zu müssen (vgl. Tytell: Naked Angels, S. xvii, xviii).

Beat beschreibt außerdem noch die Affinität der meisten Autoren der Beat-Generation zur Musik und zum Beat des damaligen Bebop, der eine Art Untergrundmusik war und als eine Art Rhythmus des Lebens zelebriert wurde.

Eine letzte Bedeutung des Wortes Beat, die von Kerouac betont wurde war, dass es von „beatific“ kommen würde, was so viel bedeutet wie seligmachend und glückselig. Damit sollte beschrieben werden, dass dadurch, dass die „Beats“ sich von den Idealen der damaligen Gesellschaft und der Gesellschaft selber entfernten, einen eigenen Weg gefunden hätten, zu der Essenz des Lebens vorzudringen und quasi „erleuchtet“ zu werden.

Um zu verstehen, was damit genau gemeint war, werde ich nun im folgenden Teil erst einmal die amerikanische Gesellschaft der 40er und 50er Jahre beschreiben.

3. Historischer Hintergrund:

3.1. Ökonomisch und Gesellschaftlich

Die meisten der Autoren der Beat-Generation sind in den Zeiten der großen Wirtschaftskrise in den 30er Jahren aufgewachsen. Die Zeit, in der aber die Hauptwerke der Beat-Generation entstanden, war die Nachkriegszeit Ende der 40er Jahre. Diese Zeit stand im starken Kontrast zu der Vorkriegsära. Es begann ein enormer wirtschaftlicher Aufschwung und die meisten Amerikaner profitierten von einem neuen Wohlstand. Viele konnten sich relativ neue und teure Erfindungen wie zum Beispiel Kühlschränke, Autos und Fernseher leisten, die bis dahin nur schwer oder gar nicht erschwinglich waren. Es entwickelte sich allmählich im Zuge dieses wirtschaftlichen Aufschwungs eine Konsumgesellschaft und viele Amerikaner glaubten, dass man in eine neue goldene Ära eintrat (vgl. Gair: The Beat Generation, S. 12,13).

Im Mittelpunkt für die Menschen standen damals Werte wie die Familie, Gott und der Glaube an Recht und Ordnung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der damaligen Zeit war der Glaube der Menschen an die Technologie und an die Wissenschaft. Dadurch, dass die Amerikaner die Atombombe über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen hatten, entwickelte sich eine Ehrfurcht vor der Technologie. Es kam das Gefühl auf, dass eine Technologie, die eine Atombombe mit so einer hohen Zerstörungskraft schaffen konnte, in der Lage wäre, alles zu vollbringen. Die Technologie und der Glaube der Menschen daran begann zu dominieren und durch die Wissenschaft und den Intellekt des Menschen schien alles erklärbar. Amerika entwickelte sich in dieser Zeit zu einer Technokratie, in der es nur noch darum ging, noch effizienter, produktiver und wohlhabender zu werden (vgl. Roszak: The Making of a Counterculture, S.5).

Das Schizophrene an dieser Situation war, dass die Atombombe, die zu dieser Zeit eine neue Quelle der Angst und des Terrors wurde, gleichzeitig indirekt duch den aufkommenden Kalten Krieg und der damit verbundenen militärischen Aufrüstung Amerikas, für den Wohlstand der Amerikaner sorgte. Das bedeutet, dass die militärische Industrie florierte und Arbeit schaffte. Die Arbeiter konnten sich mit dem dort verdienten Geld dann andere Konsumgüter kaufen und somit wuchsen auch die anderen Wirtschafts- und Industriezweige.

Mit dieser wirtschaftlichen Entwicklung ging aber auch einher, dass sich viele Menschen als Individuen eher machtlos fühlten, weil ihre persönlichen Verantwortungen von großen Firmen übernommen wurden. Die Menschen mussten hauptsächlich funktionieren, sich anpassen und unterordnen.

Dieser Konformismus, dass alle Menschen im Prinzip nur noch dafür lebten, ihre Lochkarten zu stempeln und sich um ihre Familien zu kümmern, wurde ihnen dann durch den oben beschriebenen neuen Wohlstand schmackhaft gemacht.

Zu dieser Zeit begann auch die Konditionierung der Massen durch die Medien. Fast alle Menschen hatten Fernseher und es gab nur einige Kanäle, so hatten die Menschen dieselben Gesprächsthemen nach einem Familienabend vo]r dem Fernseher am nächsten Tag am Arbeitsplatz.

Ein weiterer Effekt der Atombombe und des aufkommenden Kalten Krieges war, dass das Pentagon zu dieser Zeit an Einfluss gewann. Die Angst vor dem Kommunismus wurde geschürt, um den Einfluss des Militärs zu steigern und auch zu rechtfertigen. In diesem Zusammenhang steht auch das damals gegründete Komitee für unamerikanische Umtriebe (House Commitee on Unamerican Activities - HUAC). Das Komitee veranstaltete regelrechte Hexenjagden auf Menschen, die als Kommunisten galten oder unter dem Verdacht standen, kommunistisches Gedankengut zu verbreiten. Diese Hexenjagden betrafen meistens Künstler, wie zum Beispiel Filmemacher, die dann manchmal auf schwarze Listen kamen und keine Filme mehr veröffentlichen durften.

Man musste vor dem Komitee andere Menschen denunzieren, um selbst eine reine Weste zu bekommen. Dadurch entwickelte sich eine Atmosphäre der Angst, Repression, Nötigung und des Zwangs. Außerdem wurde die Bürokratie immer präsenter und es entwickelte sich etwas, das Allen Ginsberg „Syndrom of Shutdown“ nannte. Das bedeutet, dass alles undurchsichtiger wurde. Es war nicht richtig klar, wer die Herrschenden und was die von ihnen getroffenen Entscheidungen waren. (vgl. Tytell: Naked Angels, S.6,7).

Durch diese gesellschaftliche Situation kristallisierte sich vor allem unter den Künstlern eine generelle Unzufriedenheit mit den amerikanischen Werten, wie Fortschritt, Macht und Familie, heraus. Die Werte der Künstler und ihre Ideale unterschieden sich daher von den allgemeinen Idealen der Gesellschaft, wie ich im folgenden Teil darstellen werde.

3.2. Kulturell

Generell kann man zunächst sagen, dass in allen Kunstrichtungen, quasi als eine Antwort auf die gesellschaftliche Situation, das Nonkonformistische, die Improvisation und der Individualismus im Mittelpunkt standen (vgl. Harris/MacFadyen: Naked Lunch@50, S.109).

Künstler legten Wert auf Spontanität und versuchten auch das Unbewusste in die Kunst einfließen zu lassen. Das Nonkonformistische galt dabei nicht nur der Gesellschaft, sondern auch den alten Grenzen und den alten Konvention der verschiedenen Genres.

In der Musik zum Beispiel war diese Zeit die Geburtsstunde des Bebops. Bebop war der Übergang von dem Swing der 30er Jahre, bei dem eine große Band spielte und bei dem alle in der Band ihre fest zugewiesenen Rollen hatten, zu dem modernen Jazz Miles Davis’ und John Coltranes. Es schien unzusammenhängende Melodien zu haben, jeder in den kleinen Bands hatte seine Improvisationsstelle und Musik hatte im Vergleich zu dem altem Jazz polyrhythmische Akzente. Bebop wirkte so, als ob er die alten Konventionen des Genres sprengen würde (vgl. Whaley, Jr: Blows like a Horn, S. 40). Es war nonkonformistische Musik, denn sowohl die weißen als auch die schwarzen Amerikaner der Mittelklasse empfanden diese Musik als verrückt (vgl. Gair: The American Counterculture, S.57).

Bebop war relaxt, aber trotzdem ernst und intellektuell. Er transportierte zudem auch eine Straßenweisheit und er war damit hip (vgl. Whaley, Jr: Blows like a Horn, S.40). Interessant ist, dass in dieser Musik von Anfang an Wert darauf gelegt wurde, dass sich keiner der Mitmusiker unterordnen sollte. Alle waren gleichberechtigt und standen abwechselnd durch ihre Soli im Vordergrund. Das ging sogar so weit, dass Ornette Coleman in seinem Album „Free Jazz“ später kein Piano mehr benutzte, weil das Piano, als Instrument auf dem Akkorde gespielt werden, alle Soloinstrumente in dem, was gespielt werden kann, unterordnen würde. Aus einem ähnlichen Grund hat Jack Kerouac in seinem Buch „Visions of Cody“ die narrative Stimme unterhöhlt durch Parodien, Ellipsen und durch abrupte Stopps und als restriktives Element dargestellt, genau wie das Piano im Bebop (vgl. Whaley, Jr., S. 136-136).

Beim Bebop waren die Eigenschaften der Musik zwar eher durch den Protest der Schwarzen gegen soziale Ungleichheiten geprägt und die Musik sollte andere Schwarze wachrütteln, aber das, was die Musik ausdrückte, sprach auch manche Weiße und viele andere Künstler an. Denn neben der Suche nach Freiheit und Gleichheit im sozialen System ging es den Künstlern in diesem Zusammenhang auch um eine Erfüllung nach einer größeren Wahrheit außerhalb eines konformen und gleichmachenden Systems.

Durch das Unterbewusstsein und das Unbewusste, die durch Spontanität und Improvisation frei rausgelassen werden sollten, sollte ein Zugang zu dieser Wahrheit geschaffen werden.

James Joyce zum Beispiel beschrieb diese Wahrheit als Epiphanie. Einem Moment, in dem die Zeit anhält und alles zusammenhängend wirkt. In Kerouacs Buch sind der Protagonist Sal Paradise und sein Freund Dean Moriarty, wie ich weiter unten darstellen werde, auf der Suche nach diesem Moment und es wird von Dean Moriarty als „IT“ beschrieben, wenn er sagt, dass sein Lieblingsmusiker „ES“ hat und über die Zeit Bescheid weiß.

Die Autoren der Beat-Generation haben außerdem auch versucht, ihr Unbewusstsein in ihre Texte einfließen zu lassen, indem sie teilweise unter Drogeneinfluss schrieben. Jack Kerouac blieb tagelang wach auf Benzedrin und schrieb, während William S. Burroughs in „Naked Lunch“ auf Cannabis seine Drogenerfahrungen aus seiner Heroinabhängigkeit verarbeitet hat.

In der Malerei versuchten die Künstler ähnliche Wege zu gehen wie in der Musik und Literatur. Die Kunstrichtung dieser Zeit war der abstrakte Expressionismus und der bekannteste Künstler war Jackson Pollock. Auch Pollock versuchte alte Konventionen zu durchbrechen und hat zum Beispiel nicht mehr auf einer Leinwand gemalt, sondern Farbe einfach auf Leinwände tröpfeln lassen, die er auf dem Boden ausgelegt hatte, weswegen er auch den Spitznamen „Jack the Dripper“ bekam. Er legte Wert darauf, dass seine Bilder bei den Betrachtern Emotionen auslösten, statt dass sie als Repräsentationen von dem abgebildeten Objekt analysiert würden. Auch hier standen also Spontanität und Improvisation bei der Schaffung des Kunstwerks im Vordergrund und die Künstler versuchten, das Unbewusste künstlerisch auszudrücken (vgl. Gair: The American Counterculture, S.77-80).

Während in der Musik, Literatur und Malerei die aufkommenden neuen Techniken und Stilrichtungen als eine Gegenreaktion auf die konformistische Konsumgesellschaft gesehen werden können, war es beim Film, aufgrund der weiter oben beschrieben Verfolgungen von Künstlern durch das Komitee für unamerikanische Umtriebe nicht möglich, direkt systemkritische Filme zu produzieren. Es lassen sich aber trotzdem Parallelen ziehen. Marlon Brando zum Beispiel, als einer der Stars damals, brachte das „Method Acting“ auf, bei dem er mehr Wert auf Gesten legte als auf gesprochenen Text, in der Art etwa, wie bei Pollock das gemalte Kunstwerk auch nicht interpretiert werden sollte, sondern dafür stand, was es war und auslöste.

Filme, die direkt an der damaligen amerikanischen Ideologie Kritik übten, gab es zwar praktisch gar nicht, aber dafür waren jugendliche Rebellen ein beliebtes Thema in Filmen. So wurde nicht durch neue Filmtechniken oder Ähnliches Kritik an der Gesellschaft geübt, sondern indirekt durch die Filmthemen.

Ein Film dieser Zeit ist zum Beispiel „The Wild One“, in dem Marlon Brando einen jugendlichen Außenseiter spielt. Brando erinnert in dieser Rolle an Dean Moriarty, die Hauptfigur in Jack Kerouacs „On the Road“. Der von Brando dargestellt Johnny ist in diesem Film auch ein widerspenstiger Jugendlicher, der sich nicht zügeln lässt und damit in Opposition zu der damaligen kulturellen und politischen Hegemonie steht. Er wird zwar als eine Bedrohung dargestellt, aber der Film vermittelt trotzdem, dass die eigentliche Bedrohung die Engstirnigkeit und das Misstrauen der Stadtbewohner ist. In diesem Sinne übt der Film indirekt Kritik an der damaligen Gesellschaft.

Ein anderer Film, der Kritik an der damaligen Gesellschaft übt, ist „Rebel without a Cause“ mit James Dean. In diesem Film geht es auch um einen Jugendlichen, der Schwierigkeiten hat, sich anzupassen, da er andere Werte hat als seine Eltern. Sein Vater verkörpert den typischen überzivilisierten und verweichlichten Menschen im grauen Anzug, der eher an materiellen Werten hängt, während er hingegen mehr an ideelle Werte glaubt und lieber für den Moment leben will (vgl. Gair: The American Counterculture, S.104 ff.).

Eine genaue Analyse der Filme, der Musik und der Malerei ist im Rahmen dieser Arbeit natürlich nicht möglich. Es sollte jedoch klar geworden sein, dass die Kunst sich in dieser Ära generell in Richtung einer Natürlichkeit entwickelte. Improvisation und Individualismus standen im Mittelpunkt der meisten Genres und durch Spontanität sollte das Unterbewusstsein und das Unbewusste im Menschen künstlerisch dargestellt werden. Diese Entwicklung kann als eine Gegenreaktion auf die gesellschaftliche Entwicklung der Zeit gesehen werden, die in Richtung Anpassung, Produktivität und Rationalität ging.

4. Ideale und Idole der Beat-Generation

Die Werte, nach denen die Mitglieder der Beat-Generation lebten, und die Ideale, nach denen sie strebten, wurden in ihren Ansätzen und Grundzügen bereits von vorherigen Generationen formuliert. Als Haupteinfluss sind hierbei die Transzendentalisten zu nennen.

Die Transzendentalisten waren eine Gruppe von Philosophen in New England und New York um 1830. Die Hauptfiguren dieser Gruppe waren Ralph Waldo Emerson, Walt Whitman und David Thoreau. Ihre Leitsätze und Ideale waren, dass man nicht tun soll, was die Gesellschaft von einem erwartet, sondern danach streben sollte, eine Erfüllung in dem zu finden, was man von sich aus machen will.

[...]

Details

Seiten
37
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640849413
ISBN (Buch)
9783640849437
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168090
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Amerikanistik
Note
1,7
Schlagworte
beat-generation entwurf gegenkultur textanalyse jack kerouac unterwegs william burroughs naked lunch

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die Beat-Generation - Entwurf einer Gegenkultur