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Total vernetzt. Lehren und Lernen mit neuen Medien an der Hochschule

Hausarbeit 2002 15 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Ausgangslage
2.1 Lebenslanges Lernen
2.2 Multimedia und Medienkompetenz

3 Die neuen Medien und ihre Nützlichkeit für das Studium
3.1 Der Einfluss neuer Medien auf den Wissenserwerb
3.2 Der Einfluss neuer Medien auf die Motivation zum Lernen

4 Die Entwicklung neuer Lehr- und Lernkonzepte
4.1 Vernetzung durch Internet und Intranet
4.2 Lernsoftware und Lehrsoftware

5 Konsequenzen für Bildungseinrichtungen

6 Schlussbemerkungen

Anhang

Literaturverzeichnis

Quellennachweis

1 Einleitung

Immer wenn ich das Wort „Lernen“ höre, denke ich automatisch an Schule. Dies mag wohl unter anderem daran liegen, dass ich nicht der jüngsten Generation angehöre, die den Zugang zum Internet und den Umgang mit den neuen Medien, in die Wiege gelegt bekommen haben. Dennoch dürfte an den, mit der Verbreitung des Computers aufgekommenen kreativen Wortneuschöpfungen Datenhighway, Digitalisierung oder virtuelle Realität, niemand mehr vorbeikommen. Sie bilden das Fundament dessen, was seit geraumer Zeit unter dem Schlagwort „Informationsgesellschaft“ kursiert.

Es ist jedoch nicht nur die internationale Wirtschaft, die sich mit dem Aufkommen der neuen Informationstechnologien drastisch verändert hat. Auch Bildung und Wissenschaft befinden sich längst in einem revolutionären Umwandlungsprozess. Dieser erfordert ein grundlegendes Überdenken der Vermittlung und Nutzung von Wissen. Er stellt die Hochschulen und alle Bildungseinrichtungen unseres Landes vor eine neue Herausforderung.

„Lernen in der Welt von heute heißt zudem „Lebenslanges Lernen“, selbstge- steuert, problemorientiert, kooperativ und „on demand“, so heißt es in einer Studie der Bund-Länder-Komission (BLK) zum Thema „Multimedia an der Hochschule“.[1] Es reicht nicht mehr aus, nach dem Studium die Entwicklungen spezieller Fachgebiete so gut es geht zu verfolgen. Die „New Economy“ erfordert ein lebensbegleitendes Lernen und Aneignen von Wissen, um erfolgreich zu sein.

Vor diesem Hintergrund möchte ich mich in meiner Arbeit auf drei wesentli- che Punkte konzentrieren. Hierzu gehören die neuen Medien und ihre Nützlichkeit für das Studium, die Entwicklung neuer Lehr-und Lernkonzepte, sowie Perspektiven für die Entwicklung neuer Medien.

2. Ausgangslage

Dass sich die neuen Informations- und Kommunikationsstrukturen rasant ver- ändern, habe ich bereits erwähnt. Doch wie schnell dieser Prozess vor sich geht, läßt sich nur anhand von Zahlen belegen. So geht aus der 16.

Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (DSW)[2] hervor , dass nahe- zu 97% der befragten Studierenden über die Möglichkeit verfügen, einen Computer für private oder studienorientierte Zwecke zu nutzen. Lediglich 2,9 % der Studierenden im Erststudium wurden als Nichtnutzer registriert.

In der Gruppe der Nichtnutzer befinden sich anteilig mehr Frauen, als Männer (3,3% vs. 2,5%). Hierbei wird davon ausgegangen, dass sich der nie- drigere Anteil weiblicher Nichtnutzer aus dem Altersunterschied beider Gruppen erklären lässt. So gäbe es bis zu einem Alter von 27 Jahren anteil- mäßig mehr Frauen als Männer unter den Studierenden, die keinen PC benut- zen. Eine Ursache hierfür könnte in der geschlechtsspezifischen Fächerwahl liegen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 2.1: Zusammensetzung der Altersgruppen nach Geschlecht Vergleich Insgesamt und PC Nichtnutzer in %

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 2.2: Studierende, die keinen PC nutzen in % [3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Merkmale, wie soziale Herkunft, Einkommen und Abschluss der Eltern, Familienstand der Studierenden, Art und Bundesland der Hochschule, bzw. ob die Studenten ein Vollzeit- oder Teilzeitstudium absolvierten, wurden bei der Erhebung zur PC-Nutzungsquote nicht berücksichtigt.

2.1 Lebenslanges Lernen

Noch bis vor drei Jahrzehnten war unser Leben eingeteilt in eine Phase des Lernens und eine Phase des Arbeitens. Grundlegendes Wissen und bestimmte Fähigkeiten erwarb man in der Schule oder der Universität. Praktische Erfahrungen dagegen sammelte man im späteren Berufsleben. Diese „alte“ Wirtschaft hat längst ausgedient. Sie wurde von der neuen, digitalisierten Wirtschaft abgelöst. Somit hat sich auch der Weg der Karriereplanung grund- legend geändert. Wer heute erfolgreich sein will, muss sein Grundwissen ständig erneuern, um der Herausforderung der sich rasant wandelnden Gesellschaftsstrukturen gerecht zu werden.

Akademiker nehmen fälschlicher Weise an, dass sie mit ihrem Hochschulabschluss für das nächste Jahrzehnt ausgelernt haben. Wenn überhaupt, ist ihr Wissen höchstens in den nächsten zehn Sekunden aktuell. Nach dem Abschluss eines vier Jahre dauernden naturwissenschaftlichen oder technischen Universitätsstudiums ist bereits die Hälfte des Gelernten überholt.“

(Richard Soderberg, Technological University) [4]

In meinem Studium der Verlagsherstellung konnte ich am eigenen Leib erfah- ren, wie wahr diese These von Soderberg ist. Im Fach Informatik galt es, als Semesterabschlussleistung ein Programm mit der Programmiersprache Turbo Pascal zu erstellen. Längst verwendete zu diesem Zeitpunkt kaum mehr ein Programmierer dieses, zu jener Zeit schon fossile, Programm. Java, C++ und HTML hatten das alte Pascal abgelöst. In diesem Beispiel liegt für mich zugleich auch die Schwierigkeit der Umsetzung einer fortwährend aktuellen Hochschulbildung. Hier bedarf es eines Umdenkes nicht nur aus Sicht der Professoren, sondern vor allem auch aus Sicht der Lernenden.

In den folgenden Kapiteln meiner Abhandlung werde ich auf dieses Thema noch näher eingehen.

Die neue Wirtschaft erfordert ein lebensbegleitendes Lernen und eine gesun- de Mischung aus formellem und informellem Lernen innerhalb und außerhalb des Bildungssystems. Hierbei spricht man auch von fremdgesteuertem Lernen durch Professoren, Lehrern u.ä. und selbstgesteuertem Lernen in der Freizeit, in virtuellen Lernumgebungen oder ähnlichem.

Das oberste Ziel der Reform unseres Bildungssystems sollte es sein, in den Lernenden den Willen zum eigenverantwortlichen Erwerb von Wissen freizu- setzen und zu verstärken. Hierfür ist es jedoch notwendig, dass auch Professoren und Lehrer ihre Sichtweise über Qualität und Gestaltung der Wissensvermittlung modifizieren, wenn nicht gar grundlegend erneuern.

In der Studie der BLK zum lebenslangen Lernen werden die Anforderungen zur Verwirklichung dieses Zieles folgendermaßen formuliert:

„Selbstgesteuertes Lernen erfordert Anleitung und Unterstützung, erfordert Coaching sowie Beratung und Ermutigung. Unterstützung ist abhängig davon notwendig, in welchem Lernort - Schule, Betrieb, Hochschule, Weiterbildungseinrichtung oder Privatleben - und in wel- cher Lernphase sich die Lernenden befinden. Die Aufforderung zum lebenslangen Lernen beinhaltet die Verpflichtung, hierfür geeignete Rahmenbedingungen und Systemvoraussetzungen zu entwickeln und bereitzustellen.“ [5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Natürlich stellt sich nun die Frage, mit welchen Mitteln man dieses weitge- steckte Ziel erreichen kann. Da es jedoch den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würde, auf alle erwogenen Möglichkeiten näher einzugehen, möch- te ich die wichtigsten Schwerpunkte nur benennen:

- Ausstattung aller Bildungseinrichtungen mit Hard- und Software, sowie einem Internetzugang zum Aufbau einer Infrastruktur und ( Bsp. Initiative „Schulen ans Netz“)
- Schulung und Förderung der Medienkompetenz von Lehrern und Professoren zur Nutzung der neuen IT-Technologien
- Entwicklung neuer Lehr- und Lernsoftware zur Vermittlung von Inhalten
- Aufbau von Lern-Netzwerken und Globalisierung des Bildungsmarktes für internationale Kommunikation und Zusammenarbeit
- Entwicklung neuer Ausbildungs- und Weierbildungskonzepte
- Entwurf von Finanzierungsmodellen zur Integration neuer Medien an den Hochschulen
- Bildung von Anreizsystemen zur Stärkung der Motivation eigenver- antwortlichen Lernens
- Schaffung eines umfassenden rechtlichen Rahmens

Um die Möglichkeiten der digitalen Informationssysteme effektiv nutzen zu können, bedarf es allen voran medienkompetenten Ausbildern und Lernenden. Dieser Vorreiterrolle auf dem Weg in das neue Bildungssystem möchte ich im folgenden Kapitel widmen.

2.2 Multimedia und Medienkompetenz

Multimedia stellt in unserer Gesellschaft ein viel diskutiertes Thema dar. Von den Einen verteufelt als mögliches Instrument der totalen Kontrolle, von den Anderen gepriesen als Schlüssel zum Wachstum der Wirtschaft, scheint es sich hierbei ein zweischneidiges Schwert zu handeln.

Multimedia wird in all diesen Diskussionen als Oberbegriff für eine Vielzahl neuartiger Produkte aus dem IT- und Medienbereich verwendet.[6]

Drei wesentliche Merkmale von Multimedia sind:

- Interaktivität der Produkte, d.h. die Möglichkeit zu Aktion, Reaktion und Rückkopplung
- Kombination dynamischer ( Audio, Video) und statischer (Text, Print, Graphik) Medien
- Anwendung der digitalen Technik zur Speicherung von Daten und zur Datenkompression

[...]


[1] www.blk-bonn.de, „Multimedia an der Hochschule“ Heft 85, Juni 2000, S. 12

[2] Middendorf, Elke (Hrsg.): www.bmbf.de, „Computernutzung und neue Medien im Studium“, Ergebnisse der 16.Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes, Bonn 2002

[3] a.a.o. Middendorf, Elke

[4] Don Tapscott: „Die digitale Revolution“, Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1996, S. 237

[5] www.blk-bonn.de, „Lebenslanges Lernen“ Heft 88, 2001, S. 12

[6] BOOZ, ALLEN & HAMILTION: „Zukunft Multimedia“ Grundlagen, Märkte und Perspektiven in Deutschland, 4. Auflage, Frankfurt am Main: IMK 1997, S. 17

Details

Seiten
15
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783640853113
ISBN (Buch)
9783640853243
Dateigröße
665 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168362
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Note
1,6
Schlagworte
Medien Verlag Lehren Lernen Neue Medien E-Learning

Autor

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