Lade Inhalt...

Die „modernen“ Väter

Die Rolle der Väter in der Familie und der Spagat zwischen Kind und Karriere

Diplomarbeit 2009 77 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 BEGRIFFSERKLÄRUNGEN
2.1 Familie
2.2 Vaterschaft – Vaterrolle

3 DIE UNTERSCHIEDLICHEN ROLLEN DER VÄTER IN DEN FAMILIEN
3.1 Drei Säulen der Familienrollen und Geschlechterbeziehungen
3.2 Geschlechtsrollenspezifische Grundlagen
3.3 Vaterbilder- und Vaterrollen
3.4 Typologie männlicher Rollenvorstellungen

4 MODERNE VÄTER UND ENGAGIERTE VATERSCHAFT
4.1 Die „modernen“ Väter
4.2 Männer als engagierte Väter

5 HINDERNISSE ENGAGIERTER VATERSCHAFT
5.1 Traditionelle Geschlechterbilder und -rollen und damit einhergehende Hinderungsgründe engagierter Vaterschaft
5.1.1 Der Einfluss traditioneller Geschlechterrollen
5.1.2 Der Einfluss der Mütter
5.2 Berufliche Hinderungsgründe engagierter Vaterschaft
5.2.1 Der Einfluss der Erwerbstätigkeit des Mannes
5.2.2 Die vorherrschende „Anwesenheitskultur“ und die Angst vor dem „Karriereknick“
5.2.3 Wünsche der Väter an die Arbeitgeber und Lösungsansätze
5.3 Gesetzliche Rahmenbedingungen und damit einhergehende Hinderungsgründe engagierter Vaterschaft
5.3.1 Der Einfluss der Geschlechterpolitik
5.3.2 Der Einfluss des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes
5.3.3 Der Einfluss der Kindertagesbetreuung

6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS
LITERATUR
QUELLEN

1 Einleitung

Obwohl in der letzten Zeit vermehrt von den „neuen“ oder „modernen“ Vätern in der Öffentlichkeit die Rede ist, darf nicht verkannt werden, dass jahrzehntelang die Emanzipa- tion von Frauen im Focus der Wissenschaft und insbesondere der Geschlechterforschung stand. Die Veränderungen der Lebenswirklichkeit und des Rollenbildes von Frauen in den letzten 100 Jahren bestimmten die öffentlichen Debatten. Aber auch das Rollenbild von Männern ist in Bewegung geraten. Insbesondere die Rolle der Väter in den Familien hat sich im Vergleich zu früheren Generationen gewandelt. Immer mehr Männer wünschen sich ak- tive Väter zu sein und verstehen sich vielmehr als partnerschaftlichen Erzieher ihrer Kinder und weniger als Ernährer der Familie. Die Anzahl der Männer ist gestiegen, die die Geburt ihres Kindes miterleben, mit dem Kinderwagen durch den Park spazieren gehen oder ihren Nachwuchs wickeln – viele Väter sind bereit, verstärkt Erziehungs- und Betreuungsaufgaben wahrzunehmen und sie versuchen, Familie und Beruf miteinander in Einklang zu bringen. Doch lange Zeit hat sich die Diskussion um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und familienfreundliche Angebote und Maßnahmen nur auf Mütter beschränkt. Väter wurden, nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in der Familienpolitik auf die Rolle der Familien- ernährer reduziert. Jedoch entspricht dieses Rollenbild von Vätern, nicht mehr dem gelebten Alltag und den Vorstellungen und Wünschen vieler Männer und Frauen.

Allerdings stehen nicht wenige junge Männer aufgrund dieser Veränderungen in den Ge- schlechterrollen, insbesondere der Frauenrolle, vor einer enormen Verunsicherung. „Sie nehmen die Dynamik, die Kraft und das offensive Selbstbewusstsein als Chance der Frauen wahr, sehen aber in diesem Prozess für sich (noch) keine aktive Rolle, haben auch (noch) keine positive Vision für ihre Rolle als Mann.“ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2007: 4)

In der Gesellschaft, der Wirtschaft und ebenso in der Familienpolitik mangelt es noch immer an der Unterstützung „moderner“ Väter und ihrer angestrebten engagierten Vaterrol- le sowie partnerschaftlicher Lebensgestaltung, damit eine Balance zwischen Familienleben und Arbeitswelt ermöglicht werden kann.

Diese aktuellen Veränderungen der Rolle des Mannes beziehungsweise Vaters und die Schwierigkeiten, die mit gelebter aktiver Vaterschaft, auftreten können, sollen in der vorlie- genden Diplomarbeit „Die „modernen“ Väter – Die Rolle der Väter in der Familie und der Spagat zwischen Kind und Karriere“ näher betrachtet werden. Folgende Fragestellungen liegen der Arbeit zu Grunde: Welche Männerbilder und -rollen beziehungsweise welche Va- terbilder und -rollen gibt es? Wer sind die „modernen“ Väter und wie kann engagierte Vater- schaft aussehen? Welche Hindernisse stehen einer aktiven Vaterschaft entgegen und welche Faktoren können väterliche Partizipation fördern?

Die folgende Betrachtung konzentriert sich auf 25- bis 45-jährige Väter, die mit ihrer Partnerin oder Ehefrau und mit ihrem Kind beziehungsweise ihren Kindern als Familie in einem Haushalt zusammen leben. Die Arbeit wurde anhand einer Literaturanalyse erstellt. Dabei stand die Auswertung verschiedener Studien und Untersuchungen, die hinsichtlich dieser Thematik derzeit existieren, im Zentrum. Die herangezogenen Studien beziehen sich grundsätzlich auf die Bundesrepublik Deutschland. Wenn Studien und Untersuchungen aus anderen Ländern verwendet wurden, wird darauf explizit hingewiesen.

Die Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut: Zum besseren Verständnis werden zunächst die Begriffe Familie und Vaterschaft beziehungsweise Vaterrolle in Kapitel 2 erklärt. Danach werden in Kapitel 3 die unterschiedlichen Rollen der Väter in den Familien aufgezeigt. Zur Einführung in das Thema werden dazu die drei Säulen der Familienrollen beziehungsweise Geschlechterbeziehungen und die geschlechtsrollenspezifischen Grundlagen zur Eltern- schaft wiedergegeben. Anschießend werden die unterschiedlichen Rollen und Funktionen von Vätern in den Familien sowie eine Typologie männlicher Rollenvorstellungen nach Rai- ner Volz und Paul M. Zulehner dargestellt.

Im Kapitel 4 sollen die modernen Väter und engagierte Vaterschaft herausgearbeitet wer- den. Hierbei wird untersucht, wer die „modernen“ Väter sind und ob es sie wirklich gibt. Zudem findet eine Betrachtung der Männer als engagierte Väter statt, das heißt es wird die aktive Beteiligung des Vaters anhand verschiedener Handlungsmerkmale aufgezeigt.

Den Schwerpunkt dieser Arbeit stellt das Kapitel 5 dar. Hier werden mögliche Hindernis- se engagierter Vaterschaft aufgezeigt. Dieser Abschnitt untergliedert sich in die drei Unter- punkte: Traditionelle Geschlechterbilder und -rollen und damit einhergehende Hinderungs- gründe engagierter Vaterschaft, Berufliche Hinderungsgründe und Gesetzliche Rahmenbe- dingungen, die Hindernisse für die väterliche Beteiligung darstellen können. In diesem Kapi- tel soll untersucht werden, inwieweit eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch bei „modernen“ Vätern möglich ist, mit welchen Barrieren sich „moderne“ Väter bei der Aus- übung aktiver Vaterschaft auseinanderzusetzen haben und welche Faktoren engagierte Väter fördern können.

Zum Abschluss dieser Arbeit erfolgt eine Zusammenfassung des Themas und es wird ein Ausblick gegeben.

Die Vielfalt dieses Themas und die Schwierigkeiten, mit denen sich „moderne“ Väter, die ihre Vaterschaft aktiv beziehungsweise engagiert leben möchten, auseinander setzen müssen, verdeutlicht die Bedeutsamkeit dieser Arbeit. Die verschiedenen einander beeinflussenden Faktoren und die langsamen Veränderungsprozesse in der Arbeitskultur sowie in der Fami- lienpolitik zeigen den Handlungsbedarf auf, dass eine Gleichstellung der Geschlechter nur durch Veränderungen beider Geschlechter – des weiblichen und des männlichen Ge- schlechts – zu erreichen ist. Damit Familien ungehindert ihre individuellen Vorstellungen von Arbeits- und Rollenteilung realisieren können, muss in der Väter- und Männerarbeit noch einiges vorangebracht werden.

Diese Arbeit soll dazu beitragen, die traditionellen Rollenbilder und Aufgabenteilungen weiter zu durchbrechen, die Anerkennung familienorientierter Väter zu stärken und mögli- cherweise die Veränderungsprozesse in Bewegung zu bringen und zu verstärken.

2 Begriffserklärungen

In diesem Abschnitt der Arbeit werden die Begriffe Familie, Vaterschaft und Vaterrolle definiert beziehungsweise erklärt.

2.1 Familie

Die Auffassungen, was unter Familie verstanden wird und was sie ausmacht, fallen sehr unterschiedlich aus. Der Begriff „Familie“ stammt von dem lateinischen Wort „familia“ und kann mit Hausbestand oder auch Hausgemeinschaft übersetzt werden (Hofer, Klein- Allermann, Noack 1992: 3).

In der Soziologie wird der Begriff Familie als eine „soziale Gruppierung“ oder als „ein ge- sellschaftliches Teilsystem“ bezeichnet, „deren Verbindung auf Verwandtschaft oder Heirat beruht“ (Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 20091; Nave-Herz 2004: 30). In fast allen Gesellschaften ist die Familie die bedeutendste soziale Lebensform. Kennzeichen der Familie ist der dauerhafte innere Zusammenhang, der sich durch die „Solidarität und [die] persönlichen Bindungen der einzelnen Mitglieder untereinander“ erweist (Microsoft® En- carta® Online-Enzyklopädie 2009)2.

Im Allgemeinen wird unter Familie die Klein- oder Kernfamilie verstanden, welche sich meist aus den Eltern und deren ledigem Kind beziehungsweise ledigen Kindern zusammen- setzt und in einem Haushalt zusammenlebt (Hofer, Klein-Allermann, Noack 1992: 3). Laut des Statistischen Bundesamtes (Statistisches Bundesamt 2008 a: 44) lebt weit über ein Drittel der Gesamtbevölkerung Deutschlands in einer Kernfamilie zusammen (zwei Ehepartner und mindestens ein Kind).

Zu den wichtigsten Funktionen der Familie gehören die soziale Reproduktion zur Ge- währleistung des historischen Fortbestands der Gesellschaft und die Sozialisationsfunktion (Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 20093; Nave-Herz 2004: 30).

In dem Buch „Familie heute. Wandel der Familienstrukturen und Folgen für die Erzie- hung“ nimmt die Soziologin Rosemarie Nave-Herz (Nave-Herz 1994) eine Unterscheidung der Familie von anderen Lebensformen in einer Gesellschaft anhand von drei Kriterien vor.

Diese Merkmale von Familie sind:

1. die biologisch-soziale Doppelnatur aufgrund der Übernahme der Reproduktions- und zumindest der Sozialisationsfunktion neben anderen, die kulturell variabel sind,
2. ein besonderes Kooperations- und Solidaritätsverhältnis; denn über die üblichen Gruppenmerkmale hinaus (wie zum Beispiel gemeinsames Ziel, begrenzte Zahl, Struktur, Wir-Gefühl) wird in allen Gesellschaften der Familie eine ganz spezifische Rollenstruktur mit nur für sie geltenden Rollendefinitionen und Bezeichnungen (zum Beispiel Vater/Mutter/Tochter/Sohn/Schwester etc.) zugewiesen (die Anzahl der Rollen und die Definition der Rollenerwartungen sind kulturabhängig) und
3. die Generationsdifferenzierung (Eltern- beziehungsweise Mutter- oder Vater-Kind- Verhältnis) (ebenda: 5-6).

Die Familie wird als ‚kleine private Welt‘ angesehen, als einen Ort der Vertrautheit und des Geborgenseins. Es ist die kleinste Gruppe in unserer Gesellschaft.

In dieser Arbeit wird von der sogenannten Kernfamilie ausgegangen, das heißt Mann und Frau (verheiratet oder in eheähnlicher Lebensgemeinschaft) leben mit ihrem Kind bezie- hungsweise ihren Kindern in einem Haushalt zusammen.

2.2 Vaterschaft – Vaterrolle

Das deutsche Wort „Vater“ kommt wie das Wort „Familie“ aus dem Lateinischen – es stammt von dem lateinischen Wort „pater“ und bedeutet „Erzeuger“ eines Kindes (von Ca- nitz 1980: 19). Der Vater ist demzufolge das männliche Elternteil eines Kindes.

In den 1950er Jahren wurde eine erste Definition von Vaterschaft beziehungsweise Vater- rolle vorgenommen. Diese wies dem Vater die instrumentelle Funktion des „Ernährers“ der Familie und der Mutter die expressiven Funktionen der Elternrolle, das heißt die Betreuung und Zuwendung gegenüber dem Kind, zu. Mitte der 1970er Jahre, als zunehmend mehr Frauen in das Berufsleben eintraten und Änderungen in den Geschlechterrollen auftraten, fand eine erneute Diskussion über die „Beschreibung elterlicher Rollen“ statt und die For- schung interessierte sich „zunehmend für eine differenziertere Sicht der Rolle des Vaters“ (Fthenakis u. a. 1999: 29). Die Vaterrolle wird häufig anhand väterlicher Partizipation im Haushalt, insbesondere an dem aufgebrachten Zeitumfang, gemessen. Wassilios E. Fthenakis (Fthenakis u. a. 1999) hält dies jedoch für nicht ausreichend. In seinem Buch „Engagierte Vaterschaft“ schreibt er, dass allein die „Ernährerfunktion sowie die Erfassung direkt beo- bachtbarer, quantitativ messbarer expressiver und instrumenteller Bereiche von Elternverhal- ten“ als geeignete Definition der Vaterrolle unzureichend sind (ebenda: 32). Fthenakis ist der Ansicht, dass bei der Betrachtung der Vaterrolle, die direkten und indirekten Beiträge des Vaters Berücksichtigung finden sollten, genauso wie die „psychologischen, affektiven, kogni- tiven, ethischen und spirituellen Manifestationen väterlicher Beteiligung“ (ebenda: 39). Außerdem sollten bei der Begriffsbestimmung der Vaterschaft die anderen Familienmitglie- der und die unterschiedlichen Phasen des Familienentwicklungsprozesses mit einbezogen werden (ebenda).

Gudrun Cyprian (Cyprian 2007) schreibt in ihrem Aufsatz „Väterforschung im deutsch- sprachigen Raum“, dass die Vaterrolle im Schnittpunkt folgender Faktoren zu betrachten ist:

„eigene Biografie; Partnerin und Kind; Arbeitswelt: ökonomische Bedingungen für die Er- werbsarbeit von Mann und Frau, Einfluss der Arbeitskultur; Kultur/Medien/tradierte Bilder von Vätern und der männlichen Geschlechterrollenidentität; soziales Milieu und institutio- nelle Bedingungen“ (ebenda: 38). All diese Faktoren spielen eine Rolle bei der Betrachtung und Ausprägung der unterschiedlichen Rollen des Vaters in der Familie.

Im Laufe der Zeit unterlag die Vaterrolle in der Familie einiger Veränderungen (vgl. Fthenakis u. a. 1999: 27-28). Es muss jedoch hervorgehoben werden, dass sich die Rolle des Mannes in der Familie im Verlauf der Geschichte nicht in eine einzige Richtung – auf ein einziges Ziel hin – entwickelt hat. Auch gab es „zu keinem Zeitpunkt der Geschichte (...) eine einzigartige gleichförmige“ Vater- beziehungsweise Männerrolle (Fthenakis u. a. 1999: 27). Es gibt nicht „die eine einzige charakteristische oder normative Rolle für den Mann von heute“, sondern vielmehr eine Vielzahl von Variationen (ebenda).

3 Die unterschiedlichen Rollen der Väter in den Familien

Seit einigen Jahren findet eine Diskussion über den Wandel der Geschlechterrollen statt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die „neuen“ Männer und Väter gelegt. „Untersu- chungen in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass sich Männer mit „neuen“ Einstel- lungen und entsprechendem Verhalten zwar großer Wertschätzung in der öffentlichen Mei- nung erfreuen, in den konkreten Beziehungen jedoch Ambivalenzen und Vorbehalte beste- hen, von beiden Seiten her, der männlichen wie der weiblichen.“ (Volz 2007: 205) Denn über Jahrzehnte hinweg existierte ein normativ verbindliches Leitbild von Vaterschaft – das Bild des „traditionellen Vaters“.

Allerdings, wie zuvor bereits angeführt, gibt es nicht nur eine einzige Rolle oder Aufgabe des Vaters in der Familie, sondern zahlreiche unterschiedliche Facetten und Variationen der Vaterrolle. Die Rolle, die der Vater in der Familie einnimmt, ist immer geprägt von der Indi- vidualität des Einzelnen und seiner Familie, sowie von Religion, sozialen und ethnischen Gruppen und dem wirtschaftlichen Entwicklungsstand von Gesellschaften (Mühling, Rost 2007: 12).

Um über Väter und ihre Rollen in den Familien zu schreiben, ist es zunächst interessant, wie viele Männer in Deutschland Väter von Kindern sind. Leider gibt es keine amtlichen Daten über die Zahl der leiblichen Kinder, sicher scheint jedoch zu sein, dass jeder zweite Mann zwischen 35 und 40 Jahren mit mindestens einem ledigen Kind zusammen in einem Haushalt lebt (vgl. Abbildung 1).

In der Abbildung 1 werden Männer ohne und mit Kindern in Deutschland dargestellt. Die abgebildeten Männer befinden sich in einem Alter von unter 20 Jahren bis 55 Jahre und älter. Als Kinder zählen hierbei ledige Personen, die mit ihren Eltern oder einem Elternteil, zum Beispiel der geschiedenen Mutter, in einem Haushalt beziehungsweise einer Familie zusammenleben. Eine Altersbegrenzung für die Zählung als Kind besteht nicht. Als Kinder gelten auch ledige Stief-, Adoptiv- oder Pflegekinder, sofern die zuvor genannten Vorausset- zungen vorliegen (Statistisches Bundesamt 2004).

Abbildung 1: Männer ohne und mit Kindern in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2005 b: 4

Laut Abbildung 1 sind insgesamt 37 % der Männer in Deutschland Väter und 63 % der Männer haben keine Kinder. Bei den 20- bis 25-jährigen Männern haben lediglich 12 % der Männer Kinder und die überwiegende Mehrheit der Männer (88 %) ist ohne Kinder. Mit zunehmendem Alter der Männer steigt die Anzahl der Väter. Im Alter zwischen 40 und 45 Jahren hat der überwiegende Teil der Männer Kinder, mit denen sie zusammen leben – hier sind 65 % der Männer Väter und 35 % der Männer ohne Kinder. Ab dem 55. Lebensjahr sinkt dieser Anteil wieder deutlich ab. Dieser Rückgang der Väter liegt daran, dass laut des Statistischen Bundesamtes nur die ledigen Kinder, die noch bei ihren Eltern oder einem El- ternteil gemeinsam in einem Haushalt leben, als Kinder von Männern gezählt werden (Statis- tisches Bundesamt 2004). Natürlich sind Männer ab dem 55. Lebensjahr auch weiterhin Vä- ter, sie werden jedoch statistisch in der Abbildung nicht mehr aufgenommen.

In Deutschland leben zudem mehr Frauen mit ihren Kindern in einem Haushalt zusam- men als Männer. Das liegt meist daran, dass „bei einer Trennung die Kinder in der Regel bei der Mutter bleiben“ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2005 b: 4). Im Jahr 2006 sind 10 % der Väter und knapp 90 % der Mütter gemäß des Statistischen Bundesamtes alleinerziehend (Bundeszentrale für politische Bildung 2008)4. Dagegen gibt es mehr soziale Väter, die mit den Kindern ihrer Partnerin zusammenleben, als soziale Mütter, weil viele Männer in Fortsetzungsfamilien mit alleinerziehenden Müttern leben (Bundesmi- nisterium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2005 b: 4). Schätzungen zufolge beträgt der Anteil sozialer Väter etwa 7 % (ebenda; Helfferich, Klindworth, Wunderlich 2004: 9).

In den nächsten Kapiteln werden die drei Säulen der Familienrollen beziehungsweise Ge- schlechterbeziehungen und die Geschlechtsrollenspezifischen Grundlagen zur Elternschaft wiedergegeben. Anschießend erfolgen eine Darstellung der unterschiedlichen Rollen und Funktionen von Vätern in den Familien sowie eine Typologie männlicher Rollenvorstellun- gen.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Rollenvorstellungen von Männern und Vätern, auf die hier nicht weiter eingegangen werden kann. Da es in dieser Arbeit schwerpunktmäßig um die „modernen“ Väter und deren Hindernisse aktiver Vaterschaft gehen soll, wird außerdem auf die Bedeutung des Vaters für die Sozialisation des Kindes nicht weiter eingegangen.

3.1 Drei Säulen der Familienrollen und Geschlechterbeziehungen

Rainer Volz (Volz 2003: 27) stellt die These auf, dass das „System der Geschlechter- und Familienverhältnisse, zu denen die Vaterrolle und das Väterengagement gehören, auf drei Säulen“ beruht. Dabei handelt es sich um monetäre und regulative Aspekte sowie Aspekte der Geschlechtsrollenbilder.

a) monetäre Aspekte

Zu den monetären Aspekten der Geschlechter- und Familienverhältnisse gehört zunächst das Einkommen der Familie. Dabei ist die ungleiche Verteilung der Einkommen von Frauen und Männern zu beachten. Jedoch auch die Unterschiede innerhalb der Gruppe der Frauen und der Gruppe der Männer fallen hierunter. Weiterhin zählen zu den mone- tären Aspekten „staatliche Transferleistungen und ihre unterschiedliche Prägung durch Genderaspekte, zum Beispiel die Orientierung von Sozialleistungen am männlichen Hauptverdiener“ (Volz 2003: 27).

b) regulative Aspekte

Sämtliche Gesetze, Verordnungen etc. im öffentlichen und kirchlichen Bereich fallen un- ter die regulativen Aspekte. Dazu gehören auch „Hausverfügungen, Runderlässe u. ä. [und ähnliches]5 im Bereich der öffentlichen Verwaltungen und privatwirtschaftlicher Un- ternehmen“ sowie alle Arten von Arbeitszeitregelungen (ebenda). Im Mittelpunkt der re- gulativen Aspekte steht die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Hausarbeit – es wird die Frage der Familienfreundlichkeit beziehungsweise der Familienunfreundlichkeit von Ar- beitszeitregelungen gestellt.

c) Aspekte der Geschlechtsrollenbilder

Bei diesem Aspekt geht es um die „Konzepte, Konstrukte und Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit, die jedes Individuum in sich trägt. Hier geht es darum, wie Individuen oder Gruppen von Individuen Männlichkeit und Weiblichkeit „definieren“, wie sie die Frage „Was ist ein Mann?“ oder „Was ist eine Frau?“ in ihrer Lebenspraxis beantworten (Volz 2007: 206). Dabei spielen nicht nur die theoretischen Definitionen von Mann und Frau eine Rolle, sondern vielmehr wie sich der Einzelne im Alltag dazu verhält und damit umgeht (Volz 2003: 27).

3.2 Geschlechtsrollenspezifische Grundlagen

In Deutschland bewegen sich die Modelle von Vater- und Mutterschaft „idealtypisch zwi- schen zwei Polen“ (Volz 2003: 28). Der eine Pol wird durch das „klassische“ Mann- Ernährer-Modell dargestellt. Der Mann ist erwerbstätig und somit der Ernährer der Familie und die Frau ist nicht erwerbstätig und für den Haushalt und die Erziehung der Kinder ver- antwortlich. Der andere Pol ist der des partnerschaftlichen Modells. Im idealtypischen Fall dieses Modells verdienen beide Elternteile gleich viel und arbeiten halbtags, so dass sie sich zu gleichen Teilen in der verbleibenden Zeit die Haus- und Erziehungsaufgaben teilen. Doch das am meisten verbreitete Modell liegt zwischen diesen beiden Polen. Rainer Volz nennt es die „Teilzeit-Verdiener-Ehe“, in der der Mann vollzeitig seiner Erwerbstätigkeit nachgeht und die Frau Teilzeit beschäftigt ist. Die Hauptaufgaben der Haushalts- und Erziehungstä- tigkeiten erledigt die Frau, wobei der Mann mehr oder weniger stark mithilft (ebenda). Das vierte Modell, welches Volz in seinem Aufsatz „Auf dem Weg zu einer neuen Vätergenera- tion?“ aufführt, ist das, des sogenannten „Hausmann-Modells“, welches im eigentlichen Sinn „Frau-Ernährer-Modell“ heißen müsste. Da hier die Frau voll erwerbstätig und der Mann nicht oder nur geringfügig erwerbstätig und für den Haushalt und die Kinder zuständig ist. Allerdings muss hierbei gesagt werden, dass dieses „Lebensformmodell weder in der Praxis noch in den Wünschen der Deutschen eine Rolle“ spielt (ebenda: 29).

3.3 Vaterbilder- und Vaterrollen

Es gibt verschiedene Ansätze und Konzepte die Rolle des Vaters oder das Bild vom Vater darzustellen. Hanne-Lore von Canitz stellt in ihrem Buch „Väter. Die neue Rolle des Man- nes in der Familie“ (von Canitz 1980) ähnlich wie Harald Werneck in seinem Buch „Über- gang zur Vaterschaft. Auf der Suche nach den „Neuen Vätern““ (Werneck 1998) sechs un- terschiedliche Vaterbilder und -rollen vor. Beide Autoren unterteilen die Rolle der Väter nach ihren Aufgaben beziehungsweise Funktionen in der Familie. Sie unterschieden zwi- schen den „vier klassischen Vaterfunktionen: dem Vater als Erzeuger, als Ernährer, als Be- schützer und als Erzieher“ und zwei weiteren Funktionen: dem Vater als Identifikationsob- jekt (diese Funktion wird in der Psychoanalyse besonders hervorgehoben) und der Vater als Freizeitpartner (von Canitz 1980: 30).

Der Vater als Erzeuger

Bei dem Vater als Erzeuger wird zwischen der „biologischen Rolle des Mannes als Erzeu- ger einerseits und der Vaterrolle im sozialen, familiären Kontext andererseits“ unterschieden (Werneck 1998: 7). Die „Funktion“ des Erzeugers hat zunehmend an Bedeutung verloren, da der Wunsch nach Kindern nicht mehr als Hauptmotiv für Partnerschaft und Ehe gesehen werden (von Canitz 1980: 31-33).

Der Vater als Ernährer

Die Aufgabe des Vaters als Ernährer der Familie sorgte in der Vergangenheit für die not- wendige Sicherheit in der Familie, in der die Kinder geschützt aufwachsen konnten (von Canitz 1980: 34). Auch in der heutigen Zeit haben die überwiegenden Väter nach wie vor die Funktion des Familienernährers inne (Volz 2008: 161). Jedoch sind die Väter nicht mehr ausschließlich die Alleinverdiener. Die Mehrzahl der Frauen beziehungsweise Mütter ist heutzutage teilzeit- oder sogar vollzeitbeschäftigt (ebenda: 122-123). Das hat verschiedene Gründe: einerseits wollen Frauen nicht mehr auf Grund des Haushalts und des Kindes be- ziehungsweise der Kinder zuhause bleiben und auf ihren Beruf verzichten, andererseits möchten sie nicht mehr finanziell von ihren Männern abhängig sein. Zudem kommt hinzu, dass sich das Konsumverhalten verändert hat und der gewünschte Lebensstandard nicht mehr allein durch das Einkommen des Vaters gehalten werden kann (von Canitz 1980: 36- 38).

Der Vater als Beschützer

Das Bild des Vaters als kräftiger, starker Mann, der sich schützend vor seine Familie stellt und sie vor Feinden verteidigt, ist in der heutigen Zeit kaum noch präsent. Dennoch ist eine gewisse Form dieser Rollenvorstellung in der Gesellschaft erhalten geblieben (ebenda: 39). Die Erwartungen an die Aufgabe des beschützenden Vaters liegen vielmehr in der „Welter- fahrung“ und „Weltgewandtheit“ sowie dem „Fachwissen und -können“ des Vaters (Wer- neck 1998: 9). In dem Vater wird insofern eine Art des Beschützens gesehen, indem er auf alle Fragen und Probleme eine Lösung hat. Außerdem spiegelt sich die Funktion des Be- schützers derzeitig in der sogenannten „sozialen Platzierung“ des Vaters wider (von Canitz 1980: 40). Das bedeutet, dass die Position oder der Status des Vaters in der Gesellschaft aus- schlaggebend für die Stellung des Kindes in der Gesellschaft ist beziehungsweise sein kann. Die Herkunftsfamilie spielt auch oder gerade heutzutage immer noch eine bedeutende Rolle bei der beruflichen Entwicklung des Kindes. In bestimmten Berufsgruppen, wie beispiels- weise in der Landwirtschaft oder im Handwerk, stellt von Canitz sogar eine Art „Berufsver- erbung“ fest (von Canitz 1980: 41).

Der Vater als Erzieher

Auch die Rolle des Vaters als Erzieher unterlag in den letzten Jahrzehnten einiger Verän- derungen. Die Psychologin von Canitz (von Canitz 1980: 44) geht sogar so weit und behaup- tet, dass der eigene Vater „weder als Vermittler von Wissen noch von Berufsfähigkeiten […] heute noch eine bedeutsame Rolle“ spielt. An seine Stelle sind Institutionen, wie Schule, Ausbildungsstätte oder Massenmedien getreten.

Während sich die Forschung in den sechziger Jahren auf die Mutter-Kind-Beziehung konzentrierte und der Vater eher eine „Nebenrolle“ spielte, wurde in den siebziger und acht- ziger Jahren die „Erkenntnis der prinzipiellen Gleichrangigkeit von Mutter und Vater im Erziehungsprozess“ gewonnen (Werneck 1998: 9). Entgegengesetzt dazu, hat die Soziologin Helge Pross in der Studie „Die Männer“ aus dem Jahr 1978 die fehlende Bereitschaft der Väter zur Übernahme der Erziehungsfunktion festgestellt (ebenda). Auch gegenwärtig wird in aktuellen Untersuchungen aufgezeigt, dass überwiegend die Mütter die Erziehungs- und Betreuungsfunktion ihres Kindes/ihrer Kinder übernehmen (Engstler, Menning 2003: 134).

„Dieser Unterschied ist am meisten ausgeprägt, wenn Kleinkinder im Haushalt leben, und verringert sich, wenn die Kinder älter werden.“ (ebenda)

In der 2001 durchgeführten repräsentativen Studie über Vaterschaft in Deutschland (Fthenakis, Minsel 2001)6 definierten sich 66 % der befragten Männer als „Erzieher des Kin- des“, unabhängig davon ob sie bereits Kinder hatten oder noch kinderlos waren und unab- hängig vom Entwicklungsstand ihres Kindes (ebenda: 2)7.

Vater als Identifikationsobjekt

Diese Funktion des Vaters ist im besonderen Maß bei der „kindlichen Geschlechtsrollen- differenzierung“ bedeutend, insbesondere bei den Söhnen (Werneck 1998: 10). In der Psy- choanalyse wird davon ausgegangen, dass der Vater eine wichtige Rolle in der frühkindlichen Entwicklung bei der „Ausbildung und Annahme der eigenen Geschlechtsrolle einnimmt“ (von Canitz 1980: 30). Allerdings herrscht in der heutigen Zeit eine gewisse „Unsicherheit über das Rollenverständnis der Geschlechter“ (ebenda: 52). Was ist eine „richtige“ Frau oder ein „richtiger“ Mann? Vorwiegend bei den Männern ist eine große Verunsicherung gegenü- ber ihrer Rolle zu verspüren (Connell 2006: 13). Das Bild des starken, kräftigen und überle- genden Mannes ist auch gegenwärtig noch in vielen Köpfen der Bevölkerung verankert (von Canitz 1980: 52).

Es wurde festgestellt, dass der Vater „sehr früh in die Entwicklung des Kindes hinein- wirkt, und zwar auf andere Weise als die Mutter, weil ihn seine Erscheinung – Größe, tiefere Stimme, Bartwuchs, männliche Gestik und Mimik – unverwechselbar macht“ (ebenda: 56). Des Weiteren haben Studien bestätigt, dass das Fehlen des Vaters, insbesondere als fehlen- des Identifikationsobjekt, negative Auswirkungen (beispielsweise Verhaltensstörungen) auf das Kind hat (ebenda: 56-57). Der Vater ist insofern nicht nur als Identifikationsobjekt für den Sohn wichtig, sondern auch für die Tochter als Gegenmodell zur Mutter. Denn durch das Verhalten des Vaters und seine männlichen Attribute kann eine Verstärkung der Identi- fikation des kleinen Mädchens mit seiner weiblichen Rolle stattfinden. (ebenda: 57)

Vater als Freizeitpartner

Die Funktion des Vaters als Freizeitpartner, die von Canitz (von Canitz 1980: 57) und Werneck (Werneck 1998: 11) darstellen, ist, historisch gesehen, noch eine relativ neue Funk- tion des Vaters, da sich erst im 20. Jahrhundert verkürzte Arbeitszeiten und ein verlängerter Urlaubsanspruch durchsetzten und somit den Vätern mehr Freizeit zur Verfügung steht. Rund ein Drittel der erwerbstätigen Väter zwischen dem 25. und 45. Lebensjahr beteiligen sich bei der Betreuung ihrer Kinder (Döge, Volz 2004: 14). Die Rolle des Vaters als Freizeit- partner ist wichtig für das Miteinander des Kindes und des Vaters und deren Bindung. Umso früher der Vater mit dem Kind Kontakt aufnimmt und umso kontinuierlicher er erfolgt, desto besser wird die Bindung zueinander (von Canitz 1980: 61).

3.4 Typologie männlicher Rollenvorstellungen

In Deutschland gibt es kein einheitliches Modell oder Bild mehr von Frau und Mann, von Mutter und Vater. Die Geschlechterrollen und damit die Rollen von Mutterschaft und Va- terschaft haben sich verändert und pluralisiert (Volz 2003: 30). Das über Jahrzehnte existie- rende einzige, normativ verbindliche Leitbild von Vaterschaft, dass des traditionellen Vaters als Ernährer der Familie und als Autoritätsperson, hat durch ein veränderndes Rollenver- ständnis der Eltern sowie durch den vermehrten „Eintritt von Frauen ins Berufsleben“ an Bedeutung verloren (Fthenakis u. a. 1999: 26; Cyprian 2007: 23; Matzner 1998: 13).

Anders als die Unterteilung der Vaterbilder und -rollen nach Aufgaben und Funktionen durch von Canitz und Werneck ist die Einteilung der Männer- beziehungsweise Väterrollen durch Rainer Volz und Paul M. Zulehner. In ihrer Studie „Männer in Bewegung – Zehn Jahre Männerentwicklung in Deutschland“ (Volz, Zulehner 2009) aus dem Jahr 2009 wird eine vierteilige Typologie von Männern und Frauen dargestellt. Dazu wurden in Deutschland rund 1470 Männer zwischen 17 und 85 Jahren befragt und ihre Ansichten zur Kontrolle mit den Antworten von 970 Frauen verglichen.8 Die aktuelle Studie ist eine Folgeuntersuchung der 1998, von den beiden genannten Autoren, herausgegebenen Studie „Männer im Auf- bruch – Wie Deutschlands Männer sich selbst und wie Frauen sie sehen“ (Volz, Zulehner 2009: 5).

In den Studien „Männer im Aufbruch“ und „Männer in Bewegung“ wurden die wich- tigsten Lebensbereiche der befragten Männer und ihre Einstellungen untersucht. Dazu wur- den insbesondere die familiäre Lebenswelt (Familie, Ehe, Freunde, Bekannte, Freizeit), das „Lebensfeld der beruflichen Erwerbsarbeit“ und die Innenwelt der Männer (Gefühle, Sexua- lität, Gesundheitsbewusstsein, Gewalt, Leid, Tod) erforscht sowie Fragen zur Spiritualität, Religion und Kirche gestellt (Volz, Zulehner 2009: 23)9.

In der Abbildung 2 werden verschiedene Aussagen zu den Geschlechterrollen getroffen und gegenübergestellt. Dabei wird zwischen den traditionellen und den „neuen“, modernen Rollen von Mann und Frau unterschieden. Auf der einen Seite der Abbildung (links) werden der traditionelle Mann als Familienernährer und die traditionelle Frau als Hausfrau dargestellt und auf der anderen Seite der Abbildung (rechts) erfolgt die Darstellung des „neuen“, mo- dernen Mannes sowie die der „neuen“, modernen Frau (vgl. Abbildung 2). Die Abbildung 2 stützt sich hierbei auf 15 Merkmale (Items), „von denen acht eher traditionelle Ansichten über die Rollenbilder von Mann und Frau wiedergeben, sieben hingegen eher moderne“ (Volz, Zulehner 2009: 25). Die Items sind „aus einem größeren Pool themenbezogener Items faktorenanalytisch gewonnen worden“, so dass „die Zuordnung durch die Befragten selbst“ widergespiegelt wird (Volz 2007: 207; Volz 2003: 29).

Abbildung 2: Aussagen zu den traditionellen und modernen Geschlechterrollen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Volz, Zulehner 2009: 25; Volz 2007: 207

Die traditionellen Männer und Frauen definieren sich durch hohe Zustimmungswerte bei den Antwortvorgaben auf der linken Seite und niedrige Zustimmung bei den Vorgaben auf der rechten Seite.

[...]


1 http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_761558266/Familie.html; 10.04.2009

2 vgl. FN 1

3 vgl. FN 1

4 http://www.bpb.de/wissen/2MCCQW,0,0,Alleinerziehende.html; 01.06.2009

5 Anmerkung der Verfasserin

6 http://www.fthenakis.de/cms/Vaterstudie_BMFSFJ_010716.pdf; 02.02.2009

7 vgl. FN 6

8 http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/gleichstellung,did=121132.html; 14.05.2009

9 http://www.dbk.de/imperia/md/content/pressemitteilungen/2009-1/2009-033b- maennerstudie_ergebnisse.pdf; 15.05.2009

Details

Seiten
77
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640864706
ISBN (Buch)
9783640864645
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168611
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin – Öffentliche Verwaltungswirtschaft
Note
2,0
Schlagworte
wandel familie mann mutter kind work life balance väter rolle arbeit spagat kinder karriere erziehung ehe partnerschaft geld kollegen firma betrieb arbeitgeber arbeitnehmer beruf moderne väter moderne rollenwandel modern postmodern rollenverteilung geschlechterrollen vaterrolle vorbild elternzeit elterngeld erziehungsurlaub engagiert vater geschlechterpolitik kinderbetreuung vaterschaft

Autor

Zurück

Titel: Die „modernen“ Väter