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Möglichkeiten und Grenzen der Bilanzpolitik

Darstellung von Ansatz und Bewertungswahlrechten

Hausarbeit 2010 12 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ziele
2.1. Ziele des Unternehmens
2.2. Bilanzpolitische Ziele
2.3. Zielkonflikte

3. Möglichkeiten der Bilanzpolitik
3.1. sachverhaltsgestaltende Möglichkeiten / „Windowdressing“
3.2. darstellungsgestaltende Möglichkeiten
3.2.1 publizierende Möglichkeiten
3.2.2 formelle Möglichkeiten
3.3. Handels- und steuerbilanzielle Möglichkeiten
3.3.1 Auswirkungen der Ansatzwahlrechte
3.3.2 Auswirkungen der Bewertungswahlrechte
3.3.3 Ermessensspielräume

4. Grenzen der Bilanzpolitik

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Eine Folge der Finanzmarktkrise ist es, dass es für Unternehmen deutlich schwieriger wird, Kredite von Banken zu erhalten. Eine Kreditvergabe die vor kurzer Zeit noch eine Formsache war, ist heute durch intensive Prüfungen geprägt. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Liquidität und Gewinne einiger Unternehmen, durch die starken Umsatzeinbrüche, deutlich verschlechtert haben. Diese Situation zeigt wie wichtig es ist, dass sich ein Unternehmen gegenüber den Anspruchsgruppen nach außen hin gut präsentiert. Die Präsentation wird gerade in diesem Beispiel durch die Einsicht in die Bilanz maßgeblich beeinflusst. Durch bilanzpolitische Maßnahmen kann das Bild der Bilanz und somit auch die des Unternehmens positiv hinsichtlich gewisser Zielsetzungen beeinflusst werden. Dabei wurden durch den Gesetzgeber gewisse Restriktionen auferlegt.

Man erkennt, dass die Bilanzpolitik einem Unternehmen gewisse Möglichkeiten bietet, die sich im Bereich bestimmter Grenzen befinden. Diese Arbeit soll diesen Sachverhalt detailierter beschreiben.

2. Ziele

Bevor auf die konkreten Möglichkeiten der Bilanzpolitik eingegangen wird, soll ein kurzer Überblick gegeben werden, worauf die Instrumente der Bilanzpolitik hinzielen. Dazu sollen zum einen die Unternehmensziele, sowie die daraus abgeleiteten bilanzpolitischen Ziele näher beleuchtet werden.

2.1. Ziele des Unternehmens

Eingangs wurde schon erwähnt, dass es oberste Priorität sein muss, dass Unternehmen nach außen so darzustellen, dass es überlebensfähig ist. Ist dieses Grundziel erreicht, werden weitere Unternehmensziele festgesetzt. Aus diesen werden sowohl finanzpolitische Ziele, steuerpolitische Ziele, publizitätspolitische Ziele und weitere Ziele abgeleitet.[1] Die Bereiche Finanzen, Steuern und Publizität können durch eine geeignete Wahl von bilanzpolitischen Instrumenten beeinflusst werden. Aus diesem Grunde kann man die Ziele aus diesen Bereichen auch als bilanzpolitische Ziele bezeichnen. Einige Ziele werden im folgendem näher behandelt.[2]

2.2. Bilanzpolitische Ziele

Ausschüttungsziele: Hier geht es um die Höhe der Ausschüttung. Sie orientiert sich in aller Regel an den ausgewiesenen Gewinn. Soll nun eine hohe Ausschüttung erfolgen, muss auch dementsprechend der Gewinn hoch ausgewiesen werden. Eine andere Zielformulierung wäre, eine konstante Ausschüttung über Jahre auszuschütten um eine gewisse Kontinuität zu signalisieren.[3]

Steuerminimierung: Es ist immer das Ziel, die Steuerlast so gering wie möglich zu halten, um den Staat so wenig wie möglich an dem Gewinn teilhaben zu lassen. Die Steuerlast errechnet sich aus dem ausgewiesenen Gewinn in der Steuerbilanz. Somit ist hier die Zielsetzung den Gewinn in der Steuerbilanz so gering wie möglich auszuweisen.[4]

Darüber hinaus gibt es weitere bilanzpolitische Ziele, die hier nur kurz aufgeführt werden: Rücklagenziele, Gewinnausweisziele und Ziel im Rahmen der stillen Reserven (durch z.B. Unterbewertung). Diese Ziele sind alle eng miteinander verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig.[5]

2.3. Zielkonflikte

Die beiden aufgeführten Ziele zeigen deutlich, dass hier ein Konflikt entstehen kann. Hohe Ausschüttung und geringe Steuerlast wären ein Beispiel von konkurrierenden Zielen. Diesem Problem wird man sich im Rahmen der Bilanzpolitik immer stellen müssen. Generell ist es der Wunsch, eine solide Bilanz gegenüber seinen Gläubigern abzugeben, ohne jedoch Ansprüche am Gewinn von Staat, Aktionären und Mitarbeitern befriedigen zu müssen. Die Konsequenz ist, dass eine Gewichtung der Einzelziele vorgenommen werden muss. Bilanzalternativen sind zu erstellen. Die Alternative mit dem höchsten Zielerreichungsgrad ist dabei auszuwählen.[6]

3.Möglichkeiten der Bilanzpolitik

Nachdem die Zielsetzung für die Bilanzpolitik geklärt ist, beschäftigt sich dieses Kapitel mit den Möglichkeiten um die genannten Ziele zu erreichen. Eine erste Art der Unterteilung ist möglich, indem man in sachverhaltsgestaltende- und darstellungsgestaltende Möglichkeiten unterteilt. Der Unterschied besteht hier, dass man mit den sachverhaltsgestaltenden Instrumenten die tatsachlichen Verhältnisse in der Bilanz ändert. Die darstellungsgestaltenden Möglichkeiten beschreiben wie das Abbild der realen Bilanz bzw. Situation in die Handelsbilanz, Steuerbilanz und generell hin zu den Adressanten gerichtet wird.[7]

Eine Möglichkeit der Unterteilung der Instrumente die im Rahmen der Bilanzpolitik zur Verfügung stehen ist in der Abbildung 1 aufgeführt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einteilung der Möglichkeiten der Bilanzpolitik[8]

3.1. sachverhaltsgestaltende Möglichkeiten / „Windowdressing“

Um in schwierigen Situationen trotzdem ein solides Bild eines Unternehmens nach außen hin abzugeben, haben sich unter dem Namen „Windowdressing“ einige Möglichkeiten aufgetan um kurz vor Bilanzstichtag eine Verschönerung der Bilanz vorzunehmen. Einige typische Beispiele sollen die sachverhaltsgestaltenden Möglichkeiten konkretisieren.

- Aufnahme eines Kredits vor dem Bilanzstichtag mit anschließender Tilgung kurz nach dem Bilanzstichtag. Ziel ist es hier, gegenüber den Adressaten der Bilanz liquide zu wirken.
- Einlage von Eigenkapital kurz vor dem Bilanzstichtag um eine höhere Eigenkapitalquote und eine höhere Liquidität zu signalisieren.
- Verkauf von Wirtschaftgütern kurz vor dem Bilanzstichtag um einen höheren Gewinn bzw. einen geringeren Verlust in der Handelsbilanz ausweisen zu können.
- Ebenso ist es möglich, den Verkauf von Wirtschaftsgütern erst kurz nach dem Bilanzstichtag auszuüben, um einen geringeren Gewinn ausweisen zu können. Ziel wäre hier die Steuerlast zu reduzieren.

3.2. darstellungsgestaltende Möglichkeiten

3.2.1 publizierende Möglichkeiten

Neben der Darstellung der Unternehmenssituation in der Handels- und Steuerbilanz, gibt es weitere Darstellungsmöglichkeiten, die unabhängig vom Bilanzstichtag und der eigentlichen Bilanz sind. Beispiele sind z.B. Quartalsberichte, Pressemitteilungen, Zwischenberichte oder Aktionärsbriefe. Diese Publikationen erlauben es, zwischen den Bilanzstichtagen Signale an die Adressaten der Bilanz abzusetzen. Bei größeren Konzernen hat sich die Abgabe von z.B. Quartalsberichten zum Standard etabliert.[9]

3.2.2 formelle Möglichkeiten

Im Rahmen der Handels- und Steuerbilanz gibt es weitere Möglichkeiten über die Darstellung Einfluss zu nehmen. Der Gesetzgeber hat hierzu Ausweiswahlrechte und Erläuterungswahlrechte erlassen. Die Ausweiswahlrechte betreffen einige Positionen im Jahresabschluss. Die Erläuterungswahlrechte beziehen sich auf den Anhang sowie dem Lagebericht. Hier geht es um die Form der Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.[10]

[...]


[1] Vgl. Schneider W., Unterrainer M. (2009); Seite 11

[2] Vgl. Bieg H., Kußmaul H. (2006); Seite 211-213

[3] Vgl. Schneider W., Unterrainer M. (2009); Seite 11

[4] Vgl. Schneider W., Unterrainer M. (2009); Seite 13

[5] Vgl. Schneider W., Unterrainer M. (2009); Seite 10-15

[6] Vgl. Schneider W., Unterrainer M. (2009); Seite 17

[7] Vgl. Wohlgemuth F.(2007), Seite 63 - 69

[8] Vgl. Hahn A., Merath C., Mann K, (2005), Folie 13

[9] Vgl. Lachnit L. (2004), Seite 70-71

[10] Vgl. Vollmuth (2008), Seite 284

Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640866731
ISBN (Buch)
9783640866472
Dateigröße
607 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168743
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
2,3
Schlagworte
möglichkeiten grenzen bilanzpolitik darstellung ansatz bewertungswahlrechten

Autor

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