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Demokratie im Bund und Land in der Klasse 10 der Realschule. Verstöße gegen Wahlgrundsätze, Passives und aktives Wahlrecht

Unterrichtsentwurf 2008 12 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

Gliederung:

1. Lerngruppenanalyse
1.1 Allgemeine Zusammensetzung
1.2 Besonderheiten der Lernleistung

2. Lernziele

3. Didaktisch-methodische Analyse

4. Verlaufsplanung

5. Literatur

Anhang

A Materialen und Ablauf für das Rollenspiel

B Erwartetes Tafelbild

Folie 1

2 a

2 b - Wahlrecht

1. Lerngruppenanalyse

1.1 Allgemeine Zusammensetzung

Die Klasse 10a setzt sich aus 21 Schülern (9 Mädchen und 12 Jungen) zusammen. Im neuen Schuljahr kamen vier neue Schüler dazu. Mona kam von einer anderen Schule, Robert, Sven und Michael von der hausinternen Institution „Produktives Lernen“. Sie haben dort ihren erweiterten Hauptschulabschluss absolviert und somit die Berechtigung erhalten, in der 10.Klasse einer Realschule unterrichtet zu werden.

Das Fach Sozialkunde wird mit zwei Stunden pro Woche unterrichtet. Der Unterricht findet dienstags in der 7. und montags in der 1.Stunde statt. Hier lassen sich schon einige Ableitungen zum Verhalten ablesen. Dienstags sind die Schüler der Klasse 10a viel aktiver, aber auch ablenkbarer. Montags in der 1.Stunde ist ihr Verhalten ruhiger und aufmerksamer. Die Klasse 10a ist sehr homogen, es gibt keine wirklichen Außenseiter, auch die Wiederholer Frank und Tim und die neuen Schüler haben sich in das Sozialgefüge integriert. Das Mitarbeitsverhalten ist unterschiedlich und wechselt oftmals von Stunde zu Stunde. Auf der einen Seite sind mit Janine, Paula, Mona, Simon, Robert und Xaver sechs Schüler in der Klasse, die durch eine hohe und qualitativ gute Mitarbeit auffallen, wobei dies aber auch themenabhängig ist. Nicht jeder dieser aufgezählten Schüler ist in allen Stunden aktiv am Unterricht beteiligt. Gerade die oben genannten Schüler Paula und Simon weisen diese Inaktivität gehäuft auf, in dem sie mit anderen Dingen beschäftigt sind.

Auf der anderen Seite gibt es Schüler, die gar nichts sagen, beziehungsweise nur selten den Unterricht aktiv mitgestalten. Bei Nina, Hans, Tamara, Charlotte, Torben und Robert ist eine ständige und aktive Mitarbeit im Unterricht selten, wobei sie aber auf Fragen seitens der Lehrerin Antworten finden und meist dem Unterrichtsgeschehen folgen. Konstantin, Tim und Sandro sind sehr schnell abgelenkt und versuchen, durch unangebrachte Kommentare und Gespräche Aufmerksamkeit zu erregen. Beim Ermahnen reagiert gerade Konstantin häufig sehr unangemessen. Insgesamt ist es eine nette und aufgeschlossene Klasse, auch wenn bei bestimmten Themen eine gewisse Unruhe entsteht. Kommentare, auch passend zum Thema, werden ohne Meldung eingeworfen. Allerdings entsteht daraus hin und wieder eine rege Diskussion zum Thema. Trotzdem weist die Lehrerin auf die Erforderlichkeit einer ordentlichen Meldung im Unterricht hin.

Um die Eigenverantwortlichkeit und das eigene Einschätzen der Leistungen zu schulen, bekommen die Schüler jede Stunde einen Laufzettel, auf denen sie selbst ihre eigene Mitarbeit in dieser Stunde bewerten sollen. Außerdem werden fehlende Materialien und Hausaufgaben notiert. Nach einigen Wochen wird mit Abgleichen meiner Notizen zur Mitarbeit eine Note vergeben. Nach ersten Beobachtungen sind viele Schüler sehr ehrlich in ihren Vermerken.

1.2 Besonderheiten der Lernleistung

Im Bereich der Sozialformen ist die Klasse an Partner- und an Gruppenarbeit gewöhnt und ist auch in der Lage, größtenteils gute Lernergebnisse zu erbringen. Besonders Mona, Janine, Robert und Simon übernehmen häufig die Leitung der Gruppenarbeit und bringen somit die anderen Schüler in ihrer Arbeit voran.

Insgesamt arbeitet die Klasse ruhig und konzentriert. Der Großteil der Schüler ist kooperativ, motiviert und zeigt Interesse am Fach und der Unterrichtseinheit. Die Lernbereitschaft im Unterricht ist gut, aber oftmals auch themenabhängig. Die Mitarbeit, die Lernbereitschaft und das damit verbundene Lerntempo sind bei den für die Klasse interessanteren Themen höher.

Im Gegensatz zur Klasse 10b ist die Klasse 10a viel motivierter, lernbereiter und erbringt gerade im mündlichen Bereich gute bis sehr gute Noten, dennoch ist ihre Lernbereitschaft zu Hause noch sehr gering. Hausaufgaben werden selten gemacht und die Ergebnisse in unangekündigten Tests sind unbefriedigend. Bei der Notenverteilung gibt es geringe Unterschiede, das Leistungsvermögen ist von sehr gut bis befriedigend einzustufen.

Leistungsstarke Schüler, die ihre guten Noten überwiegend in den schriftlichen Aktivitäten erreichen, sind Janine, Paula, Julius, Mona, Simon, und Xaver. Leistungsschwächere Schüler, die Noten zwischen 3 und 5 erreichen, sind Frank, Steven, Michael und Tim.

2. Lernziele

Die Lernziele für die gesamte Unterrichtseinheit ergeben sich aus den Forderungen der Rahmenrichtlinien. Dort wird die Möglichkeit angegeben, dass die Schüler die Bereitschaft entwickeln sollen, sich in politischen Zusammenhängen zurechtzufinden. Als Ziele für die heutige Stunde lassen sich die Folgenden formulieren:

Richtziel:

Entsprechend den Rahmenrichtlinien des Kultusministeriums des Landes Sachsen-Anhalt für die Sekundarschule sollen sich die Schüler in politischen Zusammenhängen zurechtfinden, und Chancen zur Einflussnahme in Gesellschaft und Politik erkennen und nutzen (vgl. RRL, 1999, S. S.10).

Grobziele:

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Fähigkeit und die Bereitschaft entwickeln, sich mit den Wahlgrundsätzen und dem aktiven und passiven Wahlrecht auseinanderzusetzen und deren Sachverhalte zu verstehen und zu analysieren.

Feinziele:

Kognitive Ziele

- Die Schülerinnen und Schüler können die Probleme in den einzelnen Darstellungen, die im Rollenspiel vorherrschend sind, erkennen und wiedergeben.
- Die Schülerinnen und Schüler können zur Ermittlung von Verstößen gegen die Wahlrechtsgrundsätze eine Problemfrage formulieren.
- Die Schülerinnen und Schüler können anhand 9des Rollenspiels die Verstöße gegen die Wahlgrundsätze erkennen, den Sachverhalt richtig stellen und den Wahlgrundsätzen zuordnen.
- Die Schülerinnen und Schüler kennen verschiedene politische Wahlen und können aktives und passives Wahlrecht unterscheiden.

3. Didaktisch-methodische Analyse

Nach der Begrüßung und kurzen Einführung in die Thematik wird als Einstieg in die Stunde ein Rollenspiel von drei Schülern aus der Klasse dargestellt. Als „Klein-Methode“ eignet sich das Rollenspiel vor allem als motivierender Einstieg in eine Thematik (vgl. Massing, Wochenschauverlag). Es soll die Schülerinnen und Schüler motivieren, aber auch die Sache selbst, das zu untersuchende Problem, darstellen. Dieser Einstieg in die Thematik „Wahlgrundsätze“ soll den Sachverhalt vorstellen und die Aufgaben erkennen lassen, um die es in der heutigen Stunde gehen wird. Die Schülerinnen Mona und Janine und der Schüler Robert sind hierbei die Akteure des Rollenspiels. In der letzten Stunde erhielten sie die benötigten Informationen dafür. Vor dem Beginn des Rollenspiels erhält der Rest der Klasse die Aufgabenstellung. Die Schüler sollen sich das Rollenspiel anschauen und erkannte Probleme erkennen und notieren. Die Hausaufgabe, die sie zu dieser Stunde aufhatten („Welche Wahlgrundsätze gibt es?“), soll ihnen dabei behilflich sein. Das Rollenspiel konfrontiert die Lernenden mit einer Problemsituation zu den Wahlgrundsätzen. Die Darsteller des Rollenspiels zeigen Verstöße gegen diese Grundsätze an. Im Folgenden wird darauf hingewiesen, dass die Problemlage erkannt wurde und zuerst eine Fragestellung zur Thematik gestellt werden soll. Dies soll die Schüler dazu bringen, Fragestellungen zu selbst erkannten Problemen zu finden. Wenn die Hausaufgabe ordentlich erfüllt wurde, dürfte diese Phase kein Problem darstellen. Eine mögliche Frageformulierung wäre diese: „Gegen welche Wahlrechtsgrundsätze wird im Rollenspiel verstoßen?“. Im weiteren Verlauf wird die Frage an der aufgeklappten linken Tafelseite notiert. Die selbst formulierte Frage wird daraufhin in einem Schüler-Lehrer-Gespräch von den Schülern beantwortet und die genannten fünf Wahlgrundsätze werden von der Lehrerin untereinander an die Tafel geheftet. Dabei wird auf eine Reihenfolge geachtet, so dass beim späteren Erläutern, von der Folie aus, die Wahlgrundsätze schnell und dargestellt werden können. Die Abfolge an der Tafel gleicht sich mit der Reihenfolge auf der Folie, die bei der Ergebnissicherung aufgelegt wird.

Um die Verstöße gegen die Wahlgrundsätze aus dem Rollenspiel zu erläutern und zu analysieren, wird ein Schüler oder eine Schülerin an die Tafel kommen und in einem Schüler-Schüler-Gespräch die gesehenen Verstöße nennen und dem Wahlgrundsatz zuordnen, in dem sie die richtigen Angaben hinter die Wahlgrundsätze schreibt. Der Wahlgrundsatz „unmittelbar“ wird hierbei nicht berücksichtigt werden können, da gegen diesen Wahlgrundsatz nicht verstoßen wurde. Er wird bei der Auswertung genannt und bei der Ergebnissicherung erläutert. Beim Schüler-Schüler-Gespräch übernehmen die Schüler die Moderatorenrolle und ihre fachbezogene Sprachkompetenz entwickelt sich dabei weiter. Zu einer Ergebnissicherung wird nach jedem Erläutern eines Verstoßes gegen einen Wahlgrundsatz, dieser Grundsatz auf einer Folie noch einmal von der Lehrerin genauer erläutert. Dieses Vorgehen dient einerseits zur weiteren Kontrolle der Richtigkeit der Ausführungen und zu einer Sicherung der genannten Fakten. Diese schriftlichen Erläuterungen werden nicht abgeschrieben, da die Lernenden dies als Hausaufgabe erteilt bekommen hatten. Hierbei wird der Hinweis gegeben, dass diese Fakten im Hefter stehen sollen. Dies wird in der nächsten Stunde kontrolliert. Da der Overheadprojektor vor der Tafel aufgebaut ist und der oder die Lernende vor der Tafel steht, ist eine unkomplizierte und schnelle Auflistung der Wahlgrundsätze, die auf der Folie notiert sind, nötig. Daher wurde auf die gleiche Anordnung der Wahlgrundsätze an der Tafel und auf der Folie geachtet.

Um den Schülerinnen und Schülern einen Überblick über politische Wahlen zu geben, wird wiederum das Rollenspiel miteinbezogen. Es war dort nicht erkennbar, um welche politische Wahl es sich gehandelt hat, so dass die Frage gestellt wird, für welche politische Wahl die Schülerin ihre Stimme abgegeben habe. An Hand einer Folie wird dies übersichtlich dargestellt, auf dem ein Diagramm die verschiedenen politischen Wahlen aufzeigt, bei dem der deutsche Bürger wählen kann. Zuerst sind die einzelnen Felder frei, die dann durch – Europaparlament, Bundestagswahl, Landtagswahl und Kommunalwahlen (Stadtrat, Gemeinderat, Kreistag, Oberbürgermeister und Bürgermeister) ausgefüllt werden. Hier wird auf das Vorwissen der Schüler eingegangen, so dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass das Feld „Europaparlament“ erkannt wird. Dies wird gegebenenfalls von der Lehrerin erläutert. Um die Lernenden zur Thematik „aktives und passives Wahlrecht“ hinzuführen, wird die Frage gestellt, ob sich die Wählerin auch selber wählen könnte. Es gibt sowohl ein aktives Wahlrecht als auch ein passives Wahlrecht. Menschen mit aktivem Wahlrecht dürfen wählen, Menschen mit passivem Wahlrecht können gewählt werden. Bei einem Lehrer-Schüler-Gespräch werden die Kenntnisse und Begriffserklärungen zusammen getragen. Die Begriffserklärung wird dabei auf einer Folie verdeutlicht. Mindest-und Höchstalter werden bei den Wahlrechten kurz angedeutet, so dass ein Überblick gegeben ist. Beide Thematiken (politische Wahlen, aktives und passives Wahlrecht) werden in den Hefter abgeschrieben. Die Stunde wird nach dem Abschreiben des Tafelbildes und einer Zusammenfassung pünktlich beendet.

4. Verlaufsplanung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Literatur

- Kretschmer, H. & Stary, J. (1998). Schulpraktikum. Eine Orientierungshilfe zum Lehren und Lernen. Berlin.

- Kultusministerium der Landes Sachsen- Anhalt (1999). Rahmenrichtlinien Sekundarschule Schuljahrgänge 8 – 10 Sozialkunde. H. John. Halle (Saale).

- Massing, P.(1995) Das Rollenspiel im Sozialkundeunterricht. In: http://www.wochenschau-verlag.de/downloads/Rollenspiel_2.pdf (Zugriff am 25.10.2008)

- Aktives und Passives Wahlrecht: In: http://www.wahlrecht.de/lexikon/aktive.html (Zugriff am 25.10.2008)

- Politische Wahlen: In: http://www.bundesrepublik.org/Politik/Wahlen/0/DETAILS/Wahlen,+Wahlrecht+und+Wahlsysteme+-

+umfangreiche+Informationen+bei+wahlrecht.de/(Zugriff am 25.10.2008)

- Stimmzettel: In: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Bundestagswahl_05_stimmzett.jpg (Zugriff am 26.10.2008)

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Details

Seiten
12
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783668250383
ISBN (Buch)
9783668250390
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168831
Note
2
Schlagworte
Politik passives Wahlrecht aktives Wahlrecht Demokratie Wahlgrundsätze

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Titel: Demokratie im Bund und Land in der Klasse 10 der Realschule. Verstöße gegen Wahlgrundsätze, Passives und aktives Wahlrecht