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Nationale Wohlfahrtsgewinne durch Freihandel

Theoretische Begründung anhand eines ausgewählten Beispiels

Seminararbeit 2009 11 Seiten

VWL - Außenhandelstheorie, Außenhandelspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1. Was ist Freihandel?

2. Das Ricardo Theorem
2.1 Das Prinzip des komparativen Vorteils
2.2 Wohlfahrtswirkungen

3. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Das Zeitalter der Globalisierung ist insbesondere seit den 80er Jahren von einer stetigen Vernetzung der internationalen Handelsströme geprägt. Dies umfasst eine zunehmende Interdependenz von Güter-, Faktor sowie Finanzmärkten im weltweiten Maßstab. Alleine der reale internationale Handel ist im Zeitraum von 1950 bis 2000 um ein Zwanzigfaches gestiegen. Dieser Prozess kann ins­besondere auf die Liberalisierung des internationalen Güter- und Kapitalver­kehrs zurückgeführt werden.[1] Durch die somit üblicherweise entstehende Ar­beitsteilung zwischen Volkswirtschaften bietet sich für Länder, die an diesem Handel teilhaben die Chance zur Steigerung deren Wohlfahrt, also zur Erhö­hung des Nutzens der Marktakteure. Im ökonomischen Sinne versteht man dabei unter Wohlfahrt die Summe aus Produzenten- und Konsumentenrente. Als Konsumentenrente wird der Gewinn bezeichnet, den Verbraucher erzielen, wenn sie ein Gut am Markt kaufen. Er ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Wert, den ein Konsument einem Gut beimisst und dem Preis, den er tat­sächlich für das Produkt entrichtet. Analog dazu beschreibt die Produzenten- rente den Unterschied zwischen Verkaufspreis und Kosten eines Gutes.[2]

Allerdings birgt die verstärkte Liberalisierung auch Risiken, welche Staaten dazu veranlassen, ihre Binnenwirtschaft durch protektionistische Maß­nahmen zu schützen und damit den Freihandel einzuschränken. Dieser Weg wird jedoch von vielen Ökonomien kritisiert. Angesichts dessen stellt sich die Frage, welche Ursachen es für den Güterhandel zwischen Volkswirtschaften gibt und ob einzelne Länder aus dem Import bzw. Export von Gütern- und Dienstleistungen einen Nutzen ziehen können. Vor diesem Hintergrund be­schäftigt sich die vorliegende Arbeit mit der Erklärung von Wohlfahrtsgewin- nen durch Freihandel. Dies geschieht auf der Grundlage der traditionellen Au­ßenhandelstheorie nach David Ricardo. Somit wird im Anschluss an eine kurze Definition des Freihandels auf allgemeine Aussagen des Ricardo-Theorems eingegangen, um dann dessen Funktionsweise mit Hilfe eines Zahlenbeispiels genauer zu erläutern und zu fundieren. Letztendlich soll gezeigt werden, wie im Modell des komparativen Vorteils alle am Freihandel beteiligten Staaten davon profitieren. Schließlich wird nach einer Zusammenfassung der Haupt­aussagen dieser Arbeit die ricardianische Theorie kurz hinsichtlich ihres Nut­zens für die Realität überprüft sowie mögliche Kritikpunkte aufgezeigt.

1. Was ist Freihandel?

Unter Freihandel wird im Allgemeinen ein internationaler Waren- und Dienst­leistungsverkehr verstanden, „(...) der keinerlei Zollschranken oder anderwei- tigen (z.B. mengenmäßigen) Handelsbeschränkungen unterliegt.[3] “ Demnach muss vollständige Handelsfreiheit zwischen Staaten gewährleistet sein. Der Freihandel ist das Pendant zum Protektionismus und entstand auf Grundlage des Wirtschaftsliberalismus im Anschluss an die Zeit des Merkantilismus.[4] In der heutigen Zeit wird versucht, den Freihandel, durch so genannte Freihan­delsabkommen - wie etwa die nordamerikanische (NAFTA - North American Free-Trade Agreement) oder europäische Freihandelszone (EFTA - European Free trade Association) - zu fördern.[5]

2. Das Ricardo Theorem

Eine der wichtigsten Ursachen für den Güteraustausch zwischen Staaten stellen Preisunterschiede dar. Die im Folgenden erläuterte fundamentale Theorie zur Analyse von Außenhandelsgewinnen stützt sich auf eben diese Preisunter­schiede.[6] Sie geht auf den englischen Ökonomen David Ricardo (1772 - 1823) zurück. Dieser geht davon aus, dass relative Preisunterschiede auf relative Kos­tenvorteile zurückzuführen sind und diese wiederum aus unterschiedlichen Produktivitäten des Faktors Arbeit resultieren.[7] Das Hauptkonzept ist hierbei die Theorie des komparativen Vorteils, welche im Folgenden näher erläutert werden soll. Als Grundlage dieses Modells gilt Ricardo’s Werk „On the Prin­ciples of Political Economy, and Taxation”.[8] Es wird somit nachfolgend aufge­zeigt, dass internationaler Freihandel - durch Spezialisierung von Staaten - die Wohlfahrt aller steigert, wenn sich jedes Land auf die Produktion jenes Gutes spezialisiert, bei dessen Herstellung es den komparativen Vorteil besitzt:

„ Under a system ofperfectly free commerce, each country naturally devotes its capital and labour to such employments as are most beneficial to each. This pursuit of individual advantage is admirably connected with the universal good of the whole“[9]

Die ausführliche Bedeutung dieses Zitats soll im Folgenden näher erläutert werden.

2.1 Das Prinzip des komparativen Vorteils

Das Prinzip des komparativen Vorteils besagt,[10] dass ein Land bei der Produkti­on eines Gutes dann über einen solchen Vorteil verfügt, wenn die Opportuni­tätskosten für die Produktion dieses Gutes (gemessen in anderen Gütern) ge­ringer sind als in einem anderen Land.[11]

Zur genaueren Erläuterung dieses Prinzips, um anschließend im Rah­men des Ricardo-Modells eine Analyse durchzuführen, sind gewisse Vereinfa­chungen notwendig. Deshalb betrachtete Ricardo nur zwei Länder, welche im nachfolgend als Inland und Ausland bezeichnet werden. Des Weiteren kann jedes Land zwei Güter - hier sollen es Tuch und Wein sein - herstellen. Der technologische Stand eines Landes sowie die Produktionskosten[12] können nach Ricardo durch Arbeitskoeffizienten ausgedrückt werden. Schließlich wird an­genommen, dass es nur einen Produktionsfaktor, den Faktor Arbeit, gibt. Der Gesamtbestand des Faktors Arbeit (L) ist dabei gegeben und konstant. Tabelle 1 zeigt illustrative Daten.

[...]


[1] Vgl. Rübel, Gerhard: Grundlagen der realen Außenwirtschaft. München 2004, S. 1-3.

[2] Vgl. Vernunft Schweiz. Die neutrale Informationsplattform: Lexikon: Wohlfahrt.

[3] Bundeszentrale für politische Bildung. Lexikon: Freihandel.

[4] Vgl. Meyers Lexikon online: Freihandel.

[5] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung. Lexikon: Europäische Freihandelszone (EFTA) und Nordamerikanische Freihandelszone (NAFTA).

[6] Vgl. Rübel, Gerhard: Grundlagen der realen Außenwirtschaft. München 2004. S. 12/20.

[7] Vgl. Rübel, Gerhard. 2004. S. 20.

[8] Ricardo, David: Über die Grundsätze der Politischen Ökonomie und der Besteuerung. Mar­burg 1994. vii.

[9] Cunningham Wood, John (Hrsg.): David Ricardo. Critical Assessments. London. 1991. S. 36.

[10] Vgl. im Folgenden (wenn nicht anders gekennzeichnet): Krugman, Paul R./ Obstfeld, Mau­rice. 2004. S. 38 ff.

[11] Vgl. Krugman, Paul R./ Obstfeld, Maurice. 2004. S. 39.

[12] Vgl. Samuelson, Paul A./ Nordhaus, William D.: Volkswirtschaftslehre. Das internationale Standardwerk der Makro- und Mikroökonomie. Landsberg a. Lech 2007. S. 423.

Details

Seiten
11
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640867547
ISBN (Buch)
9783640868148
Dateigröße
410 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168838
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,7
Schlagworte
Wohlfahrt Freihandel Ricardo-Theorem komparativer Vorteil

Autor

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