Lade Inhalt...

Le télétexte d'ARTE en France et en Allemagne

Ein Überblick über das Medium „Videotext“ und ein Vergleich zwischen den Programmteilen des deutschen und des französischen ARTE-Videotextes vom übersetzungswissenschaftlichen Standpunkt aus

Hausarbeit (Hauptseminar) 2008 26 Seiten

Dolmetschen / Übersetzen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Abrégé

1. Einleitendes
1.1. Begründung der Themenwahl
1.2. Forschungsstand.
1.3. Sprachregelung
1.4. Untersuchungsgegenstand.

2. Allgemeines zum Thema Videotext
2.1. Definition
2.2. Geschichte des Videotextes in Deutschland undFrankreich im Vergleich
2.3. Funktionen des Videotextes und seine Nutzer
2.4. Konventionen

3. Der ARTE-Teletext

4. Angewandter Textvergleich
4.1. Einleitende Anmerkungen zum Vorgehen und Datenmaterial
4.2. Struktur
4.3. Themenauswahl
4.4. Konventionen
4.5. Präsuppositionen
4.6. Zusammenstellungder Unterschiede

5. Fazit und offene Fragen

6. Bibliographie

0. Abrégé

Le télétexte, allemand « Videotext », n'est pas un texte au sens propre. Il contient des informations, des services et des divertissements. Le télétexte d'ARTE surtout est un télétexte qui s'adresse aux spectateurs de la dite chaîne. Il contient - à part les nouvelles de la politique et de la culture et les information internes - une large service des informations sur la programme d'ARTE. Deux jours (aujourd'hui et demain) sont présentés en détail (des tableaux de programme plus les descriptions), les autres sept jours à venir sont seulement présentés sous la forme des tableaux. C'est tout valable pour le télétexte français comme le télétexte allemand. Ainsi, ce texte discute les différences entre la partie de la programme des télétextes d'ARTE France et d'ARTE Deutschland après expliquant l'histoire du télétexte durant plus que 30 ans et son rôle dans le monde des médias. Ce mémoire va constater que les télétextes d'ARTE sont différents des autres, que les descriptions des programmes dépendent de la « proximité culturelle » et que la rédaction d'un télétexte est une sorte de traduction.

1. Einleitendes

1.1. Begründung der Themenwahl

Immer wieder wird kolportiert, dass die konventionellen Medien wie der Rundfunk tot seien. Das Internet sei jetzt das Maß aller Dinge und die Königin der Informationsver­mittlung. Aber genauso wenig wie mit der Durchdringung des Alltags durch das Auto­mobil das Fahrrad seine Existenzberechtigung verlor, wird genauso wenig auch der Vi­deotext verschwinden, nur weil das Internet in der Technik und Verbreitung jenem überlegen ist. Deswegen ist es angebracht, über das Stiefkind der Medienforschung im Rahmen einer Seminararbeit zu schreiben.

1.2. Forschungsstand

Da Videotext einen breiten Rahmen für interdisziplinäre Auseinandersetzung bietet und die Verbreitung mit 83,6 % im Jahre 2002 eine beachtliche Dimension erreicht hatte[1], würde man annehmen, dass die Wissenschaft das Thema ausgiebig untersucht hat. Das Gegenteil ist aber wahr. Eine WebOPAC-Suchanfrage bei der Universitätsbi­bliothek Leipzig nach den Stichworten „Videotext“, „Teletext“, „Télétexte“, „Fern­sehtext“ oder „Bildschirmzeitung“ ergab insgesamt nur 14 Treffer. Eine Suchanfrage nach dem alleinigen Schlagwort „Internet“ hingegen 2759 Einträge.[2] Eine Suche bei der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek mit den erwähnten Schlagworten exklusive „Bildschirmzeitung“ blieb ergebnislos.Eine Suche nach „Internet“ brachte 42 Ergeb­nisse.[3] Interessant ist auch der Vergleich der deutschen und der französischen Quellen­lage. Hier stellt man fest, dass es im Deutschen um ein Vielfaches besser aussieht als im Französischen.[4] Linguistische oder gar translatologische Arbeiten sind praktisch nicht vorhanden. Deswegen ist die hier vorzunehmende Beschäftigung mit diesem Thema geboten.

1.3. Sprachregelung

Wie die Vielzahl an Suchworten zeigt, gibt es nicht die eine Bezeichnung im Deut­schen für das, was Thema dieser Arbeit ist. Die offizielle Bezeichnung in Deutschland ist in der DIN-Norm 45060 A 3 geregelt: „Fernsehtext“; allerdings ist dieser Terminus uneindeutig.[5] Dagegen ist „Bildschirmzeitung“ eine von den Zeitungsverlagen Ende der 70er geprägte Bezeichnung mit einer Aussage über die Einordnung in die Medien­landschaft.[6] „Teletext“ wiederum ist die logische Anwendung der griechischen Vorsil­be „tele“[7] und zugleich der technische Terminus[8]. Die Benennung „Videotext“ ist ei­gentlich eine Interferenz aus dem Englischen[9] und in Deutschland der Verständlichkeit und Eindeutigkeit halber[10] als Bezeichnung für den ersten Dienst seiner Art von ARD/ZDF übernommen[11]. Es ist aber gleichzeitig auch die im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch häufigste Benennung[12]. Auch wenn diese nicht absolut korrekt ist, wird sie aufgrund der immensen Verbreitung zur Vereinfachung in dieser Arbeit ver­wendet. Dass ARTE seinen Videotext im Deutschen „Teletext“ nennt, ist wohl mit dem Bemühen des Senders um Einheitlichkeit zu erklären. Denn im Französischen ist die Bezeichungsproblematik unkompliziert, dort heißt er einfach„Télétexte“.[13] Die Be­zeichnung „Vidéotexte“ ist vorrangig außerhalb Frankreichs und in veralteten Kontex­ten zu finden und insgesamt von marginaler Bedeutung.[14] Wenn in dieser Arbeit also explizit vom Videotext des Senders ARTE gesprochen wird, dann wird er auch ARTE­Teletext genannt. Viele Sender (und gelegentlich auch der Volksmund) haben schließ­lich noch die schlichte Bezeichnung „Text“ parat (z. B. ZDFtext).[15] Darauf wird aber hier aus wissenschaftlichen Gründen verzichtet. Die einzelnen Elemente des Videotex­tes werden als „Seiten“ wie auch als „Tafeln“ bezeichnet.[16] Der Autor verwendet die auch in anderen Medien übliche und daher weniger exotische Benennung „Seite“.

1.4. Untersuchungsgegenstand

Das Ziel dieser Seminararbeit soll nun sein, das Wesen und die Geschichte des Video­textes im Allgemeinen zu skizzieren, den ARTE-Teletext darin einzuordnen, jeweils einen kulturellen Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland in diesem Bereich aufzuzeigen und anschließend das Hauptaugenmerk auf einen exemplarischen Textver­gleich zwischen den deutschen und den französischen Programmseiten (Videotextsei­ten 3xx[17] für Deutschland, Seiten 4xx für Frankreich) zu richten. Hierbei soll ein über­setzungswissenschaftlicher Blickpunkt vorausgesetzt werden.

2. Allgemeines zum Thema Videotext

2.1. Definition

Natürlich sollte erst einmal geklärt werden, was das eigentlich ist, der Videotext. Der ehemals für den ARD/ZDF-Videotext Verantwortliche Alexander Kulpok legte 1984 folgende Beschreibung vor:

„Ein Dienst mit fortlaufender Kurzinformation zur Programmbegleitung und Programmergänzung des Fernsehens - nicht flüchtig wie das gesprochene Wort oder das bewegte Bild, sondern dauertüchtig.“[18]

Zugegebenermaßen ist dies keine ausreichende Definition, doch im Kern spiegeln sich die wichtigsten Aspekte in diesem Zitat wider. „Fortlaufend“ bedeutet, dass es zu be­liebiger Zeit aktualisiert werden kann und dies im eingeschränkten Maße (von Sender zu Sender unterschiedlich) auch wird. „Programmbegleitung“ zielt auf die Programm­informationen, -hintergründe und Untertitelungsangebote ab, „Programmergänzung“ auf das Angebot, das mit dem Fernsehprogramm weniger zu tun hat, wie Aktienkurse im Detail, Kulturtipps und Telefontarife. „Dauertüchtig“ bedeutet natürlich, dass es un­ter Voraussetzung von entsprechender technischer Ausstattung und im Normalfall ein­geschaltetem Fernseher allzeit verfügbar ist. Allein der technische Aspekt, durch den sich der Videotext erheblich von anderen Diensten unterscheidet (Austastlücke[19] ), und der Hinweis auf die Sender[20] fehlen hier.

2.2. Geschichte des Videotextes in Deutschland und Frankreich im Vergleich Der Videotext ist eine britische Erfindung, genauer gesagt die des öffentlich-rechtli­chen Rundfunksenders BBC in den 70er Jahren. BBC entwickelte auch den techni­schen Standard Ceefax. Videotext wurde möglich, da man im Fernsehsignal eine Frei­zeile gefunden hat, die sogenannte Austastlücke.[21] [22] Auf eine breitere technische Dar­stellung sei in dieser Arbeit verzichtet. Nach Deutschland kam die Erfindung 1980 im Rahmen eines Feldversuchs der öffentlich-rechtlichen Vollprogramme ARD und ZDF.

Innerhalb weniger Jahre hat sich das neue Angebot bei den Öffentlich-Rechtlichen durchgesetzt (WDR kam 1983 hinzu[23], dann sukzessive die anderen Dritten Program­me, 3sat folgte 1990[24] ), bei den Privaten erst Anfang der 90er[25]. Heutzutage kommt in Deutschland kaum ein Sender ohne Videotext aus, sei er noch so klein. Die Abgesänge auf den Videotext haben sich bis heute nicht erfüllt, es gibt keinen einzigen dem Autor bekannten Fall, wo ein Fernsehsender seinen Videotextdienst eingestellt hat. Im Ge­genteil, seit 2000 haben Das Erste und das ZDF sogar ihren gemeinsamen Videotext­dienst aufgespaltet und betreiben nunjeweils ein selbständiges Angebot.[26] Einige Digi­talprogramme der zwei Öffentlich-Rechtlichen, wie EinsFestival, haben sogar einen ei­genen, wenn auch nur im Programmteil angepassten Videotext. Nun hat seit einigen Jahren der Videotext auch weitere Verbreitungswege gefunden und findet sich neben dem Angebot im Fernsehen auch im Internet (so bei den großen Sendern wie ARD oder Pro7 oder kleineren wie 3sat) und auf dem Handy (WAP, z. B. ARD).[27] In Frank­reich verlief die Geschichte etwas anders. Man wollte, ähnlich wie heute bei Google, eine Alternative zum angelsächsischen Modell bieten und entwickelte einen eigenen Standard (Antiope).[28] Doch konnte sich dieses System nicht durchsetzen, da sich außer Frankreich alle Länder auf das britische System verlassen haben und Frankreich schließlich nachgeben musste.[29] Erste Videotextangebote gab es in Frankreich schon 1978, doch erst 1980 folgte das Angebot eines größeren Senders[30].

[...]


[1] Vgl. Lucht, Jens: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk: ein Auslaufmodell? Grundlagen — Analysen — Perspektiven, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006, S. 140.

[2] SuchanfTagen auf http://ubdbs.ub.uni-leipzig.de/libero/WebOpac.cls am 16.11.2008 undam 7.12.2008.

[3] Suchanfrage auf http://rzblx1.uni-regensburg.de/ezeit/fl.phtml?bibid=UBL am 16.11.2008 und am 7.12.2008.

[4] Eine Suchanfrage bei Google Scholar ihttp://scholar,google.de bzw. r...l.frl. einem Suchservice für wissen­schaftliche Arbeiten, ergab am 20.11.2008 für französischsprachige Dokumente 289 Treffer, für deutschspra­chige dagegen mehr als viermal soviel (1350 Treffer).

[5] Vgl. Faatz, Michael: Zur Spezifik des Fernsehtextes. Eine Untersuchung zu Inhalten, Präsentationsformen und Perspektiven - dargestellt anhand des MDR-Textes und des Sat.1-Textes, Köln: Teiresias-Verlag 2001, S. 18.

[6] Vgl. Götz, Günter: Der Markt für Videotext. Konsequenzen für Zeitungsbetrieb und Pressevielfalt,

Düsseldorf: Droste Verlag 1980, S. 104.

[7] D.h., wenn Fernsehen Television ist, ist Fernsehtext auch Teletext.

[8] Vgl. Bochat, Silke: Fernsehtext. Das Informationsmedium - Entwicklung, Technik, Zukunft, in: http://www.- silke-bochat.de/fernsehtext/2/2-1/. aufgerufen am 19.11.2008.

[9] Vgl. An, Jae-Hyeon: Fernlesen im Vormarsch. Formen, Inhalte und Funktionen des Videotextes, Münster: LIT Verlag 1997, S. 27.

[10] Damals war noch das Wort „Teletex“ aktuell, das Dienste, zu denen auch der Videotext gehört, zusammen­fasste.

[11] Vgl. Bochat, a. a. O.

[12] Eine Suchanfrage auf http://www.google.de am 19.11.2008 ergab für„Videotext“ auf deutschsprachigen Seiten 1.600.000 Treffer, für „Teletext“ immerhin noch 945.000 Treffer, für „Bildschirmzeitung“ überra­schende 17.300, was aber wohl auf die Vielseitigkeit des Wortes zurückzuführen ist, und für „Fernsehtext“ le­diglich 7.260 Treffer.

[13] Alle großen französischsprachigen Fernsehsender nennen ihren Videotext „Télétexte“. Eine Suche auf http://www.google.de mit Sprachfilter „französisch“ ergab 1.370.000 Treffer.

[14] Eine Suche auf http://www.google.de nach „Vidéotexte“ ergab am 29.11.2008 lediglich 15.200 Treffer.

[15] Eine Suchanfrage im Internet erscheint bei diesem Wort natürlich als wenig zielführend.

[16] Vgl. z. B. Bochat, http://www.silke-bochat,de/fernsehtext/3/3-4/.

[17] x=0...9

[18] Faatz: a. a. O., S. 24.

[19] Siehe Punkt 2.2.

[20] Nämlich im wahrsten Sinne die Sender, die Fernsehsender.

[21] Vgl. Faatz, a. a. O., S. 18. Beim digitalen Fernsehen spielt dies keine Rolle mehr.

[22] Vgl. ebd., S. 22.

[23] Vgl. ebd., S. 23.

[24] Vgl. Bochat, http://www.silke-bochat.de/fernsehtext/2/2-1/.

[25] Vgl. ebd.

[26] Vgl. ebd.

[27] Vgl. ebd., http://www.silke-bochat.de/fernsehtext/3/3-5/.

[28] Vgl. France 3 - Teletexte, in: http://www.france3.fr/teletexte/presentation/6500367-fr.php. aufgerufen am 20.11.2008. Außerdem gab es noch ein kanadisches und ein japanisches System, die aber in unserem Zusammenhang keine Rolle spielen sollen. Vgl. Ebd., http://www.france3.fr/teletexte/historique/7370325- fr.php.

[29] Vgl. Faatz: a. a. O., S. 19.

[30] Vgl. France 3, http://www.france3.fr/teletexte/historique/7370325-fr.php.

Details

Seiten
26
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640869244
ISBN (Buch)
9783640869497
Dateigröße
2.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168905
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Institut für angewandte Linguistik und Translatologie
Schlagworte
ARTE Kultursender deutsch-französsich Fernsehen Videotext Teletext Übersetzen

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Le télétexte d'ARTE en France et en Allemagne