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Johann Hinrich Wichern und die Anfänge der Diakonie als Thema des evangelischen Religionsunterrichts der Sek. I

Bachelorarbeit 2008 40 Seiten

Theologie - Religion als Schulfach

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sachanalyse des Themas
2.1 Diakonie und Innere Mission - Begriffsklärung und biblischer Hintergrund
2.2 Johann Hinrich Wichern
2.2.1 Zeitgeschichtliche Einordnung
2.2.2 Das Leben J.H. Wicherns
2.2.3 Wichern und das Rauhe Haus
2.2.4 Die Rede Wicherns zur Inneren Mission auf dem Wittenberger Kirchentag
2.3 Weitere einflussreiche Personen der Diakonie
2.3.1 Theodor Fliedner
2.3.2 Friedrich von Bodelschwingh
2.4 Diakonie in der NS-Zeit
2.5 Diakonie Heute - In Münster

3. Didaktische Analyse des Themas

4. Methodische Analyse des Themas

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden Bachelorarbeit wird das Thema „Johann Hinrich Wichern und die Anfänge der Diakonie“ für den ev. Religionsunterricht nutzbar gemacht werden. Dieses kirchengeschichtliche Thema wurde gewählt, da den Schülerinnen und Schülern mit dessen Hilfe ein Vorbild im sozialen Handeln präsentiert werden kann. Des Weiteren kann dieses Thema christliche Wurzeln sozialen Handelns aufzeigen und zur Nächstenliebe motivieren. Die Nutzbarkeit soll durch eine Dreiteilung erreicht werden. Im ersten Teil wird das Thema und dessen Bestandteile ausführlich aufgearbeitet. Es werden die Begriffe „Diakonie“ und „Innere Mission“ geklärt und in den biblischen Hintergrund eingebettet. Im Anschluss wird die Person Johann Hinrich Wichern dargestellt. Dabei wird auf die Zeitgeschichte, das Leben und das Wirken der Person eingegangen. Dadurch entsteht ein möglichst komplettes Bild. Anschließend werden kurz die Personen Theodor Fliedner und Friedrich von Bodelschwingh vorgestellt, um die vielfältigen Wirkungsweisen der diakonischen Arbeit zu verdeutlichen. Zum Ende der Sachanalyse wird noch auf die weitere Geschichte der Diakonie eingegangen und das Diakonische Werk Münster kurz skizziert, um einen Ortsbezug zu schaffen. Der zweite Schritt besteht in der didaktische Analyse. In diesem Teil der Arbeit geht es darum, das Thema mit der Schule in Verbindung zu bringen. Da es sich um ein kirchengeschichtliches Thema handelt, könnte es der Fall sein, dass die Schülerinnen und Schülern zu Beginn nicht richtig motiviert sind. Dies gilt es durch einen interessanten Unterricht, in dem auf die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen eingegangen wird, zu ändern. Im letzten Schritt der Arbeit wird das Thema „Johann Hinrich Wichern und die Anfänge der Diakonie“ einer sechsstündigen Unterrichtseinheit, als Thema zu Grunde gelegt.

2. Sachanalyse des Themas

In der folgenden Sachanalyse wird der Unterrichtsgegenstand „Johann Hinrich Wichern und die Anfänge der Diakonie“ eingehend erläutert. Nicht alles, was hier fachlich vorbereitet wird, findet Eingang in den Unterrichtsentwurf, da es den Umfang einer Unterrichtseinheit sprengen würde. Die gründliche Vorbereitung, dient der fachlichen Vorbereitung der Lehrkraft Bearbeitet werden Themen, die das Verständnis des Unterrichtsgegenstandes fördern.

2.1 Diakonie und Innere Mission - Begriffsklärung und biblischer Hintergrund

Zu Beginn der thematischen Orientierung werden zunächst die Begriffe „Diakonie“ und „Innere Mission“ näher beleuchtet, um das weitere Verständnis zu sichern. Dies ist unbedingt notwendig, um die weitere Thematik zu verstehen. Der Begriff „Diakonie“ hat seine Wurzeln im griechischen Wort diakon í a1 . Es bezeichnet den Akt des Dienens oder des Helfens, sowie das damit verbundene Amt. Außerdem wird es heute auch als Bezeichnung für die organisierte Form diakonischen Handelns im Rahmen der Evangelischen Kirche gebraucht. Der Begriff erscheint im Neuen Testament und bezieht sich zu Beginn nur auf den erbrachten Dienst als solchen. Später wird Jesus als Diakon bezeichnet, der auf die Erde kommt, um den Menschen zu dienen. Der Text des Lukasevangeliums überliefert, das Jesus sich beim letzten Abendmahl als Diener bezeichnet hat. In der urchristlichen Gemeinde wird Diakonie mehr und mehr als spezifisches Amt verstanden. Die Diakone haben die Aufgabe sich um die sozial Bedürftigen der Gemeinde zu kümmern2. In Apostelgeschichte 6,1 werden zum Beispiel Witwen als Bedürftige genannt, die sonst bei der täglichen Versorgung nicht beachtet wurden. Im weiteren Verlauf des Kapitels werden nicht nur Diakone ausgewählt, sondern auch der Dienst der Verkündigung und der Dienst an Bedürftigen beziehungsweise der Dienst der Versorgung werden voneinander getrennt. In der Apostelgeschichte werden die für die Bedürftigen zuständigen, jedoch noch nicht explizit als diákonoi bezeichnet3. Es ist zu erkennen, dass hier keine Hierarchie vorherrscht. Dies ändert sich aber in der weiteren Kirchengeschichte. In der Alten Kirche wurden Diakone als solche bezeichnet, sie unterstützten den Prediger und versorgten in seinem Auftrag die Armen und Bedürftigen. Doch als sich immer mehr das dreistufige Ämterschema „Bischof - Presbyter - Diakon“ durchsetzt, wird eine Hierarchiesierung dieser eigentlich genuinen Aufgabe der Glaubenspraxis deutlich4. Der Diakon wird zu einem nachgeordneten Priester. Erst mit der Reformation wurden Stimmen laut, das Amt des Diakons wieder aufzuwerten und gleichberechtigt neben das der Verkündigung zu stellen. Dies geschah insbesondere in der Reformation calvinistischer Ausprägung. Die Diskussion, ob der Diakon dem Priester gleichgestellt werden kann oder nicht, ist bis heute nicht beendet. Der Dienst am Bedürftigen wird in der Reformation und bis ins 20.Jh als Armenpflege bezeichnet und nicht mehr als Diakonie5. Der zweite Begriff, der in diesem Kapitel eine Erklärung benötigt, ist der Begriff der „Inneren Mission“. Dieser Begriff ist eine Neuschöpfung des 19.Jh., die maßgeblich von Johann Hinrich Wichern, im weiteren Verlauf der Arbeit Wichern genannt, mitgeprägt wurde6. Er führte den Begriff „mit einer neuen Akzentsetzung religiös-protestantischen Hilfehandelns [ein]“7. Die Innere Mission, er benutzte den Begriff seit 1843 in der Öffentlichkeit, hat nach Wichern zwei Bestandteile8. Zum einen die soziale Arbeit und die alte Armenpflege und zum anderen die Volksmission. Die Menschen wussten von dem Evangelium nichts mehr und hatten auch den Bezug zu den Kirchen verloren. Wichern war der Meinung, dass die Armut vieler Menschen in ihren eigenen Sünden begründet war. Er wollte mit der Volksmission eine Rechristianisierung der Bevölkerung bewirken. Der verfassten Kirche traute er nicht zu, sich um die aufkommende soziale Frage zu kümmern und so organisierte er die Arbeit der Inneren Mission in einem freien Verein9. Er hielt die verfasste Kirche für unflexibel und unspontan. Durch seine Stegreifrede zum Thema Innere Mission, während des Wittenberger Kirchentages 1848, erreichte er die Gründung des „Central-Ausschusses für die Innere Mission“. Die Rede zur Inneren Mission und die Person Johann Hinrich Wichern selbst werden im weiteren Verlauf der Arbeit näher betrachtet. Durch diesen Central-Ausschuss gelang es, alle schon bestehenden und noch zu gründenden Einrichtungen zur Bekämpfung der sozialen Frage unter einem Dach zu vereinen10. Der Ausschuss begann mit seiner Arbeit im Jahre 1849 und fungierte als Stabsstelle, die die Arbeit der Inneren Mission koordinierte11.

Weiterhin ist zu sagen, dass Wichern die Arbeit der Inneren Mission öffentlichkeitswirksam durch die Fliegenden Bl ä tter aus dem Rauhen Hause unterstützte12. Der Begriff „Innere Mission“ blieb cirka 120 Jahre bestehen13. Im Jahre 1956 verbanden sich die Innere Mission und das nach dem zweiten Weltkrieg 1945 gegründete Kirchliche Hilfswerk unter der Bezeichnung „Diakonisches Werk“. Das Kirchliche Hilfswerk war der Versuch der Kirchenführerkonferenz die soziale Arbeit in das Kirchenregiment einzubinden. Doch ebenso wie die Innere Mission ist auch das Diakonische Werk nach dem Verbandsprinzip aufgebaut14.

2.2 Johann Hinrich Wichern

In den nun folgenden Abschnitten wird das Leben der Person Johann Hinrich Wichern zeitgeschichtlich eingeordnet und sein Wirken und Handeln, näher unter die Lupe genommen.

2.2.1 Zeitgeschichtliche Einordnung

Als Wichern 21.4.1808 in Hamburg geboren wurde, war die Stadt bereits seit der Doppelschlacht von Jena und Auerstädt 1806 von den Truppen Napoleons besetzt. Die Stadt war bemüht, während der Koalitionskriege neutral zu bleiben. Trotz dieser Neutralität konnte sich Hamburg nicht den Kriegswirren entziehen. Für Napoleon war die Stadt attraktiv, da sie die Möglichkeit bot, mit einer Kontinentalsperre einen empfindlichen Schlag gegen England zu führen. England reagierte seinerseits mit einer Blockade des Kontinents und unterband so die hamburgische Schifffahrt und den Handel. Daraus resultierte eine wachsenden Armut der Arbeiter, da sie deshalb ihre Arbeit verloren. Erst Ende Mai 1814 wurde Hamburg durch den Sieg der Verbündeten Staaten über Napoleon und dessen Abdankung befreit. Nach der Befreiung strömten die Geflohenen aus allen Himmelsrichtungen zurück nach Hamburg. Die wieder auflebende Schifffahrt und der damit aufkommende Handel zogen Arbeitskräfte an. Die Betriebe in der Stadt erholten sich jedoch nur langsam von der Besatzung. Da die Stadt von Wällen umgeben war, bot sie wenig Raum für wachsende Betriebe. Je mehr die Bevölkerung der Stadt wuchs, desto höher stieg die Arbeitslosigkeit. Große Teile des Proletariats hungerten und fristeten ihr Dasein in den Elendsquartieren der Vorstädte. Die 1788 von Caspar Voght gegründete Allgemeine Armenanstalt, welche von der Stadt verwaltet wurde, konnte die Not der Armen nicht beseitigen. Wichern erlebte diese Verhältnisse, da er in der Vorstadt St. Georg die Sonntagsschule leitete und im Besuchsverein tätig war. Die Not der Armen wurde noch einmal gesteigert, als 1842 ein großer Brand cirka 20000 Menschen obdachlos werden ließ.

Nicht nur in Hamburg, sondern auch über seine Grenzen hinaus, wandelte sich das Bild. Nach dem Ende des Ancien Régimes begann im Deutschen Bund und im Kaisertum Österreich der Vormärz, der auch Restauration genannt wird und den Zeitraum von 1815 bis 1848 umfasst. Kulturgeschichtlich wird der Zeitraum auch die Zeit des Biedermeier genannt15. In dieser Zeit kam es in Preußen zur Bauernbefreiung und zur Abschaffung des Zunftzwangs für das Handwerk. Das waren die Voraussetzungen für die Entstehung eines liberalkapitalistischen Wirtschaftssystems. Diese Zeit wurde bis zur Märzrevolution 1848 von einer Wirtschaftskrise beherrscht. Die Wirtschaftskrise wurde von anderen Problemen begleitet und verstärkt. So kam es beispielsweise zu einer Binnenwanderung von Ost nach West, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nie in einem solch großen Ausmaß verzeichnet wurde. Die Binnenwanderung hatte enorme Auswirkungen auf die Demographie in vielen Gebieten. Dazu kam eine als Pauperismus benannte neuartige Massenarmut. Der Pauperismus und die daraus resultierenden Hungerunruhen, wie zum Beispiel der Weberaufstand 1844, schreckten das Bürgertum auf und führten zu vielen Versuchen, die Massennot zu bekämpfen16. Doch nicht die notleidenden Armen waren, wie man vermuten könnte, die Träger der Märzrevolution 1848, sondern der deutsche Liberalismus und das Bürgertum. Die Revolution scheiterte und die Vertreter der alte Gewalt gewannen wieder die Oberhand. Ebenfalls in dieser Zeit veröffentlichten Marx und Engels ihr Kommunistisches Manifest, dem jedoch in dieser Zeit wenig Bedeutung zukam. Wichern hielt den Kommunismus für gefährlich, da dieser, seiner Meinung nach, die göttliche Ordnung zerstören wolle17.

Wichern erlebte zudem noch die deutsch-dänischen Kriege 1850 und 1864, den preußisch-österreichischen Krieg 1866 und den deutsch-französischen Krieg 1870/7118. Es wird deutlich, dass die Zeit in der Wichern lebte und auch wirkte, eine äußerst bewegte war. In seinem Handeln wird deutlich, wie er von all diesen Erlebnissen maßgeblich beeinflusst worden ist.

2.2.2 Das Leben J.H. Wicherns

Wichern wuchs in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf und war das älteste von sieben Kindern. Er hatte vier Schwestern und zwei Brüder. Sein Vater Heinrich Wichern arbeitete als Fuhrmann und Mietkutscher. Als sein Vater in einem Notariatsbüro als Schreiber anfing, stieg er soweit auf, dass er als Notar und Übersetzer selbst Partner im Notariatsbüro wurde19. Dadurch hatte die Familie ein gutes Auskommen und Wichern konnte mit zehn Jahren in das zu der Zeit sehr renommierte Hamburger Gymnasium „Johanneum“ eintreten20. Sein Vater starb 1823 an einem Lungenleiden. Durch den Tod des Vaters war Wichern gezwungen, gemeinsam mit seiner Mutter Caroline Wichern geborene Wittstock, für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen. Seine Mutter versuchte unter anderem, mit einem kleinen Wollhandel zum Lebensunterhalt beizutragen21. Wichern verließ am 31.3.1826 das „Johanneum“ ohne Abschluss, um durch Privatunterricht am Klavier und später als Erziehungsgehilfe seine Familie finanziell zu unterstützen22.

Während seines Konfirmandenunterrichts lernte er unter anderem durch seinen Konfirmator Otto Wolters die Erweckungsbewegung kennen. Personen, aus der Erweckungsbewegung, prägten ihn für sein weiteres Leben. Dazu gehörten neben seinem Konfirmator auch Johann Wilhelm Rautenberg, der Pastor in einer Hamburger Vorstadt war, der Senator Martin Hieronymus Hudtwalcker und der Syndikus Karl Sieveking. Diese Personen und die Senatorentochter Amalie Sieveking waren Gönner von Wichern und ermöglichten ihm die Fortsetzung des Schulbesuchs und das Studium in Göttingen und Berlin23.

Wichern schrieb sich 1828 für das Theologiestudium an der Universität in Göttingen ein. Bei seiner Immatrikulation musste er die Karlsbader Beschlüsse unterzeichnen. Mit seiner Unterschrift verpflichtet er sich dazu, dass er weder nationalistischen noch revolutionären Tätigkeiten nachgehen werde. Für Wichern war dies kein Problem, da er sich weder politisch engagierte, noch sich in den verbotenen studentischen Verbindungen aufhielt. Stattdessen konzentrierte er sich ausschließlich auf sein Studium24. In Göttingen studierte er hauptsächlich bei Friedrich Lücke und Georg Heinrich August von Ewald25. Der Neutestamentler und Systematiker Friedrich Lücke wurde Wicherns wohl wichtigster praktisch-theologischer Mentor26. Im März 1830 setzte Wichern sein Studium in Berlin fort und studierte dort bei Friedrich Schleiermacher, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und dem Kirchengeschichtler August Neander. Durch Neander knüpfte Wichern in Berlin einige wichtige Kontakte. Er lernte unter anderem den Baron von Kottwitz und andere Personen aus der Erweckungsbewegung kennen. Des Weiteren noch lernte er auch Nikolaus Heinrich Julius kennen27. Der Baron von Kottwitz engagierte sich leidenschaftlich für die Armenpflege in Berlin. Der Arzt N.H. Julius setzte sich für eine umfassende Gefängnisreform ein28. Durch diese beiden Personen kam Wichern mit zwei Arbeitsbereichen in Kontakt, in denen er später selber wirkte wird.

Wichern kehrte Ende 1831 nach Hamburg zurück und legte dort im April 1832 sein erstes theologisches Examen ab. Da zu dieser Zeit ein Theologenüberschuss herrschte, konnte er nicht sofort in den kirchlichen Dienst eintreten und wurde stattdessen Kandidat der Theologie. Dies blieb er Zeit seines Lebens29.

Wichern wurde 1832 in der Sonntagsschule der Gemeinde von Johann

Wilhelm Rautenberg als Oberlehrer angestellt. Rautenberg hatte diese Sonntagsschule in seiner Gemeinde in der Vorstadt St. Georg nach englischem Vorbild eingerichtet. Die Not der Kinder, mit denen Wichern dort in Kontakt kam, berührte ihn sehr und er schloss sich dem von Rautenberg gegründeten Besuchsverein an30. Als Mitglied dieses Vereins besuchte er von nun an auch die Familien und Quartiere der Kinder. Dies offenbarte ihm den ganze Umfang ihrer Not31. Die Erfahrungen der Besuche führten in dem Besuchsverein zu den Überlegungen ein Rettungshaus für diese Kinder zu gründen. 1833 wird ein solches Rettungshaus vom Besuchsverein ins Leben gerufen32. Der Syndikus Sieveking, ein Gönner Wicherns, stellte dem Verein für dieses Vorhaben ein Grundstück mit einer Bauernkate in Hamburg-Horn zur Verfügung. Ende Oktober 1833 bezog Wichern als Leiter mit seiner Mutter und einer Schwester das sogenannte „Rauhe Haus“. Zu diesem Zeitpunkt war er gerade mal 25 Jahre jung33. Kurz nach der Gründung zogen schon die ersten drei Jungen ins „Rauhe Haus“ ein. Ende 1833 waren es schon zwölf Jungen.

Mit 27 Jahren heiratet Wichern im Jahre 1835 Amanda Böhme, welche seitdem die Aufgabe der Hausmutter übernahm. Wurden bis zu diesem Zeitpunkt nur Jungen und männliche Jugendliche von Wichern aufgenommen, war es durch die Heirat nun auch möglich, Mädchen aufzunehmen. Neben den Kindern des Rettungshauses bekamen die Wicherns auch noch acht eigene Kinder. Da immer mehr Kinder dazu kamen, gründete Wichern ein eigenes Gehilfeninstitut, in dem er seine Gehilfen, von ihm Brüder genannt, selber ausbilden konnte. 1844 entstand auf dem Gelände des Rettungshauses der Verlag des Rauhen Hauses. Die Druckerei existierte bereits seit 1842. Der Verlag gab zum Beispiel die „Fliegenden Blätter aus dem Rauhen Haus“ heraus34.

[...]


1 Vgl. Kaiser, Jochen-Christoph: [Art.] Diakonie I: Kirchengeschichtlich. In: RGG. Hrsg von Hans Dieter Betz, Don S. Browning, Bernd Janowski und Eberhard Jüngel. Bd. 2, 4., völlig neu bearb. Auflage. Tübingen: Mohr Siebeck 1999. S.792

2 Vgl. Kaiser, Jochen-Christoph: Diakonie - Begriff und Bedeutung. In: Schule in evangelischer Trägerschaft. Hrsg. von Christel Ruth Kaiser, Volker Elsenbast, Jürgen Frank, Cornelia Schäfer, Christoph Th. Scheilke und Friedrich Schweitzer. Bd. 6. Münster: Waxmann 2006. S.18

3 Vgl. Osiek, Carolyn: [Art.] Diakon/Diakonisse/Diakonat I: Neues Testament. In: RGG. Hrsg von Hans Dieter Betz, Don S. Browning, Bernd Janowski und Eberhard Jüngel. Bd. 2, 4., völlig neu bearb. Auflage. Tübingen: Mohr Siebeck 1999. S.783

4 Vgl. Albrecht, Ruth: [Art.] Diakon/Diakonisse/Diakonat I: Kirchengeschichtlich. In: RGG. Hrsg von Hans Dieter Betz, Don S. Browning, Bernd Janowski und Eberhard Jüngel. Bd. 2, 4., völlig neu bearb. Auflage. Tübingen: Mohr Siebeck 1999. S.784

5 Vgl. Kaiser, J.-C.: Diakonie - Begriff und Bedeutung. S.18

6 Vgl. Kaiser, J.-C.: [Art.] Diakonie I: Kirchengeschichtlich. S.792

7 Kaiser, J.-C.: Diakonie - Begriff und Bedeutung.. S.18

8 Vgl. ebd.

9 Vgl. Kaiser, J.-C.: [Art.] Diakonie I: Kirchengeschichtlich. S.792

10 Vgl. Philippi, Paul: [Art.] Diakonie I: Geschichte der Diakonie. In: TRE. Hrsg. von Gerhard Krause und Gerhard Müller. Bd. 8, 1.Auflage. Berlin: de Gruyter 1981. S.639f

11 Vgl. Kaiser, J.-C.: [Art.] Diakonie I: Kirchengeschichtlich. S.792

12 Vgl. Philippi, P.: [Art.] Diakonie I: Geschichte der Diakonie. S.640

13 Vgl. Kaiser, J.-C.: Diakonie - Begriff und Bedeutung. S.19

14 Vgl. Kaiser, J.-C.: [Art.] Diakonie I: Kirchengeschichtlich. S.794

15 Vgl. Heidenreich, Ulrich: Der Gründer des Rauhen Hauses. Johann Hinrich Wichern. In: Hamburgische Lebensbilder. Hrsg. vom Verein für Hamburgische Geschichte. Bd.13. Hamburg: Verein für Hamburgische Geschichte 1997. S.11f

16 Vgl. Kaiser, J.-C.: Diakonie - Begriff und Bedeutung. S. 23

17 Vgl. Heidenreich, U.: Der Gründer des Rauhen Hauses. Johann Hinrich Wichern. S.16

18 Vgl. Herrmann, Volker: [Art.] Wichern, Johann Hinrich. In: TRE. Hrsg. von Gerhard Krause und Gerhard Müller. Bd. 35. Berlin: de Gruyter 2003. S.735

19 Vgl. Heidenreich, U.: Der Gründer des Rauhen Hauses. Johann Hinrich Wichern. S.18

20 Vgl. Gehardt, Martin: Johann Hinrich Wichern und die Innere Mission. Studien zur Diakoniegeschichte. In: Veröffentlichungen des Diakoniewissenschaftlichen Instituts an der Universität Heidelberg. Hrsg. von Volker Herrmann. Bd. 14. Heidelberg: C. Winter 2002. S.6

21 Vgl. Heidenreich, U.: Der Gründer des Rauhen Hauses. Johann Hinrich Wichern. S.20

22 Vgl. Gerhardt, M.: Johann Hinrich Wichern und die Innere Mission. Studien zur Diakoniegeschichte. S.14

23 Vgl. Herrmann, V.: [Art.] Wichern, Johann Hinrich. S.733f

24 Vgl. Heidenreich, U.: Der Gründer des Rauhen Hauses. Johann Hinrich Wichern. S.23f

25 Vgl. Herrmann, V.: [Art.] Wichern, Johann Hinrich. S.734

26 Vgl. Kaiser, Jochen-Christoph: [Art.] Wichern I: Biographisches. In: RGG. Hrsg von Hans Dieter Betz, Don S. Browning, Bernd Janowski und Eberhard Jüngel. Bd. 8, 4., völlig neu bearb. Auflage. Tübingen: Mohr Siebeck 2005. S.1511

27 Vgl. Herrmann, V.: [Art.] Wichern, Johann Hinrich. S.734

28 Vgl. Heidenreich, U.: Der Gründer des Rauhen Hauses. Johann Hinrich Wichern. S.24

29 Vgl. Kaiser, J.-C.: [Art.] Wichern I: Biographisches. S.1512

30 Vgl. Heidenreich, U.: Der Gründer des Rauhen Hauses. Johann Hinrich Wichern. S.27

31 Vgl. Gerhardt, M.: Johann Hinrich Wichern und die Innere Mission. Studien zur Diakoniegeschichte. S.20

32 Vgl. Herrmann, V.: [Art.] Wichern, Johann Hinrich. S.734

33 Vgl. Heidenreich, U.: Der Gründer des Rauhen Hauses. Johann Hinrich Wichern. S.31ff

34 Vgl. Herrmann, V.: [Art.] Wichern, Johann Hinrich. S.734f

Details

Seiten
40
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640880270
ISBN (Buch)
9783640880522
Dateigröße
608 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168954
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,0
Schlagworte
Didaktikische Analyse Bachelor Lehramt Religionsunterricht Sek I Religion Unterricht Diakonie Sek I Unterrichtsentwurf Wichern Theodor Fliedner Friedrich von Bodelschwingh Innere Mission Methodische Analyse Bachelorarbeit Wittenberger Kirchentag Sachanalyse Diakonie Münster

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Titel: Johann Hinrich Wichern und die Anfänge der Diakonie als Thema des evangelischen Religionsunterrichts der Sek. I