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TMR - leistungsgerechte Zuteilung

Seminararbeit 2005 32 Seiten

Agrarwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Ziele einer erfolgreichen Milchproduktion

3.0 Definition und Vorteile einer TMR

4.0 Fütterungsstrategien bei einer TMR
4.1 Trockensteher Fütterung
4.2 Mehrphasige TMR
4.2.1 Anforderungen einer TMR an die Frühlaktation
4.2.2 Anforderungen an die Altmelker Ration
4.2.3 Färsengruppe
4.2.4 Gruppeneinteilung
4.3 Einphasige TMR
4.4 Teilmischration

5.0 Rationskontrolle

6.0 Ökonomische Bewertung der TMR

7.0 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 : Einfluss der Kraftfutterfütterg; Wattiaux M. (2005): Fütterungsrichtlinien; Ernährung und Fütterung; Babcock Institute for International Dairy Research and Development, University of Wisconsin/ USA; Kapitel

Abbildung 2: Phasen des Laktationszyklus; Wattiaux M. (2005): Fütterungsrichtlinien; Ernährung und Fütterung; Babcock Institute for International Dairy Research and Development, University of Wisconsin/ USA; Kapitel

Abbildung 3: Fettleber; Ziegler P. (2005) Fettleber aufspüren: Je früher, desto besser; DLZ Agrarmagazin 12/2005; Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH München

Abbildung 4 : Ängstliche Färse; Hulsen J. (2004) Fütterung und Verdauung, Kuhsignale; Roodbont Verlag; Zutphen Niederlande

Abbildung 5: Optimaler Verlauf BCS; Hulsen J. (2004) Fütterung und Verdauung, Kuhsignale; Roodbont Verlag; Zutphen Niederlande

Abbildung 6: Gruppenfütterung mit 4 Rationen; Rossow N. (2004): Fütterungsmanagement auf Leistung und Gesundheit in der Frühlaktation; dsp- Agrosoft Tagung vom 24.03.2004 in Paretz

Abbildung 7: Tageshöchstleistung und Laktationsverlauf; Wattiaux M. (2005): Fütterungsrichtlinien; Ernährung und Fütterung; Babcock Institute for International Dairy Research and Development, University of Wisconsin/ USA; Kapitel

Abbildung 8: Fähigkeit der Kuh auf eine ausgewogene Ernährung anzusprechen; Wattiaux M. (2005): Fütterungsrichtlinien; Ernährung und Fütterung; Babcock Institute for International Dairy Research and Development, University of Wisconsin/ USA; Kapitel

Abbildung 9: Rationskontrolle im Stall; Hulsen J. (2004) Fütterung und Verdauung, Kuhsignale; Roodbont Verlag; Zutphen Niederlande

Abbildung 10: Unterschied zwischen berechneter und umgesetzter Ration; N. N 2003 Das richtige TMR Konzept; TMR- Sonderedition Agritechnica 2003; Sano Tierernährung; Loiching

Abbildung 11: Kuh mit geringer Pansenfüllung; Hulsen J. (2004) Fütterung und Verdauung, Kuhsignale; Roodbont Verlag; Zutphen Niederlande

Abbildung 12: Investitionsaufwand für Fütterungssystem; Koesling T. (1999): Was steigt schneller, die Kosten oder die Erlöse; Fütterung der 10.000 Liter Kuh; DLG Verlag, Frankfurt

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Effekt steigender Milchleistung auf die Stückkosten; Koesling T. (1999) Was steigt schneller, die Kosten oder die Erlöse; Fütterung der 10.000 Liter Kuh; DLG Verlag, Frankfurt

Tabelle 2: Beispiel Rationen für Trockensteher; Spiekers H. (2005): Praktische Fütterung; Erfolgreiche Milchviehfütterung; DLG Verlag; Frankfurt

Tabelle 3: Futteraufnahme; Spiekers H. (2005): Praktische Fütterung; Erfolgreiche Milchviehfütterung; DLG Verlag; Frankfurt

Tabelle 4: Nährstoffangaben zur Konzeption einer TMR; Spiekers H. (2005): Praktische Fütterung; Erfolgreiche Milchviehfütterung; DLG Verlag; Frankfurt

Tabelle 5: Nährstoffbedarf in Abhängigkeit zur Leistung; Losand B. (1999) Fütterungssysteme im Vergleich; Fütterung der 10.000 Liter Kuh; DLG Verlag, Frankfurt

Tabelle 6: Nährstoffversorgung zur Konzeption einer TMR für Altmelker; Spiekers H. (2005): Praktische Fütterung; Erfolgreiche Milchviehfütterung; DLG Verlag; Frankfurt

Tabelle 7: Anzahl der Tiere in Leistungsgruppen; Spiekers H. (2005): Praktische Fütterung; Erfolgreiche Milchviehfütterung; DLG Verlag; Frankfurt

Tabelle 8: Empfohlene Gehalte in TMR; Spiekers H. (2005): Praktische Fütterung; Erfolgreiche Milchviehfütterung; DLG Verlag; Frankfurt

Tabelle 9: Ausrichtung der Ration bei einer Halb- Mischration; Spiekers H. (2005): Praktische Fütterung; Erfolgreiche Milchviehfütterung; DLG Verlag; Frankfurt

Tabelle 10: Futterkosten je Kuh und Tag; Spiekers H. (2005): Praktische Fütterung; Erfolgreiche Milchviehfütterung; DLG Verlag; Frankfurt

1.0 Einleitung

Die Fütterung in der Milchviehhaltung beeinflusst die Kosten und die Leistungen der Betriebe maßgeblich. Ein gezieltes Vorgehen mit einer entsprechenden Fütterungsstrategie ist daher für eine erfolgreiche Milchproduktion unverzichtbar.

Die Bedeutung der Total Mischrationen (TMR) nimmt in den Milchviehbetrieben immer mehr zu.

In meinem Schwerpunktseminar „TMR- leistungsgerechte Zuteilung“ möchte ich auf den folgenden Seiten die Vorteile und die Möglichkeiten einer gezielten, leistungsgerechte Anwendung der TMR darstellen.

2.0 Ziele einer erfolgreichen Milchproduktion

Um die Rentabilität der Milchproduktion zu verbessern ist eine Optimierung der Stückkosten erforderlich.

Auswertungen von Beratungsbetrieben zeigen eindeutig, dass die Stückkosten bei einer Steigerung der Milchleistung von 7.500 auf 10.000 Liter je Kuh/Jahr sinken.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Effekt steigender Milchleistung auf die Stückkosten (Koesling 1999)

Bei den Fest und Gemeinkosten ist der Einspareffekt prozentual fast doppelt so hoch wie bei den variablen Kosten (Koesting 1999).

Die sinkenden Futterkosten je produziertem kg Milch entstehen dadurch, dass der anteilige Erhaltungsbedarf einer Kuh je erzeugtem kg Milch immer kleiner wird.

Eine Steigerung der Milchleistung auf 10.000 Liter und darüber hinaus ist damit ökonomisch sinnvoll und verbessert das Betriebsergebnis.

Mit steigenden Milchleistungen sind allerdings die Energiekonzentrationen im Futter weiter anzuheben. Daher müssen höhere Futterqualitäten und höhere Konzentratanteile verwendet werden. Dies beeinflusst allerdings die Kosten je Nährstoffeinheit.

Die physiologische Besonderheit der Wiederkäuer begrenzt aber die Energiedichte je kg Trockenmasse auf etwa 7,2 MJ/kg Trockenmasse Futter. Mit steigenden Leistungen ist es daher notwendig, dass die Kühe mehr Trockensubstanz aufnehmen müssen.

Durch einen zunehmenden Einsatz von stoffwechselstabilisierenden Komponenten und den Mehraufwendungen für die sichere Erzeugung von hervorragenden Silagequalitäten können die Futterkostenvorteile bei Hochleistungsherden allerdings egalisiert werden (Koesling 1999).

Gerade in hochleistenden Herden setzt sich das Fütterungssystem der Total Mischration (TMR) durch. Aufgrund der fütterungsphysiologischen Vorteile der TMR ist dieses System bei hohen Leistungsbereichen zu bevorzugen (Koesling 1999).

3.0 Definition und Vorteile einer Total Mischration

Bei einer Total Mischration werden alle Rationskomponenten für eine Kuhgruppe, also Grund und Kraftfutter, Mineralstoffe und Viehsalz gemischt und als Alleinfutter den Kühen vorgelegt.

Der wesentliche Aspekt dieses Fütterungsverfahrens ist, dass die Steuerung der Milchleistung hauptsächlich über die Menge des aufgenommenen Futters erfolgt (Losand 1999).

Die TMR bietet insbesondere bei hochleistenden Kühen Möglichkeiten zur Optimierung der Energie und Nährstoffversorgung. Ernährungsphysiologische Gründe für eine Nutzung des TMR Konzeptes in der Milchviehfütterung sind:

1) Stabilisierung der Milieubedingungen im Pansen.

Die TMR Fütterung bietet die Möglichkeit einer besseren Berücksichtigung der Pansenphysiologie gerade auch bei höheren Fütterungsintensitäten.

Der optimale pH- Wert im Pansen liegt bei 6,0- 6,5. Je mehr Kraftfutter gefüttert wird, desto niedriger ist der pH Wert im Pansen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einfluss der Kraftfutterfütterung auf Pansen pH (Wattiaux 2005)

Wird zweimal täglich Kraftfutter gefüttert, so besteht 2 bis 3 Stunden nach der Fütterung der höchste Säuregrad im Pansen. Wird jedoch die gleiche Menge Kraftfutter unter das Grundfutter gemischt und über den Tag verteilt verabreicht, wird der Grad der Veränderung des Pansenmilieus gemildert (Abbildung 1) (Wattiaux 2005).

2) Durch die kontinuierliche, gleichförmige Futteraufnahme von Grund und Kraftfutter kann eine höhere Konzentratmenge toleriert werden als bei konventionellem Rationsaufbau. Grundfutter-TS: Kraftfutter-TS bis maximal 40:60 statt konventionell 60:40) (Coenen 1994)

3) Die TMR bietet ein kontinuierliches Angebot einer konstant zusammengesetzten Ration.

4) Durch die Auswahl von geeigneten Futterkomponenten unter Berücksichtigung der Abbaubarkeit und der Abbauraten kann bei der TMR eine Pansen Synchrone Fütterung erreicht werden. Durch solch einen aufeinander abgestimmten („synchronisierten“) Kohlenhydrat und Rohproteinabbau im Pansen wird eine maximale Effizienz der mikrobiellen Synthese erreicht (Coenen 1994)

5) Eine Optimierung des Trockensubstanzgehaltes (TS) ist in der Mischration möglich. Angestrebt ist ein TS Gehalt von mindestens 40% bis zu maximal 60% in der Gesamtration.

6) Die TMR ermöglicht eine Steigerung der Futtertrockenmasse Aufnahme auf näherungsweise 4kg/100kg Körpermasse und Tag. Durch die Optimierung der Verdauungsvorgänge im Pansen kann eine Erhöhung der TS-Futteraufnahme gegenüber herkömmlichen Fütterungstechniken um 0- 1,5 kg/Tier und Tag für realistisch gehalten werden Dieser Effekt ist umso größer, je schlechter vorher vorgelegt wurde und je größer die Unterschiede im Energiegehalt der eingesetzten Komponenten sind (Spiekers 2005).

7) Im Gegensatz zur festen Kraftfuttergabe kann die Kuh bei der TMR über die Menge des gefressenen Futters die Kraftfutteraufnahme selbst steuern. Bei einer Wiederkäuergerechten Rationsgestaltung kann die Gefahr einer Azidose geringer sein als bei separater Kraftfutter Zuteilung (Losand 1999).

Neben den ernährungsphysiologischen Vorteilen bieten sich weiterhin verfahrenstechnische Vorteile:

1) Eine Selektion seitens der Tiere bei den vorgelegten Einzelfuttermitteln ist bei einer richtig angewendeten Mischration nicht möglich. Daher kann der Landwirt die Ration gezielt steuern (Losand 1999).
2) Eine Verwendung von Futtermitteln mit geringer Schmackhaftigkeit oder besonderen Struktureigenschaften (NaOH behandeltes Getreide, Rübenblattsilage, Stroh, u.a) kann daher ohne Nachteile für die Futteraufnahme erfolgen (Coenen 1994).
3) Der Einsatz von „preiswerten“ Nebenprodukten aus der Lebensmittelherstellung (Backabfälle, Pressschnitzel, Treber, Pülpe) und betriebseigenen Einzelkomponenten (CCM, LKS, Feuchtgetreide) ist problemlos möglich (Coenen 1994).
4) Weiter Vorteile können sich in der Arbeitswirtschaft und der Ausgestaltung der Fressplätze ergeben. So kann bei einer TMR das Tier

- Fressplatzverhältnis im Vergleich zur Einzelkomponenten Fütterung auf max. 1- 2 erweitert werden (Spiekers 2005).

4.0 Fütterungsstrategien bei einer TMR

Die Notwendigkeit und Gestaltung der Gruppenbildung bei der TMR Fütterung wird seit Jahren sehr kontrovers diskutiert.

Wie in Abbildung 2 dargestellt, folgen Milchproduktion, Trockensubstanzaufnahme, Körpergewicht und die Energiebilanz einer Kuh während der Laktation einem typischen Muster der Veränderung.

Um bei der TMR Fütterung eine Unterversorgung mit Energie in der Frühlaktation und eine Überversorgung mit Energie bei nachlassender Milchleistung zu vermeiden, kann es sinnvoll sein, die Energiekonzentration der Ration dem Laktationsverlauf an zu passen. Dies geschieht durch die Bildung von Leistungsgruppen. Nur durch eine Gruppierung von Tieren mit ähnlichen Ansprüchen an die Energie und Nährstoffe der Ration wird eine bedarfsgerechte, ernährungsphysiologische, futterökonomischen sowie den umweltseitigen Anforderungen entsprechende Milchviehfütterung ermöglicht (Spiekers 2005).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Phasen des Laktationszyklus (Wattiaux 2005)

Neben den Leistungsgruppen kann es sinnvoll sein eine Färsengruppe einzurichten.

Bei sehr hohen Milchleistungen von über 9 000 l Milch ist es allerdings ebenso möglich mit nur einer Leistungsgruppe zu arbeiten.

Die Zahl der Fütterungsgruppen hängt neben der Herdenleistung von der Herdengröße und den baulichen Gegebenheiten ab.

Gerade in kleinern Betrieben ist aufgrund der zu geringen Tierzahl eine Gruppenbildung nicht möglich. In diesen Betrieben kann durch die zum Teil noch vorhandene Abrufstation eine Teil Misch Ration verfüttert werden. Bei diesem Verfahren wird eine aufgewertete Grundration mit dem Mischwagen vorgelegt und weitere leistungsabhängige Kraftfuttergaben an der Abrufstation zugeteilt.

Unabhängig von der Gruppenbildung bei den laktierenden Kühen ist eine zweiphasige Trockensteherfütterung umzusetzen.

Details

Seiten
32
Jahr
2005
ISBN (Buch)
9783640870813
Dateigröße
2.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168974
Institution / Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Soest
Note
2,0
Schlagworte
zuteilung TMR Fütterung Milchkuh Hochleistung Milchvieh Total Misch Ration Transponder Laktation Verfettung Kosten

Autor

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Titel: TMR - leistungsgerechte Zuteilung