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Absichten und Intentionen der Armuts- und Arbeitsmarktpolitik. Entwicklung und Intention von Sozialpolitik

Ausarbeitung 2010 15 Seiten

VWL - Arbeitsmarktökonomik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff „Sozialpolitik“

3. Definitionen zu den Absichten der Armuts- und Arbeitsmarktpolitik

4. Historische Analyse zur Entstehung des sozialen Sicherungssystems

5. Aktuelle Analyse des sozialen Sicherungssystems nach Paragraph 1 SGB XII

6. Fazit aus Paragraph 1 SGB XII

7. Aktuelle Analyse des sozialen Sicherungssystems nach Paragraph 2 SGB XII

8. Fazit aus Paragraph 2 SGB XII

9. Aktuelle Analyse des sozialen Sicherungssystems nach den Paragraphen 26 und 39 SGB XII

10. Fazit

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In Zeitschriften und Nachrichten stößt der deutsche Bürger, sobald er sich mit der deutschen Politik auseinandersetzt, immer wieder auf den Begriff „Sozialpolitik“ im Zusammenhang mit der Armuts- und Arbeitsmarktpolitik. Es wird quasi vorausgesetzt, dass er die Bedeutung des Begriffs und die Intention, welche hinter diesem steht, kennt. Doch ist dieser Begriff überhaupt eindeutig? Aus dieser Frage wuchs ein besonderes Interesse der Beantwortung folgender Leitfrage

Was bezeichnet der Begriff „Sozialpolitik“ in Bezug auf die Armuts- und Arbeitsmarktpolitik genau und welche Absichten und Intentionen beinhaltet er?

Diese Hausarbeit setzt sich mit dem Thema auseinander, um die Leitfrage zu klären.

2. Der Begriff „Sozialpolitik“

Obwohl die Sozialpolitik auch in andere politische Ressorts eingreift wie zum Beispiel der Migrationspolitik und von der Europäischen Union Vorgaben erhält, sie deshalb nicht mehr nur aus innerpolitischer Sicht betrachtet werden kann, umfasst sie in der Bundesrepublik Deutschland hauptsächlich das im Folgenden angeführte Haus der sozialen Sicherung:

In Form des Hauses lassen sich die gesetzlich geregelten Leistungen darstellen:

Im Keller befinden sich die von Armut betroffenen Menschen, welche auch in der Gesellschaft die „unterste Schicht“ darstellen. Sehr deutlich kommt zur Geltung, dass sich besonders das Sozialgesetzbuch XII, welches unter den Bereich der Fürsorgeleistungen für die ärmsten Menschen in Deutschland fällt, mit Menschen in sozialen Notlagen befasst. Im Erdgeschoss sind die Leistungen der Arbeitnehmer, gegebenenfalls die der Arbeitgeber aufgeführt. Das Dach stellen die besonderen Leistungen der staatlichen Regelungen dar.

3. Definitionen zu den Absichten der Armuts- und

Arbeitsmarktpolitik

Dem Begriff der Sozialpolitik wird sich im Folgenden anhand mehrerer Definitionen genähert, um somit ein möglichst präzises Verständnis von diesem zu erhalten. Es wurden verschiedene Quellen herangezogen, damit ein möglichst weites Spektrum geläufiger Definitionen berücksichtigt wird. So legten Lampert und Althammer (Lampert / Althammer, 2007, S. 3) den Begriff wie folgt aus:

„Unter Sozialpolitik werden in erster Linie staatliche Maßnahmen verstanden, die auf die Sicherung des Einkommens von Arbeitnehmern und deren Familien im Falle einer Krankheit, der vorzeitigen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit durch Unfall oder Invalidität, im Alter, beim Tod des Ernährers oder im Falle der Arbeitslosigkeit abzielen!“

(Lampert / Althammer, 2007, S. 3)

Diese Definition drückt die Intention aus, dass „Sozialpolitik soziale Notlagen lindern und / oder beseitigen soll (bei verschiedenen Lebenslagen und Lebensrisiken)!“

Nun wird überprüft, ob diese Intention für alle Definitionen gilt. Infolgedessen werden die Definitionen zu Sozialpolitik von Wikipedia und den Fachexperten Schmidt, Bellermann und Wagner angeführt. Wikipedia interpretiert Sozialpolitik wie folgt:

„Sozialpolitik ist die Bezeichnung für Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Situation insbesondere benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen. Träger der Sozialpolitik sind vornehmlich der Staat, daneben Unternehmen, Gewerkschaften, NGOs (Non-Governmental Organization übersetzt Nichtregierungsorganisation) und die Kirchen. Im staatlichen Bereich gehört die Sozialpolitik zu den ältesten Politikfeldern. Ihr primäres Ziel ist es, die soziale Lage benachteiligter Gruppen zu bessern, insbesondere durch eine Angleichung der Lebenschancen und Existenzbedingungen. Übergeordnetes politisches Ziel ist die Integration der sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen in die Gesellschaft und damit die Stabilisierung der Gesellschaftsordnung.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpolitik, Zugriff: 19.06.2010)

Folglich lässt diese Definition dieselbe Intention erkennen. Laut Schmidt „zielt Sozialpolitik vor allem auf Schutz vor Not, auf Sicherung gegen die Wechselfälle des Lebens und - im fortgeschrittenen Stadium - darauf, soziale Ungleichheit einzudämmen.“ (Schmidt, 2005, S. 11) und gemäß Bellermann „sollen als Sozialpolitik alle öffentlichen und nicht individuellen privaten Maßnahmen und Bestrebungen verstanden werden, die die Absicherung oder Veränderung der Lebenslagen von Bevölkerungsgruppen zum Ziel haben, die als bedürftig, unterversorgt oder defizient angesehen werden.“

(Bellermann, 2008, S. 18)

Deutlich wird mittels der Betrachtung der verschiedenen Auslegungen, dass sie alle dieselben Absichten der Sozialpolitik herauskristallisieren. Diese Aussagen zur Absicht von Sozialpolitik kann durch zwei Fakten bestärkt werden:

1. Im Jahr 2007 wurden 706,9 Milliarden Euro für soziale Sicherung ausgegeben. (www.bmas.de/coremedia/generator/26872/property=pdf/2008_07_08_sozialbudget_2007.pdf, S. 6. Zugriff: 19.06.2010)

2. Auch im internationalen Vergleich hat die Bundesrepublik Deutschland einen hohen Stand der sozialen Sicherung. (www.sozialpolitik-aktuell.de/datensammlung/2/ab/abbII5.pdf. Zugriff: 19.06.2010)

Konträr zu den angeführten Definitionen wird nun diejenige von Wagner analysiert:

„Entgegen ihrem eigenen Anspruch, Not zu verhindern, und dort, wo sie dennoch entstanden ist, die Menschen so schnell wie möglich wieder aus ihr herauszuführen, lässt Sozialpolitik systematisch zu, dass Menschen in Armut und Not leben, obwohl - und genau auch weil - sie Dauerklienten der Sozialpolitik geworden sind.“ (Wagner, 1991, S. 57)

Diese Definition stellt mit der Inklusion der Absicht von Sozialpolitik, dass diese soziale Notlagen systematisch zulasse, die vorher aufgeführten Definitionen in Frage. Es ergibt sich eine Differenz. Deshalb wird im weiteren Verlauf der Hausarbeit erarbeitet, welche der Ansichten die zutreffende ist. Dies geschieht anhand der historischen Analyse, um die Ursachen zur Entstehung und das damals angestrebte Anliegen von Sozialpolitik zu erkunden.

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Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668678842
ISBN (Buch)
9783668678859
Dateigröße
626 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v169014
Institution / Hochschule
Fachhochschule Münster – Sozialwesen
Note
gut
Schlagworte
Sozialpolitik SGB XII Armutspolitik Arbeitsmarktpolitik

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Titel: Absichten und Intentionen der Armuts- und Arbeitsmarktpolitik. Entwicklung und Intention von Sozialpolitik