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Praktikumsbericht zum studienbegleitenden Praktikum an Gymnasien

Bericht über eine Unterrichtsstunde im Fach Deutsch (6. Klasse) mit dem Thema 'Vorgangsbeschreibung unter funktionalem Sprachaspekt'

Praktikumsbericht (Schule) 2010 15 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Rahmenbedingungen

2. Didaktische Analyse
2.1 Begründung des Stundeninhalts
2.2 Lehrplanbezug und Unterrichtsziele
2.3 Stundenverlauf
2.4 Feinziele
2.5 Handlungs- und Sozialform
2.6 Medien
2.7 Geplanter Stundenverlauf in der Übersicht

3. Kritische Nachbetrachtung

Lehrplan und Literaturverzeichnis

Anhang

Folie

Arbeitsblatt

Tafelbild (Entwurf)

1. Rahmenbedingungen

Der Unterrichtsversuch, der im Folgenden vorgestellt werden soll, fand im Rahmen des studienbegleitenden-fachdidaktischen Praktikums in einer 6. Gymnasialklasse statt und wurde sowohl von einem schulischen als auch von einem universitären Betreuer begleitet. Die betreffende Stunde war eingebettet in eine Unterrichtssequenz mit der übergeordneten Thematik ‚Vorgangsbeschreibung’. Inhaltlich sollte der Unterricht nach Absprache mit der Deutschlehrerin der Klasse dazu dienen, den Schülern, die sich bereits seit einigen Stunden mit dem Beschreiben von Vorgängen beschäftigt und zwei entsprechende Texte schon selbstständig produziert hatten, eine weitere Gelegenheit zum spezifischen Üben unter funktionalem Sprachaspekt zu geben, um dadurch zu einer Verbesserung ihres Sprachverständnisses und damit ihrer Schreibkompetenz beizutragen. Die Durchführung des Unterrichts bedurfte der Anpassung an eine verkürzte Schulstunde von etwa 35-40 Minuten.

2. Didaktische Analyse

Streng genommen weist das Unterrichtskonzept, nach welchem die Schüler den Textentwurf einer Vorgangsbeschreibung inhaltlich und formal verbessern sollten, Kriterien aus (mindestens) zwei didaktischen Bereichen auf: Unmittelbar dominieren Komponenten aus dem Lernbereich der Sprachbetrachtung, da weniger im direkt schreibproduktiven Sinne als vielmehr integrativ-funktional untersuchend1 vorgegangen wurde.2 Im betreffenden Unterricht wurde nämlich von den Schülern keine Beschreibung selbstständig verfasst, sondern eine Textvorlage kritisch diskutiert und verbessert. Solche Überarbeitungen sind dennoch auf verschiedene Weise mit dem Erlernen des Verfassens von Texten verknüpft3, weswegen sich mittelbar auch schreibdidaktische Aspekte feststellen lassen, da die Schreibkompetenz ebenso durch „spracherarbeitende Vorstufen des Verfassens von Sachtexten“, genauer durch „intensive Arbeit an Sachtextentwürfen vor allem im Hinblick auf Satzverknüpfungen (...) und begriffliche Klarheit (...)“4 gefördert wird wie durch das eigenständige Erstellen von Schreibprodukten. Beides sind somit unerlässliche und sich ergänzende Maßnahmen zur Schulung von Sprach- sowie Schreibkompetenz.

2.1 Begründung des Stundeninhalts

Wie bereits in Punkt 1 erwähnt, ergibt sich der Stundeninhalt im Generellen aus dem Zusammenhang einer Unterrichtssequenz und war somit als ein Ausschnitt des Gesamtkonzepts thematisch grob eingegrenzt. Demnach trägt auch die hier dargestellte Unterrichtsstunde als ein Teil des Ganzen die Hauptüberschrift „Vorgangsbeschreibung“, welche zur Sorte der Sachtexte oder pragmatischen Texte zählt, deren Wesenhaftigkeit und Zweck in der einschlägigen Literatur wie folgt umrissen wird:

„Sachtexte sind Texte, in denen ein bestimmter Wirklichkeitsausschnitt aus der Sicht eines Schreibers und mit einer bestimmten Absicht erfasst ist. Sie haben demnach (...) eine wirklichkeitskonstituierende Funktion, sind immer auch adressatenbezogen [und] sie haben dialogischen Charakter (...).“5

In Bezug auf obige Einordnung war es mir hinsichtlich meines Unterrichts ein besonderes Anliegen, den Schülern die Unverzichtbarkeit von Wirklichkeitskonstitution sowie des Adressatenbezugs einer Vorgangsbeschreibung möglichst plastisch zu vermitteln, ja greifbar zu machen. Um dies umzusetzen, wurde der Klasse eine Beschreibung des Partyspiels „Topfschlagen“ präsentiert. Dies bot sich an, weil es nach wie vor auf Kindergeburtstagen etc. ein beliebter Zeitvertreib ist und somit quasi gesichert war, dass dieses Spiel der gesamten Klasse bekannt ist. Diese Tatsache stellte nämlich eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen meines Konzepts dar, denn es gilt die Prämisse, die Schüler weder Vorgänge beschreiben noch sie selbige nachvollziehen zu lassen, die außerhalb ihres Erfahrungshorizonts liegen und somit keinen Lebensweltbezug aufweisen. Wird dies nicht beachtet, würde man nämlich als Lehrkraft nicht nur die Motivation und Aufmerksamkeit der Klasse gefährden, sondern darüber hinaus auch das Eintreten von Wortschatzproblemen und logischen Strukturschwächen provozieren.6

Da ich in derselben Klasse kurze Zeit zuvor eine Stunde zur Wiederholung von Konjunktionen, adverbialen Bestimmungen und Adverbialsätzen gehalten hatte, ergab die Vorbesprechung meines Lehrversuchs mit der zuständigen Lehrkraft, dass es sich nun anbieten würde, beide Themenkomplexe miteinander zu verbinden, damit die Schüler sowohl ihr in meiner vorherigen Stunde erworbenes bzw. vertieftes Wissen aus dem Gebiet der Sprachbetrachtung im praktischen Kontext der Textproduktion anwenden und festigen können, als auch damit sie bezüglich des Verfassens einer Beschreibung ein Gefühl für die Verwendungsweise der entsprechenden grammatikalischen Phänomene und für deren Notwendigkeit hinsichtlich der Qualität eines Sachtextes, besonders im Bezug auf dessen Verständlichkeit und Sinnhaftigkeit, entwickeln.

2.2 Lehrplanbezug und Unterrichtsziele

Neben anderen didaktischen Teilgebieten, die es im Deutschunterricht der 6. Klasse zu beachten gilt, spielt selbstverständlich auch der Lernbereich ‚Schreiben’ im Lehrplan eine wesentliche Rolle. Innerhalb des für die vorgestellte Stunde relevanten Unterpunkts des ‚informierenden Schreibens’ wird neben dem Verfassen weiterer Textsorten auch das Beschreiben überschaubarer Vorgänge angegeben, das die Schüler unter Einhaltung des Sachstils, einer sachlogischen Abfolge sowie unter Verwendung übersichtlicher Informationen erlernen bzw. festigen sollen.7

Überdies sollen bereits bekannte Überarbeitungsmethoden intensiviert werden.8 Um dies umzusetzen, rücken in Hinsicht dieses Unterrichts einige konkrete Punkte in den Mittelpunkt, die die Schüler reflektieren bzw. erlernen sollen: Zum einen das Beachten des Adressaten- und Situationsbezug beim Verfassen von Texten sowie ihr folgerichtiger Aufbau; zum anderen das Anwenden dieses Könnens bei der Textkorrektur und -überarbeitung.9 Besonders bezüglich Letzterem bietet es sich an, Übungen zu gestalten, die sprachliche Muster in neue Zusammenhänge stellen10 und somit ihre Funktion verdeutlichen. Hierbei wird ein integrativer Bogen zur Sprachreflexion gespannt, wodurch das Erlernte in einen sinnvollen Kontext gestellt und somit (hoffentlich) verstanden und behalten werden kann.

Aus den genannten Aspekten ergeben sich in Verbindung mit meinem Unterrichtskonzept schließlich folgende Grobziele:

1. Die Schüler sollen erkennen, dass ein wesentliches Merkmal der Vorgangsbeschreibung ihr Adressatenbezug ist, d.h. sie ist für einen Leser bestimmt, der sie verstehen muss.
2. Die Schüler sollen daraus die weiterführende Erkenntnis ziehen, dass Vorgänge möglichst übersichtlich und logisch strukturiert sein müssen, um nötige Informationen möglichst wirklichkeitsgetreu und präzise an den Leser vermitteln zu können.
3. Die Schüler sollen erschließen, dass zum Erreichen von Ziel 1 und 2 Sprachwissen ( Konj. Und adv. Best.) funktional verknüpft werden muss.

2.3 Stundenverlauf

Die Stunde ist in drei übergeordnete Abschnitte gegliedert. So beginnt der Unterricht mit einer Einstiegsphase, an die sich noch eine Heranführung anschließt. Auf diese Weise sollen die Schüler zunächst mit der Materie der Stunde, einer Vorgangsbeschreibung, konfrontiert werden, um dann durch Unerwartetes ( Textvorlage als Negativbeispiel) ihre Aufmerksamkeit zu erregen und sie so zu ersten Überlegungen zu bewegen. Darauf folgt eine Erarbeitungsphase intensiver Beschäftigung mit dem Text.

Als Abschluss ist eine Ergebnissicherung angedacht, die sich in zwei Phasen vollzieht, wobei der erste Teil die Auswertung der Produkte der Partnerarbeit beinhaltet, um schließlich aufbauend darauf im letzten Schritt in Form einer Tafelbilderarbeitung die wichtigsten Ergebnisse der Stunde reflektieren und abstrahieren zu können. Letzteres dient dem Anspruch auf Bewusstmachung und Erkenntnisgewinn.

2.4 Feinziele

Anhand der Grobziele der Stunde sowie des daraus resultierenden Stundenkonzepts lassen sich folgende Feinziele formulieren:

1. Die Schüler sollen selbstständig auf sprachliche Mängel und dadurch entstehende Strukturdefizite einer Vorgangsbeschreibung aufmerksam werden.

[...]


1 Denn Konjunktionen und adverbiale Bestimmungen wurden anhand und gerade wegen der Bearbeitung der Textvorlage wiederholt.

2 Vgl. Gattermaier, Klaus u. Siebauer, Ulrike: Deutsch in A4. Deutschunterricht im Praxisformat. Regensburg: Edition Vulpes 2009, S. 101.

3 Vgl. Baurmann, Jürgen: Schulisches Schreiben. In: Kämper van den Boogart (Hg): Deutschdidaktik. Leitfaden für die Sekundarstufen I und II. Berlin: Cornelsen 2006, S. 265.

4 Vgl. Abraham, Ulf, u.a.: Praxis des Deutschunterrichts. Arbeitsfelder - Tätigkeiten - Methoden. Donauwörth: Auer 2007, S. 242.

5 Abraham, S. 239-240.

6 Vgl. Deutsch in A4, S. 69.

7 Vgl.: http://www.isb-gym8- lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/index.php?StoryID=26314&PHPSESSID=e4e9987b7db6781e31f3 078bc6a91bae (Lehrplan 6. Klasse Gymnasium); D 6.2 Schreiben.

8 Vgl.: Ebd.

9 Vgl.: Ebd.

10 Siehe Anmerkung 7; D 6.3 Sprache untersuchen, verwenden und gestalten - Sprachbetrachtung.

Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640877133
ISBN (Buch)
9783640877300
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v169318
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Note
2,00
Schlagworte
praktikumsbericht praktikum gymnasien bericht unterrichtsstunde fach deutsch klasse) thema vorgangsbeschreibung sprachaspekt

Autor

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